Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 24 (13.6.1935)
- Date
- 1935-06-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 * 3. Beiblatt / HMO M» 13. Juni 1935 ir Sport der Piingstwodie Tennis-Reichsmeisterschaften in Berlin ■ . Der Sportbund des RM. in, dessen Reihen sich; bie „besten - . jüdischen Spieler' Deutschlands be- - . finden;, trug während der Pfingsttage auf der Anlage des. Tennis-Clubs - Grunewald 1933 in ' B er l i n seine "diesjährigen R e ich s m e i ft c t - . f chaften aus. die bei strahlendem .Sommer? Wetter zahlreiche Zuschauer angclvckt hatten'. - Damenspiele ,. Bei den Damen -stand, mit dem Start der ° Frankfurterin Toni R i ch t e r - W e i y e r m a n n die Siegerin von vornherein ziemlich sicher fest. Wenn man bedenkt, daß sie aus vielen, internationalen Kämpfen als Siegerin hervorging; daß sie, wie sie während einer kurzen Spielpause e'rzäylt, seit 1923 ununterbrochen, auf der deutschen Rangliste der Damen einen. guten Platz hatte, dasi sie Deutschland bereits repräsentativ, gegen Australien vertrat,. Kampfspielsiegerin 1926 und im gleichen Jahr Ranglistenzweite war und bekannte Spielerinnen wie Fräulein Bowmann (Holland),:Fräulein Balerio (Italien), Fräulein Anßem, Frau, Schomburgk, Frau Neppach und andere deutsche Spitzenspielerinnen geschlagen hat, dann versteht man,.wie diese zierliche, kleine Gestalt ihre Gegnerinnen deklassiert. Gegen die Berlinerin Frau Wolfs zieht sie mit 6 : i, 6 : 2 leicht in die Schlußrunde ein. . Auf. der.anderen Seite der Auslosung kommt es zu einem harten Kampf zwischen den beiden Grunewalderinnen Frau Peiser-Jocobsohn, welche vorher an Frau Rosen,zweig 7:5, 6:1, für die kürzlich, er-. littene Niederlage Revanche genommen hat, und Fräulein Guttfeld. Tiefe hatten gegen die überraschend -. starke Stuttgarlerin Fräulein Sußmann hart zu .kämpfen, ehe sie 5:7, 6:3. 6:1, in die Borschlußrunge gelangte. Hier vermochte Fräulein Euttfeld eine ruhige Ueberraschung durch einen 6:2-, 3:6-, 6:1-Sicg: über Frau Pciser, deren Form deutlich.einen Rückgang aufweist, zu liefern So schön Fräulein Guttfeld aber auch spielte, der Plaeierungskunst der harten, sicheren Bälle von Frau Richter Wciherinanii erlag sie in der Schlußrunde y:6,„ll:6,„wie überhaupt Frau Richter Weihermann in diesem ganzen Turnier in 5 Runden ganze 8 Spiele abgab. ' Im Damendoppel war der Sieg dem starken Paar F ri P eis er (G rnnew ald) —- Fr. R o s e n z w e i g (Leipzig) nicht zu nehmen. Mit 7:5, 6:2 mußten die talentierten Stuttgarterinnen Frl. Schmidt — Frl. S u ß - mann die Üeberlegenheit ihrer Gegnerinnen anerkennen, nachdem sie. vorher über das. favorisierte Berliner Paar Frl. Guttfeld '--- Frl. Apt einen schönen Sieg 10:8, 6:2 erkämpft hatten. Ileberhaupt erwiesen sich die Stuttgarter Damen als sehr spielstark. Frl..Schmidt konnte auch die Trostrunden der Damen mit 0:6, 6:2, 6:3 gegen Frl. Apt, die im, Borjahr noch Dritte in der Reichsmeisterschaft geworden war, gewinnen. Herrenspiele Ganz anders als bei den Damen war die ' Situation bei den Herren, bei denen in keiner Konkurrenz der Sieger vor dem letzten Ball feststand.; Ziemlich leicht .vermochten Kurt Wolfs (.Gruucwald), t r a u ß (Barmen), Tr. L o e s e r «Grunewald) und der Titelverteidiger Dr. Bill Fuchs (Karlsruhe) unter die letzten Acht zu kommen. / . Zu ihnen gesellte . sich,, noch Eolbstäub (Leipzig), der den, Hamburger. Hartlg glatt: schlugt .Bödlünder (Breslau).: der -iwer tue, beiden guten Grunewalder: Kurt Wolff Zeichnung L. Schwerin Tr. Behrend und Gumpel ganz überlegen siegreich blieb, Verjünge Mann (Chemnitz), der einen weiteren starken Spieler Erunewalds. Gans, mit 6:1. 