Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 24 (11.6.1936)
- Date
- 1936-06-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Und wieder e Der umstehende zu«nnimenTassende . Bericht unseres -Palästina-Korrespondenten bedarf dpr Ergänzung durch die Chronik der jüngsten Tagesereignisse. Auch «in muss, wieder von Kleinkrieg und zahllosen Z wsdinnfalh-u •melde». ••Km-'paar Tage schien es, als sei ein" Beruhigung feslzustellori. -Hs erhoben sich mah- . imud" Stimmen. u. a.. die des .HOjährigen.; sephard'scn'nn Oberralrbiner« darob .VI n i r, der die Araber unter Hinweis auf die friedliche Vergangenheit der »beiden Volker, aufforderte, von . dein Terror abzulassen, . Vergebens.! Die neue. ■Worbe Hetzte mit schweren neuen Unruhen ein. •f Emir Abdullah . In einer Besprechung mit dem Emir Abdul I a h ” von Transjordanien versuchte am 3. Juni High Commissioner Sir Arthur Wauchope einen Einfluss dahin auszuüben, dass der Emir auf die palästinensischen Araber beruhigend"einwirkte. Er wies darauf hin. dass sich die Regie-, rung sonst gegen ihren Willen genötigt sehen werde, die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Trotzdem gingen die Terrorakte weiter. Bei der gewaltsamen Auflösung einer Kundgebung in Betlehem wurden zwei Polizisten verwundet. Wegen des Angriffs auf zwei .Juden in Rischon le Zion wurde dein benachbarten Dorf Bet Dagon eine Kollektivstrafe von 500 Pfund auferlegt. Auf Grund'der von den Angefallenen gegebenen . Personenbpsehreibung wurden fünf . Araber verhaftet. In Rischon le Zion wurden zwei düden. David Vardi und Israel Arger,-von Arabern schwer verletzt. Zwei Araber waren in eine jüdische Pflanzung gekommen und hatten um Wasser gebeten. Sie feuerten auf die Juden, die ihnen das Wasser reichten, und ergriffen die, Flucht.'Die sofort herbeigeeilte Militärpatrouille fand von den Angreifern keine Spur mehr vor. Auch sonst kam es zu Bombenwürfen und Schiessereien zwischen Arabern und der Polizei. In Jaffa und in Lydda wurden je zwei, auf der Strasse nach Akko drei Bomben geworfen. Stundenlang war Palästina ohne Verbindung mit der Aussenwelt, da nicht nur die Telephon-, sondern auch die Telegraphendrähte durchschnitten worden waren. Aus Gaza wird berichtet, dass in der Nähe dieser Stadt etwa 00 Telephon- und Telegraphenmasten umgestürzt wurden. Der durch Störung des Telegraphennetz.es in Nord- . Palästina allein angerichtete Schaden beträgt etwa 40(10 Pfund. Verschärfte PoHzeimassnahmen Einige neue Anordnungen der Regierung lassen die stärkere Einsetzung ihrer-Machhrritt^derhöffen. Die „Official Gazette“ veröffentlicht Anweisungen, durch die die Distriktskommissare ermächtigt werden, Kaufleute, die sich weigern, ihre Läden zu öffnen, mit Gefängnis zu bestrafen, Araberführer Mischei Mitri und drei andere Araber wurden in das .Konzentrationslager in der südlichen Wüste gebracht. Der Mörder des am J0. April in Ttjl-Aviv getöteten Elieser Bizutzki. ein Araber namens Achmed Issawi, wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Nun erstreckt sich die verschärfte Strenge Her Behörden auch auf die jüdische Seite: Auf Grund der Vorzensur sind die hebräischen Zeitungen zum erstenmal mit weissen Flecken erschienen. Weiter gibt die Regierung bekannt, dass sie vom 17. Juni an keinen Beitrag mehr zur Verpflegung der in Tel-Aviv lebenden 6500 jüdischen Flüchtlinge aus Jaffa gewähren wird. Sie werden von diesem Zeitpunkt an ausschliesslich auf Unterstützung von jüdischer Seite angewiesen