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Central-Verein-Zeitung · 1938-04-07 · 14 (7.4.1938) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
14 (7.4.1938)
Date
1938-04-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 14 c-v^. Zeitung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seite 17 * 7. April 1938 Probleme der Wirtschaftsgeographie Von Herbert Wiesenthal Wenn sieh Juden beute über fremde Länder und Erdteile, die als Auswanderungsziele in Frage kommen, unterhalten, so treiben sie, wenn auch meist unbewusst, Wirtschaftsgeographie. Die Berichte des Hilfsvereins, die er der jüdischen Oeffentlichkeit in seinen Korrespondenzblättern oder in anderen Veröffentlichungen zugänglich macht, sind, im Grunde wirtschaftsgeographische Arbeiten,, aber auch, die Briefe, die unsere ausgewanderten Freunde und 'Verwandte schreiben, enthalten viel wirtschaftsgeographisches Material, .aus dem, wenn sich eine Sichtung und Verarbeitung ermöglichen Hesse, oft wichtige Er- Nenersclieinnne! Jüdisch» Ausländer und Staatenlose in Deutschland Ihre Rechte und Pflichten von Jnstizrat J acob Lissner, Berlin RM.150 Zu beziehen dnrch die jüd. Buchhandlangen nnd Joseph Jastrow, Jüdischer Buchverlag, Berlin W. 15. Kenntnisse zu gewinnen wären. Der Zwang der Entwicklung hat somit die Juden unserer Tage zu Wirtschaftsgeographen „par excellence" gemacht, und man kann darüber hinaus sogar der Ansicht zuneigen, dass die Wirtschaftsgeographie als solche aus der Tatsache, dass sich eine ganze Bevölkerungsgruppe in den verschiedensten Ländern und Erdteilen eingehend mit diesen Fragen auseinandersetzen muss,, eine gewisse Erweiterung ihrer bisherigen Erfahrungen erhalten kann. Die Beschäftigung mit der Wirtschaftsgeographie beginnt, heute.für .den..'einzelnen Juden meist schon früh in der Schule. Der e r d k u n d liehe Unterricht, der früher in erster Linie der politischen. Geographie gewidmet war, wird in den jüdischen Schulen mehr und mehr unter wirtschaftsgeographischen Gesichtspunkten erteilt, und es wäre sehr zu wünschen, dass dieser Wissenszweig, besonders auch in den höheren jüdischen Schulen, noch mehr als bisher ausgebaut würde. Dass hier gewisse Schwierigkeiten,' diezum Teil ihre Ursache in der meist unter anderen Gesichtspunkten erfolgten Ausbildung der Lehrkräfte haben, bestehen, soll nicht verl£annt werden. Deshalb wäre auch die Frage zu prüfen, ob man den Geographieunterricht in den jüdischen Schulen nicht dadurch für die Zukunft des jungen Juden wertvoller gestalten kann, dass man in Ergänzung zu und in gemeinsamer Arbeit mit den bisherigen erdkundlichen Lehrkräften mehr als bisher Menschen heranzieht, denen, die wirtsöhaftliche Betrachtung der Entwicklung und' Gestaltung der Erdoberfläche auf Grund ihrer bisherigen Arbeitsgebiete näher liegt, als es bei dem mehr nach der politisch-geographischen Seite orientierten iErdkundelehrer der Fall sein kann. Denn es ist kein Zufall, dass sich die Wirtschaftsgeographie im Laufe der letzten 60 Jahre von der allgemeinen Erdkunde als spezieller Wissenszweig abgespalten und, wenn man will, als Unterabteilung der Anthropogeographie. die sich mit dem Menschen und seinen Lebensbedingungen befasst, etabliert hat. Das Gebiet der Wirtschaftsgeographie ist eben so weit geworden, dass es von selbst den früheren erdkundlichen Rahmen gesprengt und — gewissermassen als Verbindungsglied zu den Wirtschaftswissenschaften und zur Soziologie — das;. Recht auf : Selbständigkeit erworben hat. Und es ist auch nicht verwunderlieh, dass schon bei Philosophen früherer Jahrhunderte, die sich mit den Fragen des Zusammenlebens der Menschen befasst haben, fiftfircuareflrminfl feste Rente bis Lebensende, garant HÜClOlGldUiyUiiy durch erste Vers.