Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Ableistung fleh nicht vereinigen konnte. Die Christen schwö« rcn ihn nämlich in die Hand des Maire auf dem Rath» Hause. So wollten auch die Juden schwören, nicht aber in der Synagoge bei der Thora, wie es der Präfekt, Herr von G ü n d e r o d c, verlangte. Der weise und gnädige Croßhcrzog entschied nach jener Lunsehe, und so schwn« rcn denn jedesmal 50 Paar in einem Saale auf dem Rathhause, empfingen nachher die Gratulation des Maire und Jeder eine besondere Bescheinigung des vollzogenen Eides und des erlangten Bürgerrechts. Dieser Schein wird gewiß Vielen das theuerste Dokument scyn, das sie besitzen und ihren Nachkommen hinterlassen werden, welches sie selbst nie betrachten werden, ohne Erinnerung an die vergangenen Leiden» und ohne Segenswünsche für das Wohl Dessen, der die Leiden von ihnen nahm. Das Schwören währte bis zum letzten Februar,' an welchem Lage allen ledigen Personen der Eid abgcnommen wurde. Der obenerwähnte Streit entstand auch wegen der Ablei« stnug des Schatznngs - (Vermögens-) Eids. — Der bisherige Vorstand der Jüdischen Gemeinde, der ans zwölf Personen bestand, soll aufgelöst werden, und an dessen Stelle eine Verwaltungskommission von neuen Mitgliedern aus Notablen treten. — Die Juden müssen nun bekanntlich auch gleich andern Bürgern die Lasten mittragen. Dem zufolge bekam der neu anfgebaute Thcil der Judengasse, die Bsruheimcrstraße genannt, gegen Ende Februars die erste Einquartirung. Da hier die Häuser neu und sehr geräumig sind, so ging das wohl gut <1::. Schrecklich war es aber für d!e Bewohner des