Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Deputirtenkammer (1848) sehr auszcichnet. Daß diese Wiedcrcrwählung und die hier geschilderten schonen Ereignisse bei derselben, auch den französischen Christen zur Ehre ge. reichen, bedarf wohl eben so wenig eines Beweises, als daß deren Handlungen zugleich ein von selbst sprechendes Aeugniß liefern, wie wohlthätig und nachhaltig eine v öl» lige Emancipation der Juden, wenigstens nach Jahren, auch auf die Gesinnungen ihrer christlichen Mitbürger einwirkt und wie dadurch auch ihre, "bei Vielen gleichsam mit der Muttermilch cingefogenen Vorurtheile gegen die Juden allmählich und endlich ganz zu verschwinden möglich sind , während bei Rechtsbeschränkungen der letztem diese Vorurtheile und dieser Haß nur fast verewigt werden können und bei den Juden die ihncir durch ihre Religion gebotene und von ihnen doch nicht selten auch praktisch bewährte Liebe gegen ihre Mitmenschen ohne Unterschied des Glaubens, nur zu schwächen, so wie die bisherige Kluft zu erweitern und die Wünsche der Menschenstcunde nur zu ~ ° stören geeignet sind, nämlich: die Realisiruiig der Liebe und brüderlichen Bereinigung zwischen Christen und Juden im . Allgemeinen hcrbeizuführcn. Mögen diese wenigen Einleitungswortc kn diesem 99. Heft der Sulamith, entsprungen aus den reinsten und innigsten Gefühlen eines bewahrten, durch große und mairnigfaltige Erfahrungen seines vielbewegten Lebens gereiften Mannes, zum Gelten und Bessern anregcn und insbesondere auch von menschenfreundlichen und hochherzigen christlich e n Lesern, derensich die Sulamith bekanntlich ebenfalls sehr viele zu erfreuen hat, einiger Aufmerksamkeit und — Beherzigung gewürdigt werden; und Mögen aber auch die israelitischen Glaubensgenossen Dclitschlands in ihrem chrcnwerthen und guten Streben sortfahrcn, durch ihre praktisch gute Wirksamkeit in jedem Betrachte, zugleich die Vorurtheile und das Streben ihrer Widersacher immer mehr zu entkräften und in Einigkeit unter sich selbst ihren inncrn und äußern