Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1935-10-17 · 42 (17.10.1935) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
42 (17.10.1935)
Date
1935-10-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2278097-2278126--09676-2292698
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 hits for “Hachschara” · 4 entity mentions

ffch'ung der Unabhängigen CrK)öborte wie folgt:' ' „Mir sieben im-j der sicheren Erwartung l)in, das; bei atlscilig gntem Willen. an dein es in - dieier schweren Zeit nicht fehlen darf. ein Weg gesunden werde, der ohne Gewrssenslränlung den inneren Frieden unter den. Juden in Teutschland gewährleistet, der für. eine gedeihliche Z u s a m in e n a r be i t die n n e rläß l i ch e B o r a n s s etz u-n g bi l d e t, n n d d er der , . r e l i g i o s e n A u fg a b e d e s J.u d e n t u ms g e re ch t m i rd." Tiefen Weg zu finden, fetzt aber in der Tat-allseitig guten Millen voraus. , Mit aller Entschiedenheit' ntuß bestritten werden., daß die Unabhängige -Orthüdorie „jede Solidarität des gesamten -Judentums' ui Teutschland unmöglich mache". Tiefe Solidarität ist nur dann unmöglich, ivenn sie der religiösen Wahrheit ^Ibbritd) tut. Gerade i» der Gegenwart, die die Tendenz in sich trügt, 'vom Judentum als einer religiösen (Erscheinung möglichst zu schweigen und statt dessen das Judentum ausschließlich als eine Rassen- oder Böltsgemeinschast pl begreifen. durste es eine gebieterische Notwendigkeit sein, mit höchstem ^tachdrutk aus den religiösen Charakter der jüdischen Geineinschast die Aufmertsamteit erneut zu lenken, und den ganzen Ernst dieser innerhalb des Judentums vorhandenen religiösen Gegensätze auzuerkeunen und organisatorisch zu berücksichtigen. Oberste Bedingung der wahren Solidarität „ einer Nleligionsgeukeiuschast ist eine Lrgauisatiousform. die die Idee der religiösen Wahrheit nicht zurückdrängt, ihr vielmehr den notwendigen Lebensraum gönnt und danach trachtet, sie mit den übrigen lebenswichtigen Interessen in, Einklang Zu bringen. Wo ein Wille. ist. ist ein Weg! — vr. 8. Lbrmsan. Schlussbemerkung Wir sind int tiefsten überzeugt, daß eine einheitliche Vertretung der Juden in Deutschland nach außen und das Vorhandensein - einer für die Gesansttarbeit der Juden in Teutschland verantwortlichen Stelle die Voraussetzung für jede fruchtbare Arbeit ist. T a s besagt auch ,die Programmerklärung der Neichsvertretung. Tie Frage, wie eine - derartige > Organisation - aussieht ünd auf 'welche Weise dabei die Unabhängigkeit in allen „religiösen und religiös-kulturelleu Angelegenheiten" sicherzustellen ist, liegt außer-- halb des Rahmens dieser Programmerklärung. Sie bedarf zweifellos noch der Klärung. Wir glauben deshalb, daß unsere unabhängigen orthodoxen Freunde, sich zu Unrecht durch das Programm der Reichsvertretung. beunruhigt fühlen. Andererseits' entnehmen wir der obigen Zuschrift mit Befriedigung, daß auch von unabhängig-orthodoxer Seite der Neichsvertretung „der Anspruch auf Vertretung der gesamten jüdischen Interessen nach außen" nicht bestritten wird. .Wir glauben, daß die' Erörterungen an dieser Stelle eine gewisse Klärung herbeigeführt haben, von der aus die Beilegung dieser Differenz möglich sein müßte. Wir schließen die Erörterung, indem wir dem Wunsche Ansdruck geben, daß die Reichs- Vertretung mit der Unabhängigen Orthodoxie zu einem Einvernehmen gelangt, das derartige Auseinandersetzungen ausschließt. )$dit tssit sei Jim hfata Die G-V.