Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 19 (7.5.1936)
- Date
- 1936-05-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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■•tivjflimg-jhrt — nicht zuletzt rin Verdienst de? her* vorragenden Schiedsrichters Heinz tUiimbitocf (ActS 33 Berlin) (geradezu begeisterte, '(** in nt ein Werbespiel im beiten Sinne des Wortes. Tie Leipziger Elf >var diesmal in bester Form und konnte sich die Meistersthast durch einen verdienten, aber schwer erkämpsten Lieg-sichern. Tie Trosdener spielten ebenfalls io gut wie lange nicht nnd gaben ein mir schwer zu bezwingender Gegner ab. Ta? Spiel begann im schnellsten Tempo bei glcichvcrtciltem Verlaus, Gute Ericstgsmögtichkeiten werben beiderseitig verpaßt, bis cs in der 1i>. Viimite Bicrinann »klingt, sür Tresbcn in Führung zu gehen: doch) sofort erzielt Schöiiwasscr durch schnelles Erfassen -Liner guten' .Situation sür Leipzig den Ausgleich. Bald bringt Bicrinann Dresden ccneut in Front. Leipzig verpaßt die Gelegenheit zum Aiiszzleict,. -indem Kal mH einen lZ-Meter-Wurf an den Psosten wirst. Bach de, Pause sind - die Ein- Izeiniischen. jcstzt mit dem 'Blind >»> Alicen, soiort stark, iin Angriü. Ein wahres 'Bombardement erfolgt auf das -Dresdener Tor. aber nichts will. . ge- linge»: den» was Ejsn,w»n nicht imnos nbwebrt. das besorgen Blatte und Pfosten. Bcrbiüe». aber stets fair, wird um jeden Zentimeter Boden gekämvit. Wieder ein Ltraswuri. aber zeht ist der Bann gebrochen. denn unter dem Jubel der Inschauer' hat Kalsnß d«, Ball unhaltbar ins Dresdener Tor geschmettert und somit sür Leipzig Gleichstand erzielt. Wenig später ist cs der gleiche Spieler, der Leipzig die 3 : -'-Führung bringt. 'Nochmals letzte Anstrengungen ans beiden Leiten, aber es ändert sich nichts niehr am Ergebnis, nnd mit 3 :2 haben die Leipziger einen tapferen Gegner besiegt. 11. V. P. Fussbalt in Leipzig In einem wenig interessanten Frennd'chastsiviel standen sich in Leipzig Schild Leipzig und Schild Tresden gegenüber. Tie Tresdencr Bis war z» schwach. um selbst einer crsatzgeschwächten Leipziger Mannschalt riniaermaszcn ernsten Widerstand zu bieten. Unter diesen Umständen wurde reichlich; iasrl, gespielt. Tie Plahbrsitzcr siegten schliefzlich mit 5 : 0. II. V. I'. Rheinland-Westfalen Torreiche Fussballspiele Tor 3. Riai stand in ' Westdeutschland im Zeichen torveieijev. RjF-Freundschaststpiele. Tie meisten Trefser wurden in Trier geschossen, wo Türen zu Besuch weilte und eine» nie erwarteten 7 :2-sieg hernushvlte. Anfang kamen die Trierer nach dem ersten Erfolg ihrer Gäste zur 2 : 1-,Führung. die sie bis Mitte der 2. Halbzeit behaupteten. Cie batten sich aber vollkommen verausgabt, und als die Türeuer durch zwei kurz auscinandersvlgende Treffer i» Führung gegangen waren, siel die Trierer Gis vollständig ab. Mit .'»: 3 setzte sich die Mannschaft des RjF T ü s s e l d v r s über den Meister des Indnstrcebezirks. Bochum, hinweg. Tie Bvchiimcr sind erheblich in ihrer Jovi» znrückgegangen. besonders bat die Hintermannschaft ilzrc Invcrlässigkeit eingebüszt. Tas Endergebnis stand schon kurz »ach dem Seitenwechsel fest: in der Höbe ist es vielleicht etwas »ngcrechtsertigt. aber am Tüsseldorscr . Lieg war nie zu zweifeln. Wie dem Meister des Indnstriebezirks. so erging es auch dem Meister von, Blittelrueiu. Tie Bonner Elf vertrant zu sehr aus ihre technischen Fertig Tcitcn; das wird ihr wohl noch