Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 15 (9.4.1936)
- Date
- 1936-04-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278152--10790-2290946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
, ber ■ ocftci*rcuTiiTrficn Trnbitinii fiT^tr. Zn Boflimi di''JiH'ifff nvd';:- pcrnnlini „ man die in mn'bnivopi'ii;.':V . rümosphäre - gehä-etere Stimme des ge'all-.: neu yYv<.ilttu'v. -S3ci)mnmi in Landschaüsinfh -Uriditt'n, <111-> brai-n-j niit ■'Jlriviti'ii nnnürn literarischen.Gebieten die uu'ltlit'LH'HDi', sieh späler leideuichaitlich dem Judentum Inngebende Vijrif 'JJii.r Brvds Izerüber. der van\ tlgeriel in die 2irl)» .tunfl und in. die Drssciillichleit/sülirle: Werfel nmchs 'piin stat lilen " iiidiityen Dichter de-? gegenwärligen Europa, iiieht nur durty nnerschöpfliche üratt der-iBork-'nud Bildiprache, sondern/-ebenso °d-»l.rttzdas ü-iiriqep.seiner lnnsi-Freieile1t Gebi-l de.?',nglenli mit ihm begaitn. in dem ansiilneiendein. ausrnsenden 7 Chor der .Erpresstvnisten eine große Zahl -jiidischer Lyriker steh huren vt laiicn, -mnter ihnen Ludwig '.Rubiner; stllbert Ehrenstein, Iwan Goll„ Alfred "Holsenstein. Es war die Zeit der Forderung.nach dein Brnder-Bcensch. Ernst Blaß, der ähnlich wie der im Krieg gebliebene Alfred Lichleustein mit scliwebendanalytischer Großstadllyrik begonnen chatte, suchte als erster dieser Generation, über -Stefan George hin. wieder den Weg zur klassischen strengen Form, den zn gleicl,er Zeit Ludwig Straus; in Westdeutschland fand. Aach der Uebersiedlnng von Straus; ine Land der Väter wuchs ihm vor; selbst das klassische jüdische Land in die tlassischc Form; weder nach Europa, noch in die jüdische Geschichte zurückblickend. wird ihm die aktuelle Begegnung mit Landschaft und Aleniehen Palä stinas zum zeit-, losen Hymnus. Ludwig Ateidner, der gleichzeitig mit seiner'Zeielicnseder seine ansbrechenden "Bisionen auch mit. Worten, dargestellt hat, war schon vor l'.'üü in traditionstrenes Judentum, versunken, ans ansgerissener Brust hallt wie'ans biblischen Tagen,.sein jereiuiadischer Ruf. Der Sturm des.Jahres l'.'-G mußte die Herzen der Juden in Deutschland bis.zu jenen Gründen auswühlen, in denen das alte Indenleid schlier.. Aber nicht sogleich und unmittelbar wurde das schmerzende Erlebnis zu dichte-., riiäiem Wort. 'Fast niemals. sind ' großen ' hislorischen Ereignissen spontan "auch große . künstlerische Leistungen entsprossen: das Abrollen umstürzender Gest'hehnisse sicheint stets -die dichterische Produktion, niedergemalzt zu Wigben. So mußten nacl,.dem ätzellkricg fast, zehn stahre vergehen, bis, in Roman niid Drama Geschehen und Erleben zn wirklichen. - guliigen Kunitiverken gettalretmourde. Lyrik ' jedoch ist mehr ein Sich-SelbsEGestalten als ein. Gestalten der Ereignisse: , im: Gegensatz, zur ...weitschichtigercu .Form, des Zitomans:und des' Dramas. die MäitdBntgsloiistrtstUon- Uniwelt: . lind iremdesPersmmlzcrsopdert/: bedeutet Lyrik"/ , ,uüminelbarcs'ÄchssprechMi'chSich-Ausisj,woc^^ Uöaheend daher drämatnche und erzählende Versuche der Juden, iit-Deutschland ans nahe-, liegenden Gri'inden.. ichriiliegeude Zeiten mnd Raume tastend aufsnehten, hat .die Lyrik Unmittelbareres und sicherlich auchWertvolleres ans