Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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344 Eine Anregung usw. Aufnahme finden können. Diese Beziehungen auszunutzen und das Geld hierfür gemeinsam aufzuhringen; dürfte bei gutem Willen überall möglich sein. Es sei an die Opferfreudigkeit der jüdischen Lehrerkollegien bei Ausbruch des Weltkrieges erinnert, als freiwillig an vielen Orten ein bestimmter prozentualer Gehaltsabzug zu Gunsten der Kriegshilfe geleistet wurde. Nun, in unserem eigenen Lager tobt noch der Krieg, ein Krieg gegen wehrlose Kinder, die keine Kriegsschuld auf sich geladen haben, ein Krieg, der uns gewiss nicht gefühlloser und weniger hilfsbereit finden wird. עננו אבי יתומים עננו. Für das Lehrerkollegium der Adass-Jisroel-Schule Berlin Dr. N. Schlesinger, Direktor. *־ Nachwort des Herausgebers. Es ist vor einiger Zeit im ״Jüdischen Beobachter“ in Köln gegen die Artikel Stellung genommen worden, die das thoratreue Judentum zur Rettung der Waisen in der Ukraine aufriefen, statt es für die Not unter den Beamten, den Rabbinern und Lehrern, in Bewegung zu setzen. Im ״Israelit“ ist darauf die rechte Antwort gegeben worden: Es wäre Torheit anzunehmen, die Kreise, die es übersieh brächten, ihr Ohr dem beispiellosen Elend unserer Brüder zu verschliessen, würden ihre Hand dem vergleichsweise immerhin geringeren unserer Beamten öffnen. Es wurde auf den bekannten Satz hingewiesen: ,מצוה גוררת מצוד, dass die Erfüllung des einen den Weg bahnt zur Erfüllung des andern. Und vor allem: diese unsere Not zu lindern, wäre Pflicht der zuständigen Körperschaften, der Gemeinden, die aus den Steuermitteln ihrer Mitglieder pflichtgemäss eintreten müssten, während die fremde Not zu heben, Sache der freiwilligen Hingabe sei. Es darf auch darauf verwiesen werden, dass eben im ״Jeschurun‘% wo ebenso wie in anderen Zeitschriften jene Artikel erschienen, in zwei Heften z. T. gleichzeitig ernste Worte über die Gefahren gesprochen wurden, die unsere Beamtennot für die Zukunft unseres thoratreuen Judentums heraufbeschwören könnte. (Vgl. in diesem Jahrgang Heft 3/4 Isak Unna: ״Bedenkliche Erscheinungen“ und Nachwort des Herausgebers; ebenso Heft 5/6 Nachbemerkungen zu Unnas ״Bedenkliche Erscheinungen“.) Die beste Antwort aber haben die Lehrer selbst im obigen Aufrufe gegeben. Eine ergreifende und uns alle beschämende Antwort. Jedes Wort würde die Wirkung dieser Mitteilung abschwächen. Aus dem Kreise derer, die wirtschaftlich in der grössten Bedrängnis sind, ist die reichste Hilfe gekommen. In dem furchtbaren Leide, das Israel getroffen, tröstet uns dieser Lichtblick. Wir blicken voll Stolz auf diese Lehrer und Lehrerinnen, voll Hoffnung auf die Jugend, die solchen Bildnern an vertraut לא אלמן ישראל. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Druck von H. ltzkowski, Berlin N. 24, Auguststr. 69.