Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1810)
- Article
- Über die Konfirmation bei den Israeliten
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 1)
- Language
- German
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IlO IV. Ucbcr dir Konfirmation bei den Israeliten. Die Religion kennt keine Handlung clinc Ecstnnung, kein Werk ebne Geist, keine Uebcrcinstimmung im Thun, ohne llrdcreinüimwnng im Sinne. Religiöse Handlungen ohne religiöse Gedanken ist leeres Puppenspiel, kein Eotk-dienst. .M. Mendelssohn. heilig ist dem unverdorbenen, sittlichgutcn Menschen das göttliche Gefühl für Tugend und Religion, das ihn zur höchsten Stufe seiner moralischen Würde erhebt, und dem großen Ideale der Gottähnlichkeit näher bringt, —.und heilig muß ihm Alles seyn, wodurch diescs Gefühl belebt wird und zu schönen Thaken reist. Die mütterliche Natur hat mit weiser Huld jeden Menschen mit Anlagen zum Guten ausgcsiattct und in ihn den Keim zur Vollkommenheit gelegt, der, sorgfältig angeregt und kultivirt, das Rein- Menschliche in seinem Herzen erweckt, und ihm so viel sittliche Intensität verschafft, daß er fähig ivlrd, alle seine Handlungen dem hohern coittengentze zu unterwerfen. Seit den letzten Dcccnnien des vorigen Jahrhunderts haben sich besonders die deutschen Pädagogen mit dem besicn Erfolge bemühet, sowohl diese Thcile der Erziehung, rrämlich die Kultur der moralischen und religiösen Gefühle*), *) S. Nlemeycr׳ s Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts, r. u. z. Th.