sein. . Der 4. J u n i ist einer der Tage, an dem'die amtlichen <’ommimüjutNs kürzer werden, weil die Zahl der Zwischenfälle .zurückgeht. - Trotzdem bWht zu melden, da-« in Kfar Saba übe- 6000. Bäume 'ausgerodet worden sind. Ein jüdischer■ Autobus wurde bei Jaffa beschossen. Verlelz.i wurde niemand. Auch wurde versucht, eine Brücke auf der Strecke Nabln«—Tulkerem /.» sprengen, ln Tiberias entstand eine Panik, als zwei Juden von einem Araberhaufen überfallen würden. Sechs Araber wurden verhaftet, die Menge zerstreut. Zu Srhie-s-ueien. die ohne Folgen blieben, .kam es bei Bet Alfa. Mache» Israel und bei-der- Kädoorie-Srhul».- In Haifa wurde eine Bombe in einen Omnibus geworfen. Angeblich sollen .sechs. Juden-und zwei Araber hierbei verwundet worden sein. Zwei Personen wurden verhaftet. Eine zweite Bombe explodierte vor dem Postamt iti Haifa; es wurden einige Fenster zertrümmert. Pflanzungen bei Tel Mond wurden erheblich beschädigt, ln dem Dorfe Bet Pagon bei IVta.-h 'i'ikwn. danachdem Feuerüberfall in'einer Plantage von Ib-schon le Zion .'durchsucht wurde. si*l grosse Mengen von Dynamit. Gewehren und Munition gefunden Tanks und neue Truppen Ini Hinblick auf die Fortdauer der Unruhen im Kreis Nabln.«'sind acht dank« und weite-e Truppen nach -Nablus abgegaiigeii. 'S.g-begannen ■ au den Rergabhäiigen Drahtverhaue zii e''richten, uni zu verhindern, das« flüchtende aTab:«c!ie bewaffnete Banden '«ich in di- Berge?uriiekz:ebe?j. Zahlreichen arabischen Dörfern wurden Kol!, ktivstrafen zur Deckung der Kosten für die 'Wiederherstellung der zerstörten Telephonlin.en auferlegt, obgleich in Auswirkung der am Vorlage erlassenen Verordnungen für Smmtag -der , Befehl zur Wiivienerofimmg sämtlicher ib «,-hafte in Jaffa aagekiriTgi wird und sehen heute die jiidi«chen En-ie"!.-«.!/.',' in den A'e:-hi-!ten von Jaffa ihre Geschäfte zum er«bmmal w .»der ge,'.ffine Woche... net haben,' obgleich für die Nichieroiftiuug »ine sechsmonatige Gefängnisstrafe augedroHt wird, übersteigert die arabische Streikleitung ihre. -StreikbeiV-hle. Sie kündigt an. das« innerhalb der nächsten drei 'Jage auch diebisher noch nicht dem Streik angeschlosserien Gemeindeverwaltungen ihre ■•Tätigkeit eingestellt haben wer-; den. Äuni Bey Abdul Hadi. einer der Führer der •Istäklal-Partei. huf Vertretern der Presse er- klärt, das« -dach vollständiger Durchführung des Gemein,lestreiks auch die arabischen Regierung?- - beamten und die mohammedanischen religiösen -.Institutionen sich dein Streik aiisrhliessen -.wiir- , den. fall« die Regierung.- bis dahin die nationalen Forderungen, der Araber nicht erfülle.- .. „Inoffizielle“ Reise nach London , . Von weniger radikaler arabischer Seite wurde gleichzeitig eine inoffizielle arabische Delegation nach London entsandt, die dort die Sache der palästinensischen Araber vertreten soll. In der Abordnung, die aus vier Mitgliedern, dem Bür- gerineister :voii ■ Jereusalem. 'Pr. Hussein Khaldi. dem Bürgermeister von Nablus, Suleiman Bey Abdul -Kosak Ten kan. und zwei christlichen Arabern besteht', sind alle gemässigten arabischen .Gruppen mit Ausnahme der von dem früheren Bürgermeister von Jerusalem. Ragheb Bey Nashashibi. geführten Arabischen Verteidigungspartei vertreten. Die Nashashibi-Pärtei bleibt entschiedene. Gegnerin der Entsendung einer Abordnung auch' inoffiziellen Charakters nach London. Die Reise der Abordnung, die mit Empfehlungsbriefen der Palästinaregierung aus- ' gestattet - ist. geschieht mit Zustimmung