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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-06 · 6 (6.2.1936) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
6 (6.2.1936)
Date
1936-02-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fasset zum Ausdruck bringt, für diejenigen aus dem Volke' geschrieben, die mit der. G o t t c s fu r ch t ernst machen wollen und über das LLeseii Gattes und feine Gebote nachfinneu. Ter Iübegrisf ihrer Lehre ist demnach die Or r - k e n n t n iS des Göttlichen, die wiederum nickst auf dem Wege des Nationalismus, sondern durch innere Lchan und tiefe Andacht beim Gebet erreicht wird. Nur so konnten dem Volke neue Kräfte und frische Säfte zu dessen Erhaltung in Zeiten der Not und des Umbruchs zugefuhrt werden.- Tie Ueberlicfernng weiß wenig bvn dem wirklichen uiw realen. Leben dieser, einzigartigen Männer des Volkes .zu berichten. Spärlich sind . die Nachrichten, die-uns über^sie aus jenen -entlegenen chalirhunderten znfließen. Von -K. Samuel, dem Zronünen. wissen wir, daß er einer livchangcsehenen. Gelehrtenfamilie der. Kalvnynws.' die int 11. Jahrhundert aus Sberitalie.n nach-.Derstschland kalit, entstammt.. Seine Eltern wolinten ursprünglich in Mainz, und als diese Gemeinde während des ersten Kreuzzuges schwer cheimgesucht worden ist, flohen -sie - in das benachbarte Speyer. wo R. Samuel um das Jahr. IN5 geboren wurde. Recht früh, hat er bereits feinen Vater verloren und wurde von Eleasar Eha-san in Speher erzogen.'der ihn auch in die theosophische Geheimtvissenschast eingeweiht hat. Spater wurde R. Samuel das Haupt seines Lehrharises in Speyer und galt seinen Zeitgenossen als allgemein anerkannte Autorität. Bon seinen Jüngern sind besonders seine beiden Söhne R. Abraham und R. Iehnda, Tavid aus Münzenberg u. a. m. bekannt geworden. Ter Hang zum Geheimnisvollen und zum Grübeln machte ihn ruhe- und rastlos und so entschloß er sich, einmal auS der Enge feiner llmgebung in die weite Welt zu ziehen. Tiefer freiwilligen Wanderung hat sich die Legende mit besonderer Vorliebe angenommen und schrieb ihr geheimnisvolle Bedeutung/zu.. So soll er sieben, nach eineQ anderen Quelle sogar nenn Jahre lang, unterwegs gewesen sein, wobei er sich großen Strapazen unterzogen hat. Um nicht von seiner Gelehrtenwürde irgendwelchen Nutzen zu sehen, verheimlichte er unterwegs seinen Namen und gab ich als Handwerksgeselle, zuweilen als Pergamentmacher, wie die Legende erzählt, aus. Auf diese Weise soll er auch einst in Nordfränkreich bei dem hochgestellten Lehrer R. Jakob b. Meir Tain unerkannt geweilt haben. Im übrigen scheint er ein recht armer Mann gewesen zu sein* und bestritt kärglich seinen Unterhalt von denn womit manche Gemeinden sich freiwillig z» seinen Gunsten besteuerten. Wann und wo sein Sohn R. Iehnda geboren wurde, steht nicht-genau fest. Man nimmt an, daß er in Speher uni 1150 zur Welt kam. Tie Legende erzählt, daß er bis zu seinem- 18. Lebensjahre ein unwissender Müßiggänger war. Seine freie Zeit hatte er mit Bogenschießen zugebracht, was tviedernm den Jüngern des R. Samuel, mißfiel. Mit Hilfe des Gebetes und des ..ausgesprochenen Gottesnamens" wird die rohe physische Kraft IehudaS gebrochen und an ihre Stelle tritt die geistige, wodurch er dann zum. großen Heiligen und Wundertäter wird. Als die Juden in Speyer bedrängt wurden, zog er im Jahre 1195 nach Regensburg und begründete dort sein weithin berühmtes Lehrhaus. Zn seinen Schülern zählte er n. a. den bereits erwähnten R. Eleasar b. Iehnda „Rokeach" aus Worms nnd R. Isaak b. Mose „Or Sarna" aus Wien. Er gab sich auch mit weltlichen Dingen ab und war hochangesehen bei der Obrigkeit, so daß ihn n. n.