Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 515 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aufgabe der Aguädäs-Jissroel. 515 ist jedoch geradezu der tragische Moment in der Geschichte des thoratreuen Judentums. Damit werden gegen es Mächte wirksam, die, ihm dienstbar gemacht, ihm denselben unerhörten Aufschwung gebracht hätten, den wir, mit einem Male zum Bewußtsein gekommen, mit Bitterkeit bei den anderen beobachtet haben. Die ganze Wucht der nationalen Leidenschäften — gewiß von außerjüdischen Gewalten entfesselt — brach sturzwellengleich über uns, wie über das assimilatorische Judentum hinweg, die wir, unfähig sie zu meistern, fast ihr Spielball wurden und von dem wenigen, uns gebliebenen Terrain viel und nicht das schlechteste verloren. Staunend sehen wir, wie über Nacht ein gewaltiges Gebäude sich erhebt, wie aller Orten Kräfte mächtig werden, die unserer krampfhaften Yersuche, sie zu fesseln, spotten, mühen uns das Ding zu deuten und hauen wieder daneben. Statt die Seele zu fühlen, die Seele, die ja trotz und alledem jüdischer Art ist, wird uns nichts faßbar als ihr äußerer Ausdruck, die Organisation. Aber wir bessern uns, wir tun endlich etwas, wir machen es nach und sehen zu unserem Erstaunen, daß — warum soll man es nicht offen aussprechen — uns anscheinend das nicht mit der Leichtigkeit gelingt, wozu die anderen fähig waren. Aus dem Kattowitzer Chaos leuchtet nur ein Wort: ״Die A. J. erstrebt die Lösung der Gegenwartsfragen im Sinne der Thauroh.“ Nur der, dem wie mir, die A. J. Erleuchtung in dunkelster Nacht war, kann die erlösende Kraft des Bekenntnisses der A. J. zur Gegenwartsarbeit erfühlen. Und darauf kam der Krieg. Einen Augenblick nehmen andere Sorgen gefangen, aber dann werden die Sinne wieder klar, bricht die Erkenntnis durch: Hier reicht ein günstiges Schicksal dem wollenden thoratreuen Judentum die Helferhand, gibt uns, wonach wir lange gesehnt: unmittelbarsten Einfluß auf das Schicksal unserer östlichen Brüder. Nun sollten unsere Führer zeigen, was sie gelernt. Und das Fazit — so gut wie nichts. Die Lösung der Frage im Sinne der Thauroh war die Aufgabe. Man erkannte das Problem nicht richtig und ging mit untauglichen Mitteln an seine Lösung. Außer der Agudas