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Central-Verein-Zeitung · 1936-03-05 · 10 (5.3.1936) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Fm' Rrnm'iil? ZN diesen beiden Gcgenwarts- - roinaiien iuhrt der junge begabte Joseph" R' i c s s a 1 l n , der durch kleinere Erzählungen lind das Drama „Front' unter Tage" Aufmerk, samkeit eriveekte. in die Vergangenheit undin seine ^eiinat. -Lein erster großer Roman „Tie Empörer" zeigt iin-j die Bauern Lbcrschlcsiens, gerade nl-> ne, von der Banernhvrigkcit befreit, aus-- neue vdu den Ernndherren geknechtet» und n!,->gebe»tet werden. Ter - harte - Gras : Tvluia siedelt die vvu dem ebenso harten Bauern Tröste gepiihrte Gruppe aus dem unfruchtbaren Gvrek an. 7>ah. sihlau. wild^und grausam/rvie ihre Herren, gelingt.es.ihnen, dort zn >vurzeln, Lieh z>i, züchten, Brnnneit zit. bohren, zu säen und. zu ernten.. Menu die Siedler vor dem Untergang stehen, gehen einmal die ,Fr.a»erl in die Nachbarschaft, sich in sronendcn Landdtenst zu verdingen, gehen rtn . andermal die Männer ins tödliche Bergwerk. Tie nächste Generation aber baut hier schon, während die Bauern.abermals iimgesiedelt werden. Eisen., bahn und Fndnstrieiverk, der Bmiernsvhn znsanimen mit dein Herrensvhn. die aber — und dies ist in der sonst ganz iinsentimentalen Erzählung das Romanhafte -- Brüder sind, gezeugt von jenem Tröste, der schließlich uralt, als „fein eigenes Denkmal", bei Lebzeiten zum Aihthvs geivordcn. einwilligt,' das; seine Schöpsnng. das aus Ledländ gewonnene Ackerlands/zerstört und durchiviihlt wird, i»n als Fndnstrieland einer-besseren und i» besseren Berhältnissen lebenden Menschheit zu dienen. Ein begabter, aber spröder und rauher Erzähler hat dies Prosa-Epos pvu der siedelnden schick, salsgemcinschait geschrieben: seine Art zu erzählen ist so herb ivie die Art seiner Menschen, die in dieser Herbheit alle, Banerii ivie Herren, zilsammengehören.' Ta gibt es Morde nnd Feste, Elend nnd LebenSirende, unermudbare ^Arbeiter und getvissenlvse, heuchlerische Schädlinge. Aus uralter Zeit klingen Tagen in die Geschichte, die iviederum ansllingt mit helleren Tönen in eine Znknirft, in der die „Tchieksalsgemeinschait einer Bauerngenwinde in einen Wertbezirk von .hohle/Eisen und Maschine übertragen" iverden. soll. Ein Trünnphlied von der . erdbezwingeuden Kraft einer siedelnde» Menstheiigriippe nnd zugleich von anständiger, geeinter Menschlichkeit. ans der allein diese Alraft sich erzeugen kann. Kurt «'intln,--. F. A. Kirkpatrick: Die spanischen Konquistadoren. Wilhelm Goldmann .Verlag, Bern, Leipzig, Wien. Es gibt vielleicht in der ganzen Geschichte nichts Phantastischeres, allerdings auch nichts Graiisaineres nnd Unmenschlicheres als' die Unteriveriinig des i'lztekenreiches durch Eortez und idie Bernichtnng des Fukareiches durch Pizarro. Eine Handvoll Abenteurer, gesührt von ehrgeizigen, rücksichtslosen ssührern, brachen die Macht zweier mächtiger Reichern unglaublich kurzer Zeit, eroberten für ihr Baterland die reicljslen Provinzen. dnrcliguerten Ltzälder und Wüsten, schneebedeckte Berge und reihende Ströme, ebenso gleichgültig gegen ihre eigenen Heiden ivie gegen die der Einwohner der von ihnen eroberten Gebiete. Menschenleben gälte,, wenig zu jener Zeit, durch die räfiiniertrslen Zollern wurdendie unglückseligen Fndiaiier.