~ der Herzog von Regensburg zu Rate gezogen hat. Zuweilen führte er auch Diskussionen mit der Geistlichkeit und dein Adel und scheint lange Zeit in Fehde mit dem Bischof von Salzburg gelegen 'zu haben. Als sein Todesjahr wird das Jahr 1J17 angegeben. Im übrigen haben die vorhandenen Quellen, mehr mythische und legendäre Züge als tatsächliche Berichte vom Leben und Wirken dieser ernst so berühmten Männer in Israel auszuweisen. Und da die Geschichte schweigt, spricht die Legende und niinmt sich ihrer mit besonderer Wärme"än. Sie sind die mystischen Heroen einer Notzeit geworden, die die schassende Legende mit denr Glorienschein des Uebernatürlichen und Wunderbaren umgeben hat. In der Volks- Phantasie leben sie iveiter als die Bkänner. die. Wrurdertaten vollbringen, die Tote erwecken und siegreich im Kampfe gegen das Böse bleiben. Tank ihrer Heiligkeit überwinden sie Zeit., und Raunt, bedienen sich in schweren Situationen des göttlichen Namens, des „Schern hamsorasch", Mit dessen Hilfe sie imstande sind, die kosmischen Gesetze zu ändern. Air die Reihe dieser Verfasser schließt sich nunmehr als dritter der schon von urrS vielfach erwähnte Jünger R. Iehudas. Eleasar b. Iehnda aus WormS, einer der angesehensten Tosasisten der Zeit, der wegen seines Hauptwerkes „Rokeach" genannt wird. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben dieses Mannes verMgenwärtigt uns mit einem Schlage die katastrophale Stimmung jener Zeit, die im „Büch der Frommen" ihren Niederschlag gesunden hat. Als Eleasar in einer. Herbstnacht, des. Jahres .l 196 - über das Manuskript feines-. Konrmentars zunr Pentateuch > gebeugt faß. brachen Kreuzfahrer in sein Hausein und, erschlugen seine Frau Tolee und zwei seiner Töchter. Tiefestragische.Geschick hat. seitdem seinen Stempel auf das. Gemüt dieses schon ohnehin.- zur Askese neigenden Atannes gedrückt und seine Seele mit.- tiefer Trauer erfüllt. Es nimmt uns daher nicht weiter wunder, wenn das „Buch der Frommen" und das in ihm vorliegende religiöse System, durch die Fülle der tragischen Ereignisse dieser Jahr-/ hunderte die düstere Stimmung und die schwüle Luft jener finsteren Zeit verrät. In ihm kommt, die Wcltaufsasj ung deS ge demütigten Juden in der Zeit der Kreuzzüge vollends zum Durchb r u ch. Alles atmet hier äußere bittere Not und unauslöschliche Trauer.und gipfelt in dem Bewußtsein der eigenen S ü n d h a f t i g k e i t. die wiederum in der Forderung nach Temut und Buße ausklingt. Das „Scfer Chassidim" als Ganzes überliefert uns ein g c s ch l o s s e n e s M o r a l s y st e m, in dem sich sowohl der Zeitgeist wie die Zeitverhältnisse treu widerspiegeln-. Das Ganze ist von einem ho h e n EthoS und einer tiefen, per» sönli ch e n Religiosität getragen. Sein Verfasser ver-. langt, daß der Mensch durch selbstlose Hingabe an die Lehre und Gottesfurcht an seiner Gottähnlichkeit mitschaffen soll. Die Gottesfurcht besteht aber nicht allein in der Erfüllung von Geboten. Alan kann oft Gott auch nur mit der guten Absicht dienen, denn „die Wurzel yon allem ist das Herz". Erläutert wird diese erhabene Alarime durch die Geschichte eines Hirten. ES war-einst, heißt es da, ein Hirte. Dieser konnte nicht beten und sprach in seiner Einfalt täglich vor Gott: Herr der Welt, es ist-offenbar vor Dir. daß wenn Du Vieh hättest und es nur zum weiden überließest, ich