Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über das Charakteristische und Wesentliche des Israelitischen Volkes
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 5)
- Language
- German
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§2 mit feinem Wese» sich bereinigen können, und daß er keine Lust empfindet an unfern Schmerzen, nein! daß felbst aus den Leiden, welche er uns zufügt, unser Heil und Wohl entkeimet. Und fo wie er aus dem starren Winter den blühenden Frühling, aus dem augenblicklichen Tod das ewige Leben und aus der finstern Nacht den hellglanzen, den Tag entwickelt — also entkeimet aus der Nebel - ein» gehüllten Nacht der Leiden und der Trübsale der heitere wolkenreine Tag der Freude und des Glückes. Co steht es eingegraben in den Dundestafeln der Natur und noch deutlicher in den Dundestafeln unfcrer heiligen Geschichte. Werfet jetzt mit mir auf die Letzter» euer» Blick und gern verweile das Auge bei den un!n»gliehen Wahrheiten, welche sie uns aufbcwahrt. Nacht war es um unfern ersten Stammvater Abra- Ham und nncergegangen war seinem weitsehauendenAuge der Helle Glücksstern seiner Kinder, als er in dieser S o nneu finsterniß die verhangniß vollen Worte hörce: ״Wisse! deine Nachkommen werden Fremdlinge seyn, in einem Lande, das ihnen nicht gehört. Dienstbar wird man sie machen und sie drücken vierhundert Jahre; allein auch das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten und dann sollen sie ausziehen mit großem Gute!" Aegypten, meine geliebten Freunde, Aegypten war das Land, nach welchem sie durch eine lange vielgliedrige Kette von Begebenheiten und Schicksalen hingeführt wur» den; Aegypten war das Land, welches sie anfangs mit L e i b e s k e t t e n, den verlornen Sohn und Bruder wieder zu umarmen, mit magnetischer Kraft an sich zog;