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Central-Verein-Zeitung · 1938-01-06 · 1 (6.1.1938) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
1 (6.1.1938)
Date
1938-01-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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üb'-ho« Palästiiia^Uiiiseliau der C-V-^eitint' Friedens-Fühler oder Verschleppungsmanöver r Tel-An>. 29. Dezember 1937. Während der politische undmilitärische Kampf um Palästina einen neuen Höhepunkt «erreicht bat, wird zugleich in. beiden Lagern «so lebbafl über die Möglichkeit unmittelbarer Abmachungen zwischen Juden und Arabern gesprochen, wie seit Jahren nicht mehr. Man kann -vob.1 sagen, dass trotz der wichtigen äusseren Kreignisse, trotz der brennenden wirtschaftlichen und «sozialen Probleme die Versiandigungsfrage . im Vordergrund des öffentlichen Interesses sieht. Es ist vielleicht kein Zufall, dass dieses Stadium in einem Augenblick erreicht wurde, in dem die Unbaltbarkeii der bisherigen Situation besonders deutlich sichtbar wurde.- Die Schlacht im Norden hat gezeigt, welchen Umfang die organisierten Banden erreicht haben. Auf beiden weiten zusammen waren einige tausend Mann an den Kämpfen beteiligt. Die zahlenroässige Stärke der arabischen Partei geht daraus hervor, ■ Im-s allein 250 Mann nach dem verlorenen mehr-!ö'.];-.en Kampf über die libanesische Grenze geflüchtet sein und eine andere, ebenfalls nicht iinheträcbtlicbe Abteilung, ihre Operationsbasis in die Gegend von üsabius verlegt haben «oll. Und das, nachdem die Araber mindestens vierzig Tote sowie zahlreiche Verwundete und Gefangene verloren hatten, und nachdem, wie üblich, zahlreiche Rampfteünehmer einfach ihre Waffen versteckt haben und als „friedliche Bauern oder Bürger" wieder in ihren Heimatdörfern untergetaucht sind. Ebenso deutlich aber hat sich auch gezeigt, dass die Mandatsregierung über die notwendigen Kräfte verfügt einen solchen und selbst noch stärkeren Widerstand zu brechen, und dass sie absolut entschlossen ist, ihre Machtmittel im gegebenen Augenblick auch einzusetzen. Auch auf einem anderen, erfreulicherweise unblutigen Gebiete hat England, den Kamp! jetzt aufgenommen, den Kamp? um die Seele des Arabers: Ra.öio und Presse unterstreichen mit Nachdruck der« Beginn: der regelmässigen arabischen Sendungenüber den britischen Reichssender, deren feierliche Eröffn.ungsshiB.de auch vom Jerusalemer Sender übernommen werden wird. Zu dieser Aktion im Mittleren Osten haben führende Persönlichkeiten der arabischen Staaten ihre Mitwirkung zugesagt. Mai? kann es unter diesen Umständen begreifen, dass in beiden Völkern. Männer aufgeben, die endlich die Konsequenzen aus der Brkenumis ziehen, dass es üo nicht mehr weiter Seht,, und die darüber hinaus auch verhüten wollen, das» die Juden und Araber Palästinas Mosse Objekte, oder besser noch, blosse Spielbälle in einer weltpolitischen Auseinandersetzung europäischer Mittelmeermächte werden. Aber so wichtig es auch als psychologische Tatsache ist, dass einzelne Juden und Araber miteinander verhandeln, und dass diese Vergar^j»»^^ Dänische Palästina-Literatur Von \mserem F, B.-Rerichterst&tter Kopenhagen. Ende Dezember. Es gibt viele Palästinabücher in aller Herreu Länder. Es ist bezeichnend, dass nahezu alle palästinensische Literatur von den Beteiligten selbst geschrieben ist, von Engländern, von Juden, von. Arabern Dänemark wie der Norden ist neutral, das kühl abgewogene Wort eines Danen hätte Gewicht, es ist bis zur Stunde nicht geschrieben. Es liegt in dieser Richtung, dass etwa Sven H e d i n , einer der besten Kenner des vorderen Orients, in seinem allerdings schon vor vielen Jahren geschriebeneuPaläsimabucb der Theorie und Praxis des Zionismus mehrere Seiten widmet, dabei getreu das Material Arthur Ruppins verwendet, sich aber einer