Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 271 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. 27L Lehen und Wirken Dr. I. Hildesheimers. Von Dr. S. Eppens£ein, Berlin. Von den letzten ehr Männer der grossen Versammlung, die einst in einer Zeit drohenden Niederganges unseres Volkes, nach dem Worte unserer Weisen, der über dem Judentum strahlenden göttlichen Krone zum alten Glanze verhallen, wird uns berichtet, dass sie das Gebäude des Volkstums mit den drei Säulen des Thorastudiums, des Gottesdienstes und der Liebestätigkeit für alle Zeiten zu stützen trachieten. Eine solche Zeit der Gefahr für das religiöse Leben unserer Gemeinschaft waren die ersten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts, als, ebenso wie in der Mitte des dritten Jahrh. v. ä. g. Z., die Sucht dem Fremden sich hinzugeben und Vätersitte über Bord zu werfen, den Bestand des Judentums in Deutschland gefährdete. Fine missverständliche Auffassung der zeiigemässen I)ildung? die man als krassen Gegensatz zur Ueberlicferung der Lehre snsah, und darum dem ״Zeiigeiste** weichen müsse, hafte Je-jüdischen Gemeinschaft mächrige Wunden geschlagen und viele waren im Kampf zwischen Yätcrgiauben und Abfall diesem zum Opfer gefallen. Aber, ebenso traurig wie die Abkehr vom Judentum selbst, war die Geringschätzung gegen den Geist unserer Lehre, war jener seichte Rationalismus, der den grössten Teil der noch beim Judentum Verbliebenen beherrschte; liier drohte eine Gefahr der Unterhohlang dessen, was Jahrhunderte hindurch den deutschen Juden trotz allem Druck lieihg und teuer gewesen war. was gerade der Jadenheit in diesem Lande den Ehrennamen der הכדדי אשכנז eingetragen hatte; die Leichtfertigkeit in Glaubenssachen paarte sich mit einer Frivolität der Lebensauffassung, die das gerade Gegenteil von dem an den Juden Deutschlands stets hoch geschätzten rvrEn war. Es muss darum als eine gütige Fügung der göttlichen Vorsehung betrachtet werden, dass in diestr Zeit, wo die ehrwürdigen Mauern des Heiligtums unseres Volkes von