Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 10 (7.3.1935)
- Date
- 1935-03-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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t. f c.-v..Dg.M Nr. 10 \ V 3. Beiblatt V XiiW ^25 r^rltt Bon unserem Sonderberichterstatter Leipzig. Anfang März. Ob man zum „ersten ober zum zehnten Male zur Leipziger Messe kommt. immer wieder ist man überrascht von der Verwandlung. die diese Stadt zweimal im Jahre durchmacht. Ans einer normalen deutschen Großstadt entwickelt sie sich zu einer Weltstadt ersten Ranges, mit einem Verkehr in den straften, der an manchen Stellen den Berlins noch um ein erhebliches übcrtrifft. Die Buittheit des Messetreibens wird verstärkt durch die Tausenden von Fahnen, die von den GcschästS- und Prlvathäusern die Gäste grüßen, durch das Gewirr fremder Sprachen, das wtzt N'iedcr stärker als in den letzten Jahren auf den Straßen und in den Messehäusern zu hören ist und durch die zahllosen Autos, deren Hcrknnftszcichen verraten, daß alle Gegenden Deutschlands und weit darüber hinaus für diese wirtschaftliche Leistungsschau Interesse haben. Man hat die Leipziger Messe als das „Schausenster zur Welt" bezeichnet, und das ist richtig. . und heute — da es niclst zuletzt auf eine besondere Förderung der Ausfuhr ankommt — auch wichtig. Es ist lvirklfch so. als ob sich die deutsche Wirtschaft zu erheblichen Teilen für eine Woche in Leipzig konzentriert hätte, um der Welt in einer Gemeinschaftsausstellung ihre Produtte zu zeigen und anzubieten. Das. was die Leipziger Messe von anderen großen Ausstellungen ähnlicher Art unterscheidet, ist die Tatsache, daß man wirklich fühlt, wie intensiv hier gearbeitet und verhandelt wird. Uobcrall an den Ständen, an den kleinen wie den großen, finden sich frühere und neue Geschäftsfreunde ein, und wenn ein Ergebnis auch nicht immer gleich auf Anhieb glückt, so wird hier doch der. persönliche Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer hergestellt. der nicht zuletzt im Auslandsgeschäft für die Zukunft von großer Bedeutung sein kann. Wir Hallen Aussteller gesprochen, die bereits in den ersten Tagen der Meise mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind, andere wieder verweisen darauf, daß die ersten Tage gewöhnlich ' der Umschau gelten und größere Abschlüsse erst noch zu erwarten seien, wieder andere betonen, daß der Geschäftsabschluß besonders im Export jetzt langsamer als früher erfolge, weil hier die Bestimmungen des Devisenverkehrs, der Berrechnungsabkommen und der Kompensationsgeschäfte genau zu beobachten seien. Es bleibt noch festzustellen. daß Juden auch in diesem Jahr im üblichen Nahmen die Messe besuchen, und daß sich gemeinsam mit allen anderen Betrieben der deutschen Wirtschaft auch die jüdischen Firmen bemühen. ihre Erportbeziehungen zu vertiefen oder weiter auSzubaucn. Denn letzten Endes steht bei dieser Messe doch die Anssnhrfördernng im Vordergrund. wenn auch die Pflege des Inlandsgcschästs darüber keineswegs vernachlässigt wird. Neben der technischen Messe, in der ein Riesenbetrieb geherrscht haben soll, schien uns besonders lebhaft der Verkehr in der Büroartikelmcsse. in der manche interessante Neuheit zu sehen war. und in der Tex t ilmesse zu sein, in'der eine umfassende Sonderschau der Kunstspinnfaser natürlich starkes Interesse ans sich zog. Auch im Ringmcssehaus herrschte ziemlicher Andrang; hier ist neben der vier Stockwerke umfassenden Möbel messe, in der ebenfalls teilweise schon recht erfreuliche Abschlüsse erfolgt sein sollen, vor allem auch die Reklamemesse und eine vielbeachtete japanische und italienische Sonderausstellung unter-- gebracht. Die wieder zahlreich erschienenen Ausländer waren schließlich auch noch besonders in den Messehäusern zu bemerken, in denen die Erzeuger von Spiel- und Metallwaren ihre Stände aufgeschlagcn hatten. Daß die Einkaufsbüros großer ausländischer Firmen zum Teil in diesen Häusern untcrgebracht sind, zeigt, welches Interesse das Ausland vor allem den genannten Artikeln entgegenbringt. Zum Schluß feien noch einige Zahlen genannt: 8070 AnSstcllerfirmen gegen 7400 auf der Frühjahrsmesse 1004 haben gemeldet. 