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Central-Verein-Zeitung · 1936-07-09 · 28 (9.7.1936) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
28 (9.7.1936)
Date
1936-07-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 28 3. Beiblaff PaIä§(ma-lTm§chau der C.-V.-Zeitnnö 9. Juli 1936 Siedlung und Industrie Auch eine Lehre der Unruhe-Tage * ‘ fung. aufgestellt, dass ein grösserer Teil der Einwanderung aufs Land gehen müsse. Auf . der anderen Seile aber verkennt niemand, dass der karge Raum, der zur Verfügung stellt, so gut uie möglich ausgenutzt werden muss, und •dass Hände,l und "Industrie einer grösseren Zahl von Menschen auf einer, geringeren1 Bodenflache,* produktive Lebensmöglichkeit geben können als die reine Landwirtschaft. Die llilfswirtsciiaft will die Möglichkeit schaffen., diese intensive Siedlungsforni auszunutzen und doch den neuen Einwanderer auf dem Lande Wurzel schlagen zu lassen. Diese Versuche, die natürlich'noch in den Anfängen stecken, wurden hier nur als Beispiel erwähnt für die beiden Seiten des Emblems. Schliesslich zeigen die immer häufigeren und erfolgreicheren Bemühungen uni industrielle Verarbeitung der im. Lande gewonnenen Agrarprodukte, dass auch die Landwirtschaft zur Sicherung ihres Absatzes und ihrer Expoiifähigkeit an einer leistungsfähigen -Industrie interessiert ist. Die Industrie-Ausstellung auf der Levantemessehat gezeigt, dass es zu einem erheblichen (irade gelungen ist, neue Möglichkeiten für die Eigenproduktion des heimischen Bedarfs zu entwickeln, Man sah aber auch, dass sich, abgesehen von interessanten-Versuchen auf bestimmten Spezialgebieten, ein grosser Teil der industriellen Gründungslätigkeit auf einen •verhältnismässig kleinen Kreis von Branchen konzentriert hat, die sich entweder auf heimische Rohstoffe stützen konnten — wie Lebensmittelverarbeitung. DüngemittPlfabrikatioti und chemische. Industrie — oder die von der Aufbaukonjunktur begünstigt werden — wie Eisenerzengnisse und Baumaterial — oder für die eine besonders grosse Anzahl von Fachleuten-zur Verfügung stellt, wie im Textil- -und : Bekleidungsgewerbe. Die folgende Tabelle, die freilich auf Gegenüberstellung des amtlichen Zensus von 1983 mit einer privaten Schätzung, von 193(5 beruht, zeigt, wie sich das Wachstum derTelzten vier Jahre aiff die einzelnen Branchen verteilt. Prozentuale Zunahme der jüdischen Industrie in Palästina von 1933 bis 1936. Branche iisumtel . Textilien, . lli'Ui/urlung Cliemifi . . . ttaiimalpvial . Klnktrizitat . Verschiedenes Zahl der Betriebe Investiertes Kapital In letzter Zeit hat, trotz anhaltend hoher Einwanderung von Menschen und Kapital, die Neigung zu neuen industriellen Gründungen eher nachgelassen als zugenommen. Nicht immer sind die von der Industrie abgeleiteten. Kräfte der l.amlwirtschalt zugute gekommen, was gewiss kein Nachteil gewesen wäre, sondern oft lagen sie brach, oder sie wurden garauf mehr oder minder unproduktive Abwege . ö,»drängt.