Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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. 163 ■ , :t Mensch hat an der Aechcheit dieses Berges gezweifelt, aber er ist hoch ein Usurpator gewesen «nd hat ist» vielfachen Ehren» bezeigungen» die man ihm erwiesen, gar nicht verdient. Der Proftffor LepfiuS nämlich, der seit' einem Paar Jahren im Aufträge der Preußischen Regierung ^daS Morgenland" durchwandett, hat, wie man glaubt unwiderleglich, nachgewiesen, daß der Berg, .welchen man für den Sinai gehalten, gar, nicht der ächte sei und daß dieser mehrere Stunden weit seitwärts lieg«. Der hat nun Jahrtausende lang bescheiden dagestanden und zusehen müssen, wie man die ihm gebührende Ehr« einem ganz gewöhnlichen Berge zuwendete." —*) AlS vor Kurzem in den Zeitungen «. A. mitgetheilt wurde, daß der Pabst auf Ersuchen der Königin von Portugal «inen Herrn de Lemos zum Bischof von Angola ernannt habe, erweckte solches in «nS den Gedanken, daß dieser Mann wohl jüdischer Abknnft sein mag, indem wir uns au» unfern Kinderjahren eines sehr ehrwürdigen, jüdischen Hausarztes, Namens de Lemos in Berlin, Vater» derFrau Professorin Marcu» Herz daselbst, erinnerten,' dessen Eltern oder Voreltern in Portugal früher alS geheime Juden lebten und welcher sich in Deutschland mit einer deutschen Jüdin verheirather hatte, deren Eltern nicht zur jüdischportugieflschen Gemeinde gehörten. Dieser edle praktisch« Arzt und Menschenfreund, welcher wegen seiner tteuen Leistungen, seine» religiösen Sinne», der Beobachtung seiner RetigionSgeseh« und ächten Frömmigkeit **) di« allgemein« Achtung der Juden und *) Modenzeitung. . **> Schon beim Einttitt dieses von unin seinem hohen Alte» gekannten, gottesfürchtkgen Ehrenmannes in'S Krankenzimmer, empfand man Ehrfurcht und Vertrauen, und wir wissen auch, daß er feine Patienten nie , eher behandelte, als bi» er zuvor ei» stilles Gebet verrichtet und dabei den Beistand Gotte» angeflehet hatte , auch ganz nach Maimanides und der Meinung Hufeland«, WelcherLetztere sich in ähnlicher Beziehung im Allgemeinen wie folgt äußert: .W«n die Heilkunst,' fügt er, .nicht zur Religion wird, dem ist sie die trostloseste Kunst auf Erden, ja sie muß ihm zur größten Frivolität, zur Sünde «erden. Denn nur was in Gott gethan, ist heilig und beglückend.— Und was ist sie jetzt bei Vielen? Nichts als eine bloße Spekulation, ein Mittel, ihr Glück zu machen, Geld, Ehre zu erjagen, höchsten« bei den Bessern — Naturforschung.' (Bergt. . den Freimüthi, gen' vom I. 183,.) 4*