eigenen Stellungnahrae völlig enthält. Es ist auch kein Zufall, dass die zeitgenössische Palästinaiiteratur Dänemarks ausschliesslich von •luden geschrieben wurde, die durch Herkunft noch mit den Juden in Deutschland verknüpft •sind. Sie spüren das Bersten einer Welt jenseits der dänischen Grenzen und die. Notwendigkeit eines Neu beginnen» noch als ein Nahbeben. Eine historische Reminiszenz ist am Platze. Vor -;>6 Jahren am Vorabend des 5. zionistischen Kongresses schrieb Georg Brandes über den Zionismus und Palästina. Er war der erste, derber dänischen Oei'feutlichkeit von dem Zionismus Kenntnis gab. Die Weltgeschichte hat seine Perspektiven. dementiert. Der Zusammenbruch der Türkei, wurde von ihm nicht vorausgesehen, die Intervention einer christlichen Macht, eine Balfour-Deklaratio.il schien ihm unmöglich. Selbst für den Fall einer von ihm ins Auge ge- Tassten Neutralisierung der heiligen christlichen Stätten fürchtete er einen neuen Kreuzzug, er sah ein christliches und türkisches, aber kein eigentlich arabisches Problem. Trotz allem prophezeit er zuletzt kraft der Vernunft der Dinge, die stärker als die der. Menschen sei, dem Zionismus eine Zukunft, allerdings — wie er ausdrücklich hervorhebt —. nicht dem jüdischen Handlungen selbst in der radikalen, arabischen Presse ein interessiertes Echo finden;, so vorsichtig wird man die politische Bedeutung dieser Vorgänge zu beurteilen haben. Vor allen Dingen ist festzustellen, dass weder die Juden noch die Araber, die in letzter Zeit mit derartigen Verhandlungen oder mit neuen Ausgleichsvorschlägen hervorgetreten sind, als legitimierte Vertreter der beiden Parteien gelten können. Vielmehr sind au dieser Diskussion bisher fast ausschliesslich Juden und Araber beteiligt, denen eines gemeinsam ist: Die Gegnerschaft gegen den Teilungsplan und gegen den Gedanken eines selbständigen jüdischen Staates. Auf dieser Basis bat beispielsweise schon, vor längerer Zeit eine Unterhaltung zwischen, dem Kanzler der hebräischen. Universität. Dr. M a g n e s , und einem Verwandten des Mufti. Mus a Hussein.!, der gegenwärtig als arabischer Propagandachef in England weilt, stattgefunden. Selbstverständlich dürften, beide Partner von durchaus verschiedenen Voraussetzungen und Zielsetzungen ausgegangen sein. Trotzdem hat der Araber jetzt in einer öffentlichen Rede wieder an diese Unterhaltung erinnert und seine Zustimmung zu Dr. Magnes' Vorschlägen erneut betont. Wenn die verantwortlichen, jüdischen Institutionen von dieser Art der Friedensverhandlung bisher abgerückt sind, so hat dies seine guten. Gründe. Auch die führenden jüdischen Staatsmänner wollen den Frieden mit dem arabischen Nachbarvolk, und auch die grosse Jasager-Mehrheit auf dem Kougress erklärte sich aus r-ealpob"tischen Ueherlegimgen zu Verhandlungen über den Teilungsplan bereit. Aber alle diese Kreise wachen darüber, das.? eben diese realpol;tischen Voraussetzungen umi die Grundbedingungen des jüdischen Nationalheiius gewahrt werden, weil nach ihrer Auffassung nar dann, eine jüdisch-arabische Annäherung Aussicht auf Erfolg und Bestand haben kann. Der jüdisch palästinensische Politiker Medzini veröffentlichte dieser Tage im „Haare?" einen lehrreichen Ueb erblick über die jüdischarabischen Verhandlungen der neuesten Zeit. Wenige Wochen nach Ausbruch der Unruhen verhandelten jüdische und arabische Notabein über ein auf zehn Jahre zu befristendes Abkommen. Während dieser Zeit sollte ein pianmäss-iger Ausbau der arabischen Selbstverwaltung stattfinden und eine jüdische Einwanderung zugelassen werden, die etwa dem natürlichen Zuwachs der arabischen. Bevölkerung entsprechen würde. Am Ende dieser Verträg*- periode ■ sollten sich also nicht mehr 800 000 Araber und 400 000 Juden, sondern. 