oster zum Verhängnis. Iedensalls war sie in Köln der, neugcbildetru Mannschast des ITV 02 im Felde überlegen: die Kölner stellte» sich indes taktisch viel geschickter an und blieben nach bewegtem, aber fairem Kampf mit 3:2 in Front. .1.0. Form - angeboren, an erzogen •Rein Sportler, der sich an Wettkämpien-beteiligt. »inzint gern 'Niederlagen hin. Tas ist sportlich völlig in der Ordnung. Weniger schön', »och lveizigersportlich, ja, geradezu unhaltbar ist es dagegen, wenn Sportler, wenn sie verlieren, nicht in Anstand und Würde-verliere»-können. Ta kann man Entschuldigungen hören, kann staunen über die Vielfältigkeit der Gründe, die eine Niederlage zu beschönigen versuchen. Tem einen lag der harte Boden des Spielfeldes nicht, dem anderen war das Wetter nicht günstig genug.- der dritte'fand sich nicht mit dem Spielgerät, dem zu harten Fußball, dem unhandlichen Tennisschläger .oder dem plötzlich .drückenden. Schnhinaterial nicht ab, meist als» Gründe, die der, der etwas'davon versteht, ans den ersten Blick als abwegig erkennt und daher 'ablehnen muß. Man hüte sich jedoch, da« zu verallgemeinern! Es gibt schon Grunde für schlechtere Leistungen. Es -sei mir an die Aachteile des fremden Plastes nnd den GrittfInf* der ungewohnten Umgebung erinnert. Jeder aktive Sportler fennt die Vorteile des eigenen Plastes, damit auch dessen Tücke» und Schwierig-. keilen, er weiß die fördernde» Kräfte eines an* seuernden. unwillkürlich beeinflussenden Pnbli* knw« zu schätzen. Er kennt, was bedeutsamer ist, im »mgekchrteii Fall aber auch die hemmenden Wirkungen einer fremden Umgebung, die ans seine Horm wesentlich einznwirken imstande ist. nor m t Ein geheimnisvolles Wort! „Form" bezieht sich keineswegs bloß auf die phvnsche Berfassting dcS Sportlers. Sportler oder Pkannschaft sind erst „in Form", wenn 'Muskeln, sehnen und innere Organe gesund, stark nnd ausdasternd. die Heroen vollkoinwen in Lrdnnng nnd. Tas macht ja gerade den Meister, den Rekordmann. den Spitzenkönner schlechthin, sich im gegebenen Augenblick'so in der Gewalt. zu habeil, daß die Nerven absolut standhnltcn und die. körperliche Kondition einwandfrei ist. Man nnterscheidet zwei Arten von Sportlern: solche, bei denen sich der Begriff „Forin^ instinktmäßig entstellt. und solche, die sich ihre Form erst -erzwingen müssen. Tie ersten sind zu beneiden, den anderen — bei weitem die Atehrzahl — darf man - es ruhig glauben, wenn sie.gegen ein fremdes, ihnen nicljt’. ivvhlivcstlendes Pilbliknnz und mit. dem Handicap Des unbekannten Plastes.nicht ihre Best-- form erreichen, oft sogar völlig verl'ageir. Ihnen spielen die Aerven, die ne im entscheidenden Augenblick des Kampfes verlassen, übel mit lind zerstören schönste Hoffnungen, die sie sich auf Grund ihrer Trniningsleistnng inachen durften. Instinkt kann nicht anerzvgen werden, er muß angeboren sein. Wer eben von der Aatnr begünstigt ist. ist den anderen ein stück voraus. Lcimit stehen jedoch diese anderen nicht auf verlorenem Posten, denn sie streben die „I-orm" ja an. Boraussetzling dafür sind vvtlkommene technische Beherrschnng der Sportart, cinwandsreie körperliche Kondition, eine sportlichen Forderungen entsprechende Lebenshaltung. Vielleicht ist sogar dieser „andere", weil er seine „Form" crkäinpft, statt sie mühelos zu besitzen, der Beneidenswertere! M. F. Bar Kochba Oberstain in Trier In Trier fand auch rin I n s; ball spiel des Maktnbi statt. Ter kleine Platz