10 fremde Länder -. sind als Aussteller vertreten und etwa 2V 000 Ausländer — rund 4000 mehr wie im Vorjahr — werden als Gäste nelicn den Hundcrttaufenden der inländischen Besucher erwartet. Schließlich sei als Symptom des Auslandsinteresses noch darauf hiugewicsen, daß — wie berichtet wird — etwa 2000 ausländische Journalisten in Leipzig anwesend sind. die. wenn sie auch nicht z»m unmittelbaren geschäftlichen Erfolg der Messe beitragen können, doch als Mittler zwischen der inländischen Wirtschaft und nicht vertretenen ausländischen Interessentenkreisen von außerordentlich großer Bedeutung sind. H. W—1. * Neben einer Deu t s ch. a m e r i kan i s ch e n T a u s ch g c s ch ä f t s st e l l e, in der die amerikanische Handelskammer in Deutschland ein Treffen von Interessenten an dcutsch-amerikanischeu Kompensationsgeschäften veranstaltet, hat auch die W i r t s ch a s t s g r u p P e „Groß.. E i n - ' li n d A u s fuh r h a n d e l" auf der Messe eine Ausknnfts- und Beratungsstelle errichtet, der Fachberatimgsstcllen für die einzelnen Fachgruppen direkt ungegliedert oder auf die entsprechenden Messehäuser verteilt sind. ..EWitige BEevtliHtUWN- Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Nordmark nimmt in seinen „Amtlichen Mittcilnngcn" (Nr. 4 vom 1a. Februar) „Gegen einseitige Veröffentlichungen in der Presse" Stellung. ..Eine Anzahl von Fällen", so heißt es dort, „gibt mir Veranlassung, alle Kreise am' die Gefahren einseitiger Darstellung von angeblichen Mißständen in Betrieben hi-nznweisen. Wenn späterhin eine Nachprüfung ergibt, daß derartige' verösfenttichnngen nicht voll und ganz dcn Tatsachen entsprechen und dies nicht in Einzelheiten nachgewiesen ivcrdcn kann, so entstehen daraus nicht allein für den Betriebsführer, sondern vor allem für' die Gefolgschaft. die allerschwersten Gefahren. Es liegen mir eine Reihe von Fällen vor. in denen solche Veröffentlichungen, die sich später nicht anfrcchtcrhalten ließen, von übelwollenden Konkurrenzbetrieben in den Kundenkreisen der betreffenden Firmen ausgenntzt worden sind mit dem Erfolg, daß dem Betrieb daraus ernste Schädigungen erwuchsen und die Gefahr von Ent-, lassungen für die Gefolgschaft entstand." Der Treuhänder der Arbeit nimmt dann Veranlassung. ans den von ihm angeführten Gründen Feststellungen über einen Einzelfall zu veröffentlichen, über den wir in der ..G.-V.-Zeitung" bereits berichtet haben. Der Treuhänder der Arbeit stellt fest, daß er in dem fraglichen Fall keinen Anlaß habe, das Verhalten des Betriebsführcrs oder der Vertrauensmänner des Betriebes hinsichtlich der sozialen Verhältnisse irgendwie, zu beanstanden. „Meine Aufgabe.ist cs", so fährt er in seiner Veröffentlichung fort, „aus Grund des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit Betriebsführer zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie - gegen dieses Gosel; verstoßen. Ebenso betrachte ich esaber auch als Pflicht, für die soziale Ehrenhaftigkeit von Betriebsführern einzntreten. wenn diese in unberechtigter Weise öffentlich angegriffen ist. Dies geschieht aus den einleitend genannten Gründen zugleich ausdrücklich im. Interesse der Gefolgschaft, deren Arbeitsplätze durch solche Veröffentlichungen gefährdet werden." iJalhTdJmjisMB berliner. b.H ocjtB» BERUN CI. HEUE FRIEDRICH5TR. 58-W H.Rubennachf. 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