Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 12 (19.3.1936)
- Date
- 1936-03-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Karl Stern, Nordhausen Srtniti'ifivnt Tr. tönrl Stern, langjähriges -.9[>iitglifb des ff.-V..seien min 24. '.Utov,} bei fin'pcr* Ifeljcm ^ol)UH'iinben und in geistiger vifd>o seinen K>. Wrbnrlstnfl. ■ Sniutntsvat Tr. Stern Ijat firij um die Interessen sowohl des Acrztestandes Frfr bland und Bl um bcfcfinftiat. iüemc 'AiInr ff li r 1 i ri), Bühnenbilder nn d Kostüme . Hein, ff o n d e l l; mnukotische Leitung Kapellmeister 'Jt'r nflet, trchnischc Veit»»» Hans S o n d - heim er. Llnsdiließend geselliges Beisammensein. Karten zum Preise von 5 »('.>.'! sind ansverkan't. ff 3 sind nur lind) Karten zu 3 die jetu'rfi nidjt Fiic hie Vorstellung gelten, eilrnltliri) bei den Tomen Helene London. Ioadiniisthaler strafte 7,8; lrtsner,- Zehlenbori. Herderstraße I.'>: Julie l^lias.. Platihäikirchplah 2; Wafer, Landsberger Strohe US;' ffifnrr, Eybelslrohe 69 und Soinolennl;. Lieyendurger Str.' 48. Wie des Indenlums hervorragende Verdienste erworben. Tos Vertrauen seiner Standesgcnvssen Ivrief ihn in die Aerztekamincr und in deren Vorstand in das ärztliche Ehrengericht der Provinz Sachsen und machte ihn ferner zum Vorsitzenden des .arzttielien Slandesvereins der Stadt 'Jtorb- Hansen, dc'ssen Ehrenmitglied er anläßlich seines Goldenen Toklorjnbilniims wurde. Im .Kriege leistete er dem Vaterlande seine Tienste als Leiter eines Lazarettes: auch liielt er Kurse zur Ansbildnug von Kiankenschwestern ab. Longe Jahre hat Karl Stern an der Spitze der j>idis,i,ei, Gemeinde . Pordhansens gestanden. Er ivar, V-itgrnnder lind erster Präsident der Iakob-Plaut-Löge. Mit niierniiidlicher Tallraft. klarem Blick und .Zielsicherheit hat er die Wofrljiefr der Stande-?- und der jüdischen Organisationen bi>? über die Schwelle des Alters hinan-? geleitet. Tie Lieben-?würdigfeit und der Humor, mit denen seine zündende' Veredsamkeit gewürzt war lind die aller. Herzen gewannen, sind ihm heute »och zu eigen. Jiidlxh« Winferhilfti LETZTE HAUSJAMMLUNG fonntaq22.Märx Noch oinnuil ergeht der Ruf an alle, die geben können, mit vollen Händen der Jüdischen \Vinterhilfe : zu spenden. Die ..Sammler der .Jüdischen Winterhilfe geben diesmal Quittungen'in Orangefarbe aus. Gesellschaftsabend der jüdischen Winterhilfe üie •Winfevbilfe der Indischen Wcmcinbe zu Berti» beid)lie|)I die Seiie ihrer Veioiislollnngen sür ihve Hilishedliriligen mit einem isesellsdiostsobeiid. der om Soiiiitoo. dem 22. Plöc,. in sömtlid>e» Säle'» des Brnderverelnshanses. -Unvtüvftcnftvnt'jc 115, stoltsiiidet. - Ten Beginn dieser Beronstoltniig' bildet ein : beinahe klassiicl,es 2Viel in sed,-? Bildern von '-Hüllt, P r o g e r: .ffs dcehi sid) »i» Helena". In dieser »ihthologisihei, Travestie sind »eben dem Autor ihüllt, P r o a e r eomillo S p i r a - E i tz n e r. Ruth V r li n b t t ü . Viojr Ernesto V e io ,) li nt* Ein t R o H in e r elore '.'l r n st e i n . PI io Pick. Ernst W1> t j Hei»,!)t o el,, Vorbert S and, Arnold Seelische Winterhilfe . 21. Voran st o I tu n g :'. In der Shnagoge Lüiivwstraße. 