es ohne Lohnanspruch für Dich tun würde, denn siehe, ich liebe Dich sehr... Und Gott hatte besonderes Wohlgefallen an diesem Gebet des Hirten, ist der moralisierende Schluß dieser wunderbaren Geschichte. Den Höhepunkt bildet wohl das „Buch der Frommen" mit feiner Forderung nach vorauSsetzungSloscr. uneingeschränkter M e n sch e n l i e b e. Es wird daher die Reinheit der Moral und deS Charakters, sowohl im gegenseitigen Verhältnis der Juden untereinander als auch tut Verkehr mit Andersgläubigen verlangt. ES ist eine Pflicht, heißt es an einer Stelle, dem Andersgläubigen gegenüber ebenso ehrlich zu handeln wie dem Bruder, dem Juden gegenüber; durch anderes Verhalten wird der Name Gottes entweiht. Es ist die Pflicht eines jeden und ein Zeichen für die wahre Nächstenliebe. daß man nicht nur sich selbst zu läutern und zu heiligen bestrebt sein, sondern auch andere dahin bringen soll. Von edelster Humanität ist auch die Vorschrift getragen, die milden Umgang mit den Geschöpfen Gottes empfiehlt. Knecht lind Magd nicht zu beschämen und auch das Tier schonend zu behandeln. Daneben enthält das Buch Belehrungen über die Lebensweise und Pflichten des frommen, gottgefälligen Atenschen und darüber hinaus Ratschläge für das Verhalten in Zeiten der Not und der gewaltsamen Bekehrung. Es stellt Grundsätze für die Erziehung und das Studium auf und erhärtet seine Morallehren immer wieder durch Beispiele und erbauliche Erzählungen, denen oft eine geistliche Auslegung angehängt wird. ES stellt sich somit in die Reihe der didaktischen Literatur, die nicht nur religiös-moralisch er-, ziehen, sondern zugleich auch ethisch erbauen will. Das „Buch der Frommen" entstand, in einer Zeit, in der die jüdische Straße mit Schrecken, und Entsetzen erfüllt war. Es konsron'ticrt uns mit einer Umwelt tiefster mittelalter-. ' sicher Finsternis, dunkelsten Aberglaubens, wilden Fanatismus und geistiger Verwilderung. Andererseits schlagen uns von dort Töne der Menschenliebe entgegen, wie sie nirgends zarter erklungen, nirgends tiefer empfunden worden sind. Und nichts ist für den Geist'seiner Verfasser charakterlstlschcr als die von ihnen aufgestellte Forderung („Buch der Fron,., men": „Lippen, die. Wahrheit sprechen,, ein gradcr Geist und ein reines Herz". Vielleicht liegt in diesem euren A-atzc die Quintessenz des großangelegten Moralsystems im „Bliche der Frommen". ES bildet einen der. erhabensten Höhepunkte des.jüdischen Mittelalters. Manuel Schnitzer zum 75. Geburtstag " Fünfundsiebzig Jahre vollendet dieser . gütige Weile, am 12. Februar, und niemand kann sich - besinnen, nicht einmal seine, eigene Frau, sein Antlitz jemalsunfreundlich gesehen zu haben. Roch sein, grauer Schnauzbart blickt liebenswürdig. Und wer Manuel Schnitzer kennt, wer vollends mit ihm,-der 50 Jahre lang Journalist gewesen ist, zusammcngearbeitet hat, weiß, wie sehr dieser Liebenswürdige auch liebenswert ist. Und gleicherweise liebenswürdig und liebenswert sind die-Feuilletons, sind die Bücher, die er in langer Reihe schrieb. In Angrhchau bei Bielitz, im alten Lstöstevrcich geboren, sollte der rabbinerreichen Geschlechtern Entstammende Rabbiner werden; aber es zog ihn zur westlichen Welt, in der er freilich niemals die östliche vergaß'. Er studierte in Wien die Rechte und begann sogleich jüdische Geschichten zu schreibeü. schrieb sic 50 Jahre hindurch und schreibt sie heute noch: die.Typen seiner Heimat, die ihn zwanzig Jahre laug umlebten, sic webten sich durch sein ganzes, langes