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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-16 · 29 (16.7.1936) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
29 (16.7.1936)
Date
1936-07-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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LSi,,örM XV. Jahrg. I Nr. 29 Berlin, 16. Juli 1936 Preis 10 Pfennig entralerein- ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS Geschäftsstelle (Verlag, Schriftlcitung, Anzeigenannahme, Vertriobsabteilung'i: Berlin W l.i, Emser Strasse 42. Fernsprecher: J2 Oliva 8141-^-15. Telegrammadresse: Contrnlglaubrn, Rerlii Die „C.-V.-Zeitung1ersehe!»* wöchentlich am Donnerstag. Redaktionsschluss: Dienstag. Bestellungen nimmt jedes Postamt und die Geschäftsstelle entgegen. Zustellung erfolgt du durch den Postboten erhebt. — Bezugsgebiihren: Abonnement vierteljährlich 99 Rpf. (Ausland 2,30 -RM. 'umgerechnetin die Landeswährung') einschliesslich Zustellgebühren. F.m/.olnuntm - 10 Rpf. (Ausland 20 hpt.i. Im Palle höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückvergütung der gezahlten Beträge. — Anzeigengebühren: 'Preisliste 5 gültig. Die 12gcspaltcno Milümeter-'/.eile 20 Kpl., fiir Stellengesuche 10 Rpf.. für Familienanzeigen 16 Rpf., -weitere ermässigte Grundpreise siehe Preisliste. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung. — Anzeigenschluss: Dienstag. Platz-, -und D.itcnvorscliriften ohne Verbindlichkeit. Postscheckkonto: Berlin 705-14. die Post, die. die Gebühren 10 Rpf. (Ausland 20 Rpf.). Die Zerstreu liitg der Juden ülrer die Lrde Wir Haben in den Monaten Januar 1935 bis Juli 1936 die Aufsatzreihe über die Zerstreuung der Juden, über die Erde aus der Feder des bekannten Statistikers Dr. Erwin R a iv i c z veröffentlicht. Nachdem der Verfasser bisher die Verteilung der Juden in' den Fs;* ■ deinen Erdteilen und Ländern geschildert hat, gibt er nachstehend einen Gesamtüberblick über die Verteilung der Juden in der gesamten Welt. Mit dieser Zusammenfassung findet die viel beachtete Aussatzreihe ihren Abschluß. Dis Schriftleitung. In den 42 Abschnitten dieser Aufsatzreihei ' die seit dem Beginn des vorigen Jahres an dieser Stelle erschienen sind, ist versucht worden, ein greifbares Bild der Wirklichkeit zu geben, die den alten und doch nicht veralteten Begriff von der Zerstreuung der Juden über die Erde in'Vergangenheit und Gegenwart rechtfertigt. Keine Religionsgemeinschaft und keine Schicksalsgemeinschaft, keine Volksgruppe und kein Volk der Erde hat eine so uneingeschränkte geographische Aufsplitterung' zu verzeichnen wie die Juden. Aus dem Staatsvolk mit dem denkbar stärksten religiösen Fundament ist in zweieinemhalben Jahrtausend eine Vielheit jüdischer Menschen geworden, die — wenn überhaupt —nur sehr schwer einer begrifflichen Bestimmung zugänglich ist. Die Statistik der meisten Länder hat in moderner Zeit fast ausschließlich an die Voraussetzung der religiösen Zugehörigkeit zum Judentum angeknüpft, Gesichtspunkte eines völkisch bestimmten Judentums sind erst in neuester Zeit in das BliÄfeld bevölkerungspolitischer und damit bevölkerungsstatistischer Betrachtung getreten. Die -jüdische Statistik, deren