Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 11 (12.3.1936)
- Date
- 1936-03-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. TT. *3.Beiblatt 12. Märt 1936 Saul Anmerkung zu Joseph Wenters biblischem Roman / Von Julius Bab . Bon der biblischen Gestalt des Saul hat Leopold - b. Ranke gefacht sie sek die erste ivahrhaft tragische-. Figur.in der hislvri scheu Uebcrlieiernng der Welt. Und das ist -sicher ivahr. Ter starke und begabte bälicrische Mensch, der doch seiner ivunderbaren Erwählung nicht gcivachscn ist, der probleinalisch' rvird und sich schließlich im Liebeshaß gegen David, den jungen, lichten Erben, das heitere, naive Gemüt völlig verfinstert — es ist eine der großartigsten. der sinnreichsten Sitnationen und Gestalten. die je nbcrlierert wurden. Trotzdem ist von den sehr vielen Bersuchen, das Schicksal Sanls lind Davids nachzudichten, bisher keine im großen Stil gelungen. Es liegt ähnlich wie bei der Figur des Moses, wo zwar die. bildende Knust in der. -Nachschöpfung dieser Gestalt Außerordentliches erreicht hat, aber alle dichterischen Versuche bisher scheiterten. Zn der Sprachform gibt »vahrscheinlich das biblische Original bereits zuviel, um. dein Dichter noch einen freien und starken Anlauf zu gestatten. — Man sieht also mit wenig Zuversicht einem neuen^deutschcn Versuch entgegen, der von Saul in Nomansorm handeln wird. Aber man wird sehr angenehm enttäuscht. I v s e p h . W c n t c r, dessen „Saul" ein starker Roman von mehr als *>00 Seiten soeben im Verlag von R. Piper, Plünchen, erscheint, ist ziveiscllos ein Dichter und zugleich ein starker Geist, der die innere Größe des Problems begriffen hat, um das es hier geht. Er nähert sich der Bibel mit der Ehrfurcht und zugleich mit der Freiheit, deren. Verbindung hier allein fruchtbar werden kann. Ten lebenstiftenden. Tonfall, aus den künstlerisch zunächst alles ankvmmt, hat er bei -Uimt Hamsun gelernt. Das ist nicht so erstaunlich, wie es im ersten Augenblick scheinen null. Es ist ja Hamsuns Reiz und Stärke, wie er den norwegischen Bauernmenschen, den schivcren, naiven, .nur halb beivußten und doch listigen zu gestalten versteht. Tie Sprache solcher Menschen aber ist nötig, wenn man diese junge Welt darstellen.will, diesen aus rein bäuerischem Leben eben ausgewachsenen Staat, der den Untergrund der Bücher Samuelis bildet. (Es ist ungefähr das, was die modernen Historiker ein „frühes Mittelalter'/nennen.) So .lebt in dieser an Hamsun gebildeten Sprache der Königshos Sauls mit feinen Menschen allsgezeichnet, denn er ist eben nur ein großer Bauernhof unter anderen fast gleichen, und die Händler, Lciilcivcber lind Priester, welche anftretcn,. tragen zwar deutlich die Zeichen ihres Standes, aber sie sind auf keinen Fall „Städter" im modernen Sinne, sie bleiben in dieser LLelt des bäuerischen Lebensgesiihls. — Zweifellos übertreibt Wenter in der Freude an seinem richtigen Griff die Hamsunsche Tonart zuweilen: „Mit Saul iväre es ivohl an dein." — „LH. die Ha gar. dieses Acädchen von bald 70 Jahren!" — „So, ja. so lvar Saul." — Das wirkt ctivas zu leicht und zu spielerisch für diesen doch im Grunde sehr pathetischen Vorgang, an dem der -Humor nicht ganz ohne Anteil, aber doch viel schwächer beleillgc ist als an HamslinsBanernepen. " Trotzdem erwachsen nun in dieser Sprache die Landschaft Kanaans. 