-gezwungen, i!,re' Schätze jiierauszugebr,,. kein/ Vertrag ' iviirde gehalten, jedes Versprechen gebrochen.'nur ein Ziel stunde den Eroberern vor singen: Gold, Gold nnd nochmals Gold. ' t>!icl,t nur unter den iiuglückseligen Eingeborenen nniteten sie mit beispielloser Grausamkeit. auch untereinander kannten sie keine Schonung. die ,„eisten der Kongnistadvrcn sielen ihren eigenen Landsleuten zum Lpfer. so Balbav. der einzig Menschliche unter ihnen, der die Tüd-. sce entdeckte, Pizarro und Almagrv, die Bcziviuger des Fukareiches, Baldivia und.viele ändere. Kirkpatrick. ein bekannter Historiker an der . Universität Eambridge. schildert diele ganze Periode der Entdeckungen in Wesfindien und Zentralainerika^in Peru und El,i!e nnd die Eroberung der Südsee tlar .und übersichtlich in einem einzigen schmalen Bande. Bei aller Gelehrsamkeit, die den Bersasser anszcichnet.mid die das Buch auch guelleninasiig zn. euicm Stnm -dardiverk - stempelt, liest es sich .eher wie - ein spannender Roman als eine trockene Geschichtsdarstellnng. .. TaS Buchin "das hohe Lied vom Willen. der über alle äusieren -Hindernisse, über. - alle Schivierigkeiten zu triumphieren versteht. I-r. A. .». Joseph (»rexor: Ro«l<» auf Oskar Strnad. Horbort Rckhnor Verlag, Wien und Leipzig, 1936. , „Wie neniit mau deu B-aiin. der ans der Bühne die Szenen zu bauen hat - - 3 zeniker, Architekt, Maler oder. AusstatterEs trifft keines dieser Tüorle die eigentliche 'Ausgabe. Er sotl durch das. u>as zu sehen ist. die Bisionen des Sichter-:-. 'j./isikers und Regisseurs zur Wirklichkeit bringen. Er uiusi vollloiiiinen untertauchen können: er ist nicht selbst, sondern er-ist ein Teil des ganzen Werkes." Mit solchem Bekenntnis einer ebenso klugen ivie bescheidenen 3elbstcntäusiernng hat Lslar Ttrnad. der in Wien geborene ,lüde, sein eigentliches Tätigkeitsgebiet und zugleich sein innerstes Wesen' umgrenzt, als er die grandiosen Bühnenbilder zu Mar Reinhardts Umgestaltung von „Hoffmanns Erzählungen" in die' Riesendniiensivlien des Großen Schauspielhauses in Berlin Ijineinstellte. Das Andenken des großen, im Herbst vorigen Zahres verstorbeneit Szeneiikünftlers und unablässig schassenden, im tiefsten Sinne religiösen Menschen hat Professor Foseph Gregor, der bekannte Theater-Historiker und Direktor des Wiener Theateriniisenins, in einem avarniempsundenen 'Nekrolog festgehalten, der von einer hohen .geistigen /barte ans Entwicklung und Lebenswerl 3skar Strnads betrachtet. Gregor rührt vor allem an den. tragischen -Zwiespalt im Leben Strnads. der in, Zahre von Zoses.Hosfinanü als Lehrer des Baufachs an die Wiener.ft'uiistgeiverbeschule beruse» ivurde. und dein es doch, von einigen 'Billenhäusern ob,'/'sehen, niemals vergönnt ivar. seine eminente archilektoiiif.-l>e Begabung, die - Wahrhastigkeit >>nd den Ernst seiner baulichen Ueberzengnng i» 3tein innznn'siei:. 