des Grossmufli von Jerusalem. Bis auf einen tragischen und viele kleinere. Zwischenfälle verlief der 5. Juni ruhig. Die Palästinaregierung hat der Jewish- Agency niitgeteilt. dass die Vorbereitungen zur Verhängung des Belagerungszustandes über Palästina bzw. der Verkündung üIps Standrechts nunmehr abgeschlossen seien. Die Regierung fragte bei der Jewish Agency an. ob eine solche Massnahme in ihrem Sinne sei. Die Jewish Agency erklärte in ihrer Antwort, sie sei grundsätzlich gegen den Belagerungszustand. werde aber gegen die Verkündung des Standrechfs in gewissen Gebieten keinen Einspruch erbeben, falls die Regierung eine solche Massnahme für-erforderlich halte. Die folgenden Zwischenfälle, von denen ebner sogar zu .einem Todesopfer führte, sind im übrigen auch von diesem ruhigen Tage zu melden: In Jaffa kam es zu einer Kundgebung, nachdem bekanntgeworden war, dass der Herausgeber , der arabischen Zeitung ..Adifan“. Shanii. itr das Konzentrationslager Augat Hafir in der Wüste gebracht worden War. Die Kundgeher wurden von der Polizei auseinandergetrieben. Eine Eispubahnbrücke auf der Strecke Haifa—Lydda wurde gesprengt. Ein von Tel-Aviv nach Haifa fahrender Zug Wurde durch die Aufmerksamkeit de« Zugführers im letzten Augenblick vor Entgleisung bewahrt. Der Führer könnte bemerken. dass die Schienen aufgerissen waren. In Chedera wurden 50 Tonnen Weizen durch Feuer vernichtet. Die Tageszeitung „Hajarden“ ist mit einer ganzen weissen Seite erschienen, da die Zensur die -Wiedergabe der von-den Rabbinern lT s i e 1 und A m i e 1 auf Hem Blau-Weissen Tag der Levante-Messe - gehaltenen Reden verboten. hat. 100000 Pfund Streikgelder Die Stärke der palästinensischen Truppen be- . trägt gegenwärtig fünf Bataillone mit ungefähr 4700 -Soldaten. Di» Luftstreitkräfte und die Bemannung üer Tanks und Panzerwagen sind hier- Gut inmnirerte WirtschuftTuchleute schätzen die von dem arabischen Streikkomitee zur Unterstützung der Streikenden - bi«ner ■ ausgezahlte Summe auf rund 10o 000 Pfund, ln diesem Betrag i«t <b" Honorierung von Wechseln «treiken- ,1er Kaiifb-ute" inbegriffen. Die Wechsel wurden zum grö«-'en Teil rechtzeitig pingelöM. obwohl die Geschalt» seit sieben Wochen geschlossen sind. Dm Zahl der unterstützten "Streikenden wird auf 17 OOO. ,1er 'für <!m tägliche' Unterstützung notwendige Betrag auf t'.om) Pfund Das 29. jüdische Opfer ■ Zwei jüdische Wächter, Samuel Hii'7-chbmg ■und IBen Jenuda. ' die. eüie jüdi-che Pflanzung m einem Vorort \ oh ’M-Aviv bewachten. wurden am Morgen durch Schiis-e einer Tob." p.e-,mdbschwer verwundet. Die Wächter l'.:"'.»',> \\ .-- .mg—-hüs«e abgegeben, als Amber sich der i'iian/iiug näherten. Aut die Schüsse hm »Om l'ob/.ei herbei: die die Wächter irrtümlich, fite Angreifer hielt. Die beiden Verwundeten -wurden;■ « Hadassa-Krankenhaus gebracht. Dort - i«t Bmi .’ehuda am Sonnabend feinen X'e, letzuntruheien Hemmt nachkommmi lassen. Die Beisetzung -lehuias hat vom Ha,fassa-Krankenhaus m DJ.Aviv aus m der Nacht vom Sonn- * ln H w - le .miVöi uMw'-1 i bei einer arabisch.m Kundgebung ein Araber tödlich, ein •we «... - I XX. r verbd/t. Zu der Stras*or.kundberimmu verhaltet worden waren. Die Polizei. di» di» Kundgebung, auflösen wollte, wurde von den Demonstranten .mit einem Steinhagel empfangen. Polizei und Militär konnten nur mit Mühe die Strassen säubern. Auf dem Bahnhof von Lydda wurde der Militärposten von bewaffneten Arabern angegriffen. Auch auf der Strecke Jerusalem —Lydda wurden Militärpatrouillen von herumstre+fenden : •arabischen Trupps beschossen. Die Telephonlei tung Lydda—Jerusalem wurde unterbrochen. In Jerusalem' waren in der Nacht vom 5. zum .6. Juni wiederholt Schüsse zu huren, besonders, m der-Gegend des-Skopi^berges : verletzt wurde jedoch niemand. Ein., amtlicher Bericht meldet.