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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-23 · 17 (23.4.1936) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
17 (23.4.1936)
Date
1936-04-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 17 » S.Beiblai? 23. April 1936 Palästina*!!mschau Die „alten“ palästinensischen Industrien - Vofl unserem L. B..- S o n d erbe r ich t er s ta 11 e r Die aussergewölrnlichen Fortschritte, die die Industrialisierung Palästinas in denGetzten drei oder vielmehr zwei Jahren gemacht hat. sind eigentlich der überraschendste Umstand in der ganzen, an Überraschungen vor allem des Tempos nicht armen Entwicklung des Landes. Denn die natürlichen Voraussetzungen, die den Standort industrieller Unternehmungen sonst bestimmen. fehlen in Palästina fast ganz. Weder hat das Land verwertbare Hodenschätze, aus denen sich eine'Veredlung natürlich herausbilden würde, noch sind Produktionsmittel wie Eisen und Kohle oder andere Brennstoffe vorhanden — das ■Rohöl, das die Pipe-Line aus dem Irak heranholt, kann vielleicht später einmal Bedeutung erlangen. .hat sie aber heute noch gar nicht —, noch hat lange Tradition bei Unternehmern und Arbeitern schon besondere Fertigkeiten hervorgebracht. Nicht einmal die Absatzlage ist besonders günstig, und der Binnenmarkt zeigt, wie im vorhergehenden Artikel dargestellt wurde, nur eine langsame Tendenz der Erweiterung und Absatzausdehnung. U nter n eh m u n g s 1 u s t undnach Anlage drängendes Kapital sind so die wesentlichen Faktoren der industriellen Ausdehnung undvGründung geworden, glücklich unterstützt von dem Propagandamittel der . Tozeret-Haarez-Bewegung. die ja.in ihrem Wesen der Tendenz nach Autarkie entspricht, welche ■-heute fast'international geworden'ist. Die palästinensische Industrie kann in zwei Gruppen geteilt werden, die man am besten als „alle“ und „neue“ Zweige bezeichnet. Die ..allen“ sind die. welche vor der neuesten Konjunkturperiode schon vorhanden Waren, allerdings teilweise einen besonderen Auftrieb erfahren haben, die neuen die, deren Entstehen eigentlich erst iu die letzten Jahre fällt. Die beiden alten Zweige, die die Verwertung der landwirtschaftlichen Produktion und die Herstellung von Material zum Hoch- und Tiefbau umfassen. bedeuteten 1929 sicher mehr als drei Viertel .der ganzen palästinensische» Industrie an Umsatz und Kapital. Die zwar zahlreich vorhandenen Statistiken’ über Industrie sind leider fast unbrauchbar, da sie Handwerk und Industrie, «die natürlich in Palästina besonders stark in einander übergehen, zusammennehmen und infolgedessen in den Angaben über Betriebszahl, Kapital und Umsatz kein klares Bild geben. Die ersten Betriebe des Landes, die als industrielle bezeichnet werden können, sind aus der Notwendigkeit' entstanden, die Land’espro - d u k t e zu verwerten : die Weinkellereien in Kischon le Zion und die Grands Moulins de Palestine. beides Rotlischildsche Gründungen im Anschluss an die Siedlungen der PICA. Der Gedanke, die Erzeugnisse der Kolonisten genossenschaftlich zu verwerten, der den Kellereien zugrunde lag. war ohne Zweifel richtig- und ist später in der Form der grossen landwirtschaftlichen Absafzorganisatidn der Tonuva und den Verkaufsgenossenschaften . der Citruspflanzer wieder aufgenommen worden. Es ist heute besonders zu bedauern, dass dem W e i n b a u vor einigen Jahren weniger- Aufmerksamkeit geschenkt wurde, dass vielfach die Heben herausgerissen und durch Orangen ersetzt wurden, ln den Nachkriegsjahren hatte die Ungewissheit der