Leben. Eine Auswahl dieser Geschichten bieten „Drillichauer Lebensläufe" und (als Reklam-Heftchen erschienen) „Wunderliche Lebensläufe". Unterdessen ist er den Weg des Journalisten gegangen, vom Gerichtsberichterstatteran, über die Redaktion der „Wiener Mode", bis er 1890 nach Berlin kam und als erster Schriftleiter der damals neugegründcten .Berliner Illnstrirten". Im Berliner „Abend" fing dann der junge Ehemann an, jene Feuilletons voll heiterer Lebenswahrheit zu schreiben, die später gesammelt als „Käte und ich" einer der größten Bucherfolge um die Jahrhundertwende wurden. Wie hier das Ehepaar, leben in „Peter und Faun" dessen. Kinder, von zarter, menschenkennerischer Hand zum zweitenmal ins Dasein gerufen. Aber unterdessen war Manuel Schnitzer weiter den .arbeitsreichen Weg des Journalisten in der rasch aufblühciiden Rcichshaiiptftad't mi.t ihrer ebenso rasch anfblühenden Presse .gegangen: fünf Jahre am „Börsen-Courier", dann -'5 Jahre am „Tag" und „Lokalanzeiger" war er Redakteur. Und weiter verfaßte er in den kargen Mußestunden Buch auf Buch. Immer aber blieb er seiner heimlichen Liebe treu: dem Juden-« tum. Für die. „Frankfurter Zeitung" schrieb er viele Jahre lang über Biblisches und Talmudisches. Sein Lieblingsthemä waren die Apokryphen, und aus dieser Tätigkeit ging „Der Fall Potiphar* hervor: Abhandlungen über die Frau des Potiphar in ihrer Gestalt tung durch die Jahrhunderte. In diesem Buch setzte er sich für die Echtheit des um 1920 aufgefundenen - „Ioseph"-Epos ein, das dem ganz jungen Goethe zugeschrieben wird. Er sammelte auch „DiS schönsten. Legenden aus dem Talmud" sowie zwei Bände jüdische- Witze, und er schuf seine dichterischste Gestalt, den volkstümlich ge« wordenen „Rabbi Lach", den lustigen Musikanten und. weifen Schnurrenerzähler aus dem Osten. -Jetzt sitzt der Greis in abgeklärter Muße am Schreibtisch und fertigt Verzeichnisse und Inhaltsangaben der Bücher an. die er nicht, geschrieben hat. weil ihm das Leben keine Zeit ließ. Und als ich ihm kürzlich ankündigte, daß ich zum Fünfundsiebzigsten über ihn schreib ben würde, da bestürmte er mich: „Bitte, nicht länger als 20 Zeilen; mehr bin ich nicht wert. Ich bin wirklich nicht bedeutend. Schreiben Sie nur: ein Autor von anständigem Mittelmaß..." K. P. In dem amtlichen „G u t a ch t e n a n z e i g e r" vom Ianuor 19-96 werden als nicht nr empfehlende Bücher u. a. aufgesührt: Severin Grill. „Der Talmud und Schulchan Aruch": Wilhelm .Hauff. „Iud Süß": Die Briefe von Hugo v o n Hof man n s - thal: Otto W e i n in g er ...lieber die letzten Tinge". Mit Ein« s ch r ö n knng nicht zu empfehlen sei u. a.- Otto H a u s e r s „Geschichte des Judentums". gestellte Thema ..Religion und Musik" behandelte. .George G o e tz Mit snintiveicheni. gehaltvollem Ton fpie.te der Geiger Aterauder P r i l n tz l i Muh und Händel, das große Material des Mezzosoprans von Erika S a m s o n - § t o r m . gepaart mit feiner GesangsluUur, -kam in-Arien au» dem „Judas Alaeeabans" 'ehr schön zur Geltung. Fritz W a t l e n b e v g brachte mit edlem Eelioklang - Stiitsclieioskn und Bloeh. An der Lrgel begleitete überlegen Lndivig Altmann, der noch -mit farbiger Registrierung eins der kostbaren kleinen Stürke Mar Regers vvrtrng. A-eiterln» wirkte das ^treiei,orchester der K ü u st l e r h i l f e unter der taktiejten Leitung von Dr. .Hermann Schildb e r g e r mit und gab mit Bach und Aiozart der. ilirer 'Aufgabe gemäß, Erhebenden- Feierstunde einen würdigen Ralnnen. Kai. Es geht mit Liedern ällntich wie-mit- Gedichten: jeder Dilettant glaubt die'er ..kleinen" Form gewachsen zn sein. lind >vie schiver isl'es in Wirklichkeit. eine Seelen- oder. -Aatnrstiininung. m N'enigen rakten zivi'ngend' testznhalte». Älar K o w a l s k i.