kam den primitiver spielenden Gästen ans Idar-Obrrstein mehr znstatten. sv daß sie ein glückliches 1 : 1 lzeranslwlten. Tie Trierer hatten Mühe genug, in der 2. Halbzeit den zu Anfang erzielten- Treffer der Gäste, den übrigens ihr Torwart durch verfehlte Inßabwehr versclnildete. auszuhvlen. Im Handballspiel der I r a n en beider Vereine siegte» die Gastgeberinnen mit 2 : 0. .1.0. ttanclball-KIubbampk in Aachen Ter AjF ^lachen empfing drei Viannschasten des ITV Köln zu einem Klnbkampf, der mit 3:3 Pnnkten unentschieden ansging, im Torverhältnis jedoch mit 12 : 11 sür Aachen endete. Tie Kölner I r a u e n muszten zwar mit einigem Ersatz spielen, waren aber doch ztark genug, um neun Aachenerinueu 5:1 zu schlagen. Tie Vachwuchsmanschasten lieferten sich einen ansgeglichenen Kampf der gerechterweise 3 :3 »»entschieden endete. Tie Aachener sührten bei der Panse ,3 : t. wurden dann aber mehr nnd mehr in die Verteidigung gedrängt und mußten froh sein, das Unentschieden hatten zu können. Taß die 1. Vianizsckzaft aus Aachen siegeiz würde, hatte man nicht ande.rs erwartet. Ter westdezitsche Meister brauelzte jedoch lange, mit seine währe Form z» erreichen, da die Kölner ansgezeichneteu Widerstand leisteten. Pur mangelndes Wtirfvermögen lies; sie nicht in Führung gehen, sonst hätte es bein; Wechsel nicht mir i : 1 gestanden. Nachher zeigte es sich, daß der Krästeperbranch zu groß gewesen war; denn die Aackzener kamen auf der besseren Leite so stark auf, daß sie am Ende einen K : 3-Lieg perzeichnen konnten. Alle spiele wurden fair dnrchgeführt. ck. 0. I^Iabbabi-Boxen in Essen ■ Hakvah Essen trat mit seiner Bvrabteilnng erstmals vor die Leüentlichkeit. Tie technische Leitung, die gut klappte, hatte der IBE Acakkabi-Köln übernvmmcn. Tie Kämpfer ans K ö l n , T ü s s e l - dvrs und E s s e n gaben ihr Bestes, litten aber allgemein in der dritten Annde unter Lnstinangel. Auch sonst merkte inan die mangelnde. Kainpsmöglichleit. Tasz chnen die Betätigungsmöglichkeit fehlt, sah man vor allem an den Ringrichtern, die haarstrütibende Entscheidungen trafen: so konnte z. B. der deutsche Biakkabimeister Bartcrer iKöln) ungestraft, ja ungerügt bei seinem do\yn gegangenen Gegner nachschlagen. Erfreulich >var das interessierte Mitgehen der über 330 Zuschauer. R. B. Makkabi-Meistprschaft im Fussball und Handball Im Bor t tt ndenkampf um die Handb a l l Meisterschaft standen sich am 3. Mai... in Dttisbltrg der westdeutsche Pceister, Makkabi Tüsseldors, lind der. Lüdwest-Meister. Bar Kochba Frankfurt a. M., gegenüber. Von einer sehr zahlreichen Znschanerzahl kam ein äußerstschnelles und spannendes Spiel zustande, in dem die Frankfurter zum Schluß glückliche Sieger blieben. Ter Kampf wurde hart, aber stets fair dnrchgeführt. Tie kampsstarken Tüsseldorscr gingen mit I :0 in Führung, doch glich Frankfurt, dessen Elf technisch versierter war, bis zur Pause wieder aus. Abermals ging Tüsseldors durch einen herrlichen Wurf von G. Back in Führung. Wiederum holte sich Frankiurt den Gleichstand und tatsächlich Sekunden vor dem Abp'irr den glücklich , erkämpften 3 : 2-Sieg. ' M.TI.. Im Vor r u n d'e n ka m P s um die. ,Fu ßball Meisterschaft standen sich in T n i s b n r g der ivestdentsche Vieister. Hakoah Essen, und der südwest-Vieister, Bar Kochba Frankfurt a.. H., gegenüber. ' . Durch dje voilkommen falsche Taktik des Westdeutschen. Meisters. 