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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-16 · 29 (16.7.1936) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
29 (16.7.1936)
Date
1936-07-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1 Mt&mit £$UeU um die unforhr nehmen. Die [■ nen Gewehre, gefunden zu ha Truppen wiedo echeinlich aber Landarbeit wieder aufzut nur. ob sie die vergrahe- 'iien inan nicht allziiviele lemt. nach dem Abzug dnr ■orholen werden. Wahraucii dieser .Vorslops der Reglerungsgewalt ein« ernüchternde Wirkung auf die Mitglieder der Terrororganisatiopen ausiihen. nicht zuletzt deshalb, weil schon nach len bisherigen Nachrichten feststeht, , d:a.ss mindestens zwölf Araber gefallen und zahlreiche verwunde! worden sind. Auch diese Verluste hätte man vielleicht vermeiden können, wenn es rechtzeilig gelungen wäre, durch energisches Durehgreifen die Bildung der Banden von vornherein zu verhindern — ganz zu schweigen von den unschuldigen Opfern auf seilen der Juden und Engländer, deren Zahl sich gerade in den letzten Jagen weiter vermehrt hat. . . Die 13. Woche In einem Augenblick, in dem in London um 'da? Oh -oder. . Oh-nichfein,er .sofortigen Ein- ■ wanderungf'perre zwischen - Regierung -und Führern d-r -Jewish 'Agencv - schwer gekämpft wird, gewinnt, der hortgang de,- Unruhen ernsteste -politische Bedeutung. Aber es ist nicht der einzige. Zusammenhang, in dem sie betrachtet -'werden müssen. Die. Ereignisse selbst, die Kette der Angriffe auf Kolonien, Häuser »ml 'Verkehrsmittel, die Liste der Toten, die sich .wiederum um vier vergrössert 'hat — dies alles trägt auch sein eigenes schicksalsschweres Gewicht. Wir berichten im folgenden über die Vorgänge, der Woche. Am, 7. Juli wurde der aus Beirut stammende zwanzigjährige Eliiahu Said in der „Nähe des Makkahi-Sporlplalzes in der Vorstadt llatikwa hei Tel-Aviv erschossen. Unmittelbar nach diesem Vorfall'trafen starke Polizei- und . Truppenabteilungen unter dem Kommando von Major Hearington ein. die die Umgebung der Mordslellp sorgfältig durchsuchten. . Zwei. Meter vorder Polizeistation im Jerusalemer Viertel Neve Schalem explodierte eine Bombe. Zwei jüdische Polizisten, der zwanzigjährige Jude Laciimann lind der zweiund- . zwanzigjährig-- Ascher Bergmann, wurden leicht verwundet. Verletzungen an beiden Beinen erlitten an. mrden, der neumindzwanzigjübr'i.go buchai-iS'-lif. .[„de Chaiin Oscberoff und der zwi'iund/.v.anzigjährige. Seew Gold. ferner wurde,, Jacob Aströg. Chain«' Amai, Zwi Dagajew mul der Knabe Abraham Zinoff leicht verwundet. Alle Verwundeten wurden in das IL'id iss.-,-Krankenhaus gebracht. Auch in Jaffa explodier!-!«• zwei Bomben, doch wurde niemand verie'/.t. Ein englischer Offizier und ein Soldat wurden auf dem Weg von Tulkerem nach Nablus, durch Schüsse aus dem Hinterhalt verwundet. Beschossen wurden auch die Siedlungen llatikwa und ftchechunat Moledet und die Polizeistation in Bajit Wegan. . Militär erwiderte Schüsse auf Ain Charod. Man sah, wie sechs Araber entflohen. Verwundet wurde niemand. Zu kleineren Schiessereien kames auch bei der Siede-, hing Kalandia in der Nahe von Jerusalem und bei dem Polizeiposten von Bet Dajan. Von den Gilboa-Bergen wurde heftiges Feuer 'auf jüdische Arbeiter in den Weinbergen von Tel- Jotssef eröffnet. Angesichts dieser wieder aufflammenden Terrortätigkeit richtete am Abend des 7. Juli der High Commissioner Sir Arthur Wauchope in einer Rundfunkansprache einen Appell an alle Männer und