-Ges. Auskünfte: Philipp.Ucko, Berlin-Wilm., Brandenburgische Str. 22. Ruf 92 7443 wirtschaftsgeographische'. Gesichtspunkte (wenn auch vielleichtnoch nicht bewussten oder ausgeprägten Umfanges) zu bemerken sind. Es genüge hier der Hinsveis auf Rousseau oder auf Montesquieu, neben denen aber auch noch manche andere zu nennen wären. Auch bei den Begründern der sog. klassischen Nationalökonomie, wie z.B. bei Adam Smith oder David Ricardo sowie bei den ersten Bevölkerungspolitikern, so u.a. Thomas Robert Malthus, um nur wenige Beispiele zu nennen, finden sich Gedankengänge, die man nach den neuzeitlichen Gesichtspunkten als Ansätze zur Wirtschaftsgeographie bezeichnen kann. Hierbei muss natürlich berücksichtigt werden,, dass die Menschen des 18. Jahrhunderts noch kein so vollständiges Bild .von der Gestaltung der Erdoberfläche und ihrer Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben der Menschen und Völker haben konnten, wie dies in unseren Tagen der Fall ist. Die Bedeutung, die die Wirtschaftsgeographie heute für uns Juden hat, gibt genügend Anlass, um sich einmal etwas eingehender mit ihren Problemen zu befassen. Das kann im Rahmen eines Zeitungsaufsatzes natürlich nur in grossen Zügen geschehen. Aber ßchon das wird genügen, um jedem von uns die Bedeutung wirtschaftsgeographischen Denkens in der Gegenwart und die Notwendigkeit seiner Pflege in allen Teilen des jüdischen Schulwesens und der jüdischen Erwachsenenbildung vor Augen zu stellen. Der eigentliche Zweck der Wirtscha f t s geograpbie ist die Untersuchung über die Wechselwirkungen zwischen den naturgegebenen Verhältnissen und dem wirtschaftlichen Leben der Erde oder ihrer Länder und Völker. Diese Untersuchungen können historischen Charakter haben und die wirtschaftlichen Bedingtheiten der politischgeographischen Entwicklung in der Geschichte der Welt aufzeigen, sie können aber auch — und das ist für uns wichtig — unter aktuellen Gesichtspunkten geführt werden. Dann runden sie das Bild ab,- das wir von dem heutigen Stand der einzelnen Länder und Völker haben, indem sie uns zeigen, wie ihre Entwicklung durch naturgegebene oder vom Wirtschaftsieben neugeschaffene Erscheinungen beeinilusst worden ist Sie geben uns gleichzeitig aber auch Anhaltspunkte zur Beurteilung des voraussichtlichen zukünftigen Fortganges und setzen so besonders den Auswanderer in den Stand, sein« Pläne und Hoffnungen mit den wirtschaftsgeographisch gegebenen Tatsachen in Vergleich und, wenn nötig, durch Abänderungen in Uebereinstimmung zu. bringen. Wesentliche Hilfsmittel hierzu bilden einmal beschreibende Darstellungen, zum andern Atlanten, deren Karten nicht nach politisch - geographischen, sondern nach wirtsehaftsgeographischen Gesichtspunkten angefertigt sind. Auch die Wirtschaftsgeographie kann die Vielzahl der Erscheinungsformen nicht in einem einzigen geschlossenen Begriff erfassen. So haben sich innerhalb des gesamten Kreises im Laufe der Jahrzehnte Spezialgebiete entwickelt, die sich mit den einzelnen Formen des wirtschaftlichen Lebens beschäftigen und auf ihre geographischen Grundlagen prüfen. Man spricht heute z. B. von einer