Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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134 wird, wie dies eben in unserm Herzogthume gescheht«! Denn leichter brechen sich synagogale Reformen eine Bahn in großen Gemeinden, als in kleinen, in welchen sie nicht von starker Intelligenz unterstützt werden und die orthodoxe Partei keine Neben- Synagogen hat, worin fie der Reform ausweicht. Wie' wenig aber muß der orthodox« Laie geneigt sein , sich jeden S-bdach Zvon seiner Sidra nehmen zu lassen, da er nie davon gehört und geusen, daß je unter Juden nur ^derselben am Sabbath verlesen worden! Wird er sich nicht leichter an die Hinweglassung sämmtlicher Piutim gewöhnen können, als an die Beschränkung der Sidra, deren Vorlesung in dem bisherigen Umfange ihm wie von Moses und Gott selbst geboten, wie mit der Offenbarung und Wahrheit des Gesetzes selbst identisch, von seiner Kindheit an erschienen ist? Wie soll er sich mit dieser neuen Einrichtung befreunden, da er nun nicht mehr beim GotteNienste voraus weiß, was aus der Thor» vor, gelesen wird, welche Sidra «heute geht," — und für seinen gottesdienstlichen und außergottesdienßlichen Gebrauch der jüdische Kalender ihn verläßt? Dazu kommt, daß der dreijährige Zyklus der Pentateuch-Lection auch eine Auswahl von etwa 100 Haphtaroth nothwentzig macht, da die alten doch nur auf e i n Jahr ausreichen. Wird man, gewohnt im Chumrsch (Pentateuch) dieHapthara bequem zu finden und miizulesen, gleichMtig ganz neue uudekaunte Bibelstellen als Haphtaroth sich vorlesen lassen? Und doch wagte es der hiesige Landesrabbiner Dr. Herxheim«, du «>eneu Borleftrngrn des Pentateuchs und der Haphtaroch einzufilhren, und doch erfolgten keine drsfallsigeu Oppositionmund Beschrverden bei der Regierung, und doch üb«- reichte man vielmehr dem Stabbin« wegen dieser Veränderungen eüie mit zahlreichen Unterschriften versehene Dankadresse! Wer hätte dieS vor zomnzig Zähre« für möglich gehalten? Gewiß, das Bedürftüß der Reform im Iudeuthume ist mächtig und stark. und wir zweifeln nicht, daß