primitive Anfänge fast mit denen jüdischer Geschichte B u ch d e r K ö n ige. im B u ch S a m u el. Rach der Ueberlieferung soll am Berge Sinai eine Zählung stattgesunden haben, deren Zahlen bis auf den ' heutigen Tagerhalten sind. Zu Lebzeiten des Königs David wurde eine. Schätzung vorgcnommen. auf Grund deren spätere jüdische Geschichtsschreiber aüs eine Gesamtzahl von 4 Millionen Juden in dem damaligen jüdischen Staate gefolgert Haben. So zweifelhaft diese letzte Ziffer in ihrem absoluten Werte ist, so wichtig ist sie als Anhaltspunkt: sie zeigt, daß innerhalb der damals natürlich viel weniger dichten Besiedlung der Welt die Gesamtzahl der Juden unter der Erdbevölkerung eine viel größere Rolle gespielt hat als zu einer späteren Zeit. Ueber die Jahre um den Beginn der christlichen Zeitrechnung finden sich zahlenmäßige Angaben im ..Jüdischen Krieg" von Joseph u s, in den ..Historiae" von T a c itus und. schließlich auch bei dem griechischen Philosophen P h i l o . nach denen moderne Historiker im Gesamtgebiet des Römischew Reiches auf eine. Zahl won 4J4 Millionen Jude:>Edssen. - , . Statistisches Dunkel liegt über den folgenden Jahrhunderten, in denen die Zerstreuung der Juden immer weitere Fortschritte macht. Dunkel liegt über den Bevölkerungszahlen aller Völker und Menschengruppen im Mittelalter. Das einzige, was hinsichtlich der Juden historisch nachweisbar ist. sind negative statistische Angaben: nämlich über die: Verluste des Judentums-durch Verfolgungen, durch erzwungene Uebertritte zu anderen Glaubensgemeinschaften. Erst mit der. beginnenden Neuzeit, etwa am Anfang des 19. Jahrhunderts, kann der Versuch unternommen werden, ein Bild von der Zahl der Juden im Rahmen der Bevölkerung der ganzen Erde den Einengungen des Ghettos gelöst, zum Durchbruch kommt. Für die Zeit um die 'jjttttc des 10. Jahrhunderts gibt es einen statistisch sehr wichtigen Anhaltspunkt für die (Gesamtzahl der siudeu in den Angaben des Freiherrn v. R e d e r n , die im ..Indischen Bolksblatt" des Jahres Id'.O der jüdischen Welt übermittelt wurden. Die Bedeutung dieser Zahlen für die historisch - statistische Forschung der Inden ist deshalb eine besondere, weil dieser Autor als .eine .-.bekannte .Autorität ans dem Gebiete der Statistik" gilt. Ans Grund seiner Einzelangaben ergibt sich auf 500 000 bis 000 000 zu schätzen, in Amerika hatten sich um 1850 bereits etwa 50 000 Inden ängesiedelt. So ergibt sich für t 8 5 0 aufde m g a t.t z e n E r d b a t l etwa eine^Zahl von t .0 bi S -t. 2. i l l i o n c n R.'it dem wirtschaftlichen Ausstieg in der Mehrzahl der zur Jndnstrialisiernng übergehenden Länder, mit der fortschreitenden Gleichstellung der Inden sin.itihren Mitbewohnern in den Ländern, die ihnen zur Heimat geivorden sind. hält das Lllatchstnin mit. dem rapiden Steigen der VevölkerimgSzahten in dein ansblnhenden Lande Schritt, zum Feil ist das Tempo des jüdischen . Bevölkerungszuwachses ein schnelleres: die großen hNgienischen Err.nngenschasteii auf dem Gebiete der Verminderung der Sänglingsiteroliehkeit setzen si'ieh bei den Inden, sobald sie vom Ghetto befreit ivareii. im hesonderen Platze durch. die Verlängerung der Lebeiisdäiier auf Grund der