3o blieb auet> der Theaterbau, die Tvinane. seine-, tun secl>S Zähre älteren, geniaten Glanbensgenvsien Lskar Kaufmann,-, für- 3trnad trotz seinein besonders ausgeprägten Raumgefühl und trotz der Zulle feiner schöpferischen Zdee zeitlebens nur Projekt: der von ihm stammeude Plan eines antitisierendeii. ilinndtheaters, der den hcanmbühnengedanlen zuerst verwirklichen sollte, in iveder. ivie ursprünglich beabsichtigt ivar. in Amsterdam. nocl> in Reinhardts 3chlvß Leopoldskrön zur Anssülirnug gekoiiünei!- 3tgtt dessen ivandte sich 3trnad. in entsagungsvollem Eifer, der inneren Architektonik der Bühne zu. sil,us .iiiszeiiierniig .um Ziiszciiieriiiig. versenkte sich ebenso in die Welt der Klassiker wie der Modernen, der Lper ivie des 3chaufpielS. iiinner bestrebt, die fest gezogenen Grenzen des Bühnenbildes. zum Bühnenraiiin zu 'erweitern und ans diese Weise den geschichtlichen .oder menschlichen Eharakter, den geistigen Gehalt iind die Atmosphäre des einzelnen Wertes in der ihm angemessenen bildnerischen Zorm der Phantasie des Zuschauers so nahe wie.möglich zu bringen. Weit nl'er die maßgebendsten Theater seiner Batersladt hinaus, sä auch in einem Teil des Auslandes haben 3truads Bühnenbilder, ob sie nun ans 3hnkespearcs oder Rloznrts, ans 3haws oder Zbsens. aus Kreneks oder Wcriels.Weltcn sich loslvsteu, in ihrer sauberen architektvnischen Giiedernng, in der Kraft oder Zartheit ihrer malerischen Wirküng, der ausleüchtenden Geistigkeit ihrer Konzeption und Turchsührung. . dem Rainen des . Knnftlers Glanz und Ansehen verliehen — so gern er äucli anvnhni bleiben wollte.- Und mag.man eS auch aufs tiefste., bedauern, daß ein so erlesenes Können.?sich vorzeitig" ausgeben "mußte, daßdazu ..das -wärmste, gütigste, gläubigste Herz" dem ieelischeu Koüsliktz der -deu':Küiistler von .der Ärchi- , tektur zinii Theater, 'vom Theater >cl>ließlut> iu -das Zilmatelier .trieb, nicht .geivachsen war,, so ' wird man dem Bersasser dieses bündig-liebevollen 'R.acl,rnis. nberblicktman das ' geichas.fene Wert /skar 3trnads. znstimiiien därien wenn er dein Rcsigniereuden bezeugt: „Tein Tag ivar" dennoch voll ersuttt!" l)r. Hugo Lachnian^ki. S. Schachnowitz: „Flucht in die Heimat.“ Ein Dokument der Zeit. Hermon-Verlag, Frankfurt a. M. Ein schlagkräftiger Titel, ein aiisprnchsvvller Untertitel! Beide verpflichten. Halten sie auch. ivaS sie verheißen oder erivarten lassenTarübcr werden wahrscheinlich die Leser se, nach .ihrer religiösen, nationalen und. literarischen Einstellnng verschieden urteilen. Zur den Bersasser der .Erzählung ist, ivie sich schon nach iveiiigen Zeilen klar erkennen nnd sich, ja auch nach dem Titel vermuten läßt, Palästina die Heimat. Zm Hause tltorbert Wildes, des Bankiers nnd Großkanfmanns in --Frankfurt ä. M., hat bisher jüdisches Leben, nur eine sehr iintergeordnetc Rolle gespielt. Run bringt das zufällige Zusainmetttreffen des jüngsten Sohnes Boris, der sich von da ab Baruch nennt, mit einem polnischen Juden den Anstoß zu einer erstaunlichen Wandlung. Allerdings ist dieser als ein in Wissen, Denken und Zühlcn abgeklärter Rtann dargestetlt. Boris, innerlich dazu vvrbestimmt, durch den Unterricht dieses „Rabbi" geistig gerüstet, durch intensiv ansgenntzte Lehrzeit in einer streng gesetzestrencn Hachschara. . körperlich anis " beste trainiert, ividmrt sich mit Leib und Seele dem Tiensie am