-Zeitung kostet einschliesslich aller Postgebühren nur I. - ' ' Sehden Sie mir sogleich die C-V.-Zeitung. 66 Pf. als Bezugs- und Zustellgebühr zahle ich für 2 Monate an den Briefträger bei Vorlage deroPöstquittung, 66 PjttMit ßt Z UkutaU Ort . - . Die C.-V.-Zeitung ist die billigste jüdische Zeitung. Werben Sie für uns bei Ihren Freunden-. Wir liefern den neuen Beziehern die letzten beiden Oktobernummern kostenlos. ' Senden Sie den Datum...................'.... Bestellzettel ans C.-V;-Zeitung, V«rtrieb, Berlin W15, Emter Strasse 42 ' J 2 Oliva tl 41 Ausschneiden und mit ,3 Pf. frankiert senden an» C.-V.-Zeltung; Vertrieb, Berlin W'15, Emser Strasse 42. Berliner Gemeinde-Kundgebung Zur Auswanderungsfrage Tie A uswanderungsfrage beschäftigte in den letzten.Wochen jüdische Menschen aller Altersstufen. Gedanken au eine, unüberlegte, panikartige' '.Auswanderung lagen nahe. Wer, über Ausivanderung öffentlich sprmh. hatte ein .überfülltes Haus.' Sv war es ein dringendes Gebot der Stunde, daß nun auch die in dieser Frage zur Führung berufenen Organisationen sich der jüdischen Oesfentlichleit stellten, um Nechenschaft darüber abzulegen. wasgeschehen und was geplant sei. Tie Karten zu der Shnagoge Fasauenstraße, in der das Thema ./Ausivanderung" bei dem ersten Gemeindeabend dieses Herbstes besprochen /wurde,.-waren denn auch binnen weniger Stunden vergriffen.. Und lange schon vor Beginn füllten die -.Menschen, in Sorge um ihre eigene oder um ihrer Kinder Zukunft geeint, die Bänke der Shnagoge bis ans den letzteu Platz. Tie Veranstaltung wurde durch Orgel und Gesang von Oberkantor Magnus Tavidsohn und Paula Lindberg künstlerisch begleitet. Ter äußere Rahmender Shnagoge gebietet den Hörern eine Haltung, "die die innere Anteilnahme am Thema nur schwer erkennen läßt.. Tenn die Mürbe des Hauses verhindert jede Beifalls- oder MißfallenSäußerung. Aber die Spannung lag auf allen Gesichtern, als der Vorsitzende der Berliner Gemeinde. - . Heinrich Stahl, einen kurzen Appell au die Juden in ZTcuticliland richtete: es gelte trotz des starken - Willens, der auch " ohne äußeren Zwäng indische Menschen jetzt zur Auswanderung dränge, seelische Ruhe zu bewahren. ..Jeder von uns, ob er bleiben muß oder gehen kann, bewahre Ruhe, Fassung und" mannhaften Sinn." Mit großer Schmerzlichkeit-, so etwa führte er ans. fühlen wir das Leid.der Eltern, die sich von ihren Kindern trennen müssen. -'Aber die älteren Menschen müssen einsehen. daß das Leben und das Glück der Kinder den Vorrang hat. Tas Herz der Alten -hängt am Gewesenen. Sie werden in der ileberzahl hierbleiben müssen. Es ist die Pflicht der jüdischen Gemeinschaft, dafür zu sorgen, daß den alten Menschen hier ein „ruhiges Alter gewährleistet wird. Ganz anders'steht es mit der Jugend, mit den Kindern und Halbwüchsigen. Nachdem vor ,"Z Jahren Tausende ohne Ziel -und ohne die Kraft, sich anznpassen. Teutschland verlassen hatten^ ist draußen und hier der leidige. Begriff des Emigranteil entstanden. Ganz an-' ders als die damalige Auswanderung verläuft der Weg der Jugend, die ihr Ziel und ihre Arbeit in-Palästina gesucht, und gesnnden hat. 