6:2 erledigte, und der talentierte Junior Levin-Goldschmidt (Grunewald), der zu den besten Hofinungen aui den Nachwuchs im jüdischen ^ennisspvrt berechtigt. Einem so guten Gegner wie «trauß vermochte er während - des ersten Satzes noch härtesten Widerstand entgegenzusetzen, ehe sich Strauß mit 7:5, 6:3 für die Vorschlußrunde qualifiziert hatte. 'Auch Tr. Fuchs mußte sein ganzes Können ausbieten, um des temperamentvollen, aber bei allem Können manchmal allzu leichtsinnigen, Tr.. Loeser Herr zu werden, was ihm erst nach Abgabe eines Satzes 2:6, 6:0, 0:7 gelang." Leichter ^hatte es Wolfs, der mit 6:2; .6:3, dem jungen Goidstanb das Nachsehen gab, und Mann,.dem Bodlander 1:6, 3:6, erlag. „ Die Vorschlußrunde brachte in der, Begegnung Dr. Fuchs/Strauß eine Wiederholung der vorjährigen Endrunde, Auf der einen . Seite stand hier ein im Aufsteiger begriffener 26jähriger Spieler, der wiederholt für den Westdeutschen Tennisverband repräsentativ tätig, war und unmittelbar vor seiner Berufung in die westdeutsche Me.denpokalmannschast stand, als die Ereignisse ihn in die Reihe des jüdischen Sports ^führteq.- .„Aus ^der anderen Seite stand in Dr. . Bill Fuchs ein vielmaliger Internationaler, auf dessen Pullover der schwarze Adler beweist, daß er schon repräsentativ Deutschland vertreten hat. Wenn man erfährt, daß auch er seit 1923 stets aus der deutschen Rangliste der Herren zu finden war, daß «er noch vor drei Jahren gegen den . damaligen Weltmeister Cvchet' in Straßburg mit 5 :■7 4:6 knapp verlor und trotz seiner erst 32 Jahre über eine stolze'Serie von Erfolgen verfügt, so muß nian sich doppelt über den Erfolg des jungen Strauß freuen, der einen Spieler dieser Klasse in der Vorschlußrunde in zwei Sätzen 7:5 8:6 nach dramatischen, herrlichem Kampf überwand. Es heißt mir, Dr. Fuchs Gerechtigkeit widerfahren zu laßen, lml mau weiß, daß ihmallzu wenig Ge/I eg eulie.it zum Training geboten ist; der-Wert des Siegs von Strauß wird. durch diese Tatsache in keiner Weile bccintrach-p tlgt, da ja auch seine Eiirwicklungsinöglichkeiten Rudolf Strauss geringer geworden find. Auf deranderen Seite .vermochte-sich Wolfs erst nach 'Verlust des zweiten Satzes gegen den Ehcinnitzer Manumit 6 : 3 1 : 6 6:2 für das Finale zu.qualifizieren. Der Kampf, den sich' 29 o l f f und- S t r a n ß in der S ch tu ß r n n d c liesenen,. >var geradezn ein Erlebnis. , Ter 12jährige Wolfs, von 1027. bis 1033 -ständig auf der deutschen.Rangliste an guter Stelle, in zaht- - losen Grvßturiiier'en. 'Illeben- und anderen Repiäsentatiokäinpfen erprobt, nahm seinem nochbegangenen. Gegner de» erste»-Satz ziemlich leicht mit 6:i ab und ging auch im zweiten Sah mit I : tt in Führung, ohne eine 5 : 2 Führung von Strauß, der sich plötzlich gesunden hat,und di.,rcli dauerndes Angriffsspiel überlegen loird, verhiiider» zu können. 