Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Feyerliche Einweihung des Jacobs-Tempels in Seesen
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 6)
- Language
- German
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Das Fest war originell und einzig in seiner Art. Wo hat cs wohl ehedem einen ähnlichen solchen. Tag gegeben, an welchem Christen und Israeliten einen gemeinschaftlichen Gottesdienst, in Gegenwart von mehr als vierzig Eeisili-' chm beider Religionen, miteinander fcyerten, dann in traulicher Gesellschaft zusammen aßen, tranken und fröhlich waren. Nur der Toleranz unserer Tage ist cs ausbchalun gewesen, alles dieses zu kerjrfcn, und was vor noch nicht gar langer Zur noch unmöglich schien, möglich zu machen. Rede deS Herrn Präsidenten Jacobson. „Wenn der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen." Voll von den seltensten, eben so reinen als riefen, fast nie geahnten Empfindungen,'kann ich nur in jenen Worten des 12/steu Psalms den Wahlspruch für diese Gefühle, den. Text für diejenigen Wahrheiten, die ich Ihnen, meine sehr verehrten Zuhörer, an dem heutigen festlichen Tage mittheilen will, und den hohen,/treuen Ausdruck jener frommen Befriedigung finden, womit ich jetzt auf die glückliche Aufführung, dieses geweihten Hauses hinschaue. Cie ist endlich vollendet, die mühevolle'Arbeit 'mehrerer Jahre. Menschenhände und Menschenanlagen haben sie zwar im Reiche der Erscheinungen;um Ziele gefördert; aber zuletzt ist es nur Gott, nur die unsichtbare Leitung seiner Hand, nur seine weltregierende Weisheit, welche allein die zweckvellsten Mittel für jene Vollendung ergreifen, verketten und gegen die Verbrüderungen des Aberglaubens,