'Mir grüßen mit Bewunderung un« sere Ehaluzim." sei es in Palästina, sei.es in anderen Ländern. Auch diese Ausivanderung in andere Länder darf nicht mehr verlanfen ivie Tie Gemeinde will mit aller Kraft tlln./vas notwendig ist. um dieVorbereitung uns^'r Kinder so zu fördern, daß junge Juden in anderen Ländern mit Kraft und Ausdauer im neuen Beruf sich eine neue Heimat schat'en können. Dazu gehört eine' körperliche Ertüchtigung, zu der die Jugend sich freudig gestellt hat. ferner die Erlernung der Sprache'jener Lander, in die man-auswandern will, und schließlich die Vertiefung der jüdischen Gesinnung^ Neben der Jugend gilt unsere ernsteste Sorge der Gruppe der-Menschen der mittleren ^ahre. die in anderen Ländern neue Berufe werden betreiben müssen. Auch diese Sorge wird die Gemeinde sofort zu neuen Plänen veranlassen und ihnen gilt vor allem' die - dringende Mahnung, nicht ziellos, sondern nur wohlvorbereitet und vorberaten hinauszuziehcn. Tiefe Ausgabe der Vorberatung und Vorbereitung obliegt bisher, soweit es sich nickst um Palästinawanderung handelt, vor allem dem 'Ailfsverein der Juden in Deutschland. Sek. Generalsekretär Tr. Mark Wischnitzer nahm als .zweiter Redner da» Wort. In Historischem Rückblick verglich er die Situation rn der Welt bei den drei großen Wanderbewcgungen der Juden in Europa in dem letzten Jahrtausend, Als die Juden vor 500 Jahren ans Spanien und vor •50 Jahren ans Rußland in großen Massen ^auswandern mußten, warteten neue Staaten und neue Erdteile, dich gerade aufzublühen begann, auf ihre fruchtbare Mitarbeit. Jetzt aber herrsche in der ganzen Welt eine Krise, die sich in Absperrungsmnßnahmen gegen Reüeinwanderung, in Verweigerungen von 'Arbeitserlaubnissen'in ä. answirke. Das einzige Land, das. früher noch in Frage kam . und jetzt als einziges znm Sammelbecken von Juden geworden ist, Palästina, reiche nicht aus. T ä s P r o b l e m der A u s w a n d erung der Juden ans Deutschland s e i n ich t in E u r opa z n lös e n . s o n de ni n u r i n U e b e r 's e e. Tr. Wischnitzer, gab dann einen Ueberblick über die Niederlassung^- und Siedlnngsmvglichkeiten in Kanada und Nordamerika, in -'Mexiko und' Mittelamerika, wo überall Einnmnderüngssckiwierigkeiten oder klimatische Bedenken "den Massensiedlungen entgegenstehen.-Er nannte Chile und Argentinien. Brasilien und Paraguah als klimatisch günstigere Länder, bei denen aber die Einwanderung im,allgemeinen ansgeschloffen sei. wenn -man nicht von Verwandten angefordert wird ober mindestens 5000 Mark hat. Nordasrila. Tunis. 'Aegypten. Libyen. 'Abessinien scheiden . ans. dagegen seien in Britisch-Lstafrika. in der Union, in Rhodesien und Südwestasrika ZuknnstSmöglichkeiten für Auswanderer gegeben: Auch Australien Und Neuseeland scheinen neuerdings mehr Chancen zu versprechen als früher, und in Asien haben in verschiedenen Ländern Menschen verschiedener Berufe ein Unterkoinmen gesunden. Tie Frage ngch. dem a 11 sw ander n n gsfähi gen Beruf, die ebenso nächtig ist ivie die nach der individuellen Cignnng des, einzelnen zur, Auslvanderung sor^^ dere' immer wieder,die Antwort, daß am geeignetsten die Berufe der Handwerker, Techniker und Landwirte seieü. Kaufleute haben nur bei sehr guter Branchenkenntnis und guter Sprachbegabung Aussichten in fremden Ländern. aibt e-T in Nvrdamerika. vor allen Tingen im Westen, einige '.