- von dein der Indische Kulturbund Rhein--'Main,.Frankfurt a. M., eine Fotge-vvn Liedern ans dem „Japanischen Frnstling". Hans BeNiges gll'-' >l -Y.ari f i n h r u n g brachte, bat dieie Faliigke'ii;i> konzentrierter ' ^viegetiing.' des poetischen Gehalts. In zarten Baitellsarben. last nur and'entend. sangt er. die Atmvipbare der altjapanUctien Lnrik ein. Arbeiten ans irntierer.Zeit. Hatislieder nnd graziös-sentiinentate Rokokogelange, vervollständigten vorteilbasl das Bild: Den tebba'ten -Erfolg halt die Sovranistin EnnitN L n s; b e > in e r - I o i e p b mit klugem Bortrag nnd angenebmen. ^tintinilteln bereiten. Sie trat auch für zwei'gefällige Gesänge von RichardFluchs ein. Witzige., geistvolle Klavierstiicke voit Berichard .Sekles tonrden von 'Aliee R o s e n b a ti m geivandt. aber nicht erkchöpiend dargesteilt. Schuberts selten gespielter Onartetliatz t'-moll nnd das —i'!»n Ml-.-,>1,11... liiihpfon in der lehr gev'tegten '^öidergabe -'des Sfreichguartetts des KÄttnrbnndes lB a > s e r in a n n . D r n ck e r. K a r p . E el, u li e v mit dem Klarinettisten Z i m - m e r m a n n) monniueniale Eckp'euer des Pro-' - gramms. An einem eigenen '?lbend führte-Roin Geig c r - K n l I m a n n größere Brnchstülle ans der Volksoper ..Vogelsuß" nnd >rus ..Ritter Lanzelvt" kvnzertniäßig ans. Auch Mme die stütze der Szenik erkennt man die AErkiamkeit einer Tonsprache, die mtlvdieiircich nnd prägnant der dra- Ernst Silberstein, dm ehemalige Mitglied des Khngler-Quattctts, ist zurzeit auf Tournee in halten malischen Situation nachgebt. E>ne Intensivierung.der Schaffenskraft bedeutet die Kantate für drei Solostimmen „Ruth und Boas", die als poetischen Unterbau eine Rachdichtnna Altred Auerbachs benutzt. Die Aiusik erfüllt das Bibelwort mit starken Impulsen. Eine reizende, eingängige Ballettsnite für Klavier-vierhändig hatte es ebeitt'alls nicht schiver. Beisallssre..oe zn ivecken. Ihren Interpreten: Käte E t t I i n g c r, Patsta Levi. Haisi> A s s c n h e i m . Herbert H e ß -und Hedwig Berg m a n n war. die Komponistin für verständnisvolle. Rütarbeit ,311 Dank vervilichlet. Ans Mangel an vvllgülligcn 'Aufgaben behelicn sich die in Frankiiirl ansässigen ^ci)t-nlspielkrastc mit allerlei Unternehmungen, die sie, wie - das „Literarische S tu d i 0" des K u lttir» bundes. wenigstens vor dem gänzlichen Brachliegen schütze,t. Künstlerisch durchgeformte Rezitationen von Bibelabschnitten und Szenen ans Beer-Hofmanns „Jungem-David" und die Lesung eine? Kapitels aus Thomas' Manns „Geschichten Jacobs" ließen wieder bedauern, daß für entwicklungsfähige Begabungen wie Sofie S e l i g - m a n n. Bert Bär und 'Rudolf Ganz kein - stärkeres Relief geschaffen wird. Für das Fehlen eines Opernensemblcs werden die jüdischen Musikfreunde Frankfurts bisweilen durch schöne Bühnenstimmen entschädigt. Fritzi I ockls virtuoser Zicrgesang schuf reizvollen-Abglanz der Shäre. in der sich ihre Kunst am zwingendsten ausleben kann. Die liebenswürdigen, immer geschmackvollen -Hnmvristika Joseph Plauts, in dessen vielseitigem Talent ja auch ein Tenorbiitfo beheimatet ist. lockerten die Sti'mmnng des Abends noch mehr auf. Einige für Tanz und Kabarett ungewöhnlich begabte Kinder lieferten dem Programm nicht vorgesehene Einlagen. außerdem steuerte'ein