0 t och einmal kommt Wvlss ans 5 : 5 und kann sogar das nächste Spiel für sict, buchen: dann aber verschärft Strauß das Tempo .immer mehr, iss im Angrifs klar bester als der Berliner »ub erobert mit 8: 6 den zweiten Satz. Tiefe. Anstrengung war aber anscheinend für Strauß zü viel; den» Wulfs >,at es nicht schwer. imt/6 : 2 den dritten Satz seine,» völlig erschöpften Gegner zu entwinden. 'Auch nach der Pause ist Wolfs der Stärkere und.zieht mit 1:0 in Front: da macht Strauß das Unwahrscheinliche möglich und trotz aller Bersuche Wolfis, da» wilde Tempo des Westdeutschen' zu verlangsamen. macht dieser sechs Spiele.luntereinänder 'und geivinnt damit den HlSatz. wobei Wolfs am Ende, seiner Kraft zu sei» scheint. Auch im letzten Satz.kann Strauß mit 2:0 lind 3 : 1 in Führung gebe». Tann aber gelingt Wolfs uwch einmal eine »»gelienre Leistung. ivie man sie in den letzten Jahren nicht gesehen hat: Konsegncnt spielt er.-sein Spiel, versucht, den Angriffen Strauß' die Scliuelligteit zii nehmen, und gleicht den Borsprung seines Gegners aus. Auch das wichtige. siebente Spiel des Satzes ivird »ach-endlosem Kamps eine Beute Wolfis, ebenso das nächste Spiel, so daß es nunmehr 5 : 3 iür Wolfs im letzte» Satz steht. Ei» Sviel holt der Barmer ohne Buuttnbgabe aut. Schon sieht es ans. als ob Strauß noch einmal aiisgleicheii tau» aber Wraiit üch noch -einmal -zmauiiuru und verumg den Sieg und damit, die ReichsmcißeHchait zu erringen. .. Dieser- Enlscheidiingstniiips i»i Herreneinzel bniiertc" eliva drei S lnnden, Strauß erivies sich ui leiner ablolnlen Spurtliclileit -als.trefs- . jiches Borbild i.ür jepeir Sporller.. ... ,. An-t dein gleichen Niveau, das einen PSrgleic!) init ' irgendeinen, - anderenersillanigei-i T.„ruier-, .äibIjs,:zü.-'gchc3-llnlsb.ra.ll^N',/.s.tävd /derSpbrl.,' d.eii' die l'eide,i Se!Hi,i;r,,i,denp-iaro . 29o!'i. Sr: Fmbs und Slraiisi '- '.tzegnn I»i- -A e r r e n d o p p e l. vor- .-.-fÜbrt^ii:-.:--.i.Dic'--.-R.oiz.tiiie e .der-. Fieideu-'-.' tllaiigli.sleN'e "fpiisier. von - denen - iicl, Bill - Fnclis gerade - als 'Dbppelspielerinlernalionäl eine-u. Aaineii" geniaeht liat. reichle zu eine», denkbar knappen Sieg mit 2 :-6. 10 : 8, 0 : I. wobei INI Ziveilen Satz der S>eä der bcndc'ii-'.llachivnelisipieler. die eine-5 :2.Fülirnng ihrer. Gegner an'gehvlt halten und selbst mit 7 :0 und s : 7 führten, nur durch die unersehiitterliehe 'llnlie und Sicherheit 'Woli's und Fncl,s''verhindertwurde. e., 'ijinn. darf mit 'Besriedign.ng seitüellen. daß der jüdisclie Spart im Tennis den 'Anhblnß gelialten_hat nnd-halte» wird, da ani der einen- Seite 'Beranlagnngen. genug vm-handen lind, walirend anderseits erialirene Kruste in reichem 'Maße zur Bersügniig stellen. . ' H. A. ('! Weitere Tennisergebnissein Berlin Der Tennis!lnb Ro! 'Weiß Leipzig (im SPortblind d> 's.;i i'-t-F-t trug Berliner De Lnli 1933 ein ilndscliaslss'pie Berliner mni] i klarer, als i ige znvdr der Ba i; .OinljlHi lil’i 'ipZige besondere Sehr') ße greich 1U-H ierraliliend In 'Pci die sowohl ii. D.imendo i'p-'l ,ni,Ii i -0,'en'd an der eg >nn ibG-s Part» laiilc-ii liatle. ''Pr N'.lli-II, -l l : 1.1 •"'IO : -'10 S p rrelen (' > >t c b " i ftv '"au ne »i.ilh ,'ß aß ,1 eaamit): pneck 6 fl, 6 ulimiM - «'ic'ldslaui' 1. 