Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Don der bekannten mehrermähnten Franzschule zu Deßatt wollen mir dieses Mal hier nur berichten, daß sie fortwährend, zugleich durch größere, dem allgemeinen Fortschritte der Wissenschaften huldigende Vervollkommnung der inner« Einrichtung u. s. m., ihren alten guten Ruf zu behaupten strebt,*) und dass diese Anstalt in Betreff Ihrer -um Unterrichte dek Söhne jüdischer Eltern im Hebräischen, in der Bibel nebst Kommentaren , im Lalmud u. s. w., ferner auch zum höhern talmudischen Unterrichte für Aeltere und zu rabbinischen Vorträgen eines besondern Rabbiners bestimmt. Diese rabbinische Schule, als solche, hörte aber aus verschiedenen Ursachen nach und nach auf und das Lehrhaus blieb nach dem Ableben des sel. Gymnasien - Rabbiners, Namens R. Samuel, aus Schubin, fünf Jahre unbenutzt, teer und verschlossen stehen. Hierauf trugen nuo wir, mit Beziehung auf die Grundbestimmung dieses ursprünglich.und wesentlich zum Jugendünterricht bestimmten Instituts bei der. Herzogl. hohen Landesregierung auf Vereinigung dieses Gymnasiums mit der FranzschMe,'gegen Uebernahme der Verpflichtung, an, in besondern Stunden mehrere israelitische Knaben im Talmud Unterricht ertherlen zu lassen, und die höchste Genehmigung erfolgte, nachdem wir einen fast fünfjährigen Kampf mit der orthodoxen Partei und mit den damaligen Gemeinde -Aeltesten ganz allein zu bestehen hatten , im December 1825. Seitdem besteht dieses Institut zwar unter seinem alten Namen, aber in Verbindung, mit der Franzschule und unter deren Direktion fort. In dieser Anstalt — welche ein Haus> eine hebräische Bibliothek und mehrere tausend Lhaler Fonds besitzt, die diesen letzter» von einem edlen frommen Manne, dem verstorbenen Herrn Philipp Lecky in Deßau, als Geschenk erhielt, dessen Name und Andenken in dieser Gemeinde stets gesegnet bleiben wird — werden z. B. jetzt 17 Knaben- Schüler der Franzschule, der alten Begründung dieses Gymnasiums gemäß, unentgeltlich in besondern Seminarstunden, zugleich auch auf eine angemessene Weise im Lalmud, in dessen Commentaren u. s.w. unterrichtet und alljährlich öffentlich geprüft. So. wird dem-. nach auch der andere Theil des ursprünglich beabsichtigten Zweckes auf eine zugleich für die Franzschule vortheilhafte und dabei zeitgemäße Weise zu Aller Zufriedenheit erfüllt, besonders da in dem Gymnasienhause auch für die Gemeindcmitglieder z. B. im Winter Gottesdienst in der darin eingerichteten Synagoge, bisweilen Versammlungen zu frommen Zwecken, religiöse Vorträge u. f. w. nach wle vor Statt finden. *) Die Lehrgegenstände dieser aus 5 Klassen bestehenden Schule, in welcher, mit Inbegriff des Direktors, 8 Lehrer — 5 israelitische und Ä christliche — Unterricht ertheilensind folgende: Außer in den Elementarkenntniffen im Lesen, Schreiben, (deutsch <