Exportmöglichkeiten, die durch die amerikanische Alkoholgesetzgebung entstand, manche Pflanzer davon abgeschreckt, neue Heben zu pflanzen. So ist heute die Traubengewinnung nicht einmal grösser als in der Vorkriegszeit. Trotzdem bildet Wein immer noch einen wichtigen Ausfuhrartikel, er stand 19:',4 an fünfter Stelle. Die Palästinatraube, die ja schon im Altertum berühmt war, könnte wahrscheinlich eine viel grössere Bedeutung in der Wirtschaft des Landes besitzen, wenn ihr Absatz und der ihrer Produkte besser gepflegt würde. Was mit der Standardisierung der Orange und der Grapefruit gelang, die Schaffung einer Q u a 1 i t ä t s m a r k e , wurde auch dem Wein ganz andere Wege offnen, uih so mohn*. als die rituelle und geful>.Isi»ass>g bedingte Verwendung des-. Palästinaweins doch sehr ins Gewichf Jallt. Die ganze WemtMzeugung betrug 1994 nur rund 24 OPO. -hl. von denen SlHK) ausgeführt wurden., gegenüber •einer Produktion von 40000.bis öO000 hl vor etwa zehn Jahren. Dagegen hat sich die B r a n n t w e i n t> re a n e r e i — es bestehen etwa 20 Unternehmungen — in den letzten Jahren entwickelt, und zwar vor allem durch Verarbeitung voll Orangen neben Trauben. Die .Ausdehnung der Verwertung der Zitrusfrüchte überhaupt, des mengenmässig und werlmiissig wichtigsten Landes»-, Zeugnisses. ist wohl eine der wichtigsten wirtschaftlichen Möglichkeiten hi i-s Landes. Bisher ist auf diesen- Gebiet vielleicht zu viel experimentiert worden, aber nunmehr dürften genügend Erfahrungen gesammelt sein. Die verschiedenen Unternehmungen, insbesondere die Assis Ltd. in Haina! Gun,'sind technisch gut eingerichtet und Italien in den letzten drei Jahren auch steigenden FXpert. In liechobol ist vor einiger Zeit eine genossensrhaftliehe Verwertungsfirma für Fruchl.-älle entstanden. die diese in'Fässern nach Lrigluml ausführt. Die industrielle Verwertung der Safte wird dann immer dringender, wenn die zahlreiche» neuen O.rnngengürh'ii tragen und das Absat/.problem wie in Palästina die Ziiil I i i f!S,!lftt - v w Die Ausschachtungsarbeiten für die Aufbauschule, die zum Gedenken an Ludwig Tietz bei Meschek Jagur errichtet wird, haben soeben begonnen l-'nl. 17rh'-rl S'innrnfiljl trusfruv'h! kaum gegessen, sondern ihr Saft ge-», trunken wird, lasst sich auch in anderen I.än- .. der» diese \ erweiulutig starker dur;chfuhron und . damit wollt ul er Absatz. steigern, der Wahrscheinlich ■ durch die Ermässigung. der Transport«.v kosten auch -ei»,- Verbilligung erfahren, wird. Hier die geeigneten Methode» zu finden.-.ist. emo Sehr wichtige Aufgal»- füc.die Nahrungsmittel- . Und "^grarcliemik-er des I.aml.es. tu Verbindung . mit der: Verwertung .«ler’"Orangen* und Grap.e Fruits dürfte, auch die Konservenindu.-» ,s l r i e m -Palästina noch Möglichkeiten hab.en, wenn sich, die l utensi vln-wirtsctiaflung durch Hühnerzucht, Milchwirtschaft und Gemüsebau llllllilllllilllllllllllllliillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillll Die Nachrichten über die Unruhen in Palästina finden unsere Leser im Hauptblatt dieser Nummer lllllllllllllllllllillllllllllllllltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillll stärker durchsetzt und die Konservierung der Nahrungsmittel einen Ausgleich zwischen dein 'jemüsearmen Sommer und dem gemiisereirheu Whiter schafft. Die wichtigste Ausfulirmdiistne des landw irlscliäftlirheu Sektors ist aber bisher die Oel- II ii il S e i f e ii i n «I u s l r i e gewesen. Die arabische Seif<‘iiiiHiiislrie. die sich mn 'Nattlus an-' gesiedelt hatte, belieferte noch vor zehn Jahre» .len ägyptischen