6:2; 21. 1. : 6.. 6 : 3 Hi'ssteiu .•6:3; Ja'i> Fraeickel i,we> d >i > PeI : 'JOmii Vmu ii iM --- Hepner fr Behkel"^- - M.^Fuchs-Faecw : 7.' 6 :0 : 7p Tr^Behrend 7;racwtc'l -- L. ,Fncl>s-vamhuraer . «> :-I, I : >>, -l : «i. — T a in e n d o P v e l : Fr. 'peiser Frl. G»«tscld - - Fr. Rosenpoeig Fr. Kausmanii 1:6. 3:6; Frl: Apt.Frl: Gntlield Fr.. Gärlner'Fr. 'Blolliiicl, : I. 6 : 1. -- G m,, i s ,h t ,T ii P P e l : ,Zr, Pr.- ser,'1Lv1fs — Fr. Rose»zweig Goldslanl» 5 : 7, 6 :1, 6:3; Fr. Wolii Velo in t'ugdnhundt Fr. Bierluaiiii Hepner «,:«>. 5:7. 6:1; ,ZrI. ('inllU'IO Oiaii-J -- Fr. Gärtner «iräupuer 6 : >: Frl. '.llpl-Metzer -- Fr. HeilperiiiJollowic, 6:3. 6:2. I» 'Berlin trug-die reuuisahleilnng.bes FSK ihre Klupmeiilerictjafteu ni,-- p.aineriia.llr jeder '.lli'anlehajt hat um die '>lleis!erieliait jeder gegen jeden In spielenmoliei u111 nach den erileu' wichtigen Elilsiheidiiiigeii der. jn,,ae 'Riegel!,anjll (el>e- Am Kunst und Wissenschaft In dem von der Akademie zu C o r d o b <r allsgeschriebcnen Ar aiinoni d e s - Wettbe - worb wurden 'u. a. Arbeiten zur Mäimonides- Bibliographie von Dr. Mar G r u n tv a l d (Wien) - und Tr. Georg S a ch s (Madrid) preisgekrönt. ) 5}t Prioatdozent Dr; D. Levi von der Univcrsiä tat Florenz, der Inspektor der )!(uSgrabungen in Toscana, ein hervorragender Kenner der Etrus- . kischen Kunst, berichtet in der Zeitschrift „G e i st i g e A r b e i t" (Verlag de Gruhtcr, Berlin, Ausgabe vom 20. Februar 1935) über „Italienische Ausgrabungen in Ai e s o p o tarn i e n". Ter im Jahre 1898 in Triest geborene Gelehrte begann seine Laufbahn mit'Ausgrabungsarbeiten in Kreta und mit vielseitigen grchäolog,scheu Interessen. sür^ieLMst des südlichen Aegeums. Er wurde neuerdings zum Leiter der mcsvpotamischen Ausgrabungen ernannt und zugleich als' Reg'ierungsvertreter nach Syrien für die Bearbeitung der Ueberreste des römischen Kaisertums entsandt. Professor Rorman B e n t w i ch von der Hebrä- , ischen Universität Jerusalem hielt im. Londoner p Radio einen Dorträg anläßlich des Erscheinens der englischen Talmudübersetzung. ' -i- Wie aus London gemeldet wird, hat die Royal ^Society of Dtedicine in ihrer letzten Sitzung Professor Dr. Sigmund Freud in Wien, den Begründer der Psychoanalyse, einstimmig. zum Ehrenmitglied gewählt. Professor Victor Öen r y , Professor für physikalische Chemie an der belgischen Universität in Liege hielt als Gast der Hebräischen Universität Jerusalem, einen französischen Bortrag über den „Bau der Moleküle und die Photodissoziation". ,.- - * Professor TrSHarry^Torczyner. der Jnhaber des Katheders für hebräische Sprachwissenschaft an der Universität Jerusalem, bearbeitet zurzeit die Schristsunde aus der Zeit des Propheten Jeremia, die -am Lrte des alten Lachisch von dem englischen Archäologen 'Starkey entdeckt worden sind. Beide Forscher hielten am 6. Atai > einen überaus inslrulliven Bortrag über die Funde, der vor einer gelehrten Bersammlung im Jerusalemer Dominitänerllvster stattfand. In der Soeielv of Women Musieians,' SJoiibon, sang Rose W alte r mit großem Erfo-lg Lieder von Schubert. Schumann, und Hugo Wolf: die Presse rühmt ihre große, reine und kultivierte Svpranstimme, die den -Reichtum eines 'Altes hat,. 