Empfinden und Anschannng der brennendeit Gcgemvart hervorgebracht. In erregten Zeiten findet - die Lyrik einen erregenderen Ausdruck, der weniger abgeklärte und reine, Form, als anstvdcrndes Bekenntnis, aber auch Forderung und Prophetie ofscnbart.. Für . diese "ArtWyrik erstand ans dem Judentum unserer Tage ein dichterisches Phänomen, wie es in der Weltliteratur selten, in der neueren jüdischen Dichtung Westeuropas ohne Beispiel ist. Der fünfundsechzigjährige Karl Wolfs kehl. naher Freund Stefan Georges nild Gnndolss. der Leben .mb Gelehrtcnarbeit, der altdentschcik und klassischen Tichtnitg dargebracht hat'und ihre Formen und Gehalte zn Gehalt und Form seiner eigenen Dichtung rverden ließ, ivarf von sich, was er seit fünfzig Jahren geliebt und geschaffen hatte: „ .... . Vorüber. Ledig muß ich sein vor dem Einen Gesetz." Wie die Propheten des Alten Testaments fühlt er sich berufen, wider seinen-Willen..-nach-Gottes Witten zu sprechen. „Die Stimme spricht" heißt sein Gedichtbuch; die Stimme Gottes spricht zu ihm. aus ihm— und aus ihm mit - dem „Volk, des Bundes. Volts des.Buches," Wie- Feuer und Sturm braust die Stimnze, redet aonhlcnd. suchend, jubelnd iiL der Sprache der Propheten mnd Psalmen, oft an . ganz altes deutsches Sprachigst anktingcnd — ein vollkommenes Beispiel, nüe jüdisches Geincht an-deutscher Sprache möglich ist. Ein anderes Beispiel .hat Heine in einigen Gedichtein romantischer Form; ans seiner Schnrerzenszeit gegeben. muh ein anderes Ludwig Strauß in der klassischen Form seiner. Palaitina-Gedichte. ' ' * u , Es.ist von-Inden .darüber gestritten war- . . den„ ob in deutscher Sprache überhaupt, jndiz. sehe Gedichte möglich-, und. Ich. glaube, jüdi- - sches Gedicht ist in jeder Sprache möglich, es kann von der hebräischen Llnabhängig sein, so, "wie die großen jüdischen Dichter des spani-.., scheu - Mittelalters auch arabisch gedichtet haben, wie Edmond Fleg in französischer -Sprache jüdische Gedichte schreibt, wählend iimgckehrtj:im modernen Palästina <räul Tschernichöwski in hebräischer Z-Prache grie-' chische, ja ljeidnische Lyrik versaßt. Auch nicht der jüdische Stoff macht die Iüdischkeit eines Gedichtes aus. Tie wenigsten Gedichte, die in diesen letzten drei Jahren von Juden, sicherlich in redlichstem Wollen, über jüdische Themen gedichtet, wurden, sind, wie die Versasser glaubten, nur weil jüdische Alotive genutzt sind, schon „jüdische Gedichte". Manche ineilien,; etwa die Ueberschrist „Hachschara". die Verwendung der Menvra und des Lichter- . Zündens, das Einfügen biblischer Personen oder hebräischer Wörterbenürko ein jüdisches Gejdicht. In diesem falschen Glauben ist heute vrcl Dilettantisches, Jrreleitendes und Kümmerliches geschrieben und gedruckt worden, dgs. wenn es nicht als „jüdisch" entschuldigt ivürdc. niemals an den Tag gekoinmM wäre. Es kommt nicht auf jüdische Tekorhtiöjleü und Plotive an. mit denen ein Gedicht äußerlich umkleidet ist, sondern ans jüdische? Gefühl und jüdische Anschauung, ans denen es nvttvendig'erwächst— wobei Gefühl und .Anschauung durchaus nicht immer aus hisiorische jüdische Tradition zisrüclzugehen brnicht. Alan' spricht nicht mit Unrecht von; evner 'jüdischen Komponente, die entscheide, ob ein