Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1810)
- Article
- Über die Konfirmation bei den Israeliten
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 3)
- Language
- German
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ja selbst zu wünschen, so lange sie in dieser Sranzlinie blei- Len und Mitte! mit Zweck nicht verwechselt wird > denn dem sinnlichen Menschen sind die Wahrheiten der Religion nicht immer anschaulich und faßlich genug — er muß erst durch fcincrNatur angemessene Mittel darauf geleitet werden. Aber ihr schwacher Nimbus schwindet und sic verlieren völlig ihren Werth, so bald sie selbst als Zweck betrachtet werden, und das Wesen der Religion verdrängen; denn todt ist der Körper und nur der Geist lebt.— und wenn jener wirkt, so wirkt er nur durch diesen. Aus diesen Prämissen folgt also, daß keine fürs Allgemeine berechnete Religion ohnc Ceremonicn bestehen kann; indem die Menschheit ihrer Kultur ungeachtet doch noch nicht die Stufe der Vollkommenheit erreicht hat, Laß die Vernunft allein sie auf dem Wege der Tugend erhalten könnte. In der jüdischen Religion finden wir gegenwärtig un- «er andern ehrwürdigen Cercmonien auch manche, die schwerlich den Probierstein der gesunden Vernunft halten; di« oft nicht nur ihre» Zweck verfehlen, sondern sogar ihia offenbar Haben. Zu den letztem ist auch das geisilose Ccremonicl bei der Konfirmation zu rechnen. Fast bei al» len Nationen ist es gebräuchlich , zu einer gewissen Lebens- Zeit — bei den Jsranliken am Geburtstage des dreizehnten-Jahres — *) den jungen Menschen durch besondere *) Man findet zwar im Talmud keine speciclle Abhandlung über die Konfirmation, Wohl aber hie und da einige Winke darüber. Besonders in Cliulin, Kiduschin und Nedarim, wo der Jüngling zu dreizehn Jahren