'die Branche des täglichen Landlebeils und diese Menschen zu starker Lebendigkeit. . Vom wüsten Landsknecht Goliath und den tppisch philiströsen Händlern und dem rein Permsrnäßig religiösen Priester bis zu der vom Geist verzehrten, schwer riilgeuden Greiiengcstalt des Propheten Samuel, bis zu Abiier, dem bänerifä, geraden und festen Feldhcrrn und Vetter Sauls und bis zu Sauls Töchtern, der stolzen und jähen Merub und der melancholisch zarten Äachvll. dein ..Wachtelhühnchen". Und auch Saul wird lebendig in seiner löivenhaftcn Wucht und Schivere iind seiner ivachsendenVerfinsterung, und David in seiiier knabenhaften Helle, die-langsam unter den Schlägen des Schicksals zu männlicher Fassung reist und doch an Reinheit wicht verliert. Wenter hat die Worte Samuels, die in der Bibel nur zu Saul gesprochen werden, geteilt: dem alternden König. dessen Sinn durch die unbegreiflich lwhe Bindung au das Göttliche immer tiefer verstört wird, hat der Prophet das Schicksalswvrt gegeben: „Alles werde ich dir sagen, ivas in deinem Herzen ist." Zu David aber spricht er bei der Salbung: „Tue alles, was dir in die Hände kommt, denn der Herr ist mit dir." 'Ans diesen beiden Leitmotiven wird die ganze tragische Entwicklung abgeleitet, das ganze nnausiveichliche Gegeneinander dieier beiden Rlenschen gestaltet, die sich doch eigentlich Dies ist wohl der einzige Fall, in der die Komposition des Dichters ein biblisches Motiv austeilt. Sonst arbeitet er sehr wesentlich mit. Zusammcnziehungen. und das .ist natürlich, . denn wie in vielen anderen Fällen, so erhält auch hier der biblische Tert ganz offenbar Variationen des gleichen Vorgangs, die. die Schlußredaktivn nebeneinanderstehen ließ, und die vielfach nicht so ganz miteinander übcrcinstimmen. — In einem Fall allerdings läßt Wenter eine Wiederholung stehen, dichtet sie aber tiefsinnig um: David hat ja schon vor' dem Kampf mit Goliath bei Saul Harfe gespielt, und Saul kannte ihn also sehr wohl, Nach dem Kampf aber läßt er ihn vor sich bringen und fragt, wer er ist, woher er stammt. Ans dieser Nachlässigkeit der biblischen Fassung wird aber bei Wenter ein tiefes Erschrecken des Königs/der den Knaben in ganz neuem Lichte sieht: . . . .Wer bist du eigentlichk" fragte Saul unvermittelt: seine Stimme war ziemlich verändert, und Gutmütigkeit tvar wenig mehr in ihr. — David mußte beinahe lachen. „Der König weiß doch, daß ich der Sohn Fsais, des Bcthlehemiters bin", sagt er . . . Von den beiden Ueberlieferungen aber, iiFdenen erzählt wird, ivie David den schlafenden Saul überrascht.und schout. behält der Dichter nur die erste bei, verstärkt sie aber durch einige schöne Wendungen der zweiten. — Ziemlich sclbst- . verständlich iit es. daß' von den zivei biblischen Szenen, in denen Saul nach David nur dem Speer - uurit, die erile wegiallt und nur die ziveite gebracht wird, die dann niiinittelbac zur Katastrophe führt. Dies wird die 'eigentliche'.Hauptszene des-Röinans. .Das-einzige, ioas David bisher dein König verscljivieg. ' daß nämlich/Samuel - Um gesalbt hat. gesteht er letzt. Denn in ieineni Pialiii hat. David die bernhinte Zeile geinngen-: ..Du fallstest mein Haupt mit L.el. und sclienkteü voll' ein" — und nun brüht Sanis Argivohn iiirel,lcrl.ich aus. - - Diese Szene mit ' dem...wilden, verzweifelten Nihilismus des völlig verfinsterten Königs und der, Ratlosigkeit Davids, der den düsteren Mann doch Wal,rha*t liebt, sie liat ivirklicl, großen Umriß erhalten»nd eine echt dichterisclie Füllung. An anderen Stellen konnte Wenter gar nichts Besseres tun. wie die ivunderbaren. sinnlich vollkommenen Einzelhei'ten der biblischen Ucberlieieriingnusnehinen: David, den man vor dem Kampf mit Göliall, in die schwere Rüstung des Königs kleidet, und der erklärt, in dieseni schrecklichen Eisenzeug sieh iiiclit beivegen zu löiilien! Oder viel später Saul, der »nmittelbar vor dem letzten Zllsammeiibriich bei der Here'von Endor den Geist Samuels siel,t und in Lhnmaclit fällt — und dann heißt es plötzlich: aber er Halle feit IE Stunden nichts-.gegessen, und die Alle