Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Einige Gedanken über den Werth und die Bestimmung des Weibes und die Nothwendigkeit, es für solche zu erziehen, zu bilden
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 14)
- Language
- German
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52 Wissenschaftlicher Unterricht. Aller Unterricht in der Töchterschule gehr dahin, noch, wendige und nützliche, angenehme, empfehlende Kenntnisse den Zöglingen mitzutheilen, den Verstand und das Herz ju bilden. Doch ist mit diesem Unterricht Erziehung, Men. schenbildung unzertrennlich verbunden. Wir wollen sie nicht bloß mit wissenschaftlicher Bildung versehen, sondern auch vor allen Dingen anständige, und in allen Verhältnissen ihres Geschlechtes sich recht und gut zu nehmen wissende Zöglinge bilde». Der erste Gegenstand des wissenschaftlichen Unterrichts ist: Mora l. Pflichtenlehre: allgemeine und besondere des Weibes, iu den verschiedenen Bestimmungen ihres Geschlechts, in allen besiinimten Verhältnissen und Lagen. Vor allem Erweckung des Tugcndgefühls, Erweckung des Strebens »ach weiblicher Tugend, als kräf« tigstcs und erstes Mittel zur Gründung unzusiörcnder Zufriedenheit und wahrer nnerschüttcrlicher Glückseligkeit. Hierauf werden wöchentlich einige Stunden verwendet, so wie auch einige besondere Stunden für den Unterricht in den Hauptgrundsätzen und Wahrheiten der jüdischen Religion bestimmt sind, ein Unterricht, der zeirher in uns rn Schulen zu sehr vernachläßigt worden ist, da doch Religion ein Gegenstand ist, der dem Weibe nicke m »cer heilig seyn muß, als dem Manne, der mich ihr die Grundstütze wahrer Glückseligkeit, die Quelle des Trostes in Widerwärtigkeitcu und in den keiner Familie fehlende» Unglücksfätlen seyn muß.