Gedicht als „jüdisch" an-- gesprochen gvcrden kann, wenn nenn überhaupt von „jüdischem Gedieht" sprechen will. Es kam; etivc derselbe biblische Stofs so gestaltetsein. d> ß er-eimnal ein jüdisches, das aiideremal ein-n-irhtjndiiches Gedictst ergibt. Sehr wohl k, ' Stvsses hie mi Ludwig Meidner: Ihr Tränen... Ihr Tränen, Die ich geweint beim Gebet Die vielen Jahre — Euch rufe ich zurück! Fliesst wieder Und überströmt mich ganz Und.das zitternde. Gebetbuch; Denn ganz vereist Und im Elend verloren Ist mein inwendig 1 eil. Und nichts ermutigt, Nichts beschwichtigt mich. Strömt nieder, Strömt nieder Oft geweinte Tranen Und beuget. Dieses verhärtete Herz. Willy Blumenthal: Zwischen Raum und Zeit Gedichte von Abschied und Aufbruch I-. RAUM UND ZEIT. Gespenster sind es. Raum und Zeit, Verschwistcrtcr Dämon, der uns entzweit. Strecke des Raums, Spanne der Zeit Bewirken Trennung. Trennung ist, Leid. Riesiger Raum, zaudernde'Zeit, Ewiges Wandern, ziellos und weit. — Dauer der Ftunhcil: Lehens Gebot. Zeitlose Nähe: Erfüllung iin'Tod. II. GEAHNTE TRENNUNG Unsere Nähe war nur Ferne, die schlief. W as zwischen wärmenden A\ orten uns rief, in die Falten unserer b icuden .sieh stahl. Als warnend weckender Wide,hall. Als langsam-langendes Leid, War daszögernde Raunen der Zeit. Im Dunkel unscirs Pcnkens tief Eine Ader des Almen* 1k f, ■ .Ein flüsternder Hinke von Qual, Ein Mahnen an letztes Mal. — Inmitten unserer Gebotgenheit: Das Ei kennen der'trenne,ulen Zeit. III. ABSCHIED UND .ALTBRUCH \L ir beugen uns noch den vertrauten Worten, Die sich ergehn im Sorgen und im Sagen, . Im Geist schon nah den neueikannten-. Olten, Den alterprobten aus L ivater Tagen.. 7 Auf Stimmen horchen wir. che um uns ringen; Mahnung und Warnung, saldier Trost und Rat. Dieweilen schon che Meeie uns umsingen, Der Häfen T rische und die junge Saat. So lauschen wir-.in janu-li iftem Prange. Zmückzufinden zum geliebten Munde. Und wanden, doch auf äbgewandtem Hange, Wir, hingegeben an den Rausch der Stunde. IV..VOR DER .AUSREISE Ein neues Heldentum gab Gott den Söhnen: Sie lächeln ihren alten Müttern zu : Und zaubern ihrem tiüncnwchen Munde Die halten löst in dieser Trennungsstünde . Lind harten sich zu scluneizlichem Gewöhnen. Sie spiecben beitete Worte, voller Ruh'. Obwohl sie wesen, dass. der Augenblick UnwicdesbiinglUb i-t. und letztes Glück Und ewiger Abschied sich in eins verschlingt.. Ja, unsere Jugend weiss cs, und sie singt! .Sieghaften Auges zu den grauen Strähnen. — Männer, die scheu sich nach der Kindheit sehnen —. Und fühlen Kraft in diesem letzten Schauen, Der alten Heimat Boden neu zu bauen, , Und straffen sich noch fester im Entgleiten Des Mutterbildes, winkend in die Weiten... ■ /. /. Slargardler\ Erwachen Gipfel am Abendrand, Von Gold umschüttet. Ach, euer Tag entschwand Wie Rauch —r. zerrüttet. Wenn, sich mit Purpurschmelz Die AVolken färben. Muss der verklärte Fels Verödet sterben. Doch dem Urwidrigcn Wird Sinn im Kreislauf: Aus dem Dumpfniedrigen Ersteht der Geist lauf. Nie wird die dunkle Macht Das Licht bezwingen. Stets wird des Schöpfers Pracht Durch Grüfte dringen. ■ Wenn neu im Firncnchor Die Flammen münden. Wirst .du, erwachter Tor, i Dein Opfer zünden. t Paul Mayer: Die Engel und der Wind Wer darf sich einsam fühlen, I Von Qualen matt? I W ind streichelt mit den kühlen T rosthändcn.T ürmc und Stadt. Wer wird in Schmerzen wühlen, Wie Hiob .einst? Engel auf Wolkcnstühlen , >. Schweben dir zu. Und-du-weinst? Du weinst? Da Gottes Boten — Sei doch nicht blind! .