Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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15 homcdaiiischeil Religion. Sie wird also gewiß in diescttl Betrachte jedem Verehrer Maimonides', wenn er anch kein Freund einer starken Polemik, besonders gegen einen Verstorbenen, sein sollte , willkommen sein; und jedenfalls verdient sonach der Herr Bcrsaffcr für diese gelehrte Forschung lind gründliche Arbeit den Dank eines Jede n, welcher die großen Verdienste und Leistungen und die tiefen gelehrten Kenntnisse des Maimonidcs nur mit größter Ehrfurcht betrachtet. _____ „In Nürnberg lebt ein Mann und Bibliothekar, Namen- Ür. Ghillany, der seit Jahren in dicken und dünnen Büchernden Beweis »u führen fick abmüht^daß^die-Juden-wirk, lich Menschenfresser sind und stets bis heut zu Tage Menschenblut zu ihrem Osterbrote brauchten. Er führt seine Beweise gründlich und wissenschaftlich durch Citate aus Eisenmenger, aus andern alten Scharteken, aus den Zeiten des finstern Judenhasses, und endlich gar aus — der Bibel, (!) die er mit den unglaublichsten Verdrehungen nolhzüchtigb Leider ist er so unglücklich, keine allgemeine europäische Judenuntersuchung veranlassen zu können. In kleineren Kreisen mag er indeß glücklicher sein. Vor einiger Zeit erhielt er von einem armen jüdischen Hausirer, dem vielleicht von Pastoren, Schulmeistern und Bauern mit Ghillany's lächerlichen Resultaten etwas hart zugesetzt wurde, einen anonymen Schmähbrief. Darauf erklärte Ghillany in der „Dorfzeitung," daß es ihm um der Juden willen (wie human!) Leid thun würde, wenn er sich genöthigt sehen sollte, den erwähnten Schmähbrief zu veröffentlichen. Denn dann würde die Welt erst sehen, was die Juden für «in Volk seien und was Einer riskire, der ihnen „wissenschaftlich" (!) die Wahrheit sage. — Wahrscheinlich ist also ein bischen Menschenfressen noch gar nicht so arg, denn das weiß ja. di« Welt schon von den Juden. Aber «in Schmähbrief an Dr. Ghillany! Das freilich übersteigt alle Grenzen!" (Grenzboten.)