Produktionsgeographie, einer Konsumtionsgeographie und den für die Neuzeit besonders wichtigen Zweigen der Handeis- und Verkehrsgeographie. Die Produkiionsgeographie beschäftigt sich mit den geographischen Abhängigkeiten der verschiedenen tierischen, pflanzlichen und mineralischen Rohstoffe, wie sie sich aus den klimatischen Verhältnissen, aus der Oberflächengestaltung und der Höhengliederung, aus der Struktur des Bodens, aus den Wasserverhältnissen usw. in den einzelnen Ländern ergeben. Ein besonderer Zweig ist dabei die Industriegeographie, die wichtige Erkenntnisse für die Standortwahl bestimmter Wirtschaftszweige vermitteln kann. Die Konsumtionsgeographie ist noch nicht sehr stark " entwickelt;" ihre Untersuchungen können ..aber für unsere Verhältnisse deshalb von besonderer Bedeutung sein, da sie manche Anhaltspunkt© über die Verbreitung der Verbrauchsgüter und die Nachfrage nach ihnen in näher begrenzten Räumen auf. Grund bestimmter geographischer Verhältnisse zu geben vermag. Enge Beziehungen bestehen schliesslich zwischen der Handels, und der Verkehrsgeographie. Hierbei ist interessant, dass eine Reihe von Fachleuten der Handelsgeographie überhaupt keine eigene Berechtigung zuerkennt und sie entweder der Konsumtions- oder der Verkehrsgeographie zurechnen will, während andere wieder die Verkehrsgeographie als nicht mehr zum engeren Gebiet der Wirtschaftsgeographie gehörig bezeichnen, üeber diese Meinungsverschiedenheiten kann man sich. deshalb hinwegsetzen, weil für uns, unter dem Gesichtspunkt der Prüfung gewisser Länder auf ihre Eignung zur Einwanderung, nicht theoretische, sondern praktische Gesichtspunkte ausschlaggebend sind. Die Handelsgeographie beschäftigt sich mit den räumlich gegebenen Tatsachen des nationalen und zwischenstaatlichen Austausches von Rohstoffen und Fertigfabrikaten, wobei sich für die Praxis manche wichtigen Hinweise über die geographisch bedingte Orientierung der Richtungen im Binnen, oder Auesenhandel der einzelnen Länder ergeben können. Die Verkehrsgeographie endlich behandelt die Transportmittel sowie die Transportwege unter der besonderen Berücksichtigung, ihrer räumlichen Verteilung. Sie liefert damit wichtige Erkenntnisse, für den Wirtschaftsverkehr — gleichgültig ob er Menschen, Güter oder Nachrichten betrifft — innerhalb eines Landes wie zwischen verschiedenen Ländern, und gibt uns damit die Möglichkeit, die wirtschaftliche Aufgeschlossenheit der fraglichen Staaten und ihre Verbindungen zur Aussenwelt zu erkennen. Die Verkehrsgeographie dürfte deshalb der populärste Zweig der Wirtschaftsgeographie sein, weil die in allen Atlanten enthaltenen Karten über die Weltverkehrswege das Interesse und die Aufmerksamkeit schon der Schüler auf sich ziehen und die Phantasie beflügeln. Erwähnt sei schliesslich noch, dass die Wirtschaftsgeographie in engster Verbindung zur Statistik steht, die ihr das Rohmaterial verschafft, das sie zu den geographisch gegebenen Merkmalen in Beziehung "setzt. Es sind nur Beispiele und knappe Erklärungen, die im Rahmen dieser kurzen Betrachtung gegeben wrerden konnten. Sie genügen aber, um erkennen zu lassen, welche umfassende Bedeutung die Arbeiten der Wirtschaftsgeographie für die jüdische Situation dieser Tage haben und dass deshalb versucht werden sollte, durch entsprechende .Unterweisung in den jüdischen Schulen und Lehrhäusern das Verständnis für sie auch in weiteren jüdischen "Kreisen zu wecken. Man wird damit den auswandernden jüdischen Menschen ein sehr gutes Rüstzeug für den Aufbau ihrer Existenz in neuen und fremden Ländern an die Hand geben. Wann und wo finden Sie Rat? Mltteldeatscbland 13. April. 