bringt ihm Speise, und er sitzt., der große König Fsraels. in der Hütte des Zauberioeibes und >ßt — — -- all diese dichterisch großartigen Details sind einfach der biblischen Ueberlieieriing eiitiiomuieu. Dies Buch lohnt sich zu lesen: weil es uns ein /Gesühl gibt von der geistigen und lünstlerischeii Große der jüdischen Urkunden, die-immer noch aufs tieisle beioegend und anregend auch auf Richlinden uürleu. llud iveil-trvtz mancher.Mangel, und Schwächen (im zweiten Teil gibt es BDiederholiingen und nnküiistlerische Be>vußll>eiteii der Gestalten) sich diese Dichtung in entscheidenden Partien zur Hölie einer ivirklicl, tragischen Wirkung erhebt. Lßir müssen diesen düsteren »nd scliließlich iurchtbareit .König Saul, doch lieben, so wie ihn Samuel liebt: und ivie ihn David liebt — trotz allein! „Vielleicht müssen il>u doch alle jene lieben, die große Herzen haben." - Das März-Heft des „Morgen“ Ludwig H o l l ä nde r gehörte zu den. „begeistertsten Anregern" des „Morgen", in dem „ein Teil seines MenscheiiUnns Gestalt gewann". Deshalb betont im neueii Heft der' Zeitschrift der Gedenkartikel auf den großen Toten'liesonders das in seiner Lebensarbeit, ,vas über Tagesstreit und Tagessvrgeu -sein eigentliches Wesen bedeutete: sein tliiugen um Wahrheit, um das nicht mit cingängigen Schlagwörtern Abzutucnde, insbesondere, um die sorgstiltig abgeivogene Antwort auf die Frage: „Warum sind und bleibe» wir Fudeiib" Und diele Antwort, die das Fudentnm ..als Geistesgenieiuschast, als Schicksalsgemeiiischait., als Lebensgemeinicliäst" aussaßie. ,oird zum Leitmotiv der meisten Beiträge dieies vesles, unter denen in erster Linie -.prinzipielle Darleg,ingen über jüdische , .Gesch-i.chtsschrei.bung bedeutsam sind: " ' -.'L u d >v i g L and au versnctit... zu.- diesem' schivierigeu und v.leln>iist-rit.tenev Thema in einem izriindlegenden Auisap. eine, neue „F i> d i s ch e G e s ä, i ä, t s aut i a ,u» g" zu finden.' Ueber die bisherige tlieologiiche spiri-tualiftlsche und» national-soziölognche Grnndlialtung jiidiscl^r Gc» jclnchtsichrrnbuug. deren ,ede uiir.eine besondere, aber »ict,t a)les»msaiiende Belichtung der jüdischen. Gesctiiclite erziele» konnte, . fordert Landau „jiidiiche - Geschichte als die Gesäsiclite des totalen jüdiiclien Vleiisäieuluins". der einlieitlichui „jüdischen" Substanz, die sich verscl,iede».e äußere Gestaltungen gegeben l,at. aber bei alliun Gestaltivaudel deminuersien Kern »acli dasselbe jüdische Nleii:cl,eiituin blieb. Aeiißerungen des Fiidentliins. die als primär und riUsiiinggebend für die jüdisäie -Geschichte, betrachtet wiirden, sind also allesamt nur Beivegiiiigssoriiien dieser menschlichtvesentliäien Zlrast. die zu allen. Zeiten das jüdische vSciiii'ffiiI bestimmt l,at. Ans dieser nach innen gerictitete». geistig seelinsten Sphäre er- >vucl>seu Formen, ,vie die Gemeinde, Zdeen, tvie die vom „Königtum. Gottes" und vom Messias, und die Kraft, ans allen Begegiinnge.n mit Pvlitiscl, stärkeren Völkern als innerlich gestärkt hervorzngelien. - Aelmlich fordert L » d w i g F e u ch t w a n g e r in seinem iveitbliclende» Referat über die abschließenden 'Böerke der beiden hervorragendsten und bewälirtesten cliristlichen Kirclieuliistorikcr der Gegenwart, des .Katholiken Albert Erhard und des Protestanten Hans Liehmann eine noch »ngejcliriebeiie fudiiclie Gesctiictsir. Da jüdische Forscliung iind Darstellung über die Epoche des ersten 'Tüecteljal,rta>isends der neueren Zeitrechnung versagten, gibt Fenclitivanger Richtlinien für eine ..Z ü d i s.ist e G e s cl, i st, t e a n s d e n U r a n . sä » g e n d e s E l, r i st e » t u »i s" nach den Ergebnissen, dieser cl>ri>llicl>en Religivnssvrscher, wietvotst sie