1,2 Millionen Araber und 800 000 Juden gegenüberstehen. Das ZahienverhäUnis würde sich also zugunsten der Juden von 1 :2 auf 2 :S verbessert haben. Dann wollte man weitersehen. Aber die Staat, aber der jüdischen Zufluchtsstätte. Vor seinen Augen steht ein Palästina, in hundert Jahren urbar gemacht wie ein Garten und bewohnt von ein paar Millionen Juden, die aufgeklärt und unternehmend sich dort niederlassen, soweit . ihr Geburtsland ihnen, keine Heimat bietet. Dieser optimistische Glaube Georg Brandes' au die Vernunft der Dinge, dieses TrotzaJIedera, das von des Gedankens Blässe nicht angekränkelt ist. spricht auch aus dem 1936 im Berti ugske-Verlag erschienenen Buch M. Friedigers. des Oberrabbiners von Kopenhagen: Land im W i e d e r a u f b a u (Landet som geoopbygges). Im Rahmen von Reiseeindrüeken nimmt er zu den Fragen Stellung, die Palästina aui wirft. In Anlehnung an Rerzls Ausführungen in ..Aüneuknd* glaubt er an eine Versöhnung des jüdischen und arabischen Brudervolkes, die in gleicher Weise aus dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufblühen des Landes Gewinn ziehen. Sonst ist das Buch deutlich von der religiösen Grundhaltung seines Verfassers geprägt. An der Spitze des Buches steht ein symbolisches, aber gewiss nicht typisches Reiseerlebnis bei der Ankunft auf palästinensischem Grund: Ein litauischer Chaluz sinkt erschüttert zu Boden, berührt mit seinen Lippen die Erde und ruft: Nun fühle ich dasselbe wie Jehuda Halevy, als er Palästinas Boden betrat. Ich habe meinen Glauben zurückgefunden, nun bin ich glücklich! Neue Wege der Palästinareportage betrat Ernst Harthern. Sein erstes Buch erschien 1934 bei Gyldendal: „Ein Jude reist nach Palästina." (In Deutsch erschien das Buch unter dem Titel „Heimwärts" und nach dem Pseudonym Niels Hoyer im Verlag von Franz Leo & Comp., Wien, besprochen in C.-V.-Zeitung Nr. 26 vom 1. Juli 1936.) Ihm ist nunmehr im Verlag Fremad ein Roman gefolgt, das den grellen Titel trägt .,M e n sehen verzehrendes Land" (Landet som fortärer sine Mennensker). Der Roman wurde von dem dänischen Arbeiterbildungsverein übernommen, der Mitträger der berühmten dänischen- Volksschulen ist. und seinen Mitgliedern innerhalb seiner Büchergilde blutigen Ereignisse des Sommer« 19S6 gingen über diese Konstruktion hinvreg. Als die Peel- Kommission nach Palästina abreiste, setzten sich wieder einige Verstän'digungsfreunde aus allen drei Lagern •— Juden, Engländer und Araber — zusammen und arbeiteten ein neues Schema aus. das man der Königlichen Kommission vorlegen wollte. Nicht die zahlenmäßige, sondern die politische Parität war die Grundlage. Ohne" Rückeiebt au? das jeweilige Bevölkerungsverhältnis sollten beide Nationen zu gleichen Teilen an der Verwaltung des gemeinsamen palästinensischen Staates beteiligt sein und ihre inneren Angelegenheiten mit weitgehender Autonomie selber regeln. Auch dieses Programm wurde nicht verwirklicht. Die beutigen Gespräche aber bewegen sich auf einer wesentlich ungünstigeren Verhandlungsgrundlage als jene beiden frühereu. Versuche. Es besteht viel Anlas* zu der Befürchtung, dass nicht eine zeitlich befristete Regelung von uns verlangt wird, sondern ein. ewiger Verzicht auf die blosse Möglichkeit jemals die Mehrheit in Palästina zu erlangen. Dafür soll ganz Palästina zum Mitglied einer kommenden arabischen Staaten- Föderation erklärt werden, in deren Rahmen die Juden — wie Musa Hussein! ankündigte — weitgehende Rechte gemessen und sogar Anspruch au? eine neue Einwanderung von. einer Million Menschen in Palästina selber und mindestens einer weiteren Million in den Nachbarländern haben sollen. Auch der bekannte Brief der Irak-Regierung an den Völkerbund und der Vorschlag des inoffiziellen syrischen Unterhäudlers bewegten sich in ähnlicher Richtung. Der Waad Le'umi als berufene Vertretung des palästinensischen Judentums und die Jewish