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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 164 (sequence 32)
Language
German
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164 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum Schutz: welches Gefühl der Hingabe strömt doch dem bei der Erfüllung des Sukkoh- und Lulowgebots zu, der ein ganzes Jahr Tag und Nacht mit den Problemen in Massecheß Sukkoh gerungen! Hier fließen die Quellen unserer nationalen Selbstbesinnung und nationalen Selbsterhaltung. Klatzkin hat nur mit den gewichtigten Argumenten ausgesprochen, was im Grunde die Überzeugung aller Vertreter des Nationaljudentums ist, daß die restlose Hingabe an das Thoragesetz das stärkste nationale Bindungsmittel war und es auch in Zukunft sein würde, wenn es in alter Stärke erhalten blieben würde! Wir wollen statt der angepriesenen zweifelhaften, im Erfolg noch nicht erprobten Mittel unsere ganze Kraft darauf verlegen, daß dies Bindemittel unzerreißbar bleibt. Aber freilich auf der restlosen Hingabe, darauf liegt der Nachdruck. Müssen wir an dem Erfolg unseres Strebens verzweifeln? Daß dies für das Gesamtjudentum nicht der Fall, ist selbstverständlich. Dafür bürgt uns die Verheißung der Ewigkeit unser Thora, die ja mit unserem Gotte und seinem Volke eine unzerstörbare Einheit bildet קודשא בריך הוא ואורייתא וישראל הד הוא. Aber auch für unser deutsches gesetzestreues Judentum brauchen wir die Hoffnung nicht sinken zu lassen. Denn all die scharfen Worte, die von Vertretern des Nationaljudentums gegen die ״Neuorthodoxie“ gebraucht werden 1). schießen ja weit über das Ziel hinaus. Wer bei uns nur die Fehler sieht, den könnten wir auf mancherlei Schlacken im Ostjudentum verweisen. Man wolle doch nicht vergessen, was es bedeutet, daß in dem Zentralpunkt der Weltkultur, in dem Lande, das doch die Geburts- oder zum mindesten Hauptentfaltungsstätte aller jener philosophischen, naturwissenschaftliehen, geschichtlichen Theorien ist, die sich zur Grundidee des Judentums in Widerspruch setzen, in dem Lande, in dem das niedere und höhere Schulwesen einen so alles nivellierenden Einfluß ausübt, daß in diesem Lande sich ein, wenn auch ף Vgl. oben S. 11 und 28.

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