ücöglichkeitcn, die Anwälte ober müssen immer einen neuen Beruf ergreifen, sofern.sie nicht noch einmal von Anfang an studieren wollen. Wenn es trotzdem , gelungen ist. in diesen letzten Jahren nach, bescheidener Schätzung etwa 19 00.0 Menschen, nach anderer Ansicht sogar 25 000 Menschen, außerhalb Palästinas in der Welt unterzubringen, , wenn also trotz all der Schwierigkeiten der Weltkrise die Auswanderungsmöglichkeiten nicht allzu pessimistisch beurteilt zu werden brauchen, so liegt das an der gründlichen Vorbereitungsarbeit, die der Hilfsverein in alleil Ländern der Welt geleistet hat, unterstützt durch die großen jüdischen Organisationen Jca, Joint usw. Nach Dr. Wischnitzers Angaben sind 9000 bis 10 000 Juden nach den Vereinigten Staateü, etwa 2000 in die Afrikanische ttniml. 3000 bis 4000 nach Brasilien, 1000 bis 1500 nach Argentinien, rund 500 nach Chile, etwa je 100 nach Peru> Paraguay und Uruguay, etwa 5000 in die europäischen Länder usw., alles in allem etwa in 40 Länder gewandert. Viele von ihnen haben jetzt schön Angehörige liachkommen lassen, und es erweist sich wieder, daß diese Form der Familienwanderung — einer geht als Pionier hinaus und läßt die . anderen Nachkommen —. gesund und aus- ' sichtsvoll ist. Cs gilt, diese Stützpunkte zu verstärkeil und den Gemeinden, die sich überall bilden, ja helfen. Bei dem augenblicklichen Trängen nach Auswanderung muß vor allem vor Menschen gewarnt werden, die Auswanderlingspläne propagieren, ohne sie vorvereitet lind ihre 'Möglichkeiten geprüft zu haben. Alle Kräfte sindjetzt zu konzentrieren, und aus der Einzelauswanderung muß eine Geuleinschaftswanderung in der Form von Siedlungen entwickelt werden. Dazu fordern die Juden in Teutschland die Hilfe der ausländischen Inden llnd ihrer Komitees im verstärkten Maße. Es muß alle Energie draußen wie hier aufgewandt werden, um Anfänge, wie sie z. B^ in Argentinien jetzt von der Jca gemacht worden sind, zu erweitern und gründliche Vorarbeit zu leisten, damit die jüdischen Menschen, die auswanderw dort das Glück finden, das sie erhoffen. Denn, so schloß Tr. Wischnitzer. wir sind für das Glück der jüdischen Menschen da und nicht für ihr Unglück. . Tiefer Gedanke, daß eine Auswanderung, in A!assen vor sich gehen muß, daß das Ju-° dentüm nicht atomisiert werden darf: damit die jüdischen Menschen, die auswandern. Inden bleiben. Juden. ..Söhne dieses uralten Bekennervolkes". bildete auch den Erundteilor der Ausführungen, die dann Dr. Alfred Klee abschließend machte. Aus ' seinem Munde gewann die Feststellung besondere Bedeutililg, daß Palästina allein nicht in der Lage sei. die Juden, die jetzt aus Deutschland aliswandern müssen, auszunehnten. Und er dankte deshalb den großen ausländischen jüdischen Organisationen, der Jca. dem Joint und Hicem. für die Hilfe, die sie schon bis jetzt den Juden aus Deutschland gekeistet, haben. Er