beide vom theologischen Staudpunkt ans „das Fudentum als das verioorsene, verblendete Gottesvolk anzusehe» gewotint sind". Fnsbesondere. meint Feiichtwanger, habe die jüdisäie Forsrhung sich bist,er zu lvenig um die beiden Paradoreu T.atsacl,e» bekümmert, daß das ursprüngliä-e. Ehristentinü sich noch innerhalh des Zudentums stellend suhlte und das Duldung heischende, siegreiche Ehristentuin dann, „die jüdischen biblisrlien Bücher in der Hand, die cs für sein. Eigentum erklärte", deniioch' „die Shiiagoge verwarf und ewig deiniitigte". Aber gerechteriveise deutet Feiichtwanger am Scliluß auch auf zwei umfangreiche wisieuscl,aitlicl,e Untersnchnngeii zu diesem Thema, die von ji,discl,er Seite in neuester Zeit von Hans Fonas und Ülobert Eisler unternommen wurden. Unter dein besäieidenen Titel, „S t u d i e k b e t d f n i ü d , s ch e n W j 1," gibt W e r n e r E l - l > n g e r niclsi das übliäie Gerede lim den jüdi« iisteu Wiß. der oft nur jüdelnder Wiß ist, sondern, tief in de» Kerndieses Problems sich bohrend, eine gründliche Tliematik und vor allem Methodvlvgie, - ei».. Register von den Wirkungsinitteln von l'rimderg Von Max Serog Unter den Meistern des deiltschen Ntinnesangs, die, fast alle von Adel, den Brauch ritterlichen Lingens übten und die höfische Poesie und kunstvolle Lyrik pflegten, ivie sie unter dem Einfluß der französischen Troubadours an den Fnrftenyöfen der.Provence gegen'Ende des 12. Zayryunderts in Teutfchland anfblühte, ist merkivürdigerweife auch ein Jude. Tüßtind — nach der damatigeir Schreibweise Suezkint — yeitzt .er und stammt ans. Triinberg. einem kleinen Ort am Fuße der Trimbnrg, unweit des ycntigen Badeorts Kissingen. Zt* jener Zeit des delltschen Bcinnesangs. da als Ansdrucksmittel der ' neuen Dichtkunst aus der schwäbischen, fränkischen/ bayrischen Bcuitdart der Bcinnesänger eine neue Schriftsprache sich entwickelt, das Äcittelhochdeutsche. und damit eine deutsche Literatur entstcyt, singt in dieser, mittelhochdeutschen Sprache auch der Jude Suezkint von Triinberg seine„Btinnelieder!/ Wer Acinnelieder/ wie sie die ritterlichen Sänger sonst, von Burg zu Burg ziehend, vortrugcn. sind es gar nicht. Tie sieben Gedichte Snezkints. die uns, erst später ausgezeichnet, in der Heidelberger Bcanessischen Liedersammlnng erhalten blieben, sind durchaus keine Liebesgedichte. Lyrisch-Gefühlvolles, aber auch alles Leichte, Scherzende fehlt ihnen. Sie haben alle etwas Ernst-Besinnliches, ein lehrhafter Ton überwiegt. Gern werden Tiergleichnisse gebrailcht, ebenso wie bei anderen 'Minnesängern häufig personisizierte Allegorien verwendet. Aiiregungen durch manchen der berühmten.. find deutlich. . Tie Gedichte Snezkints zeigen sprachliche Gewandtheit und Beherrschung der dichterischen Form, wie sie in Acetrik und Reim damals üblich war. Aber nichts Wesenhaftvigenes blitzt auf. Ein Schöpferischer ist Suezkint nicht. Doch wie man ihn dichterisch auch werten mag. feine literargefchichtliche Bedeutung bleibt eine besondere-.'-Tenn. er ist der erste Zude, der in deutscher Sprache gedichtet hat und ist jahrhundertelang auch der einzige gebliebcü. Seltsam gegenwartsnah steigt der blasse Schatten des jüdischen Minnesängers aus seinen Gediciften ans. Schmerzlich-vertrautes Schicksal wird iu ihm lebendig. Tie Zeiten haben sieh ivahrcnd seines Lebens für die Zlidcn geändert. Ans-Wohlhabenheit und anerkanntem künstlerischen Wirken ist der jüdische Säuger in Armut und Elend gesiuiken. Aber der Bcann.