21. Äiärz 1 UHU; 20 Uhr. Mitwirkende: Ludwig A l t in a ,i. n •' (Crnd), 5:r.' Willi A t o n (Klavier'). Alice Gei s c n d e r g (Gesang), Ilse <S v l d n e r d i c fl el l-a u b (.Rezitation), Boris . K r v y4 (Violine), -Eläre Mancz y k (Klavien. Cc-fnr ffl!aiic,1)t (Eellol. Professor Joses Weiß lKlovier). Karten für Hilssbedürstige nnentgeltlid, im Minterhilfsbezirk V, Lndendorfsstratze 9 (.früher Stegliher Straße), im Wohlsahrtsbezirk V, Lützowftraße 16. im Wiilterhilfsbezirk lV Südwest, Alüncheiit'r Straße 67 und im Wohlsalirtsbezirk Südwest, . Münchener Straße 37. 2 5. und 2 6. D e r a n st a l t n n g : Im Mnsiker- Verein-Haiis, Berlin ff., Koiser-Wilhelm-Straße 31, 2.j. Alarz. Kindernadimittag. 15.30 111,r, Bnnter Abend. 20 Ilhr. Karten Für Hil'sbedürstige uiientgeltlid, ab 16. Nlürz im Winterhilssbezirk Norden. Sdiönhanser Allee 6/7, Winterhilssbezirk Mitte, 'Angnststroße 16. ffinlos; zum Bunten 2lbend nidjt vor 10 Uhr. Ingendlidie rinter 18 Jahren haben zum Bunten Abend keinen Antritt. Bei den Deranstoltungen der Seelrsd,en Winter- Hilfe ist neben der ffiotrittsdarte das Bewillignngsschreiben der Winterhilfe mitzubringen und auf Verlangen vorzuzeigen. 19. Mär,. 2«, Uhr 15 Min.: Iildischer Museiniis-Perci». Hedwig Teelilieimer: „Moiiotlieislisltie Slröiiniiigeli in der Retigidu und Uimst der Aegiu'ter zur Zeit Mose" (mit Lichtbildern). Jüdisches Museum, Oranien. burger Straße :>t. 29. März, 2a Uhr 30 Min.: Jüdischer Frauenbund, Bezirks, arupve NW. Nabbiner Negio« Ioucis: ..Die Frau in oer Bidet und Talmud." Trausoal, Levetzowstraße. Ureslnu: Lti. März, 20 Uhr 15 Min.: Iüdisäier Kulturbimd und- Jüdischer. Ntusikoereiu. - Gemeiiideabeud zugiiiiste» der Jüdischen Winterhilfe. Null, Hifci).Slrnöt (Gesang), Öbitl) Herriisladl-Oettiugen (Nezitatiou), Erich Schösser (Orgel), Orchester des Jüdischen Musikvereins unter Leitung von Kurt Havettaiid. Neue Siiuagoge. Dviprix: 22. März: rollcjiimn Mnsi.-imi. Cimagogenkoiizert. Tauia Z»iiser-llrg (Klavier), Edit Maerker (Eopräu). Leitung Baruet Licht. Lehrhaus .Berlin. Semestcrschliihscier 19. Mürz, 2(1 1 Uir 15 Mi»., Aiila, Ioachimsthaler Straße 13. Es lvirken' mit: Tcr Initrnnicntalkreis utitcr Leitung von Hermann S ch i l d b e r g e r und Gertrud Wert heim (Ntnsik des lc.^imd 18. Jahr- . hnnderts, choriscl, »nd kammermüsikälisch geseht), der Singkreis unter Lcitnug von Ertvin Iospe (mittelalterliche Ehöre mit viblifchem Tert. palästinensifclu! Volkslieder) und die Arveitsgemeinscixistsleiter Iris! E i s.e n b e r g (Tichtungen von . Wolfskehl> und Hanns- John I a c o b s v h n ' (Pel'fach-Nigunim). Mit Rüc(sicl,t ans die Semeslerschliißfeierfindet die nächste Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft erst am - Toiinerstag. 2<>. 'März, Marburgec Straße 5, 3 Trp., 20 Ilhr 15 Min. statt. Jüdisch-theologisches Seminar Breslau. Im Souiliiersemesler lb.'I6. das am 2!>. 'April beginnt, lesen u. a. Professor Tr. H e i n e m a » n : ,,Alainiuiiis Lebe» und Lebeuswerk"; Tr, Lewkowih: „Ter Einsluß der Romantik--auf. das Ilideutuin": Rabbiner Tr. S ih s : ..Tensoren: Iore Tea 8!