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Jeschurun · 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 3 (März 1915)
Date
1915-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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108 Warum hassen uns die Völker? selbst seiner Juden bat Nordamerika sieb einmal in einem Streit mit dieser Macht (in der Paßfrage) so energisch angenommene daß es hart an die Grenze des Ultimatums ging. Und von England wieder hat es im Verlaufe seiner Geschichte nur Böses erfahren. In den beiden einzigen großen Kriegen, die es geführt, wurde es schmählich behandelt und heimtückisch hintergangen. Für den Skalp seiner Frauen und Kinder wurde an die Indianer im Unabhängigkeitskriege ein regelmäßiger Sold gezahlt, und im Bürgerkriege erfreuten sich die Südstaaten der fürsorglichen Unterstützung der Engländer. Jenseits aber, am Stillen Ozean, lauert sein Todfeind: Japan. Ein Todfeind aus materiellen und ideellen Gründen. Aus materiellen, w’eil ihm von den Vereinigten Staaten die Möglichkeit genommen wird, den Uberschuß seiner Bevölkerung dorthin auszusendeii,. aus ideellen, weil einer in mehreren Kriegen siegreichen Großmacht, einem Kulturstaat, die ungeheuerliche Schmach angetan wird, daß man seinen gebildeten Einwohnern versagt, was man der Hefe der winzigsten europäischen Völkergemeinschaft gestattet. Ein Todteind von gefährlicher Stärke, ein Volk, das Mann für Mann zu sterben willens ist für die Größe und die Ehre des Vaterlands, im Besitze eines schlachterprobten starken Heeres, dem Amerika wohl Gold und Söldner aber kein Volk in Waffen entgegenzustellen hat. Jeder Mensch — mit Ausnahme der Herren Professoren, die früher die Japaner zu ihren fleißigsten und brauchbarsten Schülern zählten und sie jetzt nach russischem Vorbild geschmackvoll als gelbe Affen bezeichnen — weiß, daß in diesem Volke, besonders wenn es ihm gelingt, die gesamte mongolische Kasse in den Dienst seiner Interessen zu stellen, urgewaltige Kräfte schlummern, von deren Entfaltung und Durchsetzung das Schicksal der weißen Rasse abhängt, jeder Mensch weiß nicht minder und die Amerikaner am besten, daß Nordamerika zu allererst wird daran glauben müssen. Die Feinde Japans müßten in diesem Kriege doch von den Vereinigten Staaten in jeder Weise gefördert werden. Und wenn mancherlei Gründe ein Eingreifen zugunsten der Zentralmächte unmöglich machen, so sollte

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