und syrischen Markt fad völlig; 192‘> ■ machte, die palästinensische Seilenaiisfulir I.P 204 (HX) aus. während sie t‘)9l auf LP 00 000 gefallen war, da die < >li\emil-ei ie der jialästim-usischen. Lr/euger inzwischen in -Aegypten eine scharf»- einheimisch,- Konkurrenz erfahren balle und dazu noch Liiifuliivrsi-hwenmgeii. iu Kraft traten. So ging die Seifenindustrie in Nablus stark zurück und im Iiitaud selbst eiitstamb'-n neue und moderne j ii d i s.c Ii e F a b r i k «- ii. Die fiel- und Seifenfabrik Sc Iniin-ii, eines (b-r grossen I udud rieuIlle,-liebinuugel, lies Landes, bat ii, den letzten Jahren One Erzeugung -fast 'regelmässigum ÖO Prozent steigern können und äuch die Herstellung von Nebeufabrikalen, wie kosmetischen Präparaten, mitgenommen. Auf diesem Gebiet sind mich für kleinere, t Internehmer wohl' noch Aiisdohnungsmöglirhkeilen; verschiedene neu eiiig.-w änderte, Chemiker aus Deutschland und and.•reu LäiidWn Italien Laboratorien gegründet, die aüi'li Lxpurlabsal/. g.efundt-n tiato-n. Im Umd ist zum Beispiel »b-r Zollsatzfür Köluiscln.-s Was.-er, das nach deutscher Lizenz'' lierg.-■stellt wird, von einem Wert-, ' zoll von 2Ü Prozent auf ei neu fe-t.-n Salz von 200 Müs je Lite,- gebracht, uffensichllicli. um den Pmdiizenlen eine feste Kalkulation z.il Schliesslich gehören zur Gruppe der 'Nahrungsmittelindustrie 'noch die vel'-ctl iedem-il S.c Ii o k o 1 a <1 e f a h r i k e n . die emgefülirb» Holi st off e verarbeilen, aber im a»g> meinen di-r . Auslmidskonkui reuz gegenüber ganz. gilt, standhallen, vielleii’ht mit Ausnahme »ler syrischen Erzeugnisse, »Ininfolge des lieslelienden Handels vert ra.g es zollfrei emgelullll .weiilen Und unter dein Wettbewerb (b-r niedrigeren 99 Palm-Beach“ bei Haifa Tel-Aviv hat einen nahen, breiten, viel gerühmten und im Sommer überfüllten Badestrand. in Haifa dagegen ist es weniger bequem, zum weissbesandeteu Meere zu kommen. Denn in Haifa badet jüdische Jugend und jüdisches Mittelalter in der Villenkolonie Bath-Galim („Tochter der Wellen“), das etwa eine Viertel- Autobus-Stunde vom Kingsway, d»?r belebten llafenstrasse, und dreimal so lange vom grössten jüdischen Wohnviertel, Uadar llacannel. Casino Bath Galim bei Haifa von der Landseite entfernt ist. Trotzdem ist der Strand von Bath- Galim in der heissen Sommerzeit eine sehr be- -nd beliebte Gegend, in deren bisherigen Mittelpunkt das grosse, zur Makkäbiade erbaute Schwimmstadion mit seinen olympischen Ausmassen liegt. Nun ist ein neues Zentrum des Badelebens geschaffen worden. Eine jüdische Gruppe, die trotz der Krise an Unternehmungsgeist nichts einbüsste, hat dem Badeort von Haifa einen neuen Anziehungspunkt gegeben: mit beträchtlichen Mitteln ist in wenigen Monaten ein Strandkasino neben dein Schwimmstadion' errichtet worden. Man hat sich für diesen repräsentativen Bau einen Architekten geholt, der sich in Palästina bereits <-i»<-i> Namen erworben hat. viele moderne Häuserkomplexe in Haifa entstammen, seinen Plänen. Alfred Goldberger aus Wien hat mit dem ..Casino Bath Gälim“ einen Bau geschaffen, der mit viel Geschmack die_ vielseitigen Zweckeigenschaften vereinigt, die ein modernes Strandkasino haben muss. Eine solche Aufgabe ist in Palästina* deshalb schwieriger, weil hier der.Wind »b-r ..Freund“ und die Sonne der ..Feind“ der Mensche» ist, umgekehrt wie in Europa, wo der Baumeister möglichst viel Sonne aufzufangen sucht und wo die Windseite die wenigst beliebte ist. Aus . Eisenbeton und Glas, »las der ganzen Fassad/- ihren Charakter gibt, ist in grossen, schön geschwungenen