>x A"; Rabbiner Tr. Urbild): „Tie 'Weissag»»gen Jesajas und Jeremias über die sremden Völker": Bezirksrobbiner Tr. W o h r in o n n :. ..Hebräisdie Quellen zur Gesduihte der Juden in Polen iiiid Rußland, im 17. und 1?. Jahrhundert" und Bürodirektor Glaser: „Jugend und Kindersürförge". Außerdem werden Ilebuugen über Tora. Rasd>i zur Tora, . Schuldian Arud, und 2leuhebräisdi abgehalten. Das Patcnschaftskomitee für das Adatz-Schul» werk Berlin veranstaltete im Brndervereinshaus eine ch n l -'A b s ch l li ß.f e l e r" - zilgniisten feines Sdiüler-Stipendien-Fonds. Ter erste Teil des Programms, an dem ausschließlich Schüler der Adaß-Schnlen beteiligt waren, hatte, in der Gesamthaltung iind in den emzelneii Darvietungen euien - stark palastinozentrischen Eharakter. - Ten zweiten Teil" bestritten Konzertmeisler Bla,; Rose n tl) a I, Kapellmeister Sch iv arz, Erna L e v n a rd , Erhard W e-ch-s e l m am n und Willy Prager mit künstlerischen Darbietungen. H. B -rn. In der Reihe der von der Israelitischen Kultu?- gcmeinde und dem Lrtsring der Inge',idverbände . München gemeinsam mit der Mittelstelle für. chdisdie! Erwadisenenbildung veranstalteten Jugendf ü h r e r sch u l » n g s k u r f c hielt Gemcinderabdiner Tr. Max - Grün e w a l d (Mannheiml einen Gesd,id)tskurs „Tie Bibel als Gcschidstsquelle", an dem etwa 106 Iugendstthrer aus P!üud)en und benad)barten Orten teilnahmen. - Ein Oiieg-Schabbat, der von hebräisd,en Liedern umrahmt und mit herzlidien Begrüßungsworten des Gemeindevorsitzenden Oberstlandesgerichtsrat Tr. N e u m e y e r eröffnet wurde, vereinte vor allem die Jüngeren-und Niittleren. der Bünde. Dr. Bruno Sommerfeld sprach auf Einladung der Israelitischen Kultnsgeineinde und des Trtsrinues der Ingendverbände München im Sitziingsfaal der Alünchener Gemeinde über die Lage der jüdischen Jugend in Tetitschland. lUnd); Begrüßllngsivvrten des Geineiiidevvrsihenden Tr. iU e um e y e r gedachte der Redner zunächst in bewegten Worten des Iugendsuhrers Äeeew Orlicid). Er schilderte dann die gbnorme Schichtung der deutscl)eiu Indenheit mit ihren nur; 100 000 Jugendlichen und einem Frauenüberschuß von 22 000. Um den gesteigerten Schivierigkeiten,. etwa der Lehrstellenbeschafsiing. zn steuern, wurden von den Zentralstellen verschiedene Einrichtiiiigen, wie das 9. Schnljahr, die Piittlerenhachschara und die Auswanderiingsschnle geschaffen. Eingehend schilderte Sommerfeld die innere Situation der jüdischen Jugendbewegung. Rach Tankesivorten des Lrtsringvorsitzenden Tr. Marschütz entwickelte sich eine fruchtbare Anssprache, in d.er u. a. aiich wertvolle Inforinationen über die ne>igegründete Indische Auswanderiiligsschnle vermittelt wurden. . In M ü n ch e n fand' ein Sing- und Musikkurs unter Leitung von-Karl Adler, Stuttgart, in der llieihe der von der Gemeinde und dem Ortsring der Iilgendverbäiide 'München gemeiiisam mit der Mittelstelle für jüdische Erivachseiienbildiliig veranstalteten Jugendsiihrerschullliigskurse statt. Arbeitsabend der Gesellschaft für jüdische Familienforschung . Aiif einem genealogischen Arbeitsabend der Gesellschaft für jüdische Familienforschling hatte man. Gelegeliheit, einen Einblick in die wissenschaftliche. Tätigkeit dieser Organisation zu gelvilinen. Bon dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Ezellitzer. wurden die in den letzten