- Als Hauplgrunde lur die -Svl-uvmiiig-hi.ule n der industriellen Entwicklung werden in der Reget angeführt: Ungenügende \\ irtschattsplunmig, ■ ■ungenügende Kapi.talversorgung und ■ unge- " 'nügendo Rücksichtnahme der staatlichen Han- " .de Iss und Zollpolitik auf-.die Bedürfnisse einer werdenden Industrie. Aber alle diese wirk- ■ . scliaftspolitischen Voraussetzungen", könnensieh, imdern oder doch'durch zielbewusste. Bemühungen geändert werden’. ■ l'nveränder-lic.be.'Ge- ■ gebenbeiten dagegen sind die uatui liehen Bedingungen .des Landes. Die Frage, iiir welche Industriezweige Palästina ein geeigneter Standort ist, lässt sich erst nach .Beantwortung einiger Vorfragen .entscheiden:'Finden sich in diesem - Lnude-fähige Arbeitskräfte-und kaufkräftige Abnehmer, ist seine Verkehrsinge günstig für die HerbeisVliaffung' des .erforderlichen Materials und den Absatz ,1er Produkte,-gibt es die notwendigen Roh- und Betriebsstoffe? -Durch die Fortschritte der Verkehrs- und Tndustricteclmik sowie die Rückschritte der . internationalen Wirtschaftspolitik hat..sich die Standortsfrage - gegen früher vollkommen verschoben. Durch dro Fortschritte, der Verkehr st ec ji n i k wird die Rolistnffhescliaffung auch aus fernen Gegenden erleichtert, durch die Fortschritte der P r o d u k t i o oster h u i k wird es mich jungen Ländern ermöglicht, leichtere Industrien •aufzubauen-, wenn nur genügendes Kapital zur Errichtung der Anlagen und ein 'ausreichender Absatzmarkt zur rationellen Ausnutzung der Maschinen vorhanden ist. Für Gegenstände dos.-täglichen Bedarfs gibt es kein Versorgmigsmonopol ..einzelner: Länder mehr, wie es 'etwa ..England in den Bütenzeiten seines Textilexporis besass. Während zu Beginn der Industrialisierungsepoche die Produktion dazu neigte, sich -hu. wenigen Orten ztisaiiimenziiballen und von dort aus die ganze Welt zu beliefern, bilden sich heute wieder — wie einst in Zeilen des Hand- . werke — i n-ire r h a I Ir der-verschiedenen Ver-' bräuchsgvbiele auch verschiedene Produktions- Zentren für die wichtigsten Konsnmgüh-r. Obwohl also Palästina nur über geringe Rohstoff-, quellen verfügt, ist es doch im Zuge dieser Entwicklung ein legitimer Standort für mancherlei Konsiimgiildriiiduslrien, weil is über das entsprechende'.Minimum an gesicherten-Absatzmöglichkeiten verfügt. Auch sonst hat die 'Rückbildung der internationalen Arbeitsteilungdazu beigetragen, die. .Bedeutung der Roh.-dotl-Frage bei der Wahl des Standortes in den Hintergrund zu drängen. Durch die Kartell- und Zollpolitik wichtiger Rohstoffländer sowie durch das System der ' Exportprämien ist es vielfach dazu gekommen,, dass -manche Rohstoffe und Produktion-mill-l 'ausserhalb des Frspriingslamles eher billiger ..erhältlich sind als am Ort ihrer Herstellung oder Gewinnung. Auch Palästina profitiert bis zu einem gewissen Grade von diesem seltsamen Zustand. Seme Eisen u-ii-d Metall -verarbeitende liidti'lrie h.it /.war mit manchen ■anderen ■ Widerständen-xon seilen der internationalen \Yirtscl,af!.-|>o!,li.k v die. Ivohstoffbeschafl'uiig. bilde werte Schwierigkeit., kämpfen,„ aber 1 u'diis! rii •che Mild Das Kohstolfe verarbeiten können - wie B Kali. Fruchtkonsi'cv eii, Oele. Seifen lind Felle - '--sieli/.eines., besonders .schnellen \\ urh.