Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. die sozialistischen Verbände vielleicht bis zu den Territoria־ listen erstreben in irger deiner Form den Zionismus. Auch die letzteren wollten ja zweifellos in ihrer Mehrheit ein außerpalästinensisches Territorium nur als ein ״Nachtasyl“, als eine vorübergehende Zufluchtsstätte und Sammelbecken zur Bildung des Materials für künftige palästinensische Kolonisatoren1). Und die Nachfolger der Chowewe Zion innerhalb der zionistischen Bewegung, die Vorkämpfer für die Kleinarbeit in Palästina, sie wollen auch nicht bloß die Kolonien sondern das größere Ziel. Sie alle können sich mit Recht Zionisten nennen und die Gesamtheit aller Bestrebungen, so sehr sie sich oft durchkreuzen, muß als Zionismus bezeichnet werden. Dennoch kann man als repräsentativ für die Zeit der in die weite Offentlichkeit hinausgetretenenWirksamkeit der zionistischen Bewegung drei Hauptformen ansprechen, die von dem ersten Kongreß an nebeneinander hergehen, aber in der Vorherrschaft sich abgelöst haben: Das ist der politische Zionismus Herzls, der geistige Achad Haams und der religiöse Zionismus Martin Bubers. XVI. Wir haben oben den politischen Zionismus Herzls kurz skizziert und dürfen ihn auch wohl sonst als bekannt voraussetzen. Ursprünglich in der Form des ״Judenstaats“ gedacht, beschränkt er sich auf Grund der Verhandlungen im ersten zionistischen Kongreß auf die Forderung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles wurden vom ersten Kongreß folgende in Aussicht genommen: 1. Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkernund Gewerbetreibenden. 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche allgemeine Veranstaltungen nach Maßgabe der Landesgesetze. 3. Die Stärkung des jüdischen Selbstgefühls und Volksbewußtseins. *) Vgl. auch A. Friedemann, Das Leben Theodor Herzls S. 63.