vier Wochen für das Archiv der Gesellschaft eiligelaufe.. neu.Tvkllinente — etwa dreißig an der Zahl --- erläutert und -bei den. Teilnehmern zur. Einsicht und . eventne.tten Stelliingnahme hcrumgereicht. Unter den verschiedenen Aktenstücken sah man ». a. in der Photokopie ein in Schrift und Nanmanstei.lilng sehr ästhetisch loirkendes Diplom Angnsts des .Starken für. den Hvffactvr Lehmann Bercnt ans dem Jahre 1724, eine gedruckte Hochzeitseiiiladiiiig aus dem Jahre l-WO, Naineiisannahmelistei, sür die Inden der rheinischen Städte'Köln, Düsseldorf und Koblenz (IMG) unö neben dem Verzeichnis sämtlicher jüdischer Abitilrienten des Glniiiiasiums zu Wongrvivitz seit Bestehen der Anstalt einen kulturhistorisch besvntierl. reizvollen Hebräischen Bericht aus Frankfurt an der Oder aus Dem Jahre 1759 über den Siebenjährigen Krieg. Durch das Erläutern und gemeinsame Besprechen dieser. Urkunden und Aktenstücke wurde , all denen, die sich im Rahmen der Gesellschaft für jndisctze Familienforschling mit Genealogie befassen, eine Fülle von neuen und wertvollen Anregungen gegeben. H. B—n. Magnetismus, Suggestion, Hypnose Vortrag von Dr. J a c ob s ohn ‘ im Rahmen der Jüdischen Winterhilfe . ■■■■•; ^Ter Berliner Intrrnii't Dr.- L. I a c o b s o h n -hat im .Dienst-, der Indischen- Wuiterhilsevor >ctiicm größeren Kreise int Logenhaus.Kleiststraße über ein Thema gesprochen, das schon oft imd , Zimmer wieder Aerzte und Laien beschäftigt hat, lveil es — mehr als andere Fragen aus dem Reiche der Biologie und Heilwissenschast -- von dem Reiz des- 'Absonderlichen und Gcheiniuisvollen erfüllt ist lind sich an die Wißbegierde — oder die Neugier? — der anderen wendet, und weil es dazu beiträgt, die seltsamen Rätsel des menschlichen Seelenlebens aufzudecken und zu er- - klären.— soweit eine Erklärung möglich ist. Denn seien wir offen: Es gibt nun einmal im Reiche des Ma g n e t i s m n s, der ' Sugge st i on, der H y pnose — diese Trias legte Iaeobsohn seinem Vortrag zugrunde — letzten Endes doch -vielleicht Tinge, von denen unsere Schuliv.eisheit ' nichts träumen läßt. Immerhin — die Erläuterungen, die.Jacobsohn den Dingen ans den LÜeg gibt, zeigen, daß für vieles Geschehen ans den genannten-Gebieten eine wissenschaftlich und vernunftmäßig faßbare Formel vorhanden ist. Der tierische Magnetismus — einst die geniale und viel angeseindete Entdeckung des Wiener Arztes Franz Anton Meßmer, dessen abentcnerliches Leben Iacobsohn schilderte — ist nicht etwa ein geheimnisvolles Fluidum, das man im Sinne Aießniers' ans andere übertragen kann. Wemi bei . seinen und von anderen nachgeahmten Versuchen lvirklich eine Heilivirkiiiig zustande gekommen ist, so erklärt man das heule nicht durch Ilebertragilng einer maglietischeii Kraft, sondern durch S u g g e st i o u. Tr. Iacobsohn desiniert sie als die Einwirkinig auf die Seele — nicht aus dem ' Wege begrifflichen Denkens, sondern auf dem Wege der Idee, des Glaubens. Freilich, damit eine Idee, eine .Vorstelliing suggestiv wirkt, muß sie ans einen vorbereiteten Boden fallen-, es miiß nach der 'Aiisdrncksweise des Fachlnan.nes eine Erioartnngsspannung vorhanden sein. Tie Kunst dessen, der suggestiv wirkt, besteht