Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 520 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Die Aufgabe der Aguddas-Jissroel. ständiger Handwerker existiereo. Ein Teil der Genossenschaften haben sich zu Kredit-, Produktions-, Rohstoff- und Absatzgenossenseh affcen fortgebildet. Da jedoch die genossenschaftliche Organisation die wirtschaftlich Abhängigen nicht erfaßt und eine Wirtschaftsstufe voraussetzt, deren Wiederkehr nach dem Kriege ich nicht erwarte, zumal unter dem Druck der Verhältnisse der größte Teil der selbständigen Existenzen ruiniert wurde, so muß bei aller Verwertung des Bestehenden im ganzen zu anderen Methoden gegriffen werden: Halten wir uns nochmals vor Augen, daß es sich nicht um צדקה, sondern um wirtschaftliche Gesundung der Ostjuden handelt, vor allem jedoch, daß eine jede Kalkulation fußen muß auf dem Gedanken, daß es nicht darum geht, irgendeinen Volksteil der Thauroh zu erhalten, sondern das ganze Volk, so scheint mir das großzügigste Unterfangen dem Zwecke noch gerade angemessen. Ich schlage daher vor, durch die A. J. und unter ihrer Leitung über ganz Polen zunächst eine Wirtsc haftsgemeinschaft industrieller,kommerziellerundlandwirtschaftlicher Art zu schaffen, deren einzelne Betriebe bis in jede kleinste Judensiedelung unter Anpassung der besonderen Verhältnisse und Benutzung bestehender Einrichtungen (Genossenschaften) verzweigt sind. Und zwar etwa in folgender Art: Man gründet z. B. in der Bekleidungsindustrie Fabriken, in denen die nicht selbständigen Handwerker zur Betriebsgemeinschaft vereint sind. In anderen Industrien wird allerdings vielfach geschultes Arbeitsmaterial erst herangezogen werden müssen, wofür jedoch gute Erfahrungen bereits vorliegen. Die kleinen und mittleren selbständigen Elemente werden, indem man sie dadurch gleichzeitig unabhängig von dem Verlagsystem macht, ebenfalls zu festen Betriebsgemein־ schäften vereinigt. (Unter Betrieb verstehe ich alle Vorgänge von Beschaffung der Rohmaterialien bis zur Abgabe der Fertigprodukte.) Diese getrennte Erfassung von selbständigen und unselbständigen Handwerkern wird je nach der Erfahrung