— I ■ Lindernd dein Leid umlohten. Lausche den Engeln, dem Wind. Jakob Picard: Gross ist das Land . . . .Wn horchen stumm'auf ein -UGn.« Brausen. Pas vom Gebirge her dc.-i Ve b- Pli'; In uiiserm tiefsten- .Blut /•.-.- ,/' j »au’en Pas grosse Schallen uci In« Blau gch’n unsere feie:':'h<n BP’».•>; c »efasst von einer ktgJ.il gewo:n :.en .Vim. . Gespannt bis an de«'Hoi./ov^ IrWm Fm Um Dorf .und Ufetv.dd und d - g^;-uC B:ucke. f ühlst du das W iegen der verstreuten Fichten? Sie geben wohlig sieh dem b rühlingswind. Indes aus ihren Gipfelnestem schon die lichten 1 leimatvögel weithin aufgeflogen sind. ■ Gro<s ist das Hjnd. O \\ cbsgcwölk dort oben I nd Strahlenstiömc über seiner Ruh! Pie weite Flur umher und ich und du — W ie sind wir alle wundeibar vetwoben. Ernst Blass: An Ruth Dieser Sommer ist entschwunden. Trüb ist die Oktobernacht. Habe Tausende von Stunden Dieses Jahrs an dich gedacht. Wie ein Epgel, dunkel brennend. Warst du, bleich, in dich gekehrt, Habe, die Gefahr verkennend. Dich begehrt und mich versehet. Mit des Wahrtraums Augensternen Warst du nah und bist entglitten, Du verlorst dich in den Fernen Mit ironisch weichen Schritten. Alle Sehnsucht war entfacht. Alle Ohnmacht durchempfunden. Suchend habe ich verbracht Dieses letzten Sommers Stunden. Der September ist verronnen, - Und-nur dieses kleine Blatt Ahnt, was im April begonnen Und was nie Vollendung hat. Davin Schönberger: Dein Spiel Melodie ist deine Seele und Klingen! Wenn deine Hände über die Tasten gleiten, Ocffncn sich Fernen, breiten sich Weiten, . Und alles. Dunkel wird Singen. W ie tanzende Feen sind deine Hände, Wie schlanke Rehe, die zürn Wässer eilen. Wie Schwäne, die im Abenddämmer weilen! Die Musik deiner Hände stürzt engende Wände! Aber halte dein Herz fest, dass.es nicht davonschwebt Mit den tausend Strömen der Wellen, Die dein Spiel jubelnd auf hebt Zu den unbegrenzten Hellen. A braham Heschel: Abends Das unsichtbare -Licht erfüllt den Raum Und offenbart sich in den Lampen kaum. Das Pflaster liegt, ein Tuch auf unsichtbarer Klaviatur... Töne tauchen auf, verschwinden, und mein Herz geht nach auf ihrer Spur, O. lasst als Ersten mich ■ . I Nach eurem Sange beten! Ich gehe jin -den Strassen wie in einem Tempelkorridor. Ich höreJn den Geräuschen wilder Priester Schrei. Ein absichtslos Gebet von unbestelltem Chor Zum Unbekannten Gott, zum grossen Wer s auch sei,.. O. lasst als Ersten mich, ihr Strassen, s Nach eurem Sange beten! Leo Hirsch: Herbst NN der jüdische Dichter dieses :hrzndis.che-Fannng erzeugen... Und' wevter: dltese itidi.sche .Komponente .kann 'auch -in - 'einem-Gedicht.