'der in der ersten Svieldätite den Gästen den Wind als Bundesgenossen überließ, war der Kampf schon bei der Halbzeit entschieden. Nach etwa 20 Minuten hatte sich Bar Kochhä gesunden, schoß dem ersten Dreiser -und erhöhte allmählich bi» Halbzeit aus 5 :0. -wobei ihnen der Essener Torwart und. ein Elfmeter-zu Hilfe kamen. Sofort' nachder Pause taut Esten, nun mit dem starken WintzHfpie» lcnd. bedeutend mehr ans. Die Flügel werden taMfch>. richtig'-mehr, beschäftigt.', und endlich schießt, auch - \ s.'l. Herz -ei» schönes Tor.- das einzige. Leider mußte.\ der westdeutsche Aleister die letzten 20 Spielminuten. I de» schivereu-Kamps durch Verlchunaen »rit nur uoch^I „euu Alänn durchhalteu. wodurch die.'mauchmal fabelhafte ttombinatiouszüge demonstrierenden Franksurter wieder glatt die Oberhand gewinnen konnten nnd noch das Endergebnis ans 7 :1 schraubten, das. im ganzen genommen, um etwa zwei bis drei Tore zu hoch erscheint. . . M. R. Südwestdeutschland Platz weihe in Frankfurt a. M. Am 3. Mai wurde der neue, schön gelegene Plast des Philänthropin-Sportvereins mit einem F uß b a l l b l i tz t u r n i er eingeweiht, an dem die 1.) Lchülermaintfchafteiz der Frankfurter, Oifenbachcr nnd Hanauer Vereine beteltigt waren. Sieger wurde die' U Mannschaft des Philanthropins vor Bar Kochba Franksnrt. Im L e i ch t a t h l e t i k k a m P f in der Turn-- Halle des PhilaiithrvpinS. der als Mannschastskampf für Iugendlzchc 1 st 19/20 (6 Teilnehmers lind Schüler i;>21/23 (0 Teilnehmer) gewertet wurde, siegte bei den Schülern die Mannschast des Veranstalters vor Bar Kochba Frankfurt a. D)L; bei den Jugendlichen mußten sich Bar Kochba Ossenbach und Schild Frankfurt a. M. mit r><> Punkten vor Philanthropin mit 46 Punkten in den ersten Sieg teilen. Ter Beste war Heppner (Philaizthropin), der mit 1.48 eine bessere Höhe als der Sieger der Jugendlichen bewältigte. L. B. Fußball: Schild Frankfurt a. M. A. -C>.— JTB Frankfurt a. M. I 2 : 2 (1 : 0). Fürth in Stuttgart zu Gast Ter NjF Stuttgart hatte am 3. Mai zwei Handballmannschaften des RjF .Fürth zu Gast. In den I u g e n d kämpfen siegten die technisch, besseren Fürt'her verdient 9 :5 (4:2s. Tie leider nicht sehr zahlreichen Znschalter sahen ein sehr schönes lind spannendes. H a li p t s p i e l. ... Bereits nach wenigen Minuten stand es 3 :0 sür Stuttgart.^ Fürth kam aus 3:2 heraus nnd konnte das Spiel bis zur Halbzeit offen gestalten (4:2). "Aach Halbzeit scheiterten alle Fürther Angriffe und Tvrwürse an dem überragenden .Können des Tor» ' warts Sommerield. . Der Stuttgarter Sturm dagegen war noch einmal erfolgreich. Ausgezeichnet war der rechte Flügel. Tie shinpathischen und fleißigen Fürther hatten die hohe Niederlage von 8 :2 nicht ganz verdient. E. K. Kulturelle Veranstaltungen „Fidelio“ im Jüdischen Kulturbund Rhein-Main Tie Berliner Inszenierung des „Fideliv" und ein-erheblicher Teil der dortigen Besetzung gehörte» zu dem Fundament der Aussührnng im Knltnrbnnd Nhein-Main. Frankszirt a. Biain. Intendant -Tr. Ilurt Singer, dem als Praktischer Helfer bei der Spielleitung Edgar L i ß - ner zur Seite trat, paßte mit den-Erfahrungen nnd dein Iinprovilativiistalent des phantasiebegabten .Theatermannes die Konturen der Berliner Tcirstellung ausgezeichnet dem durch, das Podium des Saalbans gegebenen Rahmen an. Mit perschiedenen weitslüchigen Prospekten halte Fritz S ch a m e s eine farbige IlliisivnSbühne «jciclMifcn. Tie feierliche stiiniming. die durch das Werk' zog. ging in