Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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249 gernper. gespeist werden. Segen und Heil dieser Httberge der Wohlthätigkeit» die an jenen Kalifen erinnert, der, wie eine orientalische Sage erzählt, aus offener Heerstraße ein offenes Hospitium für Alle, die des Weges kamen, errichtet hatte. Es ist dies dasselbe Großhandlungshans, dessen nun bereits Hingeschiedener israelitischer Chef sich aus dem Staube zum Millionär emporgeschwungen» auf dem Gipfel des Glucks aber — ein äußerst seltener Fall — der Pflicht «ingedenk, geblieben > den Ueberfluß der Schätze mit der leidenden und darbenden Menschheit zu theilen." Rach einerMinisterialverordnung in Baden (1847) soll jedesmal, wenn eine politische Gemeinde, in welcher zugleich eine israelitische Gemeinde besteht, Geldunterstützung aus der Staatskasse, oder Früchte um ermäßigten Preis erhält, der verhältnißmäßige Antheil hiervon dem Synägogenrathe zur Verwendung für die hülssbedürftigen Israeli» ten zugestrllt werden." *) (Leipz. deutsche allgem. Atg.) Zm Jahre 1847 starb in Deßau eine unverheirathete alte christliche Dame, Namens Rößler, mit Hinterlassung eines sehr bedeutenden Vermögens, welches sie vorzüglich zu verschiedenen wohlthätigen Awecken, besonders für dürftige Einwohner Deßau's, als : für alte, zum Theil erblindete Arme beiderlei Geschlechts, für den Unterricht und die Unterstützung armer Kinder u. s. w., vermachte» und deshalb den sehr geschätzten Juristen, Herrn Auditeur und Hauptmann Siegfried daselbst, zum Testamentsvollstrecker dergestalt testamentarisch bestimmte, daß ihm einzig und allein die Ausführung ihrer gedachten letztwilligen Bestimmungen nach seiner Einsicht und Anordnung jedesmal überlassen bleiben soll. Obgleich nun bei den obigen wohlthätigen Awecken, insoweit solch« die Stadt Deßau betreffen, die jüdischen Armen im Testamente ge- *) In Deßau erhält der israelitische Armenvorstand für seine Gemeinde-Armen schon seit mehreren Jahren den auf di« jüdisch« Bewohnerzahl berechneten Lheil des Ertrags z. B. der Theater-Vorstellungen für die Skadtarmen, der Concerte zu diesem Zwecke, ferner wohlfeileres Getreide u. s. w. D.