Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 597 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Führer — groß und einsam 597 und er gehörte nicht zu denen, die ob des numerischen Niederganges der traditionellen Judenheit stetige Klagen im Munde führen. Gott genügte ja einst auch nur — ein Abraham. Aber war dieser Mann der Größe und Einsamkeit den Gemeinschaftspflichten gegenüber gleichgültig? Zog er sich, wie es seine Natur gewollt hätte, auf sich selbst zurück, auf sich und einen Kreis Gleichstrebender? Nein. Vom מוסר her kannte er die Pflicht des Tages — und er ward ein Führer, obwohl er stark auf sich selbst gerichtet war. Hier liegt jene Problematik, von der wir oben sprachen — und hier war einer, der sie erfaßte, um sie zu meistern. Erst kurz vor dem Kriege hat R. J. L. Bloch die Erbschaft R. Eliesers ז״ל angetreten, und er hat es verstanden, trotz der Behinderung zur Zeit der deutschen Okkupation die Jeschiwah zu erhalten. Und als die Wellen europäischer Kultur, die mit Gründung des litauischen Staates besonders stark einsetzte, an die Tradition der Stadt heranbrandeten, da griff er trotz Warnungen zu, ließ in die jüdische Volksschule moderne Methode und allgemeinen Elementarunterricht einziehen. Von der untersten Volksschulklasse bis zur obersten Abteilung der Jeschiwah erstand ein mustergültiges Schulsystem. Auch die Erziehung der Mädchen lag ihm am Herzen — der Raw alten Schlages eröffnete selbst ein Mädchengymnasium, das überaus Bedeutsames für die gesetzestreue Erziehung leistet. Und als die traditionell gerichtete Judenheit Litauens ihr Lehrerseminar zu verlieren drohte, da war wieder der Ent- Schluß, der! sich R. Josef Leib זצ״ל abrang, Rettung. Er eröffnete die Anstalt in Telschie trotz der Gefahren, die sie im Hinblick auf seine Jeschiwah in sich barg. Fest war er in seinen Beschlüssen — und doch hört und sieht man ihn täglieh, stündlich sorgen, bang die Frage stellen: ob all dies auch ist למען שמו באהבה• Dies Ringen ist jüdisches Heldentum. Nicht die Festlegung von Prinzipien ist es, deren Ursprung zudem nicht immer in klarer Thora zu finden ist, und nicht eine Lebensführung, die immer wieder das Gebot der Stunde jenen Grund-