Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aphorismen und Einfälle
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 2)
- Language
- German
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weiß es ja, ein schönes Weib gilt mehr in der Welt als Legionen Männer. Welch ein großes Zeugnifi für die Menschheit, daß die erhabensten Lehren der Moral triviale Satze sind. Wie erniedrigend für den Menschen, daß die gemeinsten Pflicht« «rfüllungen so vielen Bewunderung abnöthigen. War der Philosoph, der zuerst unter den Neuern den Optimismus in ein System brachte, reich oder arm? Ich wette, lieber Leser, du errathst das und hättest du so wenig von der gelehrten Geschichte gelesen, als Herr *** von den Büchern, die er bekrittelt. Archimedcs wünschte nur ein kleines Plätzchen außer der Erde, um diese ganz zu bewegen (Plutarcl! in VitaMarcelli). Des Kunststücks wegen möchte ich wahrlich das Verhäng, niß nicht so sehr in Unkosten setzen. Wohl aber konnte ich, da ich die Critik des Kömgsbergischen Weisen bewunderte, mich des Wunsches nicht erwehren, möchte dieser scharf« tiefe Chemiker des Wissens, einen Augenblick den Grenzen der Menschheit haben entgehn können, um diese desto des« ser belauschen zu können. Ich wünschte, ein philosophischer Sittcnmaler gäbe uns ein chronologisches Register des Entstehens und der Aufnähme der Sprüchwörter. Was denkt ihr von dem Zeit« alter, wo die Quintessenz der Volksgrundsätze in den Wor« ten enthalten ist: Ein Wort ein Mann, ehrlich wahrt am längsten.? Was von dem, dessen Grundsätze sich aussprechen iu den Worten: Durch Kinder und Narren haben Krämer gutes Spiel, versprechen ist cdelmännisch, halten ist bäu« n,ch '׳ I. W —l.