sortsehreiteitden «Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllll» Die Z»IrI der Juden unk dein Erdball Mitte .1938: Europa Amerika zusammensallen. hatte es in den Zeiten bes-, "mäckw Un7groß Ä m l i d her üi d i eigenstaatlichen jüdischen Lebens leichter: da- ' machen. Eine luötmier mip mals deckte sich die religiöse und die völkische Abgrenzung der Massen. Es ist sehr charakteristisch und es wirft auf das jüdische Gemeinschaftsgefühl schon im tiefsten Altertum ein sehr bezeichnendes Licht, .dnß es Größenordnungen für die damals in einem Lande lebende jüdische Gemeinschaft schon in biblischen Zeiten gibt. Natürlich haben diese Zahlen, die sich aus früheste Zeiten beziehen, nur sehr problematischen Wertes find nicht Statistiken im heutigen' Sinne . des Wortes, aber es sind doch Teilangaben' für einzelne Ausschnitte des damaligen jüdischen Lebens, die zu Schätzungen von'Zeitgenossen oder zu nachträglichen Berechnungen führten, denen der historische Statistiker wenigstens die Bedeutung von Anhaltspunkten zuerkennen darf. So hat man für die jüdische Bevölkerung auf der Erde mehr solche Anhaltspunkte ihrerzahlenmäßigen Größenordnungen in alttestamentarischen. Zeiten und auch noch später, als für andere Menschengruppen. Im' A l t e n- T e ft ex m' e n t finden sich Berichte von Volkszählungen der jüdischen Stämme: so in den Büchern Mo s e s. im Diese Nummer umfasst 20 Seiten Sie enthält u. a.: Hauptblatt: Eastend-Debatte im Londoner Unterhaus. 1. Beiblatt: Offener Brief an eine Mutter, von Professor Curt Bondy. — Haym Salomön, von Dr. E. Fr-l. — Schach- 2. Beiblatt:- Ein Geschlecht wandert durch die Jahrhunderte, von Dt. Hans Kalisch. - 3. Beiblatt: Palästina-Umschau. 4. Beiblatt: Sportblatt. — Wirtschaft der Woche. nichtjüdischer Schriftsteller und Historiker des Vergangenen Jahrhunderts hüben bei ihren Forschungen nach den Völkergrötzenvcrhält- ' nissen auf der Erde Zusammenstellungen der Gesamtzahl der jüdischen Menschen gemacht. Der erste Jude, der einen solchen Zusammenstellungsversuch unternommen hat. ist. soweit der Verfasser sieht, Alfred N o s.s i g . in ' seinem Entwurf einer Demographie des jüdischen Stammes. Nach Nonig hat sich dann Arthur R u p Pin seit der Jahrhundertwende um die jüdische Statistik schlechthin und auch um die Schätzung der Gesamtzahlen der jüdischen Bevölkerung ans der Erde bemüht. Den Arbeiten dieser Beiden gehen Vorarbeiten nichtjüdischer Historiker voraus. so von Haushoffer. von Fournier de Fla i x. von I o r d a n . W i t t e . K r o s c . M u l h a l l. in neuester Zeit folgen dann die Untersuchungen der großen, internationalen statistischen' Stellen, des Geographen Hübner und schließlich der großen jüdischen Institute in den Zentren jüdischen Lebens der - Gegenwart. Alle diese Arbeiten erlauben es. etwa vom Jahre 1800 ab eine Entwicklunqsreihe der jüdischen Bevölkerung aufzustellen. Dabei muß jedoch daraus hingewiesen werden, daß es sich bei allen diesen hier herangezoaenen Quellen stets um Schätzungen. der Autoren handelt, die mehr oder weniger gut fundiert sind. Für das Ja h r 1 8 0 0 darf man eine Zahl von. '2A Millione n Juden ansetzen, die - mit zahlenmäßig' verschwindenden Ausnahmen ihre Heimat in Europa und in den Randstaaten des nichteuropüi'chen Mittel-. meerbeckens haben. Es gehen 50 Jahre ins Land, in denen sich die Bevölkerung Europas und Amerikas in gigantischer Welle vermehrt fy.it es und die Jahre, in denen in der Ueberzahl der Kulturstaäten für die Juden die Sonne der Freiheit zu leuchten begonnen hatte, in denen ihre gesunde Lebenskraft, von Deutschland . . ... . . 