Ausbau eines toratreuen Erez Zsrael. Auch auf den Bater greift die Wandluug über, gleichfalls herbeigesührt durch Uutcrhaltuugeu und „Lernen" mit dem polnischen Raiv. Berstärkt ivird sie dnrcki iinnmehrige Teilnahme an. schonen häusticheii religiösen Zeieru und vervvllständigt durch nnverschntdetes Leid. Am Grabe Rähels ivird die feste'Zuversicht einen anderen' verschollenen Sohn iviederiinden. Kanin nötig zn erivähiien. daß diese Hossnung nnter dramatischen Umstanden tatsächlich in Ersülliing geht! Tie Erlebnisse im Heiligen Lande sich so stark, daß sich Wildes zur Uebersiedlimg entschließen. Zst das Buch ivirklich ein „Tokiiment der Zeit"k llns scheint die „Flucht in die Heimat" eher eine ausgesprochene Tendenzerzählniig zn sein. Bvm künstterischeN Standpunkte ans könnte man ihr den Pvrwnrf machen, daß sic ihre Tendenz gar zu offensichtlich Hervvrtreten läßt, /lud, dürfte die Wahl so vieler shmbolischer und teil-, weise seltsamer Ramcn manchem Leser etivas aufdringlich erscheiucu. U. X. Aliee Herend: Ein Hundeleben. Verlag Julius Kittel Naehfolger, Leipzig—3I.-Ostrau. Illustration von Steffi. Bon Alice Berend. dieser huinorbollen und gescheiten. dieser gütigen und reisen Frau ist ein neuer Roman erschienen. Er ist nicht laug, er dehaudelt auch kein großes, welterschüttcriides Thema, trotzdem, lohnt-cs sich, sich mit ihm-.näher zu bcsasien.näher und inniger als mit io manchem andern, das mehr' als ein ..Hnndcleben" schildert. . Rnn, hier ist die Lebcnsgeichichte eines /vdermaniis, von ihm selbst erzählt. Sic isi mit der Lebeusgeschichte einer vornehmen Senatorenfainilie eng vcrinüit. ein Hnnd schildert, seine Eindrücke von dieser Fainilie. ein- Hmid charatte-- ' risiert ''Renfchen. ihr Tun. ihr- - Handeln, ein Hnnd legt semeu Maßsiab an ihr Tenten nnd Fühlen, 'ciii- Himd einpssudet .das. Leben.. Ein Hund, der seinen-jungen-Herrn--nie anders als -feinen „geliebten .Herrn" nennt, und der ihn nicht -nur jo neniit. sondern jederzeit iein ganzes - Leben 'ihm in bedingungsloser Trone -zn opfern ' bereit nt. hat sich das Recht crivorben. zum Kritiker. inenschliche'r Schivachen ' .und Eitetleisi'ü. menschlicher Iliiznläiiglichfeit lind- Dummheit zu werdeu. Sein Standort, vonWem ans er die Wett betrachtet, hat sinne beachtliche Höhe. Hort: ,./Pv jemand in /iot ist. hat ein Tvbermann hinznspringen. ' Diese' Lehre sitzt mir'im Blute" oder „mit seinem Peiniger Mitleid zn haben., anstatt mit sich selbst, erleichtert das Leben" oder „uns Dobermanns ist unverdientes Lob ebenso beleidigend ivie ungerechter Tadel". Zrgendwo in' dem Buch steht, der Zustinkt irre nie. erst der Berstand bringe den -Zrrtnm. Ter Dobermann hat eiucu guten Znstiiikt, eine seine Spürnase, sic miterscheidet scharf die Rienschcn mit „der Katzcüatmvsphäre" von. denen, die mit Hunden gut stehen, sie nnterscheidet scharf zivischen echt und falsch, zwischen gut nnd böse. So schnappt der Hnnd Worte ans, die den Menschen entschlüpfen und indem er sie wiedergibt, ohne eigentlichen ' KdMinentar, zeichnet^ er das Porträt der Menschen in seinen wesentlichsten 'Alice Berend legt dem Bruder Tvbermann traurige Erkenntnisse, nüchterne Bemerkiingcii. die Elend nnd Rot