16—19 Uhr. Jüdische Dresden Wirtschaftshilfe, Zeughaasstr. 2 Sforddentschland; Mittwoch. 14—16 Uhr. im Büro Hannover Landschaftstr. 6, part. (Bankhaus Meyerstein) Südamerika und der Weltmarkt Betrachtet man genauer die verschiedenen Wirtschaftsberichte aus Südamerika und vergleicht man sie mit den Ein- und Ausfuhrziifem der verschiedenen Länder innerhalb des Weithandels, so ist eine Tatsache nicht zu verkennen: die ständig steigende Industrialisierung im südamerikanischen Wirtschaftsbereich und als Folge hiervon eine fast gesetzmässig sich auswirkende Verlagerung der Einfuhr der südamerikanischen Länder, die in-, den Weltmarktberichten der letzten Zeit zum Ausdruck "kommt. . Schon wenige Zahlen aus den Wirtschaftsstatistiken Südamerikas sind Beweis genug für diese Entwicklungstendenz: Von der gesamten Einfuhr Argentiniens entfielen im Jahre 1929 auf Rohstoffe und halbferüge: Waren 18,5 und 1936 schon 19,2 Prozent ^Nur. innerhalb eines Jahres, von 1936 zu i937, stieg die argentinische Einfuhr von Maschinen um etwa 75 Prozent, von 137 800 auf 240 135 Tonnen. Besonders deutlich wird diese Zahl, wenn man erfährt, dass die gesamte Einfuhr Argentiniens innerhalb des genannten Zeitraums um rund 25 Prozent gestiegen ist. Die Zahl der Baumwollspindela Argentiniens stieg innerhalb der letzten sechs Jahre von rund 30 000 auf 300 000. Im letzten Jahr stellte dieses Land schon 40 Prozent seines Baumwoll- und 80 Prozent seines Wollbedarfs in eigenen Fabriken her. Nach neuesten Berichten ist jetzt auch die Kaseinherstellung für Textilzwecke in Argentinien aufgenommen worden. Ebenso stieg in Brasilien die Einfuhr von. Maschinen von 1932 bis 1936 von 21000 auf 60 000 Tonnen und die Einfuhr von Eisen und Stahl in der gleichen Zeit von 30 000 auf 106 000 Tonnen. Nach neuesten Meldungen wird in Brasilien jetzt eine Fischkonservenindustrie aufgebaut, vor kurzem hat in Sao Paulo eine Fabrik die Herstellung von Leinen aufgenommen. Chile führte 1929 für 1600 Millionen Goldpesos industrielle Fertigerzeugnisse ein, heute ist sein Bedarf an diesen Waren" auf etwa 300 Millionen Goldpesos zusammengeschrumpft. In Bolivien hat sich erst vor kurzem die Regierung an einer in La Paz errichteten Textilfabrik - mit 25 Prozent des Kapitals beteiligt Die Fertigwareneinfuhr der Länder des südamerikanischen Wirtschaftsraumes geht . also immer stärker zurück, je weiter die Eigenindustrialisierung in diesen Ländern fortschreitet. Besonders zu beachten ist dabei, dass die südamerikanischen Länder bemüht sind, ihre Industrialisierung stets auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. -In vielen Labora- törien werden Versuche gemacht, um solche Rohstoffe oder halbfertige Waren, die im Lande weniger vorhanden sind, durch einheimische Stoffe zu ersetzen. Während Brasilien beispielsweise früher Zellulose fast ausschliesslich aus Kanada und den nordischen Ländern, bezog, erzeugen heute schon mehrere brasilianische Fabriken dieses Produkt zur Papierherstellung aus Bambus, Fichtenholz, Reisstroh und anderen heimischen Stoffen. Für die vielen Länder, die heute-noch zu den- Lieferanten der südamerikanischen Wirtschaft gehören, ergibt sich aus dieser-1 ständig steigenden Eigenindustrialisierung