Frauen Palästinas. Er legte die Folgen weiterer Gewaltakte dar und forderte die Wiederherstellung der Ruhe im Lande. Er erklärte, dass die der Regierung zur Verfügung ■ stehenden Kräfte wesentlich verstärkt worden' seien und nötigenfalls noch weiter verstärkt werden würden. Die Regierung werde von ihrer Macht. Gebrauch machen, um der verbrecherischen Friedensstörung ein Ende zu bereiten. Trotz-dieser-erneuten Drohung-verlief auch d e r 8. J u Li unruhig genug. Die Jerusalemer. Vorstädte-Jefei,iokf. Talpiot und Mekor Chajim wurden beschossen. Jüdische Sonderpolizei und T.rupnenabteilungen erwiderten das Feuer und scMbgen die Angreifer zurück. jaMaW* Ein schwerer Angrifjjpuf Ain Charod begann um 0 Uhr abends, als die jüdischen Arbeiter von der Arbeit in den Pflanzungen am Abhang des Berges Gilbna zurückkamen. Sie wurden eine halbe Stunde lang vom Gipfel des Berges aus mit einem Kugelregen überschüttet. Die Wächter der,Siedlung wehrten den Angriff ab,, liarhdem sie Verstärkung durch eine Maschinen-, gewohrabteilung erhalten hatten. Bei der Säuberung der Berge bei Nablus sind Wieder sechs. Araber erschossen worden. Bei Deir Zara wehrten Truppen einen lieberfall ab.. Es wird vermutet, dass die Angreifer hierbei Verluste erlitten. Auf die Siedlung Bajit Wegan wurden von einem -Wadi aus dreissig Schüsse, abgegeben. Jüdische Hilfspolizisten wurden in den Wadi entsandt, um ihn zu durchsuchen. Der englische Soldat Mavers ist seinen am Montag bei der Besrhiessung einer Truppenahteilung aus dem Hinterhalt in der Nähe von Tulkerem erlittenen Verletzungen erlegen. Er ist der fünfte Engländer, der den Palästina-Unruhen zum Opfer gefallen ist > Auch auf die Kolonie Kerkur ist am gleichen Tage ein Angriff verübt worden. Es wurden 400 Schüsse auf die Kolonie abgegeben. Der Angriff wurde durch das Maschinengewehrfeuer einer zur. Verstärkung, herangezogenen Truppenahteilung . abgewiesen. Eiü eskortierter Transport, der von Tulkerem nach Süden abging, wurde hei Anabta’ beschossen. Die Eskorte erwiderte das Feuer und jagte die Angreifer in die Flucht. Verluste wurden nicht gemeldet. Bei Bethlehem wurde ein Polizeiauto beschossen. A m 9. Juli wurde über die Strassen in Sämaria sowie über die Städte Nablus und Dschenin der Ausnahmezustand verhängt. Auf das jüdische Viertel Rechavia in Jerusalem wurden von dem benachbarten Wadi aus Schüsse abgegeben. '. Eine unter Bewachung von Haifa nach Tel- Aviv fahrende Autokolonne, die aus zwei jüdischen Autobussen und mehreren, mit Truppen besetzten Lastwagen bestand, wurde zwischen Dir el Shärk und Nur el Schemesch von einer bewaffneten Araberbande überfallen. Einer der ersten Schüsse traf den Chauffeur des an der Spitze der Kolonne fahrenden Autos. Er verlor die Herrschaft über seinen Wagen, der einen Abhang hinunterrollte und umstürzte. . Durch den umstürzenden Wagen wurde der Arbeiter Hitfsrh Ber, der aus Russland eingewandert war. getötet. Der aus Deutschland eingewanderte 30jährige Max Garmien wurde schwer verwundet. Ausserdem wurden zwei Soldaten und fünf Passagiere leicht verwundet. Ein anderer Transport wurde bei Dschenin angegriffen. Die Angreifer entflohen, ale die Polizei da* Feuer er- . widerte. Bei Birkat Batich wurden vier Dunam eines Waldes der PICA niedergebrannt, nachdem schon vorher ein Brandstiftungsversuch vereitelt worden war. In beiden Fällen hatten Araber pefroleumgetränkte, brennende Lappen aus vorbeifahrenden Zügen in den Wald geworfen. Ekron wurde von zwei Seiten beschossen, eine