von Mar Ren» m n n n geleitetes Ensemble von Berussminikern und Asiisikliebhabern Ouvertüren und Tänze bei. •A.H-e. In Mainz konzertierten mit großem Erfolg Boris und Josef Schwarz. Berlin. Höhepmikle waren d«->s Violinkonzert E-Moll op. 64 von Mendelssohn, die Klaviersonate si-^lvll von Chopin und Hvpak von Dliissorgski. Beide Künstler wurden mit reick>em Beifall bedacht und mußten mit Zugal'eu aufwartcn. Der Kulturbund Bingen veranstaltete ein Konzert. in dem Bettina F e i t l e r. Frankfurt a. Al., in Werke» von Biirtehude nnd Händel und in Liedern von A. Knab nnd Herbert Fromm echtes Künstlertum bestätigte. Besonderen Eindruck hinterließen Fromms tief aus dem Geist oitjüdifckien . Wesens gestaltete Kesänae. Theo R a t n e r erwies in Stücken von Pugnani, Friedemann Bach irnd Paganini sein überlegenes geigerisck,es Können. Herbert Fromm steuerte eine. Orgelinge von I. S. Bach bei und begleitete in gewohnt zuverlässiger Weise. Die Jüdische Winterhilfe Darmstadt veranstaltete ein Wohltätigkcitskonzert. Die Pianistin Erna M a n n spielte Händel, Ph. E. Bach. Beet- Hoven, Chopin und Brahms mit starker Einfühlung nnd .gut entwickelter Technik. Der künstlerische und materielle Erfolg war erjreulich. Der Berliner Cellist Ewel eteptnim gab im Rahmen des Ausschusses für kulturelle Darbietungen Pforzheim ein Konzert. Er sowohl wie die einheimische Pianistin Suse L.o eb erspielten, sich einen großen Erfolg. RP. Im Kulturbund Bremen sang der Baritonist Mar Untermayer (Raymer). Berlin, Lieder. Balladen und Arien. Seine rornehme. kultivierte Stimme trägt ausgezeichnet. -Sie ist'in der Lage, sämtliche Register gesanglicher Kunst in allen Schattierungen spielen zu lassen. Untermayer verfügt dazu über ein gutes dramatisckM Gestaltusigsvermögen. John A! a n d e l b r 0 d , Hannover. fungierte als überaus verständnisvoller Begleiter und stellte auch seine hohen svlistischen Fähigkeiten in der selten gehörten 0-moII-Fantasic von Mozart unter Beweis. Drei künstlerische Ereignisse von verschiedenstem Charakter wurden der Dresdner kunstinteressierten Gemeinde beschert. Alerander K i pn i s , der weltberühmte Bassist mit der meisterlich überlegenen Beherrschung seiner herrlichen Mittel, gab ein Konzert, aus dessen Programm die diisterleivenschastliche Arie „Es ist genüg" ans 'Mendelssohns „Elias". Atozarts „In diesen heilgen Hallen" ,und eine bilderreiche Arie aus Handns „Schöpfung" hervorragten. Ta.zurzeit in Dresden kein großer Saal zur Verfügung steht.^so darf wohl das Darbieten von- Liedern >vie Schumanns „Widmung" oder Schuberts „Am Ateer" (selbst mit sich anschließendem lauten Beifalll in der Synagoge nicht'prinzipiell verwehrt werden. Und . doch— da so ein trefflicher Orgel- 'spicler wie Hermann Schwarz (Berlin) mitwirkte, der jüdische Präludien von Leichtentritt und Arno tztadel spielte, so hätte der gewaltige Baßbaritvn von Kipnis in diesem Raum gewiß mit geistlichen Gesängen zur Orgel erhebendste Wirkungen aus- Ern-Gcmeindeabend gestaltete sich zu einer religeösen Feierstunde durch die Auswahl der großartigen Bibelstücke, die Edith Herrn sta dt- Oettingcn hingebungsvoll und. mit glaubensstarkem Ausdruck vortrug. Beatrice W a g h a-l t e r, Leipzig, sang an zwci -aufeinanderfolgenden 'Abenden ihre „Bunten Lieder aus aller Welt". Dem Dresdner Publikum gefielen besonders die von Professor Ignaz Waahalter komponierten jüdischen Werke: die Erew« Schabbos-Szene mit dem. Lichlbentschcn, das,,He«

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