Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 460 (sequence 142)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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460 Die Rabbinerwahl in Schwersenz i. J. 1842 Die Rabbinerwahl in Schwersenz i. J. 1842. Von Rabbiner Dr. Saul Kaatz-Hindenburg O/S. Das in der früheren preußischen, durch den Ausgang des Weltkrieges an Polen gefallenen Provinz Posen gelegene Städtchen Schwersenz wurde um das Jahr 1600 von Juden der Stadt Posen gegründet. Heute durch die wirtschaftlichen und politischen Umgestaltungen auf einige wenige Familien zusammengeschmolzen, war die Schwersenzer Gemeinde einstmals eine blühende. Sie war von einem regen jüdischen Geistesleben erfüllt, die Thora hatte in ihr eine heimatliche Stätte gefunden, bedeutende rabbinische Autoritäten bekleideten ihren Rabbinatssitz, talmudische Größen gingen aus ihr hervor. In den Frieden und die Abgeschlossenheit jener stillen Welt drangen allmählich die Wellen einner neuen ZeiL Strömung, deutsche Bildung und Kultur fanden, als im Jahre 1793 Preußen das Land in Besitz genommen hatte, in einem immer fortschreitenden Maße Eingang, und die soziale Oberschicht, in deren Händen die Verwaltung der Gemeinde lag, war bemüht, neuzeitliche Bestrebungen in jeder Weise zu fördern. Im Jahre 1842 beschlossen die Körperschaften der Gemeinde, die damals über 300 Familien und mehr als 1600 Seelen zählte, das rabbinische Amt, welches bis dahin Männer altrabbinischen Charakters bekleidet hatten, mit einem Rabbiner moderner Bildung zu besetzen. Über die Einzelheiten dieser Wahl gibt uns ein Band kulturhistorisch interessanter Akten der Gemeinde Aufschluß, der die Zeit von 1842—1850 umfaßt. Seine Kenntnis verdanke ich einem glücklichen Zufall. Das Aktenbündel war jahrzehntelang unbeachtet