Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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241 Zn einemvielgelesenen deutschen Journale wird hie Zahl der Juden in Pesth auf 13,000 angegeben (unter 1V0,V0V Einwohnern), so wie auch, daß in Ungarn überhaupt 300,000 Juden sich befinden. „In einem Lande, welches keine Straßen und sonstig« Verbindung-mittel bt* sitzt," heißt et weiter » „hätte der Bauer an der Theiß die Produkte des Bodens verfaulen lassen müssen und hätte nicht einmal seine einfachen Unterhosen tragen können, wenn nicht dieses beflügelte Völkchen (die Juden) «ingewandert wäre , das mit Millionen Händen einen ewigen Tausch zwischen Industrie und Produkten unterhält. Dit Jude« sind die Seele der Pesther Messe. Sie verkaufen die vom Bauer und kleinen GruUdherren erhandelte» Früchte, Schafwolle- Knoppern, Bettfedern, Flachs, Borsten, Thkerhäute und kaufen von Fabrikanten und Zwischenhändlern alle erdenklichen Artikel der Kunst uNv Industrie. > Ansässige Pesther machen die Sensale. Ohne diese wäre es für den Fremden gar nicht möglich, die Produkte, die in tausend Magazine« der weiten Stadt herumlirge», aufzütreibeN." — — „Aus die Pesther Messe bringt Häufig der ungarische Jude sein Töchterchrn, um eS mit der Welt bekannt zü Machen oder mit dem Freier zufammenzu« führe«. Schüchternheit und Einfalt des Landlebens, verbunden mit angeborner Klugheit giebt diesen ungarischen Töchtern Zions eiNen seltenen Liebreiz" u. s. w. — — JDie Pesther Juden haben zwei unerbittliche Quäler: dir Einnehmer deS Brückengeldes und die „Pesther Zeitung." Ja Pesth muß nämlich Jeder, der über die Schiffbrücke geht, eine« Kreuzer bezahlen; nur der Edelmann und der Bürger sind zollfrei. In die Klaffe der Zahlenden fällt auch also der dortige Jude. Der wohlhabendere Jude giebt , lieber einen Gulden für einen Fiaker , wenn er über die > Brücke muß, da die Fahrenden von der Abgabe befreit sind, welche dann nur für das Pferd des Kutscherzu bezahlen ist. Die andere Qual wird ihm von der „Pesther Zeitung" bereitet. Diese athmet die Gesinnung, des deutschen Bürgers von Pesth, und dieser steht «och ganz auf der Stufe d«S deutschen Kleinstädters: er hält fest an dem alten Zunftzwang und andern Herkommnissen , wozu auch der Judenhaß gehört. Dieses liebenswürdige Gefühl spricht nun die „Pesther Zeitung" in jeder Nummer auf eine Weise aus, worüber nur der deutsche Kleinstädter nicht cr- IX. 2ahrg. I. Bd. I». Hes«. 4