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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 290

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 290 (sequence 72)
Language
German
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290 Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung usw. Geschäfts in der Zeit der Post, Telegraphie, Telephon, Handelszeitung u. a. m. mit ihren dringlichen Nachrichten, deren Ausschaltung am Sabbath, der für die übrige Handelswelt oft den Arbeitstag bedeutet, den Geschäftsbetrieb jedenfalls sehr erschweren. Und wie ist es in der Industrie, die eine der wichtigsten Erwerbszweige vieler Juden darstellt? Hier spielen die genannten Momente eine noch ge wich״ tigere Rolle. Es kommen noch hinzu: Termineinhaltung in Produktion und Ablieferung, Konkurrenzfähigkeit durch schnelle Belieferung unter gleichen Bedingungen, Uebernahme und Versand der Waren an den staatlich festgesetzten Werk״ tagen (wobei Verzögerungen nicht nur untragbare, unnütze Kosten verursachen, sondern auch Geschäftsstörungen und Kundenwegfall), die alle gegen das Sabbathhalten sprechen. Besonders in einer Zeit der Rationalisierung der Betriebe, wo Störungen in genannter Richtung die ganze Lukrativität des Unternehmens behindern. Hier sind die Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Sabbathheiligung rein katastrophal. Allerdings wird hier für den frommen Fabrikbesitzer ein Weg gefunden, der ihn vom Odium des חלול שבו־־־ז befreit. שטר מכירה und שטר שותפות leisten gegebenen Falls dem Ge״ nüge. Wie weit der Inhaber eines solchen Unternehmens noch seine innere Sabbathruhe wahrt, selbst wenn er es ver״ meidet, am Sabbath das Geschäft persönlich zu inspizieren, mag dahingestellt sein. Hier entsteht aber ein anderes großes Uebel, das man mit einem Ausspruch unserer Weisen be״ zeichnen kann: תקנתכש את רבו ואת עצמו לא תקנתבם Für den Fabrikbesitzer ist gesorgt. Er bleibt ein שומר שבת• Was soll aber mit dem jüdischen Angestellten und mit dem jüdi״ sehen Arbeiter in diesem Falle werden? Entweder sie werden zu חלול שבת gezwungen oder sie werden einfach nicht be״ schäftigt. Wo sollen nun aber diese jüdischen Arbeitnehmer sabbathfreie Beschäftigung oder Beschäftigung überhaupt finden, wenn nicht bei ihren Brüdern, die selbst שומרי שבת sind?

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