in Südamerika, Wie aus den verschiedenen Handelsstatistiken hervorgeht, noch kein direkter Verlust. Es ist ja nicht etwa ein Aufhören des Bedarfs der.südamerikanischen Länder eingetreten, sondern bisher lediglich eine Verschiebung in ihrem Bedarf. Statt wie früher Wirkwaren liefert man jetzt eben Wirkmaschinen oder Webstühle und statt künstlicher .Faserstoffe Chemikalien zu deren .Herstellung.;/ In den Zahlen kies internationalen' Handels und damit auf den Weltmärkten kommen diese Entwicklungstendenzen deutlich zum Ausdruck. Die südamerikanische Wirtschaft hat in den letzten Jahren den Weltmärkten ein anderes Aussehen verliehen. Welthandelswaren, die früher an der Spitze des Welthandels standen, sind in den Hintergrund getreten und' haben anderen Produkten des internationalen Güteraustausches den Vorzug lassen müssen. Aus den dargelegten Gründen stehen die Produktionsmittel, die Investitionsgüter im Handel mit Südamerika jetzt eben im Vordergrund, während der Handel mit industriellen Fertigerzeugnissen immer weiter abnimmt. Ob sich diese Entwicklung über kurz oder lang für die Industrieländer stärker auswirken wird, ist noch nicht ganz zu übersehen. Jedenfalls hat man aber auch hierfür schon vorgesorgt, indem viele Industrieländer an Ort und Stelle, nämlich in Südamerika selbst, eigene Unternehmungen gründen bzw. Zweigunternehmungen von Betrieben ihres eigenen Landes. Denn der Uebergang der südamerikanischen Wirtschaft zu hundertprozentigen Qualitätsfertigwaren wird nicht so schnell zu erreichen sein, da hierfür noch viele Schwierigkeiten zu überwinden sind. Für diese Waren wird Südamerika also vorläufig noch die Einfuhr aus den hochqualifizierten Industrieländern benötigen bzw. deren Hilfe. Und zum Ausbau seiner Industrien für Qualitätsfertigwaren braucht Südamerika immer wieder die industrielle Ausrüstung, so dass die Einfuhr von Spezialmaschinen usw. noch weiterhin stark steigen" wird. Im ganzen gesehen ist somit die Bedarfsverschiebung Südamerikas von der Fertigware zu den Investitionsgütern für den Weltmarkt auch noch kein grosses Problem. Ein solches wird es erst dann sein, wenn die südamerikanischen Länder in ihrer Eigenindustrialisierung so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht nur ihre eigenen Märkte mit den Fertigwaren versorgen, sondern zum Export dieser ihrer Erzeugnisse drängen. LTnd bis dahin dürfte noch eine geraume Zeitspanne verstreichen. Dr. Erkh Gottfeld. Uebergang der Hafm'schen Werke Nachdem die Mannesmann-Röhren-Werke A.-G. vor wenigen Wochen die Wolf Netter vu Jacobi Werke K.-G. a. A. übernommen hatten, wird nunmehr berichtet, dass sie auch die Aktienmehrheit der bis vor kurzem in nichtarischem Familienbesitz befindlichen Hahn'schen Werke A.-G., Berlin, erworben haben sollen. Die Hahn'¬ schen Werke sind — abgesehen von einigen recht bedeutenden Beteiligungen (zu denen besonders etwa 40 Prozent '"des 16 Millionen RM betragenden Kapitals der Hochofemverk Lübeck A.-G. gehören) — im. wesentlichen in der Röhrenfabrikation tätig und damit dem Arbeitsgebiet von Mannesmann nahe verwandt Ihr Haupt- Bertiner &ii<anx-!nstl?ut J. Friedländer 1902 ols Sachverständiger gerichtlich vereidigt BERUN W35,1.