ganz eigentlich darin, diese Spanmmg auszllniitzen oder auch erst zu erzeugen und fühlbar zu machen. Iaeobsohn erläuterte diese Beziehungen an einigen drastischen Beispielen. Heilte werden die Kräfte der Suggestion besonders gern in den Dienst der Heilkunde gestellt, hauptsächlich be.i .allerlei nervösen Störungeu. aber auch bei vielen körperlichen Krankheitszilständeü, vei denen ja sv gut wie immer eine seelische Koiiipoiiente mitschwingt. Iacobsohn erinnerte daran, daß z. B. Warzen ans suggestivem Wege zu in Verschiviudeu gebracht werden. Letzte Erklärung: Wirksamkeit eines zweiten Jchs, das wir Unterbewußtsein nennen. ' Zwischen dieser allgewaltig lvirkenden Sngge-. stivn und der Hypnose bestehen keine'Wesensniiterschicde. Von den drei graduell verschiedenen Stadien der Hypnose interessiert den Laien api meisten das tiefe „somiiambüle".Stadium, in welchem tatsächlich eine tiefgreifende Beeinslussniig der Gesamtpersönlichkeit erfolgeil kann. Dagegen ist der vielfach verbreitete Glaube, daß ein Mensch durch hypnotischen Zivang zum Verbrechen, zum Selbstmord angestistet werden kann, als irrig zn» rnckzuiveisen. . — u— ober, nud) im viel händigen Arrangement, vom -Komponisten bezogen loeide» faiin, . Da Juden lange Jahre als Liganisten nicht beschäsligt wurden und so als Kompouisten völlig aiisfaUen, so liegt hier - - sonderbar genug — das erste freie Werk eines inoderueii jüdisciieu Fachorgauislen schristliel, vor. das einen orgelgereehten Satz m>fweis-t. Unser-'Größter, SUialst. l>at leider keine selbständige rrgelinnnk geschrieben. 'Architektur. Satzliinst, Forin nnd viele melodische Einzelzüge in Levis Werk iveiien ans Vach als Vorbild und Ouelle. Einen Iormiehler.sehe icl, darin, daß der ganze Scliluj; uvlcngclren schon iiiilleii im Stück voriveggenomlucn und io.-der einheilliche Aufbau des Ga-nze» empsindlicl) gestört wird. Hier inus; die--Uuntt des Qr'gaui'len ein setzen, um die ln'absicliligle lröueude Steigerung am.Schluß doch noch hrranszilbruigcn. Levis Stink zeichnet sich'dureh klare Turclisiclnigkeil. Denllichleit des Themas,-das Nie atvinisiert wird, dnrcl, ein.wirksames Ausrollen der rlihlhinischeil Kräile ans. Levi.hat kein . im liöchüe» Sinne eigenes Werl geschrieben, aber eine Niusik von Rang und wirklichem Gebrauehsioerti .zn der die jüdischen Qrganisleii schon im rigeueii Iuleres'e 'greisen sollten. Die Hausmusik ivill. Edvard M v r i tz mit seiner . Kantate für. Allstimme imd Stre'ichauartett „Der ewige Rnl" 'Verlag- Litvlfs. Braiinselnveig) ivieder anflcben laüen. Wie im alten Hellas beschließt er die ern'trii Stücke lGediclite von Grete Gutbrausou. Verlaine, Loerkei mit einem „SaKirspiel" lRondell von Loerkei. Abgesehen.davon, daß die -vielen Alkoedparallelen nicht gerade einfallsreich wirken, ift diesem L pus. das seine Uraussührniig in Hamburg erlebte, einesiiuivolle Deklamation, volle A.usnupung aller Lagen und Klanginöglichkeileu der IuNrumeule und eine eindringliche Palhclik uaehuiriihmeii. Scl,on vor mehreren Jahren eriehienen Becrrbeiliuigei, poeier belainuer Shiia-gogeiimelodieii: - Niar W a et, s m a u n liat das „Ioh ichnucho" - -(Verlag P. 7>(aaü!i. Verlin Eliarlvlteuburgl und die