sprach von der.ethischen Unterbau- Jung der Vorbereitung für den neuen Berns im neuen Land, verlangte eine handwerkliche Hachschara. modifiziert "nach den Bedürfnissen der verschiedenen Länder, und verlangte in', eindringlicklen Worten von den Juden, die stets das Volk des Buches waren, auch jetzt Verständnis dafür, daß es nicht nur um das Brot im neuen Lande gehe, sondern darum, als Juden auch aus neuem Boden zu leben. Diesem ersten Gemeindeabend werden weitere folgen. Sic alle werden mehr oder weniger den beiden wichtigsten Forderungen im jüdischen Leben: der Sorge für die Gegenwart in Deutschland und für die Zukunft auf fremder Erde gewidmet, sein müffen. Dr. M; E. Siedlungsmöglichkeiten m Ekuador? Angesickits . der Gerüchte über Möglichkeiten einer Mafseneimvanberung und -annedlunsi von Inden aus Teiitietünnd in Ekuador negt der viiis- _verein der Juden in Teutschland sich veranlaßt. folgendes mitzutcilen: \ In der jüdischen Presse,, sind in letzter Zeit Perötsentlichungen ersolgt. die in nächster Zukunft Einivanderungsmöglichkeiten in Ekuador in Aussichtstellen. 'Es wird gewarnt, derartigen Beröüentlichnngcn Gewicht beizumenen. da irgendwelche greifbaren Möglichkeiien für eine Eruppen- ' ' ' .. Es ist ' ■ euiwanoernng nein mn)i vorneaen. c§s nt beute noch nicht zu übersehen, ob die bestehenden Bläue für eine Gruppenausivandernng nach Ekuador sich überbanvl morden verwirklichen lauen. - Der HilfsvereinPer Juden in Deutschland arbeitet mit allen Kräften im Nahmen seiner Gefamtaufgabe als öffentlich anerkannte Auswanderer-Beratungsstelle an der baldigen Klärung der Einwanderungsmöglichkeiten auch nach Ekuador. Auf Grund feiner jahrzehntelangen Erfahrung geht er auch hierbei von der Auffassung aus. daß eine Auswanderung in geregelter Form vor sich gehen muß und daß alle sich erschließenden Möglichkeiten , und Aussichten mit größter Gewisienhaftigkeit und Gründlichkeit geprüft worden müssen, bevor darüber der jüdischen Lesfentlichkeit eine zuverlässige Information gegeben werden kann. Die Verantwortung, die mit der Beratung von Aüswanderungswilligen übernommen wird, ist zu groß, um Hoffnungen zu erwecken, die durch tatsächliche Möglichkeiten nicht begründet sind. Es steht fest, daß Ekuador sich, wie von fachmännischer Seite betont wird, in erster Linie für Plantagenwirtschast eignet. Tie einheimischen Arbeitskräfte sind zwar sehr billig und anspruchslos, doch sind Kolonisationsversuche von Europäern bisher nicht gelungen. Da es vor allem an Verbindungen von und zu den Siedlungen fehlt, sind erhebliche Borbereitungsarbeiten erforderlich, die ein Zehr beträchtliches Kapital erfordern, um über-, haupt^die Vorbedingungen für die Ansiedlung zu' schaffen. Darüber hinaus werden schwere Bedenken wegen der klimatischen Verhältnisse in Ekuador für Mittzeleuropäer geltend gemacht. .Tiefe Informationen von einer auf den Gebieten der Auswanderung und Kolonisation gleich erfahrenen und zuverlässigen Organisation haben zur Folge, daß alle Ansiedlungsprojckte in Ekuador mit größter Vorsicht zu behandeln sind. Das endgültige Ergebms einer zurzeit stattfindenden Prüfung der "Ansiedlungsmöglichkeiteu durch Sachverständige liegt noch nicht vor. Gegen