225 Jahre Meissen , In diesem Jahr blickt die'fürstliche Porellanfabrik 'August des Starken auf 225jährigcs Bestehen zurück. „Wahret die Grenzen, daß viel Geld ins Land kommt und wenig hinausgeht!" Das war die Losung, die der geniale Herrscher ausgab, das war im wahrsten Sinne mcrka-ntilist'isch gedacht. "Sv gründete er auch die Aieißner Porzellanmanufaklnr, nachdem Loettger das Geheimnis der Herstellung des echten Wc'rkslosses gefunden hatte. Tie Tradition will es. daß diese Er- ' sindung nur ein Werk des Zufalls gewesen:'ein bloßes Ungefähr in Form einer Hand voll Puder, die zufällig , dem Glücklichen in die Hände geriet und zufällig gerade der Häliptbestandteil des Porzellans, das Kaolin, war. Jenes Kaolin, eine. Masse aus weißem Sand, mit der die Damen imd Herren des Sächsischen Hvses ihr Haar zu pudern pflegten, war die letzte Bindung, hatte geholfen, das rotbraune Porzellan zu erfinden. Aber man soll in diesem sächsischen Alchimisten keinen glücklichen Finder, wohl aber einen verdienstvollen Ersiiider. keinen Glückspilz, sondern ein Genie iehen, in seiner Tat eine Tat des ' Geistes, - das Endresultat länger wissenschaftlicher Untersuchungen. Ten Goldsegen aus dein Porzellan hat August der- Starke nicht'mehr erlebt. Aber nach den eruen Anfängen, in denen das- Steinzeug von "hohem Wert in Meißen geapbeitet wurde, m>t den zierlichen Relieiauflagen, den Blüten und Drnamenten, mit Vergoldung, mit Silbermalerei aüi dem roten Ton. gründete August der Starke schließlich die Rleißner Acanuiaktur. Und das Temperament des Königs und das Boettgers ergänzten sich bei dieser gemeinsamen Arbeit aufs glücklichste. IKiin war ja stolz auf die neue Erfindung, 'man ließ — ein Smnbvl fast - - das Patent in vier Sprachen erscheinen, ni deutsch, holländisch^ französisch, sogar in lateuiiich, der Sprache der Gelehrte». Das Bceistner Porzellan befriedigte ans Jahrzehnte die Schenkerlannen Augusts-des .Starken, Service für seine Freunde und'Ratgeber und Maitressen entslanden, so das interessante Tafelgeschirr für Snlloivski .und Brühl, das kostbarste Drackienservice. dap Geicksirr mit dem „gelben Löiven". Basen bemalte man in chinesischem Stil, 'mit Blumen und Bügeln. 'Pagoden schuf man nach den '-Entwürfen Kirchiiers. der in Meißen die berühmten' Tierfignreii arbeitete. Bkan weiß, daß nach .dem Sturz-des Püni.itcrs Grasen Hvym die-Leitung der Bcanniaktnr selbst in des -Königs Hände kam, und in Liefen Jahren arbeitete Kändler.- jene große keramische Künit'le'rpersönlichkeit. die berühmt geivordenen Figuren. Ties alles wurde in der Zeit des Rokoko geschaffen.' Bis in unsere Tage hinein verbiiidet inan -in. -Äceißen die alte fnrstlickie Tradition mit den Zielen unserer lebendigen Gegenwart.'man sriiasit. das Gebraiichspvrzellan für dic neue Wvhnknltnr imd die zeitgebniideiieii Plaketten, Statiiette», ans - deutscher Erde schöne Erzeugnisse, die dem. dr.ut-, scheu llKinist'geiverbe Weltruf verschalten.