Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 2)
- Language
- German
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so erhob sich der Unstern des einzelnen Volkes neben dem Heil der Nationen. Ader auch hier, wo Volkshaß und Glaubenszwang zuerst ihre Echreckensfackel über die Häupter der Juden schwangen, die doch Gewalt nur und Derhänqniß in das Abendland geführt hatten — auch hier ist ihnen j tzt die milde Sonne der Humanität unter den Auspi,ien des gro« ßen Kaisers aufgcgangcn, der das mächtige Gericht halt über Alles, was von Roms Untergang bis auf ihn, die Völker eingerichtet und festgeseyr haben. Das Ghetto, in das die römischen Juden schimpflich verbannt waren, ist geöffnet, sie selbst sind wieder ausgenommen in das Nationallebcn, sind berufen zu theilci» die Pflichten, de» Ruhm und das Glück einer großen Nation. Vielleicht ist denen, die dieses erfreuliche Ereigniß mit Theilnahme vernommen haben, auch ein Rückblick auf die Schicksale der jüdischen Gemeinde zu Rom, wohl der ältesten im Abendlande, nicht unwillkommen. Möchten die folgenden Blatter diesen Rückblick so gewahren, daß neben der Erinnerung vergangener Leide» zugleich heilsame Gedanken erweckt werden für de» Genuß der gegenwärtigen Wohlfahrt. Als Rom keinen Feind mehr zu fürchten und keinen Dundesgenossen mehr zu schonen hatte, benutzte es auch de» Zwiespalt der Fürsten Antigonus und Hprkan, um sich des Landes der Juden, die nicht ininder seine Bundesgenossen waren, zu bemächtigen. Pompejus der Große,