Agency als Repräsentanz der gesamten mit Palästina verbundenen Judenheit haben wiederholt erklärt, dass nur sie allein eine Verhandlungs-vollmacht haben, und dass sie niemals einer Regelung zustimmen v/erden, die im jüdischen Nationalheim einen Numerus Ciausus für Juden festsetzt — sei es in Form einer Eiuwan derun gsbesch rän kuu g d u rch n i cht? ü dische Stellen, sei es in Form einer „ewigen Minderheit*"'. In der Oeffentlic.hkeit wird darüber hinaus noch betont, dass die jüdische Existenz in Palästina nur auf der Rechtsgrundlage der Selbstbestimmung denkbar sei und nicht in den Formen der Galuth, in der Abhängigkeit von fremden Gewalten. Schliesslich hat der Vorsitzende der Palästina-Exekutive, Ben Gurion, ausserdem noch der Vermutung Ausdruck gegeben, dass die auffällige diplomatische Aktivität der Araber vielleicht weniger auf dem ehrlichen Wunsche nach Verständigung beruhe, als auf dem Wunsche, von der Durchführung des Teiiun.gspia.nes abzulenken und Zeit zu gewinnen. So wird man vielleicht zu dem Kampf um die jüdisch-arabischen Veretandigttngsversue.be die eine abschliessende Formel finden, können: Man lehnt solche Besprechung privater. Unterhändler ab, soweit sie den Eindruck erwecken, dass sie von unseren Gegnern nur als Verschleppungsmanöver gemeint sind oder als ein Versuch, uns aus dem wichtigsten Bollwerk zugänglich gemacht. Er hat so weiteste Verbreitung erfahren. Die Kritik der Bücher war allgemein überaus lobend. Harthern mischt Dichtung und Wahrheit. Er ist in seinen Mitteln ganz und gar nicht wählerisch. In seinem ...Menschenverzehrenden Land'" ist die romantische Rahmenerzählung vou dem Referendar Simon Andermann peinlicher Kitsch. Die zu guter Letzt glücklich vollzogene Heirat Simon Andennanns mit einem Arabermädchen ist Schablone und jene faustdicke Symbolik, die wir in der gesamten skandinavischen Literatur ermüdend in allen Variationen seit langem abgewandelt finden. Undurchsichtige Familienbande, ..ihre letztliche. nicht minder mysteriöse Entwirrung, Fehlschüsse im Dunkeln, die Simon Andermann und dem Buch ein trauriges Ende setzen, und andere Klischees und Geschmacklosigkeiten aus dem Arsenal der Schundromane aller Zeiten fehlen nicht. Sie charakterisieren den Rahmen, den Verfasser, Herausgeber und Verleger offenbar für notwendig gefunden haben, um ein grösseres Lesepublikum für die palästinensische Wirklichkeit — hinten, weit in der Türkei — zu interessieren. Harthern ist aber ein gewandter Journalist. In seinem Reisebueh finden wir Schilderungen der Landschaft, die in ihrem Farbenreichtum Bildern französischer Impressionisten gleichen, wo Licht und Schatten bis in die letzten Nuancen ausgepinselt sind. In dem späteren' Roman erleben wir ein eindrucksvolles landschaftliches und historisches Panorama auf dem Hadar Tlakarmel, und zu dem besten gehört die Schilderung des Pessaebfestes in Ejn Cbarod, des Frühjahrsfestes, des Fackelzugs mit der leuchtenden Menora an der Spitze und dem abschliessenden Sederabend mit seiner Feier des durch die Jahrtausende wiederkehrenden Auszugs Israels aus Aegypten. Zwischen den beiden Büchern Hartherns liegen die arabischen Unruhen des Jahres 1936. Ueber seinem ersten Buch lag noch der frischiTöhüche Optimismus der Gründerzeit:, aus jedem Kapitel sprach die allzu schnell entunserer heutigen politischen Position, der Hoffnung auf staatliche Autonomie, herauszulocken. Darüber hinaus aber wird man es begrüssen, dass solche Debatten wenigstens wieder möglich sind. Niemand hat sich deutlicher als der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmaun, zu dem Gedanken eines wirklich gerechten Ausgleichs zwischen Arabern und Juden bekannt. Es wäre fruchtlos, darüber zw grübeln, ob die jüdische Politik früher alle Chancen in dieser Richtung ausgenutzt hat. Heute wird es jedenfalls als untragbare Zumutung empfunden, dass man dem jüdischen AsMmf, Bedingt Bestehet! Abonnenten, denen dieC.