-limis er- 'Irenen, - weif diier j'hV-ältesten' Erfalirii'ngeir vor- ■ l-iegen »imd Störungen in der-'Kok- Io fl Versorgung,: 'praktisch so. gilt Wie ausgeschlossen siiiil. ,.Fim> . Zwus'cheiislelluilg zw isclie.n KdU-tofU lind - Absatz, Orientierung nimmt die Knu.-Ioffinduslno ein. Die Zement.ui,histrie ist gewachsen, weil der Bedarf wuchs. , Aber. die Voraussetzung nKisr ui ito reu vi i i: i AM!• IUK V VI RIKA n-KNI-R OSTI'N PALÄSTINA vAu:sn\r oiuim 1.1.0 VI) BEBI.IN AV lö, MEINEKI S ER. 2 .1 t 7.191 st oll', da is mail ge.w i.ss.-rmn.--en „neben ihmi Fahrikeel.ähde ■ gutes Alah-.n.il mc Bode» fand. Und srulii-sslii-h ist auch die R.oli.-toft'arninl Palästinas niidd auf al-b-n G, bi, 1,-,, eine unabänderliche Tnlsarhe. Vieh dem Vorbild einiger ■ Nachbarländer dürfte'auch in P. lä-dina die-Go-' winmmg gewisser lamlwirtsclialllii-lier Rohstoff« wie Zui'ker, H"i u m w o I I e und Hol 75 noch ausbaufähig sein. I'mt ,1 ie wichtigsten Bidriebs.-toffe sind 'ebenfalls, reichlich Vorhand; n : W a s s e i k r a!'I im -.loidan und dalmilk, wo jetzt schon llulhmihrrgs Turbinen stellen. Illld P'e t I O 1 e II III in der Itoll re 111ei tllllg Mo-sul Haifa. ' Vielfach ist' aber auch dfe ■Griindimg's.lüligkoit dadurch bemiiflii'-sl w orden. - dass sich, durch diu besondere I'o-ib,m Einzelner oder die Bemfss.cliicjitii.ng grösserer Massen m der Diaspora, eino . Im'denIende Zahl l'aclilich ei-falm-iiei- .Menschen in Paliis'limi sammelte.' Zwar gibt c-s auf i.naiiclieii Gebieten |'a-l mehr .Alm-irr ab braurhbar,» Gesellen. Aber im-l der l'orl-chrmlmidmi Unionenlienmg des Erziehung~wr-riis und. de,- Berufs- Vonunsere .in * - P a 1 ä s t i n a - B e r i c h t- ' . erstatten Tol-Aviv, den 1. Juli 19315. ‘ Die Erschütterungen der lel/.fen W'ochen haben natuvgemäss auch ., der .Diskussion über die zweckniässigsten Siedlijngs- und -Wirtsciiafls- . formen der Zukunft neue Nahrung gegeben. ■Es kann kaum noch, einem Zweifel■ .unterliegen, dass-der arabische Streik im Abflauen begriffen ist. Namentlich in den. Städten mit gemischter Bevölkerung zeigen Kautleute und Gewerbetreibende wachsende Neigung, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen und sogar gewisse Verbindungen mit der jüdischen Wirtschaft, die ja vor ihren Augen ununterbrochen in Gang geblieben ist, wieder vorsichtig aufzuneiimen.'y. Gewiss sind bis heute, erst ganz geringe Anzeichen einer solchen Rückkehr zur Vernunft - feätzustellen, aber seit die Behörden den Terror der Streikzentralen wirksamer eingedämmt. haben, wagen eich doch in fast allen Kreisen der arabischen Wirtschaft einzelne schon etwas weiter vor. Noch .wäre es durchaus verfrüht und voreilig, daraus schon irgendwelche Prognosen für die künftige Stellung der jüdischen Wirtschaft im arabischen Wirtschaitsraum. ahzuleiten. Aber man weiss, dass iiir einen grossen Teil der jüdischen Wirtschaft zum mindesten in ihrer heutigen Form oben die arabischen Nachbarn innerhalb und ausserhalb Palästinas einen wichtigen Faktor darstellen. Das gilt namentlich für Handel und Industrie, .die ja zu einem wesentlichen Teil auch mit den Nachbarmärkten rechnen müssen und gerade auf diesen in letzter Zeit gute Erfolge 'erzielt halfen, während der Orangenexport es. im Gegensatz dazu, vornehmlich mit dem Weltmarkt-' im' weitesten Sinne zu tun hat und