Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293025--06406-2299693- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdische Grabmalkunst in Osteuropa Aus der Inschrift des obigen Grabmals ergibt sich, daß die beiden über dem Grab flatternden Vögel den zwei hinterbliebenen Kindern des Verstorbenen entsprechen. Dies weist in eine andere Richtung der Anwendung des Vogelmotivs, eine Anwendung, die außerordentlich beliebt ist. Ihr Wesen be- Abb. 62. Nowo Grodek 1911. Abb. 63. Warschau 1874. ' •A: 'V קניו חייי ועזה׳, ms ־'׳ p&p steht darin, daß sie das Bild nicht mehr in Beziehung zum Toten sondern zu den Lebenden setzt, daß sie über diese etwas aussagen, deren Seelenstimmung, deren Trauer und hilflose Verlassenheit zum Ausdruck bringen möchte. In diesem Sinne treten mitunter ganze Scharen von Vögeln auf, und oft bestätigt die Inschrift, daß deren Summe der Anzahl der zurückgebliebenen Kinder entspricht. Hier ist dann der Vogel das Symbol der (verwaisten) Nachkommenschaft (Abb. 62—67).