Eliani-ulal, Hnm.ne (Helvetia-Verlag. Robert Zießiüli, Berlin) iiir Violine-und Klavier gefetzt, gefällige Siucle. auch mit Studieiuvert. David E >v e n besaßt sich in ..Ttie Cliestorian“ in einem langen und sehr pvsiliv werlenden Aufsatz neiv School of llelirow Musie“' mit einigen bedeutenden indisch-liturgischen 29erkeii. Eiven hat seine beiondere Eigiinng nnd Berrchtigliilg zur Behandlulig solcher-Themen durch eine früher erschienene kürzere Alonographie zur jiidisel>en Musik, naehgewieieii. Eivens Standpunkt ist hier nicht der des Wissensehaitlers oder^ Historikers. sondern vor allem der des künstlerisch loerteiiden Aestheten. Es ist bezeiehnend. daß Eioen jüdische Musik mit der Kunst der llmwelt kaum vergleicht, lir deklariert: das -ist jüdisch, aber er trugt nicht: waruni dieser Eindriiek nnd welche ganz spezifisch musikalischen 'Merkmale bringen ihn hervor? Zum audereu >väre.zil be-. nierkeii. daß die in Teiitschland gesrhassenen Litlirgien nicht einmal'- erwähnt werden. Hier sehen >vir eine Iliiterlassluigssünde. , durch die namentlich Heinrich Schalit und seinem Freitagabeudgvllesdieust llurrdjt getan wird. Im svlgendcii geben wir einigesinhaltlich Iiiteressante ivieder, das nns mit dem j n d i s ch - m n s i k a - tischen Schassen im Ausland he kau nt- Die Griuidlageii der neu'erwachenden südisehen Musik ivurden in .Rußland 'Ansalig des letzten Iahrhiuiderts von einem Kreis junger riissischjüdiseher Musiker . geichassen, der sich um Tr. Julius Engel scharte. Das Ziel ivar ein zioe-isaches: eiiimal wurde das Wertvolle der älteren - Shiiagogenmiisik ne»' belebt niid bearbeitet, zum zioeiteu ivurden.junge Künstler veranlaßt, den alten Gebe'ttert in de» enlnüekelteii. zeitgemäßen .Nillsikivrmen iieiizlisassen. Das künstlerische Ergebnis der Werke von E n g e l. -K r e » n (Jüdische Lieder. Sabbatai Zivi - 'Musik). G n i e s.s eit (Jugend des Abraham, Tie 'Maccabäer) ivar nicht durchweg biüriedigeiid, Inunerhin ivar der Bodenbereitet 'unddas Iiiteress'e alleiithalben geweckt. Unter den neuen Liturgien ragt Blo ch s ..Snered-Sorviee" hervor. Bloch gab. schon.früher jüdischen Themen klingende Gestalt (Schelomoh. Baal schein. IixaeI-Sin!Oliie nfw.).. Hier schrieb er sein erstes r e l i g i ö s > jüdisches Werk. Interessant die Umnände. die zu seiner Volleuduiig führten. Bloch, lebte damals ganz abgeschlossen . in der Schweiz. Er sühlle sich dem Tode nahe niid glaubte, seinen Schivaneiigesang zu konuwniereii. Er ichrieb -'in Fieberhitze und höchster . Leideußchast. um. das 'Böerk noch rechtzeitig zu beenden. -Diese-Eiiislellung äußerte sich in besonderer- Ticie und der Innerlichkeit jener, die einen Blick ui das Eivige nnd Uiiendliebe laten. Tic Eiiifadiheit der 'Mittel, die Großartigkeit - des Ausdrucks machen das Werk zu Blochs ,.iniic.u>uiu Sehr wertvoll ist eine Freitagabclidlitnrgie von Josef Ä ch r v n. -Sie wurde für Amerikas ..Union Prayer Book“ (vielleicht iniscrem. Ein» heitsgcbetbuch vergleichbar) geschrieben und beaiisprueht Bariton (Kantor), gemischten Chor und Orgel. Die Ausmaße des Werks sind von einersinfonischen Weite,- die kaum vorher für eine Syiiagogeiimilsik verlangt lvnrde. Feinheit und Zartheit des