-der. schon bejahrt,- ziellos im Lande nmherzieht nud nicht weiß, womit er den Hunger -seiner Kinder stillen '.soll, hat Schlimmeres erlebt^als wirtichaft- .lichen Niedergang. Tie Welt.um ihn. in der er und für die er gelebt, der er sich zugehörig im Singen und Sagen gefühlt hatte', stößt ihn als Znden ans. will ihn auch künstlerisch nicht mehr gelten lassen. Aber ans tiefem Leid herber Enttäuschung erwächst sein schön-" stes Gedicht. -Ter formgewandte- Anempsinder, der sonst niir. gleich den andern, den wahren Adel oder das reine Weib besingt, wächst über sich selbst hinaus zum echten Tichter. da ihni ein Gott zu sagen gibt, was er leidet. Siiezkiiit von Triinberg singt fein letztes Lied. Schlicht und ergreifend nimmt er° Abschied von-.seinem Loben und Wirken als von einer großen Illusion: Jch'var usder tören vart - mit nuner Künste z'ware. - (Walirlich, ich bin der Tvrea Fährt Äci-t inc'.ncr Kniust gefahren.) Sein Tranni non einem völligen Anigehcii in der Kiiltur seiner Umwelt ist ausgeträumt. Auch im Einzclichicksal Luezkints von Trimberg hat sich damit der Kreis vollendet über die volle Angleichiing an die Umwelt zurück zur jüdischen Bewußtheit, jener Kreis, in dem seit Jahrtausenden wie in ewigem Rhythmus der -Pendelschlag der jüdischen Geschichte schivingt. . . ~~~ — - Trei von den Gedichten Sncztints-von Triinberg. als letztes jenes schönste, sollen in die Sprache von heute übertragen, liier Platz finden. Es sind keine lleberfetzungen, sondern freie stcaci)dicl)tnngen, die etwas von der/'sij'r- ' fnng lebendig machen ivvllen. die die Lieder des jüdisitzen Nciilnesängers einstiimls iii ihrer Sprache ansgenbt haben mögen. I. Zeig' dicl) adlig, der dil's bist! Nilht. iver adlig ivard geboren. Ist vor aird'ern anserkorcn. Adlig ist, iver edel ist. Wertgibt dir nicht dein Geivand. -Kitter sonder Furcht und Tadel TL ei st sich in der Seele "Adel. "Nicht im Namen und im Stand. Niannheit. der sich Güte paart. /sticht, die sich in Treuen bindet. Zst die ".Ucischniig, die dir ki'lndet' - - Bon des Menschen edler Art. TLahren Adel hat errnngen. Welcher treu ist. stark und gilt, TLenn er längst sil,vn stille rliht. Wird noch laut sein Lob gcsnngen. König! Gott! Tn Hochgelobter! Herr, ich preise deine Ncacht! Gott! Tn bist des Tages Leuchten Und die Finsternis der Nacht. Tn bist Freude, du bist,Ni,he, ■ 2eine El)re nie oergeht/ Herr der Welt, die nnvsrgänglich- Fesr in ewiger Schönheit steht. Als der Schöpfung höchste Krone Fist dem tVtaun bas ZBeib gesellt. Keine Nacht das Licht verlöschet. Tas ans ihr die Welt erhellt! Wollt dem Nl'anii. der il>r Gefährte, Seine Falue srol, berbringt, Zl>rer Liebe. il>rer Treue Manclies hohe Loblied singt. UI. ■■ - ■ Frau Sorge kam mit trübem Troß. Mein Kleid ist ganz zerschlissen. Ter Mangel ivard mein bös' tüenost", llifd Schinalhans zählt die Bissen. ' Tie Kinder iveineii. Ta gebrirht's Sel,on längst an Schnabeliveide. "Als armer Tor von Habenichts, Zieh ich durch Land und Leide. Ten stolzen Burgen bkeib ich fern. Kein Lied inehr mag sie grüßen. Seitdem mir all die l>ohen Herrn Karg iljre Hand verschließe».- /ah null nach alter Ziidcn Art Jetzt'meines Weges wallen. Lang laß ich ivachsen mir den Bart Und lang den Kaftan fallen. Bvrnber. was ich höfisch sang 'Ans - edler' Herren'. Gute! -' ./-/ Temütiglich soll sein mein Gang: Sv zieh' ich meine Straße lang ' Zin spitzen Zndeifhlite. ' . Ans Anlaß des vierjährigen Todestages des ungarischen Verlegers Fvsef Wvlfner, des warmlierzigen Knnstiörderers und Gründers der Verlagssirma S i» g e r L- W olfn e r. gibt der" Verlag ein künstlerisch ansgestattetes Gcdenkbuch heraus. das die Grabreden von Franz Herczeg. SU »um Hevesi, Engen Ruß, "Adolf Bundek u. a. enthält. Alle Ihre Bücher Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joachlimthalcr Sir. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde. Telefon BUmaxck 6506 Ztuendont noch allen Stadtteile*