-V.-Zeitung regelmässig erst am Freitag vormittag zugestellt wird, bitten wir, uns davon durch eine Postkarte zu benachrichtigen . C.-V.-Zeitung / Vertriebsabteilung Berlin W 1B, Emser Strasse 42 Palästina ..ewige Verzichte'* als Verbandlung«?- grundlage vorschlägt in einem Augenblick, in dem das jüdische Siedlungswerk in schwerstem Kampf seine Widerstandskraft bewiesen hat. Es gibt aber auch Anzeichen, die darauf hinzudeuten scheinen, dass bei den Arabern selber langsam und vereinzelt ein echter Verstau diguugswille aufzukeimen beginnt. In der von der jüdischen Arbeiterschaft herausgegebenen arabischen Zeitschrift „Hakikat El Amr" warnt ein Mitglied einer der führenden arabischen Familien seine Landsleute davor, sich von dem Taumel einer im tiefsten Grund staatsfeindlichen Gesetzlosigkeit berauschen zu lassen. Die Gegner einer friedlichen Lösung, so meint der Schreiber, hätten bewaffnete Söldner geworben, um vor der Welt beweisen zu können, dass Palästina sich im Aufruhr befinde. Das palästinensische Volk müsse sich in diesem Kampf auf die Seite des Friedens, des Gesetzes und der Staatsauforitäl stellen. Für einen Leo-Baeck-Hain Um Leo Baeck zu seinem 25jährigen Jubiläum als Rabbiner der Berliner Jüdischen Gemeinde zu ehren, ruft der Keren Kajemet zur Stiftung eines Leo-Baeck-Hains in Palästina auf. Er bitter um Beiträge auf das Postscheckkonto des Keren Kajemet Lejisrael (.Jüdischer NationaHosdä s. V;) Berlin 28247 mit dem Ve.rm.erk „Leo-Baeck- Ehrung*'. Der Aufruf trägt die Unterschriften von. Rabbiner Dr. Alexander Alt.mann, Rechtsanwalt Benno Cohn, Lola H a b. n - W a r b u rg- Dr. Georg L u b i n s k i, Rabbinejr Dr. Ignatz M a y b a u m , Dr. Franz M ever, Dr. Michael Traub. Rabbiner Dr. Max Wien e r, Rabbiner Dr. M. W a rs c h auer und Dr. Sigmund W a s - s er mann. flammte Begeisterung eines plötzlich, erwachten Zionismus, die die epochalen Probleme de« Vorderen Orients zu Episoden verniedlichte. Dagegen trägt der Roman, in ganz anderem Masse Spuren des palästinensischen Lebensernstes und der Schwierigkeiten des Landes, das ..Erez Israel*' und „Erez Ismael" zugleich ist. Ja, selbst der reisserische Titel und die Knalleffekte der romanhaften Einkleidung sind wohl nichts anderes als die literarischen Ausläufer der lauten und brutalen Wirklichkeit, die den Schilderer eines friedlichen Aufbauwerks zwingt, zu schreienden Mitteln zu greifen, um mit den heftigen Sensationen des Alltags einigermassen Schritt halten zu können und Gehör zu finden. Zur Frühgeschichte des Zionismus Dr. S. R. Landau. Sturm und Drang im Zionismus, Verlag Neue Nationalzeitung Wie nv Theodor Herzl Jahrbuch, hrs£. v. Tul<> Xussenblatt, Dr. Heinrich G1 an z V erlag Wie n. Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Saul Raphael Landau, einer der frühesten und eifrigsten Mitarbeiter Herzls, hat unter dem Titel „Sturm und Drang im Zionismus" seine Lebeuserinnerungen veröffentlicht und in ihnen viel wertvolles Quellenmaterial der künftigen Geschichtsforschung zur Verfügung gestellt. Das Buch enthält zahlreiche bisher' unbekannte Briefe und sonstige Aeusserungen von Theodor Herzl. Nathan Birnbaum, Jacob Bemsteiu-Kohan, Hirsch Hildesheimer, Bernard Lazar-e, des Reichskanzlers Fürsten Bülow, des ehemaligen österreichischen Finanzministers v. Bilinsky, des Wiener Oberrabbiners Güdemann und" einer Reihe von Persönlichkeiten. Wer Herzls Tagebücher gelesen hat, wird sich erinnern, dass Landau dort an einigen Stellen heftiu angegriffen, wird, während er in Herzls Anfängen als sein Freund und Helfer figuriert hatte, dem Herzl die Vermittlung wertvoller politischer Bekanntschaften verdankt. Die Landauscbe Ue-

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