in krasser und knapper Weise Umreißen. oft ungewollten,Hvhu. aus die menschliche. Gesellschaft. ihre eingebildeten Borrechte und Qualitäten, in' seine siellcnde Schnauze, lind iincndlich viel Güte, Humor.sind .Liebe in sein Herz, in sinn schlichtes, klares: .starkes Hnndcherz. Es iverden nicht die. schlechtesten unter den Lesern _hieie-S Buches lein, die cs nachdenklich lesen und mit nafscil Angen zuklappcn werden. U.H. Die Jüdische Buch-Vereinigung sucht Autoren Tie ZBV teilt uns mit. daß sie für ihre Vervssentlichiliigen im Fahre in der Lage ist. noch einige ivertvvlle Piannskripte jüdischer 'Antoreii, vor allem gute Romane, zu eriverbcn. Sie bittet alle jüdischen Autoren, bekauute wie unbekauute, ihre Rrauuskripte zur sorgfältigen Prüfung zur Berfügiing zu stellen. Die Prüfung der cingesändteu Aianuskripte erfolgt durch den Borstaud und die Literarische Kommission der Züdischen Bnch-Vcreinigiing. die sich ans svlgenden Persönlichkeiten zusamineiisetzen: Borstand:. Znstizrat Tr. Tr. Magnus, Professor Ismar E lbogen, Direktor Gerson Bach. Litera^-sche Kommission: Tr. Bertha Badt-St rauft. Tr.' Akargarete E d e l h e i m, Tr. Ludwig F e u ch t w a n g e r . Rabbiner Tr. W i e il e r. Eiusendiingen von Manilskripten sind ansschlicftlich an die Geschästsstelte. der Züdischen Buch- Bereiniguiig, Berlin W. 15, Pariser Sträpe 7, zu richten. Tas pont RjF im BortruPP-Bertag. Berlin, heransgegebene Gedenkbnch „Gefallene deutsche Ziideii, Frontbriese >!>>->—101S". (/. Auflage her Kriegsbriese gefallener'deutscher Znde») liegt jetzt imsii. und 7. Tauscüd vor. maclien. und uu'iim ihm die Waljl eines ZU,irtljrerstössc's ivie scincs jesuitisch gchuiideiicii Borgäugers EvruciUe ..Pvlsieuctc" auch fern war. sv lag ihm stets darau. deit antiken - Si-Ijicksalsdt't-iriss.zu verciiristliclieii. Die Geschichte der Gstlier aber fand er „voll großer Lehren vvu der Liede zu Gott",-sie zeigte, was seine Partie-ivar. ..wie nranmitten in der der Wett.entsagen könnte". Gr salj.ivätireild er in die Probe bessernd eiugrisf. daft ihm die .Beliaudluiig des Stoffes' darum besonders leictjt gefallen avar. ivcit er die Dichtnng mit Szenen, die „Gott selbst vorbereitet hatte". aussc-Iiuii'ickeu konnte:. Racine Ijielt es uäiiitich für eine Art Gotteslästerung, „loichtige Itinstäude. die Uns die Heilige Sctjrist hinterlassen liatte, nach Glitdiuiken zu verändern." Bon „Gstlier" imd „Athali.a", dem. asideren für St. Gör zwei.'Fahre', später gesehriebeueu religiösen Schauspiel, sagt ein inoderlier Franzose, Fean G i r a u d o nr, sie seien nicht christlich, sie seien israetitisch. imd niemals sei 'siaeine der antikeil Wahrheit hier in biblisicher Form naher geiveseu als in der Besichreibung der Größe iind des Wirkliichteitssiuus der Fudeu. von denen er v'ielleicijt nie einen einzigen Vertreter gekaiuit tzabe. Scchon srüljer hatte'liacine-einen jitdischeu.Stofs gestaltet, das Schänspiel. von der Geliebten des Titus. „Berenkike". aber das Jüdische i.ft liier nur Farbe wie das Türkische iu ..Bajazct". das Römische in ..Britanniens" oder das Asiatische in „Mithridates". Fu >.Athalia", .mehr noch als in ..Esther", hat er „eudticlj eine Sichickjatliastigkeit