Linien der Kasinohau errichtet, worden, nur zum Teil steht er auf der ..teuren“ palästinensisch»!» Finte, sein Hauptte.il ruht auf Fundamenten, »li.e vom Meer umspült werden, wobei die Pfeiler zugleich als Wellenbrecher fungieren. Modernste Erru»gens<-haf.tender Innenarchitektur „sind berücksichtige Im untersten Stockwerk befinden sich zum .ständigen Wechselbetrieb eingerichtete geräumige Badekabinen. die einen unmittelbaren Zugang zum Meer und zum olympischen Schwimmbassin hallen. Das erste Stockwerk wird durch ein»- weite hohe Halle ausgefüllt, die in eine wundervolle grosse Meeresterrasse mündet: sie ist für einen eleganten Hestaurant- und Unterhaltungsbetrieb eingerichtet, . mit geschmackvollen Musikpavillons. einem intimen Bridgezimmer, einer kleinen Bar usw. Das zweite Stockwerk bildet feine -weite, offene Terrasse, auf der man ohne viel Phantasie glaubt, aut dem Deck eines grossen Ozeandampfers zu-, schwimmen. Die architektonischen Gedanken^ sind mit bemerkenswerter Grosszüeigkeit durchgeführt, die ihre Anziehungskraft auf den Haifaer" ebensowenig wie auf den Fremden verfehlen werden. Das Kasino, soll allen Bevölkerungsschicbten offen stehen, deshalb sind die Preise so niedrig wie möglich kalkuliert. Eine jüdische Familie, die mehr als zwei Jahrzehnte im Berliner Kaffeehauswest-n eine Holle spielte, hat.,in‘dem neuen Kasino den gesamten gastronomischen Betrieb übernommen. Die bisher schwierige Verkehrsfrage mit Haifas Wohnvierteln ist durch Eröffnung einer neuen direkten Autobus- linie gelöst. Dr. E. R—i. Liebeskummer hat), ihr Vorhandensein, wenigstens das der Halme, bewirkt, da-s kein Sonnenaufgang versäumt wird, auch wenn man gar mehl mag aber danach krallt kein Halm! Das Schiff führt aber nicht IUI' diese nützliche Fracht me!- sich, mehl nur riialii/.im und 'louristen aus.aller Well, wir beim der» „och »-imander»- kostbare. Ladung, dmmi - Eigengewicht von ' msge.-amt 12';(HM) Kilo bewirkt, »lass wenigstens „ur d >- . Ilulmer seekrank 15000 Hühner... Auf Nee. im März 1990. Auch Hühner werden seekrank! Selbst Zurhthiihuer vergessen, dass: sie es sind, lassen .apathisch die Köpfe hängen, s»-h»-n den- Kapitän mit vorwurfsvollen Augen an. wenn er ...die Hund«- macht“,, und mir noch leise krähen ihr»- Lieder. Aber sonst hallen . sich »ii»- löOtJO ungarischen Zuchthühner tadellos, selbst .>»•! hohem Seegang legen sie’ Ei bei Ei, als müssten sie ihre Reise zur Alijah stets aufs neue unter Beweis stellen.- Das H»-ck des Schiffe« ist ihr Bereich; irr zahllosen’ Stiegen, zu je äh, »••ben-. iits-r- und hintereinander, durch schmal»- Gassen geteilt, überstellen sie ihre erste Seereise mit nur lä Tode.-fäib-ri. Krank waren mehr, und sehr gut ging es ihnen sicher allen nicht. Mari möchte ihn n verständlich ..machen, -dass sie ein neues und hoffentlich auch fruchtbares Leben erwartet, und dass es sie stolz machen müsste; »lass man gerade ihn»n vertraut, das palästinensische - Hühherriiveau zu heben, »lass ihre derzeitigen Leiden, hoch belohnt ■würden durch .warmen Sonnenschein und heissen Sand, in dem sichs ausserordentlich gut scharren läs-t. (Doch wie spricht man h' Noch dazu ungarisch-huhnisch?!) — Ihrem Da- , sein verdanken di»- sonstigen Passagiere nicht nur stets frisch»- Eier (sofern die Schiffsjung» welche übrig lassen) — nicht nur anregend-- Unterhaltung und Belehrung durch den begleitenden Tierarzt (ich kann einem Huhn schon von zehn Metern Entfernung ansehen. ob ec. Dipbtberitis, schwarze Pocken, Diarrhöe oder 15 000 Hühner

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