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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 128

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 128 (sequence 130)
Language
German
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128 Notiz מ צ ט ע ר על פסוק זה בכל נפשך אפילו נוטל את נפשך אמרתי מתי יבוא לידי .ו א ק י מ נ ו ועכשו שבא לידי לא אקימנו Diese Stelle ist sehr auffällig. Sie steht in gewissem Widerspruch zu der jüdischen Idee vom Werte des Lebens und passt keineswegs zu R. Akiba’s Charakter. Man kann es sich nicht vorstellen, dass dieser tatkräftige, ganz und gar im Leben stehende Mann sich sein ganzes Leben lang nach dem Martyrium gesehnt haben soll. Eine solche Auffassung, die man unter dem Einfluss der andauernden schweren Verfolgungen des Mittelalters vielleicht verstehen könnte, ist in der talmudisehen Zeit fast undenkbar. Die Schwierigkeit verschwindet, wenn man die Lesart der sehr alten und wichtigen Oxforder HS. berücksichtigt, die Coronel in seinem בית נתן mitgeteilt hat. ״Dort lauten die letzten Sätze: בל ימי הייתי דורש את המקדא הזה ואהבת את ה' אלהיך בבל לבבך ובכל נפשך אפילו ניטלין את נפשך ועכשו שבא לידי לא אקימנו. R. Akiba sagt also hier nur, dass er sein Leben mit seiner Lehre in Einklang bringen wolle, drückt aber keinerlei Freude darüber aus, dass ihm die Gelegenheit zum Märtyrertod sich bietet. Das ist durchaus natürlich und steht viel besser im Einklang mit seiner Persönlichkeit und seinen Anschauungen. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass die Lesart der Oxforder HS. die ursprüngliche ist. Die Worte מתי יבוא לידי ואקימנו sind offenbar ein späterer Einschub und die Verschlimmerung von דורש in מצטער dann ein leicht verstündlicher weiterer Fortschritt der Textcorruption. Wir haben hier ein interessantes Beispiel dafür, wie unentbehrlich die allzu oft vernachlässigte textkritische Behandlung des talmudisehen Textes und die Vergleichung der HSS. nicht nur für die wissenschaftliche Auffassung der talmudisehen Literatur, sondern auch für das richtige Verständnis der historischen Persönlichkeiten und ihres Gedankenleben3 ist. New York, Alexander Marx. Nachwort des Herausgebers (zu dem Aufsatz ״Schule und ErziehuDg״). Die Vf. weist die jüdischen Lehramtskandidaten für die höheren Lehranstalten in ihrem Aufsatz auf das Rabbiner-Seminar hin, wo sie gründliche Kenntnisse in den ihnen nötigen Disziplinen erwerben können. Hierzu sei bemerkt, dass schon seit vielen Jahren von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird; ein grosser Bruchteil der Hörer des Rabbiner-Seminars besteht aus derartigen Kandidaten. Neuerdings ist hierzu in besonderem Masse Gelegenheit geboten durch Angliederung zweier kürzlich geschaffener Institutionen. Es sollte einer Schwierigkeit begegnet werden, die darin liegt, dass die Vorkenntnisse in den biblisch-talmuäischen Disziplinen eine überaus verschiedenartige zu sein pflegt. Es sind Fortbildungskurse geschaffen worden, die einerseits jungen Kaufleuten nnd Studenten alter Fakultäten vielseitige Gelegenheit geben, in den ihnen zu Gebote stehenden freien Stunden, sich ein gründliches jüdisches Wissen anzueignen, die aber andrerseits auch den Anfängern und Vorgeschritteneren die Vorbereitung geben wollen, die ihnen gestattet, den Vorlesungen des Rabbiner- Seminars zu folgen. Für den Talmud-Unterricht sind so (mit den am Rabbinerseminar bereits vorhandenen) 5 Abteilungen, mit zumeist 10 Stunden wöchentlich eingerichtet, sodass für Teilnehmer versciüedenster Fähigkeiten und Kenntnisse ein entsprechender Lehrplan aufgesfcellt werden kann. Aehnliches gilt, wenn auch dem geringeren Bedürfnisse entsprechend in kleinerem Umfange, für Pentateuch und Bibelexegese. Die Möglichkeit, auch für die andern am Rabbiner-Seminar gelehrten jüdisch-wissenschaftlichen Disziplinen Sonderkurse einzurichten, ist vorhanden. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von H. ltzkowski, Berlin N 24, Auguststr. 69

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