ützowstraße10 Tel. 21 28 90 WBiiiiiiiiiiiiiii*miiniimim"----*— ---miwi?i"i»i? -" —*- -S -imi"iM m"Mi werk befindet sich in Duisburg-Grossenhain. Das Aktienkapital der Hahn'schen Werke, das rund 10 Millionen RM beträgt, soll schon vor einiger Zeit -in-den-Besitz der Berliner Handelsgesellschaft übergegangen sein, die dann auch den weiteren Verkauf von 75 Prozent davon an Mannesmann vermittelt habe. Im Zusammenhans mit dem Besitzwechsel sind R u d o"l f H a h n und D r. - I n g. PeterHahn aus dem Vorstand der ..Gesellschaft ausgeschieden. Die Hahn'schen Werke hatten in den letzten Jahren •rentabel gearbeitet. Die Dividende betrug von 1931 bis 1933 je 4 Prozent und von 1934 bis 1936 je 6 Prozent. Ihre finanzielle Lage war nach der letzten Bilanz für 1936 günstig. " * Das Bankhaus Lincoln Meny Oppenheimer, Frankfurt a.M., das"früher vor allem auch im Auslandsgeschäft von recht grosser Bedeutung war, hat seine stille Abwicklung beschlossen. Die Firma, die rund 55 Jahre besteht, hatte keine grösseren industriellen .Beziehungen, dafür aber einen grossen und finanziell bedeutsamen Privatkundenkreis. Eine Zweigfirma war bereits vor drei Jahren unter dem Namen Lincoln Meny Oppenheimer Ltd. in London errichtet worden. Als Inhaber der Frankfurter Firma zeichnete zuletzt Oskar Oppenheimer. Die Abwicklung wird durch den bisherigen Generalbevollmächtigten des Bankhauses Friedrich Karl Frhr. v. Wendland durchgeführt Mit der Frankfurter Bank wurde ein Uebereinkommen getroffen, durch das die Kunden die Möglichkeit einer Umlegumr ihrer Depots auf dieses Institut haben. # Die Hanauer G u m m i s chu h f a.b r i k W e s t h eimer u. Co., ein in seiner Branche bedeutendes Unternehmen, das bisher als offene Handelsgesellschaft geführt worden war. ist unter Umgründung in eine Aktiengesellschaft als Paul Sorstkowski "'Ärr,ra I m m o b l 1 t e p BerlinW8, Friedrichstr 166 Ruf 120897 Hanauer Gummischuhfabrik A.-G. mit 1.7 Million RM Kapital zunächst in den Besitz der Deutschen Effecien- und Wechselbank A.-G., Frankfurt a. M., übergegangen. Die bisherigen Inhaber des Unternehmens, das über 1300 Gefolgschaftsmitglieder beschäftigt, -Löwensart und Stern, sind ausgeschieden. Buchführungs-Vorschriften für das ambulante Gewerbe. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe „Ambulantes Gewerbe" hat für die der Wirtschaftsgruppe angeschlossenen Betriebe-'Mindestvorschriften, für eine Buchführung bekanntgegeben. Sie sind mit Wirkung vom 1. April in Kraft getreten und bestehen "in einer A ui - zeichnungspflicht verbunden mit Belegzwang. Den Aufzeichnungen ist ein bestimmter Tagebuchvordruck zugrunde zu legen. Für die Schulung der Mitglieder auf dem Gebiet der Buchführung sind Arbeitsgruppen bei den Unterabteilungen „Ambulantes Gewerbe". der Bezirkswirtschaftskammern eingerichtet worden. Ausserdem ist für die Beratung und Betreuung der Mitglieder die Einrichtung von „Buch- und Treuhandstellen für das ambulante Gewerbe" geplant. Zweite Verordnung zur Durchführung; und Ergänzung des Gesetzes über die Gewährung von Entschädigungen bei der Einziehung oder dem Uebergang von Vermögen. Nach § 9 der Zweiten Verordnung zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes über die Gewährung von Entschädigungen bei der Einziehung oder dem Uebergang von Vermögen (RGBl. I, S. 317) können Anträge auf" Entschädigung durch Vermittlung der '"Geschäftsstelle der "Amtsgerichte gestellt werden. Vom Internationalen Privatrecht. In dem in der „C. V.-Zeitun?t; Nr. 13 vom 31. März veröffentlichten Aufsatz muss es in Spalte 1 Zeile 47 statt ..bewegliche Sachen" „u n bewegliche Sachen'' heisseru

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