gesunden, die uocch uuerbittliclier ist als die antike, deren —Kraft dn-rclj die Nugtäubigkeit der Griechen und die,poetische Berltäruug geniildert wird. Hier hat er sein Bolk gesunden. Bei den Fudeu kann erst sein griechisches -Schicksal mit Feljovalj vertauschen, mit einem Fehvoah. der über die angeborene Grausamkeit des Zeus hinaus hestimmte Absichten mit den Menschen verfolgt"' sGiraudour). Ter neiieste. und seit Schiller erste schöpserische dentsiche Rachdichter Racines. ßsiidolf Aler,inder Sichröd.er. bemerkt von den Chören der „Athalia". sie stünden in einer Parallele znm deutschen Kirchenlied, aber einer Uehertragnug ins Hebräische ivürdeu sie sich'vielleicht tveuiger entziehen als einer dichterischen Berdentschnng. Obgleich „Athalia" zwei Kinderrollen ei,thielt und obgleich der Ghor der Zungen Bcädchen ans dem Stamme Levi" von densetben „süßen Täubchen" gesungen »vnrde. die -nnd) Boßler die „Gst.hcr"-Anfsüt,rnngen „inehr und mehr zn einem Leckerbissen für ältere Feinschmecker machten", ivurde dieses Bibeispiel mir ei'iunal im geschlossenen Saal nnd ohne Kostüm vorgetragen. „Man muß verziveiseln. .für „Athalia" die' Schauspieler zu finden, die solchem Pathos bei solcher Fnmerlichkeil. gewachsen 'waren" sBoßler). Das Lebensweg eines Philosophen Zum Tode von Xavier Leon Bor einigen Tage» berickjteteu die großen sranzösi'äicn Blätter 'in aussührticben Rclrvlogen' vom Tobe des Philosophen Javier Leon. Leon Iiat keine so überragende Slellnng in der modernen französischen Philosophie eingenommen wie etiva Bergfon. Levsi - Brühl -oder Leon Brnin'ctwieg. Auch die Tatsache, daß er Fude ivar. sott nicht ausschlaggebend sein, um ihm. dessen Raine außerhalb Frankreichs, wohl nur in Fackikreiien bekannt tem enrne. nisirH-emem—WerP iiu die'er 3teile eine anssührtichere Würdigung zukommen zu lauen. . Tas. >oa-> Favier Leon in vierzig -Fahren nnablafsiger Tätigkeit im Tienite der Phiiojvphie ansirebte. ivar, durch die Schaisimg neuer Einrichtungen die Rioglichkeilen zn geben, ohne die Ilnabhängigteit des Einzelnen cinziiichränten oder gar aiifziiheben. in gesteigertem Rcaße philo- 'ophischer Erkenntnis zu dienen. Ans der Einsicht. daß in unserer Zeit mehr denn je der Philosoph'Gefahr läuft, siel,mit' seinem Werk zn iivlieren nnd keine Resonanz zn finden, nwltte er nach 'dem Bvrbitd antiker Philofophicschiilen Zentren tehendigcr geistiger Anseinandcrs.etznng ins Leben rufen. Als Biernndzwanzigjähriger gründete er mit seinen Freunden Leon B r n n s ckpv i c g und Elie Hatevh, mit denen zusammen er im Philosophie-Unterricht auf dem Pariser Evncoreet- Ghmnasinm die ersten geistigen Anregnngen empfauge''n hatte, die ..Kevne de mölajtliysiijm* et de morale“, die bald zn einer der führenden 'Philosophie-Zeitschristen in Frankreich ivurde. Tie Renne, die er bis zn seinem Tode hcransgab. bildete das Forum aller Geistigen, die sich zum Ziel gesetzt, hatten, einerseits die Tnellen und Hintergründe der Realität in der Rletaphnsik zu ergründen. . und anderfeits ans der theoretischen Erkeniitnis die moralischen Gesetze abznleiten. die niifere Haiidlnngen bestiinmen. llm aber zioischen den Geiisigeiimitielud. zn wirken.. begnügte