Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 239 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kulturhöhe und Fall einer Weltmacht. 239 vorstehenden Sturz der großen Seemacht an das ferne Tarschisch richtet: ״Überflute dein Land wie ein Strom, Tochter Tarschischs, kein Gürtel beengt dich mehr“. Die Kolonien, die bis dahin von dem Mutterlande eingeengt waren und nur für dessen Macht und Reichtum zu arbeiten hatten, können sich fortan freier bewegen, sie haben ihre mächtige Zwingherrin nicht mehr zu fürchten. Die gewaltige Ausdehnung der Seemacht und des Seehandeis von Tyrus preist auch Ezechiel (K. 27, 3ff.), wenn er Zor anredet, ״die da wohnt an den Zufahrtsstraßen des Meeres, Händlerin der Völker nach vielen Eilanden hin“. ״Im Herzen der Meere sind deine Grenzen, deine Baumeister vollendeten deine Schönheit“. Er rühmt das vorzügliche Material, das Tyrus für den Schiffsbau verwendet, die Festigkeit seiner Planken, seiner Masten und Ruder, die auserlesenen Ruderer und Steuerleute, mit denen es seine Schiffe bemannt, die tapferen Söldner, die ihm seine Kriege führen. Die eigenen Kolonien und die fremden Völker, mit denen es Handel treibt, wetteifern, ihre kostbarsten Erzeugnisse nach Tyrus zu bringen; daher sein großer Reichtum an Metallen, an Elfenbein und Edelsteinen, an Gewürzrohr, Öl und Balsam, an Honig und Wein, an Damast und Wolle und feinen Geweben. Die kaufkräftige Bevölkerung des Landes wird von vielen Händlern aufgesucht, die Erzeugnisse des phönizischen Gewerbfleißes stehen hoch im Preise. ״Dadurch daß deine Waren die Meere befuhren, sättigtest du viele Völker, mit der Fülle deiner Güter und deines Handels bereichertest du die Könige der Erde“ (Ez. 27, 33). ״Schiffe von Tarschisch waren deine Karawanen für deinen Tauschhandel und du wurdest angefüllt und sehr (mit Frachten) beschwert im Herzen der Meere (ebd. V. 25). Der Reichtum und die Machtfülle, die Tyrus gewann, und die Hoheit, die es über die Küstenlandschaften und Tafeln des Meeres ausübte, machten es hoffärtig und zur Überhebung geneigt, und diese Eigenschaften führten — nach der Auffassung der Propheten — hauptsächlich seinen Sturz herbei. ״Weil dein Herz hochmütig war und du sprachst: Ein Gott bin ich,