- dass-in der Gegend von Beer Schewa mehrere Bomben geworfen wurden. In Gaza ist .das Postamt angegriffen worden. _ Die Beisetzungdes von einer englischen Patrouille erschossenen Arbeiters Israel Ben Jehiida.'.die .noch am Sonnabend abend stattlinden sollte, konnte auf Anordnung der Behörden erst am "7. Juni (Sonntag) um 4 Uhr JO Min. morgens erfolgen. An der Beerdigung nahmen Vertreter der Stadtgemeinde von Tel- Aviv. der Jewish Agency und des Rabbinats teil. Eine grosse Menschenmenge, die gleichfalls an de.r Beisetzungsfeier teilnehmen wollte, würde von der Polizei zerstreut. Oberrabbiner A m i e l erklärte in einer leidenschaftlichen Ansprache: „Wir können nicht länger ruhig bleiben. Wir werden uns bewaffnen müssen.“ Der Arbeiterführer Berl Katznelson wies darauf hin, dass Ben Jehuda als Opfer derjenigen Kräfte gefallen sei. von denen man annehm.e, dass sie uns schützen. Er erklärte, dass es eine Grenze der Selbstbeherrschung gebe. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag haben arabische Terroristen einen Ueberfall auf das jüdische Schlachthaus in Jerusalem verübt und auf die Tiere im Schlachthaus geschossen. Sechs Ochsen wurden verletzt, ihr Fleisch ist daher nach ritueller Vorschrift für den Genuss nicht mehr zulässig. In einem amtlichen Coinmunique wird von sechs Sprengstoffanschlägen in Nazareth, Jaffa und Beisan, Schiessereien beim Skopusberg und der Verhaftung eines Arabers berichtet, der beim Jäffator in Jerusalem Strassenhandlor angegriffen bat. ' Schärfe ,Pressezensur In Tel-Aviv, wo der .Distriktskommissar für den Süddistrikt. R. E. N. Crosbie, persönlich eine scharfe Zensur über die hebräische Presse ausübt. war eine Druckerei geschlossenWorden, weil sie eine Extraausgabe unter ’ dem Titel ..Blau,-Weins“ hergesteHt hatte, in der die Reden von Rabbi Uziel und Rabbi Amiel auf dem Blau-Weiss-Tag der Levantemesse veröffentlicht worden waren. Die Wiedereröffnung der Druckerei wurde am Sonntag abend gestattet. Eine Kolonne von fünf Autobussen der Gesellschaft Egged wurde auf der Fahrt von Tel- Aviv nach Jerusalem in der Nähe der Kolonie Moza durch Gewehrfeuer aus dem Hinterhalt überfallen. Die die Kolonne, begleitende Militäreskorte antwortete mit MasChinengewehr- Waffenschmug-gel und Gefechte Nach in Jerusalem eingetroffenen Meldungen ist es zu einem Zusammenstoss zwischen 't ruppen und Arabern gekommen, die aus der Wüste Waffen nach Palästina einzuschmuggeln versuchten. Zwei Schmuggler sollen verwundet worden sein. Tn Jaffa ist eine grössere Zahl arabischer Flüchtlinge aus der Gegend von Dschenin und Tulkerem eingetmffen. wo es in letzter Zeit zu Kämpfen zwischen Aufständischen und Militär gekommen ist. Die Flüchtlinge sind zum gr-Gsten Teil Grt-ise. Frauen und Kinder. Der Milm des Bürgermeisters von Tulkerem, Salim Abdul R.ichmaii. sollte als einer der Hauptorganisatoren des Terrors in diesem Kreise in <ias Konzentrationslager in der Sinaiwüste gebracht werden. Er entfloh in die Berge um Nablus, wo <-r sich einer bewaffneten Terro- ■ristenbande angeschlossen hat. Am 7. Juni, abends, kam es bei dem AraberdoT l.ifta. da« von Truppen umzingelt wurde, nachdem vorher ein