400 000 Litauen . . .. .1 . .. . , Estland-.• - Lettland ' . . .... . . Freistaat Danzig . . . . . Memelgebiet ....... Dänemark.. . Schweden.. ... . . . . Norwegen . , . . . . . 1 -100 Finnland ..... I 750 Ilngarn . .... . . . 440 000 Tschechoslowakei . . . . . f>,sO 000 Biilgarien ..... . - . . Kriecheiiland . . . . . . Jugoslawien ... , . . - . . Desterreich . . ... . . 1 so OlW Italien ........ Frankreich . . . . . . . Portitgak ... . Gibraltar (Engl.) ... . . Rumänien ....... Polen . . . . . . . . . Rußland (Enrop.) . . . i . Türkei (Europ.) . . . . . Schweiz ' . . ... . . . Belgien . . ... . . . Luremburg . .' . . . - -Holland . . . . . . Großbritannien ... . . , . 340 0011 Irischer Freistaat ... 1 'Ooo Europa , . , . . . . . Afrika Aegypten ..... . . > 64 000 Tripolis (Jtal.) . - . . . . . 16100 Ehrenaiea (Jtal.) ... . . . , . . 5 000 Tunis (Frk.) . . ... . , 65 000 Algier (Frk.) . -. . , 98 000 Marocco (Frk.).. 119 500 Marocro (Span,) ., ... .-, .. . 15 500. Tanger (Int.) . , . . . 15 300 Abessinien. . ..... . ..80 000’ Erpthräa (Jtal.) .... Kenya (Engl.)- . . , . . Uganda (Engl.) . . ■50 Kongo (Belg.) . . . . . 200 Vlngola (Port.) . . . . . 150 Uebriges Plirtelaicika. . . 900 Tudasrik. Union . . .. 80 000 560 000 lt ,A. . . . . . .. . . t 500 ooo Eanada Merteo.■ Salvador Honduras ’ Goslarna Panama Gilda . . . .. Porto Rico (UTA Iledriges Wcslindi^ Argentinien . . Brasilien-. . . Paraguay . . 11 r 11 n, 11 n i) . . . Vcnezncla ... . . Peru . .' . , ' Goliunlua . -.- 160 000 •*. £-" Volioien Asien siraf . : ■. . Tandi-Arafuen gem Ntißland GHhnti . Türkei (Asien) . ' . Perüen-Zran . . At'gdanislan . . . Elp na und siapan . - Nlandsrliuftio .. Vrtti'ch.sindien - . lledrig?§^n!ierasie l 100 17.500 Australien Südi^ee •Vluitrat. Tlaalenb. . . Neuseeland . . . . . -Hawai Fidi'chi-sim'- fII3Vt > Vluft-ralien Tiidiee . . . Erdball ...... ■2H 000 . 16 291 000 *) Tiefe Zahl Ol wahrscheinlich zu hoch eingesetzt. Tiefe Zahl ist luahrüheinlich zu niedrig eingesetzt. V!I!l!'!WIWIti!IIÄ!.iI!!tii'WI!IIlW!IIMMi!!!i!I!!!IIIM!!M!, für das J a h r 1 85 0. eine Gesamtzahl von -3 2 50 000 Juden in Europa, eine Ziffer, die voraussichtlich als unterer Grenzwert angesprochen werden darf. Außerhalb Europas hat jedoch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Zahl der Juden bereits beachtliche Größenordnungen angenommen: im nichteuropäischen Teil des Mittelmeers ist sie Erfolge der medizinischen Wissenschaft verfehlt nicht ihren Erfolg anä, bei den indischen Vlenschen der damaligen Zeit. Sv steigt die Zahl der Juden in der zweiten Hälfte des IO. Jahrhunderts 'sisi,e raich. 1*8 0 liegt sie bei , nähe 6- Atsi [[tonen, im Jahre 1 9 00 ist sie fast viermal so hoch wie 100 Jahre vorher, sie liegt bei der Jahr- "Xi

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