die gemischte Landwirtschaft - im ..wesentlichen der- Selbstversorgung'des''jüdischen Sektors dient. Seit langem sucht man in Palästina nach einer Synthese zwischen der ..marktabhängigen“, aber intensiven Form der städtischen Siedlung, deren Haupterwerbszweige immer Handel und Industrie bilden „müssen,, und -der extensiveren, aber bodenständigen landwirtlieben 'Siedlungsforni. Ein Beweis dafür ist das gerade unter den'EinWanderern aus Deutschland sehr starke Streben nach der Hilfswirlschaft, die auf einer kleinen Bodenfläche und mit entsprechend geringerem Einsatz von Kapital dem Siedler eine Wohnung und einen Zuschuss zur iäglichen Nahrung sichert, und ihn dadurch krisenfester macht gegenüber den Schwankungen der städtischen Berufe, in denen er sich weiterhin das verdienen muss, was ihm zum Lebensunterhalt noch fehlt. Durch die politischen Erörterungen der jüngsten Vergangenheit ist das Dilemma zwischen Landflucht und Bodenlcnappheit, in dem sien-das jüdische Siedln ngswefk befindet,, imm.er/deutlicher geworden. Auf der einen Seite wird mit Recht die Forde- Jüdische Jugend im Alltag Palästinas 4. Fortsetzung Wie ein Kibbuz entsteht Die kollektive Ansiedluiig jüdischer Arbeiter in Palästina unterscheidet sich von de,, -andern Versuchen, wie sie z. B. in Argentinien unternommen' werden. -Juden aufs Land zu bringen, besonders dadurch, dass in einer Bewegung*^ der Wille zum Siedeln lebt, b e v o r überhaupt Bod e n vorhanden ist. Es ist nicht so, dass etwa eine Gruppe junger Einwanderer nach .Palästina kommt und sofort oder längstens nach ein bis zwei .fahrenihren Boden erhält. Die Ansiedlung ist ja an die Bodenreserven des Jüdi- & c h e n N a t i o n a 1 f o n d s (KKL) -und an das flüssige Kapital des Siedlmigs- 'und“ Kulturfonds (Kere n - 11 a j e s s o d), der die Ansiedlungskredite gibt, gebunden. Diese Fonds reichen bei weitem nicht aus. So dauert es Jahre, bis eine Kwuza oder Pluga die nötigen Bodenflächen uiid Kredite erhalten kann. Wer neu ins Land kommt, kann nur in seltenen Fällen in eine bestehende alle Kwuza. die fertig ausgebaut ist, eintreten. Meist muss er in junge Siedlungen gehen, die noch in der Entwicklung begriffen sind, und oft führt ihn das Schicksal in eine Gemeinschaft, die überhaupt noch keinen festen Boden hat, also mehr ein Arbeiter-Kollektiv als eine Siedlung ist. Zwischen Arbeiter-Kollektiv und ausgebaute Siedlung gibt es zahllose Liebergänge: Arbeiter-Kollektive mit kleinen Hilfswirtschaften; Kwuzot, die wenig- . stens einen grösseren Teil der Chawerim im Mesch ek beschäftigen können; Gruppen, die hauptsächlich in dm^SladP arbeitenrKu uzul. - die - bestehen können, weil in der Nähe eine Mittelstandssiedlung aufgebaut wird, in der es Arbeit gibt, us.w. Die Entwicklungsstadien der einzelnen Kwuzot sind äusserst mannigfaltig, und ein neuer Einwanderer muss sie durchlaufen, bis nach Jahr und Tag seine Kwuza fest angesiedelt wird. Dieser Zustand ist gewiss beklagensw e r t. Er. hat aber auch seine p o sd l i v e n Seiten. Die ersten, harten -fahre formen die Menschen. Wenn sie schliesslich-zur Hitjaschwnt (Ansiedlung) kommen, bilden sie eine in manchen Krisen „erprobte Gern e i n - Schaft, die