- Es ist eine iiiteressante - Bevbachtiing. daß gerade im Pceißener Porzellan allerhand I ü-d i sch e s begegnet. Wir ivissen von Anna .Kvnstanze Gräfin von Eosel, einer der schonüei, und geistvollsten Frauen ihrer-Zeit, der Frenndin 'Augusts des. Starken. Wir ivissen, daß sie dem. Landesherrn den Grafen Rntoivsli geboren und sich weigerte, ein Tvlnment heranszngeben, ivelciies ihre und ihres Kindes Anerkennung enthielt. Daher wurde, sie. wegen aligeblichen 'Mordaiischlags am ihren fontcjlicijOit Liebhaber ans Schloß Stvlpen interniert. In der Einsämteit ihrer Gesangeuschast würde sie JMüD — Lange Zeit hat maKJnst ' darüber den Kvvi zerbrochen, ob jene bekannt^ gewordene „Evselmarke", die' ans verschiedenen Porzellanen der Dresdeiier Sammlung zu finden ist. wirklich historisch lü. Heute meint maii damil jene-Raute, die die Schwertermarke zndeckt. ein in Gold ansgeführles. Muster, das von zwei den Seiten der Sillwerterinarke parallel gelseuden SIrielien diirelstrenzt iii. '.'lneli in Privatbenli begeguele ick> kürzlieli in-'Berlii, einer'Oteißiier'Puder-, 'dose, die die Rllarte der Grasii, Eotel Irug. und iw,, der gelel>rte Le-ule annelimen. daß 'Angnit de.r 'Starke sie seiner Gielieblr.n gruljeukt hal'e. Ein diehles Dnukel lag lange lUnn der mit - samen Hvllizeitsgabe des. Pliilosoplieii Mm'e-- 'Illendel-:-scil>n, den beiden Porzellamnieii. die ml> liento iin Besitz der Nachkommen Meüde'l-.-iulm-. besindeii: Seit deii Dagen di^s Jn.bilä>ii»--jal,re-i, i:»>; weiß man. daß die inlereiianleii-Arbeiten deii Stempel der '0,'eißner .'Manniiiktnr -tragen. - und liian liimnit an. sie.ieieii „mc>!)I nnitj einem vernhaüenei, Kandlernwdell" geiirliecket luorden. ,'Int'annd der Signierung mit -Der" sächtistiien Sck>mer!ermarke hat man iiel> beleliren taise»,-daß es jilli iintzl. ipie man vielßiii) bisher vermntete, lim Berliner '„Jlidenpvr.zellaii" handelte, denn dieil's liamint ja. iliL-Mi es i"il>erl>.iiiipt eine besondere Art'von Porzellan Titr die Inden der Irederi ziamiehen /Zeit gegeben hat. ans der. Fiibril Friede,>!>-.- des iüroßen. . (üanz iinmüglich i.»'t es. von Meißen zii ipreck/en lind aiicht all deEHiidiliie i, Danimler zu .gedenkeii,- dje das 'Jiiri'ftiu-r- .Pvrze.Il.iin liel'ten und lieben.' l'iitijt mirinnerhalb Denlnljland-- I>a!ien 'Annen - wie Darinßaedler.» 2>il>. <'iallinek l>elannliai- und leliendigen .-Klaiia. sondern ,,ml) dar.nl'i-r!iinan--x in Schmede» .z. B, -ist der Rame - .',wa,i D räii.p'tl mit den beiten 0'rzeilgnii'eii 'Oc-insiens an' -- e'ng'te verknnpst. Die - D.immlnng Da-enii'iaedli-r. die vor 55 Jahren entstand,-.,ils-. die. -Knnßiiga'ä,ichte der Pörzellgiipl.i'til ganz -ablelinendgegeniibekitiiiid, wurde ja langß in alle Pbinde durili die beralimle Anktiv'n bei Ea.ii'.irer zerureni. -'A'egwei'er .und Le-l)rmeiiirr! 'So nennt Slto -p; -Falle die'en Liebhalier des jächnichen Porzellans, sein Hans, eine allzeit, vi'ene Stillte der Be'elirnng nnd des ißeinisies und eine nie neriiegende-S-uelll' der. Er- " keuntinne. Rüer Dön'n'ke wobhd'i'e 'Figii'DM'miid E)eiässe ans der. Blütezeit Meißens vor der 'Mitte di-s l-s. Jatirhnnderts vergeben! Die Reifrockfigürclien.. ziiceiiterßiicke jener 'nnkeindeu Ska'iiernng, die K.endler- ''einen Koinodien'ignri-n und ','iebesgrnp. pender Barockzeit zuteil ivecd.en ließ. 1)5. 0. tt.