beträchtlichem Maße vvm Pult an«: Hans Wilhelm^ S t e i n b e r g hob die Solisten, denen wesentliche Vorbedingungen geiestigter Enjemblckunst fehlen nnißten. krast seiner Energie ans eine hohe Stufe. Am wenigsten wurde die Linie leider, durch die beiden Hanptpartien bestimint. Ruth Wolf frei ms ivvhlklingende Sopranstimme ist noch keineswegs in das hochdramatische Fach der Leonore hiizeingewachsen. zind Eugen Tran s k h s lOiatcriat erinllt im Klangcharakter und in der Stiminkultnr zu 'wenig die atz die sehr heikle Partie des Florestan' gestellten Ansordert»,gen. Tas an guten Bühnen übliche Niveau hielt Siegfried Urias. der den Pizarro mit tonchtigeii Azenten aiisstattete. Einerfrenliches Bild boten Edith E i s e n h c i m c v als spielgewandte Marzelline, Mar L i v m a n n als Iagnino. Üstalter Ries als Roeeo und Hans A f s c n h e i in -als Minister. Tie Mitbilie Richard- K ä r'p« bei der Borbereilnng des von freiivilligen Kräiten gestellten Ehores trug gute Früchte. Tie Hörerschaft stand vnensichtlich im Banne der '.'lniiiihrnng. . Ain Schl ns; forderte Tr. Singer die An> wrscnden eindringlich aut. das C r ckz e ft e r tvährend der langet Ferienzeit zu stützen. Ein Eliorkonzert im Vlai toll die ''.Kittel schauen liehe», die --7-wrinMMsDtir einen, betcheidenen Zuschuß in den Sommermonaten notwendig sind, ^rtur Hostie. Konzerte und Vorträge An einem Komvoiitionsabend in Berlin lebender jüdischer Komponisten waren im Hanie Weil drei Autoren zu hören, deren durchaus ielbitändige Produktion ans beachtlichein Niveau steht, ohne das; ihr nenschöpserischc Kraft nachznsagcit wäre. Ter Lhriker Karl W i ni e r hatte in Werner L h w e n einen trefflichen Bermittler für fein empfiindene. einfach geschriebene Impressivnen (Geige - und Klavier), er selbst spielte Klavierstücke sür die linke Hand allciit. Während von ihm Tehmel oder Eickiendorif vertont wurdet,;, wählt der Intellekt Malter Hirschbergs Morgenstern, dessen Worte mnsikalisch unterstrichen tverden. Fritz Lis sauer schließlich, dessen Sckzaffen als das eines versierten Musikers hier gleichfalls stets hervvrgehvben ivnrde. war mit drei Liedern nach Ernst Lissaner vertreten. Ter Sänger des Abends war Heinrich Korn. ' Kai. Susanne L a n d s b e r^- H o l l ä n d e r gab einen ^Liederabend. Taß die Stimme Schönheit und Schmelz beivahrt hat lvvn manchem in der Höhe abgeseheni. zeugt zugleich von der Onalität -nnd sicheren Beherrschungdes Technischen. Ans den inehriach zu hohen Ansatz müßte geachtet werden. Tie Tarstellnug ist geschmackvoll und immer bestrebt, dem Werk das Seine zu geben, wobei namentlich der Schtimann-Zhklns zu einer schönen, abgernndeten Leistung wurde. Tie Sängerin hat in richtiger Erkenntnis ihrer speziell ans das lvriich Getragene gerichteten Begabung ein . dementiprecheitdes Programm geivählt. wodurch allerdings.eine gewisse sf-infvrinigkeit. die durch die allzngrvße Länge der .Liedfolge noch lahmender wurde, enlstand. Hermann Ludwig S ch l e s i n g e r ist ein mnsikalischer und sorgsam mitgehender Begleiter, d^r gesangliche Steigerungen zu grundieren versteht. Bcanche überflüssige und maniriert tvirkende Rubati (zum Beispiel im ersten slivai'cheit Tanzi störten. Als Partner im Vierhändigspiel wirkte Üi'cnicr F a b i a n. I,. A. Tie Violine bar vüennchllich ihre Stellung bis LieblingsinilruinciN der Juden behalten: der Rcichionchs an hervorragenden Geigern ist auch jetzt beträchtlich. - Zu der jungen Generation gehört der. Konzertmeister des Knllnrbnnd- Orchesters 3ihein-'0(ain. Ernst Trucker. Er spielte - mit ' lebhaftem Erfolg in Frankfurt a. M. das Konzert I)-<Inr von Brahms. Er ist ei» ienstbler. tnannell und-musikalisch gut vorgebildeter Geiger, der die Anlagen besitzt, NM in Anigaben dieses. Geivichls voll hineittznwachsen. Ten ziveiten Teil des Programms nahm eine Wiederholung der l. Sinionic' von!