Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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270 auch diksrs Mal einige eigentliche Aufsätze übev VieSmitncipatkondet Juden zurückgelegt haben, ohne sie üufzunehmen. Wenn indeß jene geehrte Nedaktionmeint, daßfol« gender Auszug aus der Schrift eines christlichen Schriftstellers (Sch ü sel ka) gleichwohl derAufnahme würdig sei, so finden wir es wiederum angemessenhier Einiges davon für unsere Leser zu benutzen. Die Abhandlung jenes Buches Über die deutscheu Juden schließt nämlich, wie folgt: „Bis zu welchem Grade unsere Juden deutsch find, beweist ein für unsere Kulturgeschichte äußerstmerkwürdiges, neuestes Beispielnämlich der Verfasser der Dorfgeschichten, der edle Berthold Auerbach. Gewiß wenige Leser dieser lieb» lichen und einfach großartigen deutschen Volksbilder werde» es auch nur für denkbar gehalten haben, daß diese Dorfgeschichten von einem Juden geschrieben seien. Und doch ist Berthold Auerbach ein Jude, und zwar ein aus einer armen Dorfjudenfamilie stammender Jude. Geist, Scharfsinn undWitz hat man den Juden immer zugestehen müssen; hier habt ihr nun einen Juden, der als Repräsentant derjenigen Eigenschaft gelten kann, die man sonst gewöhnlich für ei« Urprivileginm der urdeutschen Natur hält; Hier habt ihr einen Juden, der unser eigentliches deutsches Uroolk in seinem innersten Wesen belauscht und erkannt hat, und dessen Herz das wärmste Mitgefühl für alle Freuden und Leiden dieses deutschen Volks empfindet. Und nun sage Jemand, daß Vieser liebe Berthold Auerbach nicht deutsch sei. Wer selber ächt deutsch ist, der muß die deutschen Juden als deutsche Mitbürger anerkennen; wer die Freiheit überhaupt will, der muß auch für die Freiheit der Juden wirken. Und ihre Befreiung hängt recht eigentlich von uns ab. Nicht nur die deutschen Kammern könrrn für sie wirken, sondern jeder deutsche Mann, wenn er damit anfängt, sein angebornes Vorurtheil und seine persönliche Antipathie gegen die Juden abzulcgen. Die deutschen Städte, in deren Weichbild kein Jude wohnen oder sogar nur schlaft« darfdie deutschen Zünfte, die keine Juden auftrehmen, die Stadtroüegien, die den jüdischen Mitbürgern Sitz und Stimme verweigern, die deutschen gelehrten und geselligen Vereine, die durch Ausschließung der Juden beweisen, wie ungebildet und ungesellig sie sind — sie Alle und jeder einzelne Deutsche erweise den Juden Gerechtigkeit und die Re« *»>