Ueberfall auf'eine Autohuskolonn» verübt worden war, zü einem Gefecht zwischen dem Militär und den Aufrührern, das nie ganze Nacht andauerte. Ifi Jerusalem entstand am gleichen Abend im iüdi'chen Geschäft-viertel ein grosser Brand. Der Schaden wird auf öitOt) Pfund geschätzt, rw Holzplatz von »Aron N a ta u i e 1 . einem Mitglied, der Exekutive de? Wellmakkabi, wurde vollständig vernichtet. Auf die bevbr-dehende Uran-i-tiitung war in Drohbriefen liingewiesen Ui Jaffa kam e« zu Freudenkundgebungen auf'den Strn««eu. pachdem di» falsche Nachricht \erbril,-! worden war. die jüdische Einwanderung «"i emgo-telit w o, J.-p. ln Nabln« wurde am Sonntag ein Bomhenan- «. hlag gegen da« (Jebäude der' Stadtverwaltung verüb:. Verletzt wurde niemand. Die Leitung der St ■ iiverwaltung von Jerusalem liegt in den Hän- ••ietre-uissenglischen Kommissars, da. der Bürger-!i>e:«i->r in d-n .Streik'getreten ist.Ti wurde auch Polizei in Nablus beschossen.- ohne dass jemand zu Schaden kam. Die Eisenbahnlinie bei Khan d rei« :«f i»«chäbgt worden. Bei Mesha wurden Neue Verhaftungen ln Jeru.-alem wurde Sonntag abend b--kaiml. ia.«s A h n i B e y Abd u 1 Hadi. einer der i'ünier der Istaklal-Partei. der im arabischen Streikkomitee eine besondere Rolle gespielt bat, verhaftet worden ist. Diese Nachricht machte starken Eindruck. Sie wurde auf jüdischer Seite als Beweis dafür begriisst, dass die. Regierung entschlossen ist. die .Ausdehnung des Streiks auf Regi-erungsämter zu verhindern. Es ist nämlich bekannt, dass Auni Bey Abdul Hadi vor allem die streikpropagnnda unter den Regierungsbeain-, ten getrieben bat. Die Verhaftung erfolgte während einer Sitzung des Obersten arabischen Ko« mitees; Auni Bey. Abdul Hadi wurde in das Konzentrationslager in der Wüste gebracht. In dieses Lager wurden auch F a k r i. R e.y N a« h a.s hihi und-drei andere hervorragende Araber aus Je-, ' rusalem eingeliefert. Verhaltet wurde auch der Bürgermeister' von - Jaffa. A s s e in. Bey Haid. 'Mit Rücksicht auf sein hohes Alter wurde er .jpdoch nicht -in das'Wüstenlager, sondern in ein neues hei Sarafend errichtetes Lager gebracht. Der Bürgermeister von Jerusa-iem. De, H us-, s e i n e I K h ä l d i, der als Mitglied der inoffi-. ziellen arabischen Delegation .nach London gehen . sollte, hat seine Abreise zuriickgestellt, sobald er von den neuen Verhaftungen erfuhr. Er hat auch -flen geplanten Streik der Stadtverwaltung von Jerusalem zunächst verschoben. Eine Konferenz streikender arabischer Bürgermeister ist aus Furcht vor Verhaftungen vertagt worden. Aus Aegypten ist ein weiteres Bataillon einget roffeii. Ein zweites Wird erwartet. Tn Kantara. der Eisenbahnstationan der palästinensischägyptischen Grenze, wurde eine militärische Operationsbasis eingerichtet. Von Genietruppen wird ein Feldtelephonnetz angelegt. Diese umfassenden militärischen Vorbereitungen stellen offenkundig die Antwort der Regierung auf die Ablehnung des Vermittlungsvorschlages Emir Abdullahs durch das Oberste arabische Komitee dar. Emir Abdullah hatte am Sonnabend eine Abordnung des Obersten arabischen Komitee« nach Transjordanien eingeladen und den Vorschlag gemacht, dass der Terror in Palästina eingestellt Werde, damit die englische Regierung an die Entsendung einer Kgl. Kommission nach Palästina zum' Studium der Verhältnisse, und. zur Untersuchung der angeblichen Beschwerden herantreten könne. Die Abordnung erklärte jedoch dem Emir, dass Verhandlungen mit der Regierung erst möglich sein