<Jt;nhli'r ein.-deren technische An-, sordernngen dem Orctiester überraschendertveiie erheblich titelnals das erstemal zu schaffen.machten. vxnis-Wilhelm Steinberg gab deni siiisvnisch gehaltenen Orchesterpart des Violit,kon;erls nud dem Werk von'Mahler trotz mancher Sprödigkeit de« Instrt»nentapz.xzrats ein starkes nnd persönliches Gepräge. Auch ein anderer, dem Knabenalter noch nicht entioaclnener Geiger. Gerhard K ander, verdient das ihm entgegcngebrachle Intercsie. ohne allerdings schon den vollen Beweis erbracht zu haben, dc;ß in ihm ein Talent großen Stils heranreift. Seine Fertigkeit ist ans hoher, wenn mich keineswegs bereits ans der" von außergewohn-- lichen Erscheinungen erreichten Stufe. Ter Ernst und die Intelligenz, ..mit der Kander mnsikaliseh anspruchsvolle Aufgaben betvältigt,. macht seine Künstlersckiaft anziehend: aber man vermißt bis" jetzt noch das Enthusiasmierende, das absolut Zivingende. Mit geistig so schwer erschließbczren Werken wie der Sonate v-moll von Brahms sollte man den Knaben, vorläufig nicht Herausstellen; sie vffenbart die jetzt vorhandeticit Grenzen seiner Begabung deutlich. Am stärksten sprach sür die Anlagen Kanders der sehr ansdrucksvoll gespielte „Rignn" ans der Baal-Sehem-Suite vvn Ernest Blvch. Plan spendete warmen Beifall. . In gepflegter. Sprache und mit guter Kenntnis des künstlerischen Materials führte Bcitia 'üc a i] f v ■ L j s in n n tt ihre Hörerschaft in die dramatische und mnsikcilisehe Welt des „Fidelio" ein; sie stellte damit ein würdiges Präludium für die .,Ftdeliv"-Attfführuttg her, A. H—p. Im vollbesetzten großen Eonventgarten-Saal in Hamburg sang Joseph Schmidt, von Leo Ta »bin an ii vorzüglich begleitet, deutsche und italienische Lieder nnd 'Arien. Tie Einzigartig-: keit seiner Stiwine. die iiamcittlich in der Höhe . ihren vollen Glanz entfaltet, die Vollkommenheit seiner Technik, die er in höchster Virtuosität und anscheinend mühelos beherrscht, zwingt zu Beiviin-. dernng. Eine leiehte Indisposition konnte bei so vielen Vollkommenheitstverten seinem Erfolg kein-n Abbruch tun. Für den i:ichtendeitwvl!endeit Beitall der begeisrerKn Zuhörer dankte der Sänger durch zahlreiche Zugaben. Tie Aussührnng des Blochselzen.-Lratorinms „Awodath Hakvdesch" in Hamburg durch das Frankfurter' Kulturbundorchester unter H. W. .Steinberg tvn-rde ein Höhevtutkt dieser Spiel-- . zeit. Tie Kvinpositivn des SabbatgottesdieiisteS für den Kvnzerlsaal — diese Ausgabe, ist hier Ernest Bloch geltingen. Tie Wiedergabe unter Steinberg war -nahezu vollkommen. Man mochte nur an einzelnen Partien des'Werkes den Nhz,zgc-l einer stärkeren Ehvrbeseptmg bedanern. einen Mangel, der in der geringen 'Auswahl verfügbarer Sänger am Platze begründet ist. In wundervollem Ztiiammenklang von Ehor nnd Orchester, in meisterlicher Abtönung'ließ Steinberg das Werk erstehen. Ten Solovar't, "den Hermann Scheu vvrtrng. kann man sich schöner -und hingebungsvoller gesungen nicht vvrstellen. Vielleicht stärker »och als mit den zu Beginn des