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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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Das zehnte Gebot. 29 diese zum großen Teil auch da, wo nach dem Urteil der bedeutendsten Jünger ihres Propheten und ihrer hervorragendsten Führer die Entwicklung noch nicht so weit vorgeschritten ist, um die Verstaatlichung oder Sozialisierung zu ermöglichen. Ja, sie warteten nicht einmal die ersten Schritte zur Verstaatlichung und Sozialisierung ab, sondern stellten schon vorher und unabhängig davon, ob solche überhaupt möglich ist, auf die Dauer unerfüllbare Lohnforderungen und — um' mit den hervorragendsten politischen und gewerkschaftlichen Führern der Sozialdemokratie zu sprechen — ״degradierten die Revolution zu einer Lohnbewegung“. Hier zeigt sich, wie weit das Streben der Arbeiter die Verwirklichung einer Theorie im Interesse der Allgemeinheit oder nur die Wirkung des beides auf das höhere Einkommen anderer war, ganz gleich, ob dieser Einkommensunterschied berechtigt war oder nicht. Und nun die Wirkung: Im Augenblick, wo nach ernstester Mahnung der sozialdemokratischen Kreise und der sozialdemokratischen Zeit- Schriften die Aufrechterhaltung der Wirtschaft von allergrößter Bedeutung für die Gesamtheit wie für die Arbeiter- Schaft selbst ist, wird von einem großen Teil derselben das Wirtschaftsleben durch unerfüllbare Forderungen und wilde, unmotivierte Arbeitseinstellungen lahmgelegt. Die Folge ist,, daß es der Industrie an Kohle, den Städten an Licht und Heizmaterial fehlt, daß der Verkehr stockt. Das sind für jedermann peinliche Wirkungen, am schlimmsten aber treffen' sie die Arbeiterschaft selbst. Trotz Arbeitslosenunterstützung sind, bei den hohen Preisen aller Bedürfnisse, die Ersparnisse schon bei kurzer Arbeitsunterbrechung schnell aufgezehrt. So verlieren weite Kreise der Arbeiterschaft den aauer ersparten Notgroschen, und geraten immer weitere Arbeitsschichten in Not. ״Der Neid der Besitzlosen“ ist ihnen zum Verhängnis geworden. Sie werden gestraft an

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