Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1810)
- Article
- Das Leben
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304629-10858266-2305033--02829-2305550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
VI. Das Lebe n. b^ings um ׳mich herrscht ein immer reges Streben. Unendlich ist sein Wirken und sein Spiel. Ein heü'gcs Wunder! — O! du süßes Leben, Du trägst ׳die Welt, und bist dein schönstes Ziel. Wohin ich schau — da glühen deine Spuren, Du regst dich liebend in dem kleinsten Wurm. ■ Du lebst und blühst im Silbcrschmnch der Fluren, Und sinkst vom Himmel in dem Rcgensturm. Ich höre dich im Lied' der Nachtigallen, Und in des Kindes jauchzendem Geschrei, Ich. seh' dich in der Saaten grünem Wallen, Und ewig ist dein Carlen jung und neu. Du liebst dich in des Mägdleins Zanberkufsc, Und in des Schönen zarter Herzcnsgluth. Ich fühle dich im inncrn Cclbsigenusse, Und in des Mannes kühnem Sinn und Much. Du gicbst. ihm seinen Werth und seinen Willen, Und feiner Hoffnung unbegranztcn Raum, Und krachst, — um seinen Durst nach dir zu stillen, Selbst in der Ahndung schauerlichem Traum.