Aberglauben in der Rassenfrage Der Mitarbeiter des Rässenpolitischen Amtes dxr NSDAP, Professor Dr, Loesfler, Direktor'des Rassenbiologischen Instituts der Universität , Königsberg, hat dem Nachrichtenbüro deutscher Zeitungsverleger Aeußerungen '„Gegen Aberglauben in der Rassensrage" zur Verfügung gestellt. Er wendet sich dagegen, daß leider heute, noch Volksgenossen, die durchaus die Bedeutung der Rasse und das Wesen der Vererbung erkannt haben, vielfach ungewollt dadurch Schaden stiften. , daß sie die exakte Rassen- und Vererbungsforschung mit mystischen und abergläubischen Erklärungsversuchen vermengten. Besonders wendet er sich gegen den in jüngster Zeit wieder aufgetauchten Aberglauben von der Telegonie (Fernzeugung) oder Imprägnation (Turchtränknng). Es werde ii. a. behauptet, daß eine Nichtjüdin, die einmal mit einem Juden Geschlechtsverkehr hatte, auch von einem nichtjüdischen Vater nur noch Kinder mit jüdisck>cm Einschlag zur Welt bringen könne. Das Vorkommen dieser angeblichen Telegonie oder Imprägnation werde meistens auf Grund gefühlsmäßiger Einstellung, insbesondere gegen den Geschlechtsverkehr,- nichtfüdischer Frästen mit Juden, behauptet. Der exakten w'issenschastlichen Nach--./ Prüfung halten aber diese Behauptungen, wie der Referent unter Hinweis auf die Erperimente bedeutender in- und ausländischer Forscher (u. a. Erew. Jvanow, Kronacher. Lenz. Ehr. Wried) nachweist, nicht stand. Die Frage der Telegonie iei rein wissenschaftlich genügend geklärt und ihre Ablehnung vom wisscnschaitlichen Standpunkt hinreichend begründE^ Zuchthaus für versuchte Erpressung Das Sondergericht in Kassel verurteilte, wie die ..Frankfurter Zeitung" berichtet, einen tstjäh-, rigen'Angeklagten aus Eschwege wegen versuchter- Erpressung und wegen Vergehens gegen das Gesetz .zur'Abwehr heimtückischer Angrifso ans Partei und Staat 'zu st'ünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Ter Angeklagte hatte von seiner Braut cr- 'iahren,. daß sie. vor etwa sieben Jahren einmal „zu einem Juden in Beziehungen gestanden hatte. Angeblich um die Ehre feiner Braus zu retten, wandte er sich , darauf an den Inden ünd verlangte unter Hinweis auf die möglichen Folgen der Aufdeckung dieser Beziehungen einen größeren Geldbetrag, Er wäre wohl mit seiner Erpressung ans Ziel gekommen, wenn nicht im letzten Augenblick die Polizei eingegrissen hätte, die von dritter Seite auf die ..Ehrenrettungsaktion" aufmerksam gemacht worden war. In der Urteilsbegründung erklärte das Gericht. daß die Lösung der Judenfragc allein eine Ausgabe des Staates, sei. Einzelaktionen hätten zu unterbleiben. Wer sie dennoch in eigennn1nge.m,Intern,' nntr-rnrhrnr bekomme di,- g.'-i Strenge des Gesetzes zu spüren, denn er versündige sich an den Zielen und am Geiste der nationalsozialistischen Bewegung. OTTO BROSCH Schreibmaschinen Geletrenbeit»kaufe Triumph. Continental. AEG.. Torpedo, EoyaU Mercedes. Rechenmaschinen. Rotations-Vervielfältiger Mark IS.—. Eigene Reparaturwerkstatt, a Berlin C 2. An der Spandaner Brücke » (am Hackeschea Markt und Bahnhof Börse) D 1, Norden 2004. 2. Geschäft: Alexandentrasse 3 (gegenöher Polizei ■ Präsidium %

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.