sich Leon'nicht mit der Herausgabe der Bierteljahrszcitschrist. Zehn Fahre nach ihrer Gründung rief er die ..Soeiete fran- (,-aise de pbilocsophie“ iiu- Leben. Er wollte nicht nur die Resultate.philosophisch Strebender, nicsil .mir die geistigen Produkte, iöndcrii die Geister selbst vereinige». Er wollte den Denker ans den .Klammern der Einsamkeit reißen und ihn als lebendiges Glied in die Gemeinschaft derer stellen, die sieh ihm wefensverwandt eriviesen. Undwie die Ae'ademie Fran'eaise Kollektivarbeiten auf Uterarisch - phi 1 otogischem Gebiet durchsiihrk, die einem Einzelnen zn vvtlsühren vcriagt sind, —in nnlcrnahin auch die -von--ihm—gHpründLle philosophische Gesellschaft die Bereicherung philoiophiicher Erkeiintnis durch Gemeinjchaitsarl'cit: auf diese Weife entstand znni Beispiel das .Zst,eabulaire teehnique et critique de la Philosophie“. Aber noch eine dritte bedeutsame organisatorische Ausgabe * im Bereiche der Philosophie sollte.Lavier Leon dnrchfiihreii. Das Band zivi'chen den Geistigen, erkannte er. durfte nicht nur innerhalb der Grenzen sranzösischcr Philosophie geliiüpft werden, sollte nickit aus das Attribut:, universal in bezug ans deii Begriff des „Geistes" Berzicht geleistet iverden. Sv schuf er die internationalen Philosophie-Kongresse, deren ersten er im Fahre t'.mo eröfsnete nnd dessen neunter im iiächiten Fahre in Paris stattfinden wird. Auch dieses größte Unternehmen der Zlisamniensührnng von Geistigen war aus der Fdee entstanden, daß die schöpferischen Kräfte in den Begegnungen nnd 'Anscinanderfetzniigen der Geistigen entsckieidende Anslöiniig finden und auseinander beirnchtcnd eimvirten.- Tas nnn. iva- .Lavier Lövn gewissermaßen al^ .Organisator" im'.Bereiche des philosophischen Ltzirtens anftrebtv, war ihm auch Finpnls zn seihen eigenen philvsvphielritischen Arbeiten. Es ivar tein Znfatl, daft er sich speziell dem Studinin Fi'chtes znivandte, Hessen Ergebnis in den drei Bänden „Fichte und seine. Zeit'" abgeschlossen vvrliegt. Er suchte in Fichte weniger den Bolksführer. der diirch sein Slüerk - de» entscheidenden Einfluft auf 'da-- nationale Erivactien Tentsthtands zu Be- - giiili des - vorigen Fahrhii>idert-> an'si'ibte. er iah in ihm vielmehr den Denker, der die geistige Freiheit .über atl.es stellte, nicht nur als Atöglichleil. sondern als Berpflichtling. als Ziel, das zn eriiillen höchstes Geövt ist. Darin beruht die Sonderstellung und einzigiirtige Bedeutung Loons: daß er beispielhaft die Lhnthei'e.. mehr noch: die Ganzheit fchns zwischen. Geist und Leben.-'. zivischen Wollen nnd Tun. .zivifchen Erkeiintnis nnd Tat. . Fn jeder Phase si'ines Lebens ivar er Diener am Geiste, ob er nun in eigenen wissenschaftlichen Studien fiel) mit den Problemen der Ertenntni-:- anseinandcrietzte. ob er. seine Zeitschrift redigierte oder in innh.setiger organiiatvrisctier - Arbeit die „Kongresse der Geinigen" vorbereitete. Sein 'W-erk ivar wie lein Leben im Sinne der tlassischen französischen Forderung.nach 'der harmonischen Uebereinstiin- Niniig von Form und -Fnhatt. von innerem Streben nnd äußerem An-^druck das eines Philosophen. ' 'II. B—n.

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