Anzahl von Bäumen wurde ausgerndet. Jüdische Hilfspolizei und Polizei aus Rechowot schlug die Angreifer zurück. Auch der 10. .T u 1 i brachte einen schyeren Ueberfall auf einen Autobus. Bei Arza wurde der Autobus, der nach Feierabend die Arbeiter des Stpinbruchsder Industrial und Financial Corporation Ltd. (Ifico) bei. Moza nach Jerusalem beförderte;, bei Arza von einem mörderischen Feuer empfangen. ‘Der zwanzigjährige Elektrotechniker .Joseph Ratz wurde getötet. der 27jährige Joseph : Pesach und Jakob Israeloff wurden schwer und drei weitere Är- beiter, der 34jährige Aniiel Zalkind. der 52jährige Jemenite David Alchazim und der 33jährige Schlomo Frank leicht verwundet. Ambulanzen des Roten Magen David und Truppen wurden an den Schauplatz des Feuerüberfalls gesandt. Die Verwundeten wurden in das Hadassakrankenhaus gebracht. Das Militär hat die Verfolgung der Angreifer aufgenommen. In Ain Karen wurden im Zusammenhang mit dem Feuerüberfall bei Moza sechs Araber ver- Die Jerusalemer Vorstädte Sanhedria und Arza wurden beschossen.' Verletzt wurde niemand. In der Nähe des Waffenlagers der Kriminalpolizei auf dein Russischen Platz im Zentrum Jerusalems explodierte eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Am 11. Juli ist eine Polizeiabteilung, die Nachforschungen wegen eines Viehdiebstahls anstellte, bei Migdal von einer aus dreissig bewaffneten Arabern bestehenden Bande ange- griffen worden. Bei Lydda ist eine Militärpatrouille heftig beschossen worden. Vereinzelte Schiessereien wurden aus jüdischen Siedlungen im Ernek und aus der Umgebung von Tiberias gemeldet. Polizei und Siedler haben keine Verluste erlitten. Bei Moza wurde der jüdische Hilfspolizist Dow Deitler durch Zufall ver- . wundef. Auch zwischen Hebron und Ber Schewa wurde eine Patrouille beschossen. In dem Dorf Kubeiba bei Jerusalem sind 1300 Bäume in einer arabischen Kolonie ausgerodet worden. Wächter in den Weingärten von Sichron Jakob 'wurden aus dem Hinterhält beschossen. Einer von ihnen wurde schwerverletzt ins Hadassakrankenhaus nach Haifa gebrächt. An der Peripherie von Tel-Aviv ist eine jüdische Röhrenfabrik niedergebrannt worden. Es kam ferner, zu einem heftigen Angriff auf Newe Jaakow. Eine grosse arabische Bände besetzte Gräben und überschüttete die Siedlung mit einem Kugelhagel. Aus Ramalla und Jerusalem wurden Truppen herangebracht, die mit Hilfe von Leuchtraketen die-Stellung der Angreifer feststellten und diese durch Maschinengewehrfeuer vertrieben. r Am Sonntag, dem 12. Juli, ist es in der Neustadt von Jerusalem zum erstenmal zu einem Revolverattentat bei hellem Tag gekommen. Der jüdische Kaufmann Isac Gehen wurde in der Nähe seines Geschäfts in der Mamillastrasse, wenige Schritte von einem Polizeiposten entfernt, von Arabern angeschossen und durch zwei Kugeln verwundet. Cohen wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Angreifer sind entkommen. Der 31jährige gebürtige Palästinenser Adam Lipkin, der auf der Eisenbahnstation in Lydda beschäftigt war! ist infolge eines unglücklichen Zufalls durch Revolverschüsse eines englischen Soldaten getötet worden. Lipkin, der eine Frau und Kinder 'hinterlässt, istdas 44. jüdische Todesopfer der Unruhen in Palästina. Ein wanderungssperre? In den letzten Tagen herrschte in den jüdischen Kreisen Palästinas vielfach die Befürchtung, dass noch, vor dem Eintreffen Mer Königlichen Untersuchungskommission die Einstellung der jüdischen Einwanderung angeordnet. werden würde., Die Gerüchte wurden durch