Abends gesungenen Kinderrotenliedern von "Mahler ergriff er hier die - Zuhörer. Tie Ztttammenstelltina und_-Gsts-- stndieriing des, Ehors—(SO Tötnen und Herren) hatte Georg d e H n a « übernommen. Hohe 21»-- erkennting gebührt ihm für das gute Gelingen der Ansst'thrtmg. Ter Beifall, den das Konzert"— auf dem Programm stand neben den Mahler-Liedern auch ein selten gespieltes Adagio und viuie C'-nioIl oon Mozart — fand, nahm die Form von Lvationen an. ' . a. Beatrice ,F r e tt denthal »Waghalter fang, von Leo Schön bach begleitet: auch im Killttirbund Breslau Lieder aus aller Welt. Man beivuiiderte wieder die große, wandlungsfähige Stimme ebenso ivie das seltene Sprachtalent und ihre außergewöhnliche Bortragskunst. Ter junge Breslauer Pianist Josef Wagner überzeugte an'.einem Abend mit klassischen und romantischen Werken die Zuhörer erneut von seiner außerordentlichen Begabung und seiner Vertrautheit mit den verschiedensten Stilen. Wohl entsprach die Tarstcllnng von Beethovens letzter Sonate op. 111 im Allegro nicht durchweg den Itttentivnen des Aceislers: dafür erstand die nnvergleichliche ' Arietta in erlesener Schönheit." Bachs „Italienisches Konzert" hätte man sich klarer und vlastisck)er gespielt nicht denken können. Ureigenes Gebiet aber betrat Wagner mit zwei bravourös vorgetragenen Stücket, von Ehopin und mit Schuberts „Wanderer"-Phantasic. die wir in Breslau feit langem nicht so genial im ganzen 1'lusban und mit solch bezaubernder Poesie im melancholisclzen Liedzitat aehörthaben. Ulf. Ein eindrucksvoller Abschluß der 'Kleiwitzer Beranstaltungen im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes Obkrschlenen war das gemeinsame Konzertder O r ch e st e r Vereinigung (Leitung: Sanitätsrat Tr. B l tun e n f e-l d I) und der E h o r Vereinigung iLeitnng: Willp Fleisch e r). Ans - dem reichhaltigen Instrumentaliverkprogramm sei ü. a. die technisch sauber und stilvoll gespielte Unvollendete vonISchnbcrt erwähnt. Als eine ansprechende Komposition erwies sich die Romanze von Arthur Spitz. Hindenbnrg, die von Gerta Lev in. Tr. Simmenauer und Mai dargeboten wurde. Güiistig war der Eindruck, den die jugendliche Pianistin Eva Przvs n ch e r . Bcnthen, hinterließ. Tie choristischen Tarbiktnngeti takten ebensalls stärke Zustimmung, sie zeichncten sich durch rhhthmischc Präzision nnd technische Tiirchbildnng ans. Als mnstkalisch geliingen ist - 'Willh Fleischers Bearbeitung des jüdischeu Volksliedes. ..Sehnsucht" .zu bezeichnen.' Fleischer beherrscht den stattlichen Ehvrnnd Orchesterapparat mit Leichtigkeit. Dcit künstlerischem Verständnis sang Roiel Simmenauer das Solo in Mirjams Siegesgesang von Schubert. Kantor G r a b o io s k i führte sich durch das bekannte Arioso von Händel Litt ein. Beide Tirigenten ernteten reichen Beifall. Tas Schanspieleniemble des Hamburger Kulturbundes gastierte ' nunmehr auch . in Leipzig mit Molnärs „Spiel im Schloß". Ter Abend, wiederum unter Leitung von Tr. Hans B n r bä um . fand stärkste Anerkennung. Tie. -^iisc'Nlblezti'sämntettsetzrTrtg—--entlvrach in allen Rollen der Besetzung' in den vvrangega'itgenen. in der E.-D.-Zeitung (Nr. 1ö vom 9. April) bereits eingehender gewürdigten Anfsührtingen in Hamburg und Oberschlesien. Tas Hanwurger Schanspielensemble gab an einem anderen Abend in Leipzig das gleichfalls an dieser Stelle (Nr. 13 vom 26. Ncärz) schon besprochene mnsikali'che Lüstspiel „Meine Schwester und ich". K. 8. (