würden, wenn die jüdische Einwanderung eingestellt wird. Nach Rückkehr der Abordnung hielt das Oberste arabische Komitee eine Sitzung ab, an der auch der Grossmufti. der Bürgermeister Dr. Khaldi.und der Vorsitzende der arabischen Verteidigungsparteii, der frühere Bürgermeister Ragte b Bey Nashashibi, teil nah men. Es wurde beschlossen, die arabischen Regierungsbeamten in dieser Woche zum Streik aufzurufen., In London In London haben die palästinensischen Araber eine Propagandazentrale unter der Leitung des Sekretärs der Mufti-Partei und Redakteure der Zeitung „El Liwaa“, E, A. G h o r y, eröffnet, um in England Sympathien für den Kampf gegen weitere jüdische Einwanderung nach Palästina zu werben. Das Propagaridabüro überschwemmt die englischen Redaktionen täglich mit Zuschriften, Den ganzen Ernst der schweren politischen Problematik, die die .Palästinaunruhen für England erneut aufgeworfen haben, atmet auch ein neuer Artikel der offiziösen Londoner Zeitschrift „Great Britain and the East“. Es werde in England, so wird in dem Artikel ausgeführt, noch nicht zur Genüge erkannt, dass die Feindseligkeit der-Araber gegenüber dem zionistischen Experiment vor allein psychologisch bedingt ist, dass sie auf Furcht beruht. Diese Furcht könne man für unvernünftig halten, sie sei aber nicht unverständlich. Werde die Angelegenheit auf einen statistischen oder wirtschaftlichen Nenner gebracht, dann hätten häufig die Zionisten die besseren Argumente; lassen sich die Araber auf Zahlen ein. dann benützen sie ihr schwächstes Argument. Das Palästihaproblem aber sei nicht ein Problem der Statistik; weit grundsätzlichere Dinge seien hier im Spiel, Ohne jeden Zweifelwerde die Kgl. Kommission die Richtigkeit dieser Diagnose erkennen. Der Arljkel befasst sich sodann mit der Frage, ob Italien für die gegenwärtigen Unruhen verantwortlich zu machen sei. Es sei wohl richtig, dass von italienischer Seite monatelang in Palästina Propaganda getrieben und Geld verteilt wurde. Aber es sei kindisch, anzunehmen, dass das Land ohne diese Intrigen nie mehr seine Unzufriedenheit gezeigt hätte, nachdem es. sich 1-9*20, 1921. 1929 und 1933 gegen die zionistische Politik erhoben hat. Durch die italienische Propaganda seien die Flammen höchstens nur noch . mehr angefacht worden. Nie sei Engländern, heisst es zum Schluss, eine weniger beneidenswerte Aufgabe gestellt worden als bei der Verwaltung Palästinas. Das« -Gesetz und Ordnung wiederbergestellt werden müssen, stehe unumstösslich fest; aber allenthalben werde anerkannt,' dass die Araber berechtigt sind, die Kooperation in friedlicher Weise zu verweigern, um ihre Ziele zu erreichen. Die Waffe des Streiks sei den Zionisten selt>st gut bekannt und werde von ihnen nicht selten benutzt: ..das Unheil komme daher, dass gewisse Teile der palästinensischen Bevölkerung leicht erregbar .sind.-, Sollten aber die krampfhaften, arabischen Brutalitäten den Beobachter zu der .Annahme verleiten, dass bei Festigkeit und Kontinuität in der Politik letzten Endes alles gut «ein werde, würde er «ich schwer irren. Auf .,1er gegenwärtigen Linie gebe es überhaupt keine Lösung. Es könne nicht überraschen, dass ein Schiff, das keinem bestimmten Hafen zusteuert, von Felsen zu Felsen eines zerstörenden Kampfes ■ anstössf. Aber man; tadele nicht die Palästinaverwaltung: die Verantwortung fiir die Kursor,! re treffe nicht Jerusalem, sondern London. PERNER os^pAlESnNE ^ORIENT LLOYD PALÄST\»*^ BERLIN W 15, ME I NE K ES TRASSE 2