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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 107 (sequence 107)
Language
German
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Bücherbesprechungen 107 Wenn auch mit Rücksicht auf den Wilien des Würzburger Raw, der den Druck seiner תשובות nicht gewünscht hat, nach dem £פס yon גדולים am Schluss der Einleitung bemerkt ist, man solle sich auf sie nicht להלכה למעשה verlassen, so ist das in ihnen gebotene Material — von dem in der Besprechung nur ein ganz kleiner Bruchteil gestreift werden konnte — doch für jeden מורה הוראת, auch wenn er in einzelnen Fragen zu anderem Resultate kommt, überaus wertvoll und seine Durcharbeitung dürfte für jeden eine reiche, lohnende Ausbeute liefern. Die Ausstattung ist ansprechend, Papier u. Druck gut. Allerdings ist ד grossenteils nicht schaff genug vom ר getrennt. Ein Fehler, der übrigens bei einem wissenschaftlich zu studierenden Werke wie das vorliegende, zu Irrtümern nicht führen kann. שב׳ ם S. Scbachcowitz: Die Messiasbraut. Die Geschichte einer verlorenen Hoffnung. Historischer Roman aus dem 17. Jbrt. ״Was den Tätern begegnete, sei ein Merkzeichen für die Kinder“. Die Wurzellosigkeit des modernen Juden hat ihren Grund nicht zuletzt darin, dass er unfähig geworden, nachzuerleben, was die Väter erlebten, d.<ss er ihr Schicksal nicht mehr als das seine empfindet Man nenne es Volksbewusstsein oder geschichtlichen Sinn, dem westlichen Judentum ist jedenfalls jenes Gefühl innerer Verbundenheit mit der Vergangenheit verloren gegangen. Vielleicht, dass dieses Band — da es nun einmal nicht wie im Osten durch den Enthusiasmus des Thoralernens gebildet wird — durch die Belletristik geknüpft worden könnte, die doch bei uds vielleicht ihre eifrigsten Leser findet, dass diese den seelischen Kontakt zwischen uns und jüdischer Vergangenheit herzustellen vermöchte. Romane, in denen die grossen Wendepunkte, tiefgreifende Bewegungen und machtvolle Persönlichkeiten lebendig werden, könnten Kräfte auslösen und neue Wege weisen! So fasste offenbar Max Brod seine Aufgabe auf, als er seinen grossangelegten Roman David Reuheni schrieb. Ob er sie gelöst hat, wollen wir jetzt nicht erörtern. Mehr als ein Motiv Brods erinnert aber unwillkürlich an einen anderen Messiasroman, den zwei Jahre vorher S. Schachnowitz geschrieben und nun in Buchform erscheinen liess: Die Messiasbraut. In ihr hat der Verfasser die Resultate ernster Forschung und dichterischer Intuition in anschaulicher Form, mit künstlerischem Empfinden in lebensvoller Sprache niedergelegt. Die Tragödie, die er schildert, liegt kaum 3 Jahrhunderte hinter uns. Im Gedächtnis unseres Volkes ist sie kaum mehr lebendig, obwohl sie eines der interessantesten Kapitel der jüdischen Geschichte bildet. Man darf daher Schachnowitz doppelt dankbar für seine dichterische Schöpfung sein, deren erschütterndste Partien die Wirklichkeit selbst gedichtet hat. Freilich, die jüdische Goschichte ist Sch. kein Tummelplatz für Gestalten, wie sie Wassermann in seinen hässlichen ״Juden von Zirndorf*

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