mit den Bedingungen des Landes vertraut ist. Der Weg einer Arbeiter-Siedlungsgruppe von ihrer Entstehung bis zur Hitjaschwnt ist lang und dornig. Wenn Neueinwanderer'mit Hilfe einiger ■ erfahrener Chawerim eine Kwuza bilden wollen, so stellt ihnen der „KKL“, nachdem sie eine Zeitlang iin Kibbuz auf Fladiscbagu gewesen ' sind, ein kleines Terrain zur Verfügung, das zum Errichten der Wohnbaracken ausreicht. Wovon aber diese Baracken aufbauen? Für die aus Deutschland, eingewanderten Juden sorgt in letzter Zeit besonders das „Central- Bureau for the Settlement of German Jews of the Jewish Agency for Palest ine“, das die Sondersammlungen . verwaltet. - - 7 Nun kann man Baracken so und so bauen; sie können winddicht, stabil und innen mit Sperrholz verkleidet' sein, dass das Wohnen durchaus angenehm und erholsam ist. und sie können so 'gebaut 'werden, dass der Wind durch"die Astlöcher pfeift, und man in ihnen eben grade ein Dach überm-Kopf „hat. Aehnlich ist es mit dem Wohnen in Zelten: man kann gute neue Zelte auf eigens dafür gegossenem Betonboden errichten, in denen es nachts sehr angnehin ist (wenn auch über Mittag vor Hitze nicht zum Aushalten), und man kann sie auf einfache Holzbohlen stellen; die mancherlei Ungeziefer anziehen oder gar einfach auf den Boden, und dann bewohnt man sie, ' wenn'■ sie womöglich nicht mehr völlig dicht, sinn, für eine Nacht zwar noch ganz gern, aber auf die Dauer ist es dann nichts weniger als angenehm. Dies alles ist eine Geldfrage. Kann eine Gruppe aus eigenen Mitteln etwas dazugeben, so wird man die Bararke» und Zelte natürlich so be'qüefff~uinJ-gutwie möglich bauen. Muss aber für-jede Investition eine Anleihe aufgenommen werden, so wird man es sich reiflich überlegen, ob es Sinn hat. das Kapital zu verbauen. Die Wohnfrage zu lösen hat aber erst dann Sinn, wenn man Arbeit hat. Wo kann eine neue Kwuza Arbeit linden? Jede Art von Arbeit wird angenommen.- die in ■■der'Stadl oder in einer bürgerlich,-,, Siedlung zu vergeben ist, und neue Kwuzot siedeln suli daher am Rand,- der Sliidte mul Moschawot (/.. B. Rechowot, l’elach T'ikwa) an, wo es Arbeit gdd. JeMer Chawer muss die Arbeit tun. die zur \ ,-rfügung stellt, ganz gleich, was er. gelernt hat. Der gelernte Landwirt ■ kämmt zum Eisenbaiindepot, wo er Rost klopfen, darf, geht als l.n-dträger zum Hafen oder baut Strassen. Häutig verrichtet er täglich eine andere Arbeit. ■ Besonders schwierig ist es, Arbeit für Madrle-n zu beschaffen. Ein Teil von ihnen hat i» der Küche oder im Machsan (Kleiderkammer) genug . zu tun mit Kochen, Waschen, und Flicken. IM Geld vorhanden, um eine Waschmaschine anznscliaffeii, dann eröffnet man vielleicht eine Wäscnen-i im 'Ort. Man Kann auch in der Moschawa »im; Arhoiterküche einrichten, in der Mädchen kodu-ii und bedienen .können. Speziell ausgeliildi'le Kräfte wie Näherinnen, 'Masseusen usw. können bei. günstiger Konjunktur gleichfalls Arbeit finden. . . . - Wirtschaftlich bedeutsamer ist es aber, wenn man eine eigene Schlosserei oder Tischlerei einrichten kann, die Aufträge übernimmt — mir müssen -freilich Aufträge vorhanden sein. Dies ist dann auch meist ein Schritt zur Errichtung einer lliliswirlscliaft. Hat