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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 41

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Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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Die Vertreibung der Juden usw. 41 die Autonomie der jüdischen Kahale, indem er sie des Rechtes, die Juden-Rlchter zu wählen, beraubte. Nach dem Tode des Judenrichters Lazar von Czernowitzer Kahal (1779) liess nämlich Enzenberg zum Scheine eine Neuwahl anordnen. Als jedoch sein Kandidat in der Minderheit blieb, ernannte er seinen Günstling zum ״Ober-Richter״, weil er ihm ״so manche geheime Ehe der Juden angezeigt״ und ihm Nachrichten aus dem jüdischen Lager überbracht hatte1). Enzenberg erlaubte sich sogar, 22 Dukaten, also 2 Dukaten mehr als die gesetzliche Gebühr betrug, den Juden gewaltsam unter dem Titel einer ״Douceur״ für die Ehelizenz abzunehmen, wie überhaupt die Steuern im allgemeinen erhöht wurden, indem die Juden ausser der regelrechten Contribution von 5 fl. noch an verschiedenen Steuern als Robot- und Heurelution 6 fl. zu zahlen hatten2). Ebenso liess er die aus Galizien kommenden ״Betteljuden״ scharf bewacht in die Moldau überführen3). So suchte Enzenberg in dieser Zwischenzeit den Juden kleine Nadelstiche zu versetzen, bis er die ersehnte Gelegenheit fand, ihnen ein ernstliches Leid anzutun. Diese Gelegenheit liess auch nicht lange auf sich warten. In seiner Denkschrift vom 29. Okt. 1779, die er im Auftrag des Hofkriegsrates vom 25. 8. 1779 nach Beendigung des bayerischen Erbfolgekrieges betreffend die Regulierung des Bukowiner Distriktes und mithin auch zur Lösung des Bukowiner Judenproblems verfasste, entwarf er auch seine schon lange gehegten Pläne in Bezug auf die Juden. Er gibt zunächst ein der Wirklichkeit nicht entsprechendes Bild über die Lage in der Bukowina im judenfeindlichen Tone, ohne dass er Konkretes vorbringt. Er schildert die grosse Anzahl der Juden, ihre Rechte, נ) Enzenbergs Verteidigung auf die Auklage der Juden v. 18. 9.1782 an das Gal. Gen. Kom. Weiterleitung des gal. Gen. Kom. an RKR Lemberg v. 25. 9. 1782 Nr. 1019. 2) Zieglauer a. a. 0. V. 49, Enzenbergs Geständnis hierüber v. 27. 8. 1782 an Gen. Kom., dieses an HKR Lemberg v. 4.9.1782 auf die Beschwerde der Juden v. 26. 7. 1782 auch bei Zieglauer V. 38. Kommissions־Gutachten v. 7. 5. 1782. -3j Enzenbergs Denkschrift v. 29. 10. 1779 bei Zieglauer a. a. 0.1.127.

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