Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beschreibung des Jubiläums der Gründung der Schule für Israeliten in Prag
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 5)
- Language
- German
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t r 154 kurze aber erschütternde Anrede, und bekränzte hierauf das Haupt des Erlauchten mit Lorbern und Jmmortels. — Kein Zuschauer blieb bei dieser Scene unbewegt. — Ein heiliger Schauer ergriff die Versammlung, und es schien in diesem Augenblicke, als lächelte Josephs engelreiner Eeisi aus dem gut getroffenen Bildnisse diesem kindlichen Opfer Beifall zu, als blickte er holdselig auf seine geistige Schöpfung nieder. Diesem Aktus folgte ein anderer, der nicht minder rührend war. Eine Schülerin näherte sich dem Bildnisse unsers allgeliebten Franz, dankte ihm für die Wohlthaten, die er den Israeliten in seinen Staaten angedeihen läßt, bat flehentlich mit wahrer Inbrunst und Hingebung um ferner» höchsten Schutz, und bekränzte hierauf das glorreiche Haupt mit Rosen, Lorbern und Vergißmeinnicht. — Das Edle im Vortrage, das Ge« haltvvlle des von ihr Vorgetragenen, und besonders die letzten Worte mit gebrochener Stimme, aber mit hoher Zuversicht gesprochen: »Ein Wort, ein Wink von dir, und Israel ist gerettet!" wirkteso mächtig, so hinreißend auf die Zuhörer, sowohl christlichen als jü« dischen Glaubens, daß der Genius der Menschheit gewiß gern bei dieser Scene verweilte, seine wohlthatigen Fittige über diese verehrte Versammlung ausbreitete, um ihre frommen Wünsche vor den Altar des Allmächtigen zu dringen. Franz Beer, ein würdiger!jähriger Schn des Herrn Peter Beer, und Student der vierien lateinisehen Grammatikalklasse, deklamirte hierauf eine Ballade, der Kaiser als Arzt, nach emcr Anekdote aus dem