eine Jerusalemer Meldung des londoner „Daily Herald“ scheinbar -bestätigt. Nachdem diese'Gerüchte von massgebenden' . Stellen zunächst als unbegründet bezeichnet wurden. wird jetzt wiederum mitgeteilt, dass von . Palästina ständig-ein starker Drück auf.die Londoner Regierung-zu-dem Zweck ausgeübt wird, die Einwanderung .vorübergehend . einzustellen und die Untersuc-hungskommission sofort zuentsenden. Die zionistischen Führer in London versuchen die Regierung zu bestimmen, an ihrer , früher bekanntgegebenen Politik festzuhalten, "f der Gewalt keine Zugeständnisse zu machen und die Königliche Kommission nicht zu entsenden, - bevor die Ordnung in Palästina wiederhergestellt ist. Die Regierung scheint daraufhin ihre für sofort geplanten Schritte zurückzustellen und zunächst weitere Anstrengungen zu machen, um , die Ordnung in Palästina wiederherzpstellen. Die Gefahr einer sofort befristeten Einwanderungssperre kann jedoch im Augenblick noch nicht als behoben bezeichnet werden. waschen und rasieren ' müssen, aber hinterher ist. jeder \vi<- neu geboren. Den Mädchen, die nebenan das Duschen noch 'mit einem langen Schwatz verbinden,- geht? ähnlich. Vor allen Dingen: man hat hinterher nichts mehr zu tun. Die Miklachat trennt Arheits- und Freizeit. Heinz Warschauer (Fortsetzung folgt.) Ein Prozess um Shylock Ende Juni 1936. Ostern fand hier ein öffentliches -liler.irisciies Gericbtsverfalrrn Mail, ein Schaupro/os? um Shylock und U'mkespe:«, o. die .Habinia und. ihren verantwortlichen Regisseur. Mitte Mai halte die Habinia den, ..Kaufmann von \ en.-dig" herausgehrarhl, und der Umstand, dass in diesen« Drama die >/ene wortwörtlich zum Tribunal wird, ermunierie -Mmch-am zu der Idee, .nunmehr .die ganz.t‘'Szene.als solche aufs Tribunal zu bringen. Es ging hier übrigens nicht, was an sich nahe!fegt ■ und'sicherlich auch ergiebig 'warm-um eme.-Revision. des eigentlichen Sh\ lock-Rro/esses (ich erlebt.' einmal, m euer hehrnisdien Veranstaltung, aiisse-ihalli .!'a'Ia.-1 eine -Revision des Falles Spinoza und des Anathema seitens der svnago^e), sondern tun drei, wenn man ■ so will, ganz kindliche Fragen: erstens, durfte Shakespeare dieses Stück schreiben?, ■ ■zweitens durlie ein- Habinia es aufführen? dritten-, durl'.e der .Regisseur es inszenieren — >. j.* pp o> ins/.en : hat'.’ Der M-k! Staats:« mw’il! plii lierle latsäci llljc h für S chul-' Män digspn g 1 i r--e r dr.-i B ekl agten. auch Kr —Di aho Man das vo h Re rinlies nach \ irrM .Rin ne. die r'ktr ab ■spielte . auf der Pri ' völlige n Er. Moli nd Di- /.en der heb:;iim Lite ratiir Go!> bildet. ,?!U"Mer- und Bo isit/erl Glie¬ Red «t be gium; den Vorsitz führte » -iu Mann, der gestellt-, ka aurh von Berufs wegen Richter ist: Die Anklage präsentierte Zeugen, die Anstoss genommen hatten; die Verteidigung berief sich in der Hauptsache auf bereits geschriebene oder gedruckte Urteile. Als Gutachter war der Uebersetzer des Stückes bestellt. Es gab wohl kein Problem der 'Shakespeare-Philologie wie insbesondere der Shylock-Literatur, das nicht herangezogen worden wäre:, der Schatteipdes berüchtigten Leibarztes Lopez der Königin Elisabeth von England tauchte auf,-Marlowes „Jude von Malta" erstand aus der Vergessenheit, auch der Meinung des Rechtsgelehrten Rudolf von Ihering wurde gedacht. Der Regisseur, in der Rolle des Angeklagten. verteidigte sich in deutscher Sprache.; ein Dolmetscher stand - ihm zur Seite. Der unbestrittene Höhepunkt der Veranstaltung war die Rede des Verteidigers. Hier fiel auch, in einem Nebensatz, die unumgängliche Anspielung auf die augenblicklichen Verhältnisse im Lande: das Wort „Hawlaga" (gelassene Haltung, Selbstbeherrschung), zunächst unbewusst - ausgesprochen, erweckte sogleich Assoziationen, denn es ist zurzeit neben .