Gefühls lind mehrfach ein grandioser Ausbau (in eineni Prälndiilm nn-b Fuge für- Orgel) zeiehnen das Werk ans. Von Würde nnd hoher Sdiöiiheit sind zehn Ehorhhmnen (mit .Kantor-Soli), für den Sabbatmorgeligottesdielist komponiert von Frederic I a c v b i/ getragen. "Lazaie S a m-i n f k y, . der - sich übrigens als- Schriftstcller zur jüdischen Musik äußerte, hat bisher keine geschlossene Bertonung eines Gottes- - dienstes gesckjaffen, Aber auch einzelne Kompositioncil haben --Brillanz'. Farbigkeit im Harmonischen, eine biegsame melodische Linie.; Ein ganz anderer Beitrag zur jüdischen Musik:, eine Hebräische Oper von Jacob' Weinberg: „Tie Pioniere", ein reiches und reifes Werk, dabei neu, frisch, lebendig in seiwer musikalischen Haltung. Symbolisch gleich der 'Anfang: ein Trompcteiirils. nach dem traditioiiellcii Motiv, mit dem der EHasan einen Inden zur Heiligen Lade ruft. Das bedcutet, daß die Verpfliehtniig zur Thora das erste. Gebot für den Inden ist,, noch vor einer anderen heiligen Pflicht steht der zum Wiederaiifban des ''-Modernen Palästinas. Erivähnensivcrt sind ein jemenitisches Lied, ein arabischer Tanz (nach authentischen arabischen 'ßiotioeii) und am Schluß eille ekstatische Hymne an das Gelobte Land.- Ter einzige in Palästina lebende Komponist unter den hier Genannten i>t Salomo» ' R o s o v s k h. Direktor des Konservatoriiims in Tel-Aviv. Er hat (z. B. in einem Kaddifch) das jüdische Idiom am iinmittelbarsten eingesangeii. ^ssi-ne Niiisik ist originell und künstlerisch bedeDtend. Und» ix Allinanu. ~ - 'Margarete C o h u hat (Edition Egmont. Berlin- Paris) Gedichte von Goethe (Die enteilende Zeit), Herder lTcr liebende Schöpfer) und den 36. Psalm (Bläh jokor) für gemischten Ehor geletzt. Tie Stücke sind nicht gerade persönlich und abioeäislniigsreich in der Stimmnihriiiig. aber immerhin ansprechend und gediegen gearbeitet. Bialiks iviliidersehöiiem. Gedicht „Lied an den Sabbath" gab H. S. L a m p c l (Verlag Vt. W. -.Kaiismaiin. Leipzig) ein gefälliges modisches Ee- Festvorstsllung de» Lerlrner Rulturhimd-l'heLferL Ini -Kiiltuc-l'Und-Tlieater findet am 23. Alär,. 29 Ilhr 15 Min., die Premiere der drelaktigen Oper „Samson und .Talila" von Saint . Saüns als Iestvo'rstellling ziiiiunsceii der Ii'ldlsd)en Wint.erhilse statt. Eugen Trantky Inszenierung Intendant Tr. Kurt Singer, musikalisd,e Leilung Kapellmeister Berthvld 3 n n b c r , Bühnenbilder und Koslüme Heinz ff o n d e l 1, tcd)= nisdie Leitung Hans S o n d h e i in e r. Tic Hanptpartien der äenvorslelliing sin-kien Susanne Loew c n st e i n nnd (5ugen Transk y. Außerdein^niid desd,äi li g t S iegs ried—1-1 r-ba - . Irih—L.e-d, n e r... Ililins K it t h li ii. Gerhard P e d) n c r und Waller L l i r, k i. Solotänze Ruth K o n d c I l, Relly H i r f cti, Silber m a n n und R a d o. Karten zum Preise von 3, 4, 5 und 6 RM bei der Propaganda-'Ableilnng der Iüdlsdien Wintcrhitic 2, Rosenstraße 2—4 (Telephon 1)1'Norden 6711. Apparat 71); im Mitgliedsbüro des Knllnrbundes. Komniandaiiteiiskraße 57, sowie bei den Zahlstellen Ascbaffenbilrger Straße 18. Bndihandlnng Poppelailcr, -Neue Friedrichstraße 49. Philv-Verlag. Pariser irtraße 44, und an der Abendkasse.