man Boden genug'und bekommt Kredit, so kann man Kühe anschaffen, ■ einen Hiihneistall einrichten lind einen Gemüsegarten aulegen. Teils verkauft mau die Produktion, teils verwendet man sie im eigenen Betrieb. Di,« alles wäre gut und.schön, wenn es immer Arbeit geben würde. Aber es gibt nicht immer Arbeit. In der Erntezeit sind wohl meist alle Hände voll beschäftigt, und in der Bausaison gibt es auch viel zu tun, aber-es kommt, doch immer irgend etwas dazwischen. Dann ist in den ersten Jahren der Gesundheitszustand nicht gut, und das geringe Krankengeld kann den •Ausfall ari Arbeitslohn natürlich nicht ersetzen. Ausserdem muss jeder „Grüsch“ (Piaster), den man ersparen kann, zurückgelegt werden. „Denn die. endgültige Ansiedlung kann meist auch nur erfolgen, wenn die Gruppe über etwas Eigenkapital verfügt, das füglich vom Münde abgespart werden muss. Endlich ml es soweit.-dass der Kwuza endgültig Boden z.11ig,■ t• 111 w i'i ,|rii kann.' Sofort beginnen neue Sorgen. . Du- Kosten der An-ied-> hing b"lra.g,-ii pro Kopf insgesamt ni'-lirere hundert Pfund, die sic), In-ihrli auf viele Jahre verteilen la-s<-u. Emen An-siedlimg-kn-dit gibt der Keren I laji-.-sod. .etwas Kapital hat die Gruppe si-lb-t erspart, einen w,-10-,,-,, Kredit pih| vielleicht die Arln-ilerliank aber meist reicht das alles noch nicht zmii gm-eziigigoii Aushau der Enmlw irtsrhalI. die nur -o wirklich rentabel'.' wird. an-. Dann um-» <h-r fin- Kapitalmarkt angegangen werde». Hi,-,- gibt' es meist mir kurzfristig und zu li.oh--ii Zm.-eii Geld';. I'a-i den iinvermeidluüey |-*e} i I.-c 111 li g ,-i i während, der er-len Jahre muss dann häufig, um eine Anleihe' zururk/iizahlcn, eine »<-»-? ausgenommen werden. SrliiiceMirli liabenl die Kibbuzim dann eine prächtig ausg.-baule Wirf-'-haFI, .-lecken aber bis über «b n Kopf in s,-hnlü-n. Erst nach viele» . .1,-ihren kann -„an- <•»»■ ,Kün~olidi<-nnig diese,- Schulden der Kwuza ge<i;uhl werden; Während do-ser Jahr,- mit,-r---le-i<h-f sirh der Lebensstil noch nicht w,--,-»!ln » von dein, d<-n man vor ,1,-r Aiisiedlimg gelebt hat. Man-baut nicht gleich f,-.-Ie ■Il;i„'-er. .sondernwohnt und' - i - -! so. besehe,i'i,-»' w ie frühe,. Häufig T-eich! auch ' de,- Boden nicht aus, um alle ('iia weriin zu ernähren. und daun um-* m» Teil weiter auf Aus-'-narbfit. g'-ln-n. f.'iibud'-sse,, .-,,,,| 'Kinder gekommen, für di»; ».»-.-orgf werden, muss: das erste feste Hans i-t' niej-'I ,'d.as Kinderhaus:., in de», die „Kleinen wund ,-izoge,, werden. Nun gibt ,-s neue A rbert-ptälz.e für Mädchen im Kilrbuz: Kiiider,,tteg.-! Langsam festigt sich alles. Die. Jahre kommen und .gehen. ■ Feste Häuser werden gebaut, da runter ein g rofiemein- .-'ctnifl'liaus, das g|eii-liz<--lig Sp<- -e-;,al und Ver* sa'iiimlung-rauiii i-t. Daun ist /»-iS. die erste Si'hnlklasse ,-inz.nri.-!,!<-». Di- Wirt-chaft wird rentabel. Vielleicht inru-p man ,ii exti'0siv b.ewirlschaftef,-,, Kwuza W.,-.s»-r g'-mig, »n, intensiv wirtschaften./.,, koii'm-n mal -cliliesslicli ..steht" die Siedlung nach ..v-dh-irht zehn bis fünfzehn »Fahren iimh-wrlh'.'i 'Aufbau:-. (Fortsetzung folgt). Heinz Warschauer ,

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