„Pezaza“ (Bombe), das meistgedruckte Wort in der hebräischen Presse ... Die Aufführung, als solche stand ausserhalb der Debatte^ doch hätte sie eine eigene Auseinandersetzung sehr wohl verdient. Vor Gericht-,wurde die Frage aufgeworfen. ob das Drama als Lustspiel oder . Trauerspiel ■ aufzufassen sei, und der Re- ' liirte hierzu, es sei eigentlich ein '.ber gerade die -Unwirklichkeit ■aft der Verzauberung, die dem gnen bzw. von ihm ausstrahlen. ser Aufführung ' ab. Am stärken die komischen Episodisten: von Marokko, ein herrlicher der Dien 'Vagabund Lanzelot •hon Porzia. an sich von der zu hinten.Heroine des Theaters dar- . ihres Spiele? hier, nicht zu der gewohnten Wirkung. Der Reiz der Vorstellung lag in etwas anderem, in der Vertauschung der Rollen sozusagen gegenüber der abendländischen Uraufführung desselben Stücks: damals Shylock von einem Christen gespielt, hier selbst sein Widerpart von einem.Juden. Auch war deutlich zu spüren, wie das gesamte Ensemble, unabhängig von der Freude jedes einzelnen an seiner Rolle, die Judenfrage, die-das Stück stellt, als-seine eigene empfand, und das verlieh der Vorstellung eine unnennbare Nuance, die unter, einem .anderen Himmelsstriche vielleicht nicht möglich gewesen wäre. „ Das.Hauptinteresse, sowohl im Theater, wie im Diskussionssaale, verdient jedoch das Publikum, das einen in seiner Aggressivität rasend machen, in seiner Naivität riih- Ben, in seiner unbedingten primitiven Geistigkeit — gleich fern von sogenannter Intellektualität wie vom Bildungsphilistertum — geradezu hinreissen muss. Enianuei bin Gorion. Palästina-Kultur Das satirische Theater - „M state" (Der Besen) hatte, mit seiner 49. Premiere, den« iZeitbild . „Ghalom . Le.jl Kenaan" (Kanannüischer 'So.mmeniachtst.raum) von Abraham Awidori, einen seiner grössten Erfolge. Die „H a b i m a" bereitet als nächste Erstaufführung (Ende Juli) Schillers „Wilhelm Teil'4 in der U ebersei zu ng Bialiks vor. Regie: Leopold J e s s n e r. Die bürgerliche Tageszeitung’„H a a r e z'4. die älteste im Lande, hat seit dem 1. Juli (wie schon vorher die Zeitung „Dawar'4) eine tägliche Abendbeilage für den Einwanderer .mit vokalisiertem (punktierten« Text) eingeführt. Der S t v b e 1 - V e r 1 a g in Tel-Aviv brachte eine einbändige Auswahl der Schriften Aaron David Gonions, des Vorkämpfers für jüdisches Bauern- und Arbeitertuui, heraus. Wirtschafts-Nachrichten Am 9. Juli begann im ganzen Lande der „Monat, der Tozeret Faarez und Avoda I w r i t“, der heimischen Produktion und jüdischen Arbeit, die. insbesondere die Ver- . braucher aller Schichten an „ Bevorzugung jüdisch-palästinensischer- Erzeugnisse aus Industrie und Landwirtschaft gewöhnen . soll. Schon vorher hat eine lebhafte Propaganda zugunsten der jüdischen Schiffahrt und des Hafens Tel-Aviv eingesetzt. Wie wichtig es ist, auf all diesen Gebieten wenigstens ein gewisses Mindestmass von jüdischer Selbstversorgung zu erreichen, haben die letzten Monate bewiesen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die jüdische Wirtschaft auf einen stetigen und aufnahmewilligen Inlandsmarkt stützen kann. Damit wäre auch einer günstigeren Gestaltung - der Produktions- und Verteilungskosten der Weg geebnet. Denn es kann, keinem Zweifel