- suhlbar sein, das- weder jüdischest Slost.' noch jüdische Pegiti- -stkcn verioendetst es und selir viele Gedichte von Itldcn seyr jttdtsch. auch wenn sie äußerlich nicht als. lüchiche Gedichte nusgctan sind; '.. ' hierfür gbben. J-inen herrlich überzeugenden Beweis "viele Dichtungen Franz Werfels.. Und schließlich sei angemerkt, daß auch das j überreichliche. Erscheinen und Anrufen Gottes in der Poeste heutiger Irtden nicht allzu oft: ein jüdisches! oder ein religiöses Gedicht erzeugt. - - j / * ■ . ' Dies Prinzipielle und Programmatische mußte ovriöeg gesagt werden, ivenn das heutige Unternehinen unseres Blattes kurz erläutert werden soll. Die Redaktion, hat die Absicht, ihren Leiern einen Uederblick zu geben: was und wie heute in DeutschlanWvon Juden gedichtet wird. /Daß diese. Gedichte weder allesamt „jüdische Gedichte", noch daß ne alle-; samt „gute" Gedichte sind, wissen "wir sehr wohl. Wir wissen wohl: nicht jedes Löedlcht eines Inden ist ein jüdisches Gedicht, und ein jüdisches Gedicht ist nicht deshalb etiva schon gut gelungeit. Yloß weil es jüdisch ist. wie umgekehrt das (siedicht eines Inden künstlerisch sehr gut sein kann, wiewohl.es durchaus nicht jüdisch klingt. Die Inden haben inuner die künstlerischen Formen der Völker verivendet. wird der. Tag-. Sommer ist vertan. Düster schon und trüb Welk' um Wolke zieht. Höhnend pflückt der Wind, Eh’ sie.reift, die Frucht. Grille singt allein Ihr eintönig Lied. Was hab’ ich getan. Dass mein Tag mich flieht? Dass der Wind die Frucht, Eh" sie reift, entriss? Meinen Tag verträumt, " Der zu früh erlischt. Und das Zwielicht macht Alles ungewiss. ‘ Rolf Radlauer: Wer im Leben einmal nur ... Wer im Leben einmal nur Dich ganz tief empfand Und im Werden der Natur Ahnend dich verstand. Wer dein Gottsein nah verspürt Einen Augenblick, Dessen Weg und Leben führt Stets zu dir zurück. ' i Gertrud Chodziesner: - Die Tochter (Meinem, Vater) Ob ich formend noch in Händen trage. Was, ein Flimmern, aller Form entflieht, Doch im Sinn die Schale einer Waage Tief und wie behutsam niederzieht,' Ob ich mit geeichten Worten messe. Was zuweilen unermesslich scheint. Keine Erzcsschmelze wie die E«c. Nicht gewaltstolz wie ein Feind? Dieses ist nur Duft in einem Zimmer. Duft von Blumen, die man niemals schaut; Es verwittert, und ich schütz’ es nimmer; Denn cs kehrt mit einem V’ogcllaut: Zwitscherschlag am Fenster einer Meise, Am Gesims der schwarz beschenkte. Star, Und es ist auf unerkannte W’eise - * Wieder um mich, wie es war. Ruft uns nicht die goldgekrönte Starke, r- Die des armen Mädchens Herz'bewegt. Die cs führt zur wundervollen Barke Und ihm dann die Hand vor /Augen legt. Die das Weib, dem Manne wirft und bindet? Zwischen Kind und. Vater weilt und schweift Eine Stimme nur. die sinkt und schwindet. Und ein Saum, der leise streift. Und Gespräche wandeln, matt, alltäglich. Fern dem wilden, blutdurchglänzten Schrei, Der sich hebt und aussagt, was unsäglich; Keine'Sonne bricht uns Gott entzwei ..." Ach, wie darf ich in Vergleiche rahmen, AAas sich kaum zum Bilde mir geklärt? Eine Liebe ohne Licbesnamcn, Die oft siecht — und schweig! U.nä immer währt. Hans Meyerowitz: Am Fenster Nun wird der Hof zum eingestürzten Brunnen, Mein Blick ergründet seine Tiefe nicn! Dar über 'rauchend, eine Schar von Hunnen — Dachsims und Giebel reiten in die Nacht. Die Gasse krümmt sich, ein zerfall’ner Schaiht, Aus ihrer Tiefe abgelegtem Tale Steigt in die fremde Stadt\der Mond herauf. Und meiner Hände hohle Opferschale Fängt überrinnend seine Strahlen auf.