unterliegen, dass die Tendenz zu gewissen Preissteigerungen, "die sich heute auf vereinzelten Gebieten infolge der fehlenden arabischen Lieferungen bemerkbar macht, im Widerspruch steht zu den gegenwärtigen Einkemmensver- . hältnissen weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung. M . Eine in der palästinensischen Presse veröffentlichte Zusammenstellung gibt eine inter- . essante llebersicht über die Aufwendungen des Keren Kajemet, des Keren Hajessod und die Abteilung für Ansiedlung der. Einwanderer aus Deutschland bei der Jewish Agency in der Periode von Oktober_1932 bis März 1936, also in den für die Einwanderung deutscher Juden besonders wichtigen dreieinhalb Jahren. Insgesamt betrugen die Aufwendungen dieser drei öffentlichen Stellen in diesem Zeitraum 2,07 Millionen LP, davon mehr als die Hälfte in den letzten anderthalb - Jahren, in denen die Budgets kräftig heraufgesetzt worden sind. 6,98 Millionen LP stammen vom Keren Hajessod, 0,81 vom Keren Kajemet und 0.27 von der deutschen Abteilung. Nach den Verwendungszwecken gliedern sich die Aufwendungen wie folgt: Bodenkäufe '705 000 LP, ' Landwirtschaftliche Siedlung 555 000; LP, Einwandererfürsorge und -aus- .- 'Bildung 276 000 LP, Erziehung und Kultur 110 000 LP, Arbeit und Wohnsiedlung (Arbeiter- 1 Wohnungen, Arbeitsämter, Berufsschulen uew.) 85 OftO LP, Investitionen, hauptsächlich bei öffentlichen Wirtschaftsunternehmungen. Wassergesells'-haften usw. ' 105 000 LP, Gesundheitswesen. Abteilung für Handel und Industrie, . Verwaltung und verschiedene ■ Ausgaben 231 000 LIV Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Aufwendungen wie Bödenkauf,'. Investitionen u. ä. nicht um Ausgaben ä fonds perdu, sondern um Anlagen handelt, und dass für Gesundheits- und Schulwesen sowie religiöse Institutionen zum grossen Teil die Knesset Israel bzw. der Waad Leumi zuständig ist. dessen Etat indiesen Ziffern nicht enthalten ist. ■ '] Palästina hat jetzt fünfmal pro Woche Luftpost Verbindung nach Europa und zugleich die schnellste Postverhindung. die es je von dort nach Europa gegeben hat. Ausser dem bisherigen dreimal wöchentlich verkehrenden Fing-, dienst der Imperial Airways wird zweimal wöchentlich eine Maschine der Iv L. M. fliegen, die den Weg nach Amsterdam in eineinhalb Tagen und die Strecke bis Halle Leipzig, sogar in einem Tage zurücklegt. Diese neue- Verbindung geht jeden. Dienstag und Sonn* . ab e n.d nachmittag aus Palästina, so dassalso,, wenn die angekündigte Fahrtzeit eingehalten wird, die Sendungen bereits am zweitnächsten Tage in Europa sind; Für die Benutzung dieserholländischen Luftlinie gelten besondere Tarife; auch müssen die Sendungen mit den« Vermerk versehen sein, dass sie auf dieser Linie befördert Professor John Gerstarig beginnt, auch in* der Gegend von Akko (in der Nähe der Haifabucht) Ausgrabungen zu veranstalten. Schon bei den früheren Ausgrabungen in Palästina fand ,man die Ueberreste alter Kulturepochen schichtenweise übereinander, da jede neue Epoche auf den überwebten Trümmern der vorangehenden , aufbaut. So drang man durch die Schicht aus der die Ausgrabungen in Jericho gingt der israelitischen Eroberung unter Josua und aus der^Periode Abrahams vor. bis man in der 16. Schicht . die Ueberreste des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts und in der 17. (!) die Ueberreste einer Zeit fand, die die Archäologen als sechstes vorchristliches Jahrtausend bezeichnen. 3 -

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